Samstag, 6. Dezember 2025

Die Apokalyptischen Reiter im Hirsch

Weil ich ja schon unter der Woche in der Weltgeschichte herumgesegelt war, blieb ich jetzt am Wochenende zuhause im heimeligen Nürnberg. Im Hirsch spielten die Apokalyptischen Reiter und dafür hatte ich schon seit Wochen mein Ticket. Mittlerweile war das Konzert ausverkauft. Das war wieder die konzerttechnische Profi-Aufgabe: dicke Motörhead-Jacke für den winterlichen Hinweg, für den Anfang in der unbeheizten Halle ein altes, hässliches Hoodie, das man dann ins Eck schmeißen konnte und um das es nicht schade wär, wenn es einer klaut, und drunter nur ein luftiges Shirt für später (ja, ich hatte ein Apo-Reiter-Shirt im Schrank, juhu!), weil dann wird's heiß, dazu einen Fächer zum Luft zufächeln und natürlich die Lämpchen fürs Bier. In der Flasche kommen die Lämpchen leider nicht so gut zur Geltung, aber ja mei.

Ich stand von Beginn an ziemlich weit vorn und konnte den Platz auch das ganze Konzert über halten. Gleich traf ich dort den Jens, dem es gesundheitlich wieder besser geht, seine Herzarterien wurden erfolgreich durchgepustet. Jens, halt durch, ich freu mich doch jedesmal, wenn ich dich treff! Auch die Carni sah ich mal wieder mit ihren beiden Freunden, die hatten sich dort auch eingefunden. Da standen wir zu fünft da vorne und verteidigten unseren Platz.

Vorne war es gar nicht sooo voll - dafür, dass es ja ausverkauft war. Besonders noch am Anfang nicht, da kamen Victorius auf die Bühne. Ha, die kannte ich, die hab ich schon im Frühjahr in Geiselwind auf dem Metal Franconia gesehen, und ich hatte mir da tatsächlich auch eine CD von denen gekauft.

Ganz wie beim Metal Franconia kamen nach ihnen dann Cypecore. Die hatten mir damals schon nicht so gefallen, weil ich mag kein Metalcore oder Crunch. Man kann jetzt aber so nix gegen sie sagen, denn in ihrem Genre sind sie ganz gut. Zumindest showtechnisch machten sie gut was her mit ihren Lichtstreifen auf der Uniform, sehr cyberspaceig, doch.

Ich ging mal hinter aufs Klo und wollte nun nach dem 2. Bier meine leere Bierflasche mit Wasser auffüllen, weil mit meinem Bierkonsum muss ich echt haushalten, dass ich ihn noch vertrag. Mehr als 3 Bier tun mir nicht mehr gut, alt zu sein ist scheiße .
Auf dem Klo stellte ich fest, dass die Waschbecken so niedrig waren, dass die Bierflasche nicht unter den Wasserhahn passte. So wollen die also verhindern, dass man seine leere Flasche mit Wasser auffüllt, was? Aber ich kriegte es hin, das Wasser über die Hand noch in die schräggestellte Flasche laufen zu lassen, ha, clever: Erfahrung ist cool !

Jetzt kamen endlich die Apokalyptischen Reiter. Die haben mir schon immer gefallen. Schon zu Anfang ihrer Karriere irgendwann ums Millenium rum habe ich sie mal in Gunzendorf gesehen und war damals schlagartig begeistert von ihnen. Sie spielten damals auch 4 oder 5 Zugaben, hörten gar nicht mehr auf zu spielen und wie ein Floh hupfte der Fuchs auf der Bühne rum, noch mindestens doppelt so viel Energie wie ich hatte der, wow. Das ist natürlich heute auch nicht mehr so, auch die Reiter sind älter und ruhiger geworden. Die Songs haben aber immer noch viel Kraft und richtig Power, sehr schöner Sound!

Da kam dann auch ein sentimentales Lied mit Lichtlein schwenken, wir sind, weil ihr seid, und nicht minder viele Leute hatten nicht nur Handylampen gezückt, sondern tatsächlich noch ganz analoge Feuerzeuge. Ich hab da in der Tasche stets noch so ein Relikt von einem, der nicht alt werden durfte und dem ich immer noch nachtrauere, er wär hier wohl auch gern dabei gewesen.

