Ich war gerade noch rechtzeitig aufgewacht, die Freunde waren noch da. Aber nicht mehr lang, Torsten wartete nur noch auf seine Töchter, die sich bei ihren Lovern im Camp rumgetrieben hatten. Hai verabschiedete sich von meinem Abbath, dann räumten sie als letztes noch die Bierbänke ins Auto und ab ging die Post.
.
Also gut, ich räumte meinen Kram zusammen und fuhr los.
Ich fuhr in die Tiefen des nahen Ostens
, immer weiter und weiter und landete schließlich in Gera.
.
Am Montagmorgen ploppte ich in der Bezirksdirektion Gera auf und ging rauf ins Büro. Hier war schon länger keiner mehr, was? Zumindest hatte er das Fenster nicht geöffnet
. Naja, da brachte ich so meinen Arbeitstag rum.
Nach Feierabend lief ich zum Naglfar, zog mich um, nahm meinen Campingstuhl und setzte mich ums Eck an die Gleise. Das ist nicht so wie in Nürnberg, dass hier ein Höllenverkehrslärm wütet, 1000 Leute rumwieseln, alle Piep lang einer kommt und seine Drogen vertickern will oder man ständig angemacht wird - sondern hier ist einfach kein Schwein. Wenn ein Zug kommt, laufen mal maximal 10 Leute rum, aber sie verlaufen sich in 3 min, dann ist das ganze Areal wieder ruhig wie ein Naturschutzgebiet.
Da saß ich und häkelte meinen Kraken fertig. Der ist mir aber gut gelungen! Jetzt wird er noch bemalt und kriegt ein paar Augen, aber für diesmal war es zu spät, das Licht ging aus. Das ist voll der idyllische Bahnhof, da in Gera
!
Am Dienstag kaufte ich nach der Arbeit in der City Farbe und Pinsel zur Krakenbemalung. Mir war aber dann gar nicht nach Malen. Da hockte ich im Wiesengrund an der Elster und fing mit einem neuen Häkel-Projekt an. Es war ziemlich heiß und außer einer Familie mit Kindern, die im Wasser planschten, war kein Mensch unterwegs.
Als es Abend geworden war, verzupfte ich mich nach Hause, saß noch ein bisschen am Naglfar und relaxte. Schweineheiß war es geworden, ich ließ das Fenster offen als ich schlafen ging. Im Naglfar hatten sich ein paar Viecher verirrt, obwohl ich doch da ein Fliegengitter dran habe. Die summten dann hier rum und stachen mich in der Nacht bitterlich, überall juckts mich!
Am Mittwoch hatten wir in der Arbeit Teamfrühstück. Trotz der langen Pause zog sich der Tag wie Kaugummi dahin. Endlich hatte ich Feierabend, packte meinen ganzen Krempel samt Laptop und Arbeitszeug und ging. 1 Stunde hatte ich noch auf dem Parkzettel, gutes Timing, fort war ich!
Ich fuhr noch in Gera tanken, aber dann auf der Autobahn fiel mir ein: Ich hatte nach dem Frühstück mein restliches Essen noch in den Kühlschrank gelegt und es dort vergessen ! Mein guter Eiersalat, meine leckeren Bratwürste, oh nein! An der nächsten Raststätte fuhr ich raus und schickte ein WhatsApp an die Kollegin in Nürnberg, deren private Telefonnummer ich habe: "Bist du noch auf Arbeit? Kannst du den Geranern eine Message schicken, dass ich meine Vespertüte in ihrem Kühlschrank vergessen habe? Die sollen das essen, weil am Montag, wenn ich wieder nach Gera komme, mag ich es auch nicht mehr."
Ich landete schließlich im Entenfang in Torgau.
Man durfte noch nicht auf den Campground, Einlass ist erst donnerstags um 10 Uhr früh. So lang muss ich jetzt auf der Wartewiese stehen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen