Heut ließ ich's mal ganz chillig angehen. Man muss ja nicht immer gleich um 13 Uhr aufs Infield rennen, weil irgendwie hab ich ja meist so nach ungefähr 3 Stunden dann auch genug von dem Krach und kack dann abends ab, wenn es erst richtig gut wird. Zudem geb ich mir jetzt in zwei Wochen drei Festivals, also da muss ich mit meinem Bock haushalten, nicht dass ich die Overdose krieg.
Also kochte ich erst mal Kaffee und frühstückte. Es war nur noch 1 Brötchen da von der Tüte, die der Typ da gestern extra aus der Stadt mitgebracht hatte. Naja, gabs halt ein Brötchen - mit nix drauf, weil ich hatte gar nix mitgenommen
(Verpflegung vergessen). Allerdings hab ich ja jetzt am Harz gelernt: es gibt alkoholfreies Radler in Dosen und das kommt iwie echt gar nicht schlecht. Drum hatte ich mir da ein paar Dosen mitgebracht und chillte damit im Camp rum, während die anderen schon wieder im fortgeschrittenen Alkoholmodus rumömmelten.
Hai hatte in einem Mülleimer diese "Mütze" gefunden und herausgezogen. Na, wer weiß, wer in diese "Mütze" schon alles reingefurzt hat? Aber das störte den Hai nicht.
Torsten hat sich einen neuen VIP-Ausweis gebastelt. Da hing jetzt an seinem Schlüsselband diese leere Tüte Capri Sonne.
Ich nuckelte so an meinem alkoholfreien Radler rum, da fragte mich der Torsten, ob ich noch fahrfähig sei. "Ja schon, warum?" Das Eis war ausgegangen, geschmolzen oder leer, und die Getränke in seiner Kühlbox hätten nun keine Kühlung mehr. Drum brauchte die Alkoholiker-Luxusbande dringend frisches Eis. Mit Max' Auto sollte ich zur Tankstelle fahren und Eis kaufen. Ja gut, also ich fuhr, und Torsten kam mit. Schon beim Losfahren v'reckte mir das Auto gleich ab. Max machte ein relativ unglückliches Gesicht
.
Für die kurze Fahrt verstellte ich an dem Auto mal lieber nix, d.h. im Rückspiegel sah ich null und übers Lenkrad konnte ich auch kaum gucken, aber los! Torsten sagte, wohin ich fahren sollte, und ich konzentrierte mich ganz auf das unbekannte Auto und den Verkehr. An dem Auto brannte das Licht, aber ich fand nicht, wie man es ausschaltete. Na, dann fuhren wir halt mit Licht, auch wurscht.
Wir kamen an die Tankstelle, aber dort gabs kein Eis mehr, ausverkauft. Dann fuhren wir gegenüber zum Lidl. Torsten kam gleich wieder raus: Die haben gar kein Eis. Wohin jetzt? Zum Aldi! Auch beim Aldi gabs kein Eis. Jetzt blieb nur noch die Edeka, der letzte Supermarkt im Ort. ...und jaaaa, da gab es noch Eis
! Torsten war happy!
Erfolgreich kamen wir ins Camp zurück (Max war sichtlich erleichtert als sein Auto noch heil um die Kurve bog). Dort gabs dann gleich die gute "Mischung" on the rocks. Was war das End vom Lied? Na klar: dass die Anfänger gleich mitsamt der ganzen Bank umfielen und auch die Profis nur noch laut lallend zum Infield los zogen. Man muss nicht jeden Tag saufen, finde ich und öffnete mir das nächste alkoholfreie Radler . Ach, das trank sich eigentlich gar nicht so schlecht.
Irgendwann krabbelte der besoffene Bub dann endlich unter seiner Bank vor, verklickerte mir irgendwas, dass er jetzt auf Strullern müsste, und wenn er in einer halben Stunde noch nicht zurück sei, sollte ich den Notarzt rufen . Die halbe Stunde war vergangen, er war noch nicht zurück, aber ich nahm mal an, er hat den Notarzt wahrscheinlich von selber gefunden
. Meine seltenen mütterlichen Ambitionen halten sich in bedenklich engen Grenzen, mir fehlen da jegliche Hormone
.
Ich hatte angefangen zu häkeln und blieb noch im Camp sitzen, chillen und weiter häkeln. Es sollte ein Krake werden. Als man das dann an dem Häkelwerk langsam schon erkennen konnte, blieben immer wieder Leute stehen und riefen: "Ui, ein Octopus!" Schließlich kam ein Pärchen vorbei und der Mann war von dem Ding so begeistert, er wollte es unbedingt haben: "Wieviel willst du dafür?" fragte er, denn das passte genau in sein Auto auf die Hutablage. Es ist doch noch gar nicht fertig und eigentlich wollte ich es für den Piratenhut, den ich mir gerade bastel, und es nicht verkaufen
. Aber gut, er meinte, er käme morgen wieder vorbei und da kauft er es mir ab. Na, gut, so häkelte ich den Octopus gar fertig. Da war es schon 20 Uhr durch! Jetzt aber mal los aufs Infield!
Ich zog mich schnell um, schmierte mir im "Doro-Style" den Kajal über die Augen (alles schwarz, prima!) und lief vor. Da kam ich beim Letzten Song von Brujeria gerade vor die Bühne. Die hatten den Hit Maccarena aus den 90ern neu vertont und sangen: "heee, Marihuana!" Die ganze Meute jubelte und tanzte, mei, voll witzig! Das hat mich auf Anhieb überzeugt, ich brauch sofort dieses Album, aber leider fand ich's am Merch nicht auf die Schnelle. Das merk ich mir für zuhause, irgendwann in drei Wochen, dann stream ich's mir! Echt klasse.
Danach kamen schon Rotting Christ. Die hatte ich erst neulich in Obertraubling gesehen, aber sie gefielen mir gleich wieder gut.
Ich stellte fest, dass ich heute noch gar keinen Alkohol getrunken hatte und es sich nun auch nicht mehr lohnte, jetzt noch damit anzufangen. Da legte ich mal einen alkoholfreien Tag ein, tat wohl auch mal ganz gut. Meine Stimmung war trotzdem prima, wohl auch, weil ich erst so spät am Abend angefangen hatte und mich nicht schon seit nachmittags ausgepowert hatte.
Im Zelt traf ich den beömmelten Torsten, der sich dann an mich hing, aber immer nicht kapierte, was ich wollte. Ich wollte nämlich zum Merch, aber Torsten zog mich woanders hin: "Da ist aber doch nicht der Merch, das ist doch die Bar?!" Es regte mich schon wieder auf, ich hab da einfach keine Geduld. Wenn ich zum Merch will, dann will ich zum Merch. Gibt's dazu noch irgendwelche Fragen? Klärungsbedarf? Also gingen wir endlich zum Merch. Naja, er braucht doch nicht mitgehen?! Er kann doch an der Bar stehen bleiben, und ich gehe derweil zum Merch. Ich weiß auch nicht, solche Team-Komplikationen sind einfach nix für mich. Ich bin da radikaler Ego.
Vom Merch aus ging ich dann wieder vor die Bühne. Da spielten nun I am Morbid. Die gefielen mir auch recht gut und ich gab mir den ganzen Gig.
Schon beim Reingehen hatte ich an einem Stand ein Buch von Dee Snider für 5 € entdeckt, das wollte ich haben. Wenn ich's aber kaufte, müsste ich es die ganze Zeit mitschleppen, also ließ ich es liegen. Jetzt aber wollte ich eh zum Auto, mir ein alkoholfreies Radler reinschütten, und da kaufte ich im Vorbeigehen auch gleich das Buch. Dann hab ich nächste Woche in Gera was zu lesen .
Total billig war ich heute weggekommen: 20 € für einen Ring hatte ich ausgegeben und jetzt noch ein Buch für 5 €.
Ich ging gleich wieder rein aufs Infield, denn jetzt kamen Triptykon, die Sachen von Celtic Frost spielten. Oh mei, Celtic Frost waren Anfang der 80er eine meine Lieblingsbands. Leider hatte ich mein original altes Celtic-Frost-Shirt zuhause vergessen.
Wie die einzelnen Songs hießen, hatte ich noch nie gewusst, aber gleich als Opener ihres Gigs brachten sie meinen Lieblingssong, oh wow, ich schwelgte dahin! Ich weiß auch gar nimmer, wie die Platte hieß, ich weiß nur, dass ich sie hatte. Wo war sie denn hingekommen? Keine Ahnung! In einer Kiste zuhause habe ich noch rund 20 Schallplatten. Was war mit all den anderen passiert? Die sind im Lauf der Zeit irgendwohin verschwunden, keine Ahnung.
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