Zum Ende der Vorstellung schwenkte der Fuchs noch die Reiter-Flagge.

Natürlich gabs dann auch noch eine Zugabe, weil Reiter ohne Zugabe gibt's nicht. Es war aber nur 1 Zugabe, weil auch - außer mir - keiner mehr danach noch "Zugabe!" brüllte. Schad, jetzt war es aus .

Im Foyer traf ich noch den Chris, der war ganz vorne rechts vor der Bühne gestanden, ich ganz vorne links, drum hatten wir uns bisher noch gar nicht gesehen. Ich blieb aber nicht mehr lang, holte meine Jacke und lief vor zur Bushaltestelle. Der Bus war vor 5 Minuten gefahren, der Nächste kam erst wieder in 15 Minuten . Naja, da lief ich mal zum Dianaplatz vor, aber dort lief ich dann mal noch eine Haltestellte weiter und wiederum dort lief ich auch gleich weiter bis zum Lamborghini-Autohaus. Dort beschloss ich, zu geizig zu sein, jetzt noch für die restlichen zwei U-Bahn-Stationen zu stempeln und lief dann in die Marktstraße und weiter auf der Schwabacher. Ich lief bis nach Hause, na, sooo weit war das vom Hirsch aus auch nicht, nur 3 km. Um vierteleins kam ich zuhause an, geht doch noch .

Donnerstag, 4. Dezember 2025

Gera, Weihnachtsfeier

Schon wieder war ich unterwegs! ...und zwar nach Gera mit der Arbeit, hochoffizielle Geschäftsreise. Da war nämlich heute früh ein Vortrag über Verwaltungsakte nach SGB 10 §§ 44 bis 46 und 48.

Damit wir rechtzeitig zu Beginn des Vortrags vor Ort sein konnten, fuhren wir schon gestern mittags mit der Eisenbahn los, sonst hätten wir ja heute früh schon mitten in der Nacht um 4 Uhr morgens von zuhause aufbrechen müssen, das geht ja mal gar nicht. Wenn wir dann schon gestern in Gera eingetroffen waren, konnten wir auch gleich an der Weihnachtsfeier teilnehmen , die die Geraner vorbereitet hatten. Logisch, oder ?

Auf die Weihnachtsfeier war ich ganz arg gespannt, und auf Gera freute ich mich auch, war ich doch seit dem Sommer nicht mehr dort gewesen. Einige Nürnberger Kollegen fuhren mit dem Auto hin und brachten allerlei Fresszeug mit: Spekulatius, Plätzchen und vor allem Lebkuchen. Ich war letzte Woche dann extra in der Stadt und hatte dort bei der City-Konditorei Neef ein Früchtebrot zum Mitbringen gekauft, das kriegte ich noch in meinem Handgepäck unter. Den neuen Koffer nahm ich gar nicht mit, weil wir übernachteten ja nur 1 Nacht im Hotel und da brauchte ich ja gar nicht viel. Für mein Nachthemd + Zahnbürste reichte auch mein kleiner Rucksack.

Also fuhren wir los. Das Wetter war trüb und kalt, aber kaum waren wir durch den Thüringer Wald gefahren - der Bleßberg-Eisenbahntunnel führt da durch, 8,3 km lang, noch ein kleines Stückchen länger als der Rennsteig-Autobahntunnel - war das Wetter wie ausgewechselt und die Sonne schien am wolkenlosem Himmel. In Erfurt mussten wir umsteigen in den Bummelzug, kamen durch Weimar und Jena und landeten endlich in Gera.

Wir liefen gleich zum Hotel, checkten ein, schmissen das Gepäck aufs Zimmer und liefen wieder los zum Betriebsparkplatz, wo die Geraner alles für die Weihnachtsfeier aufgebaut hatten. Toll hatten sie das gemacht! An zwei großen Grills wurden vorwiegend Thüringer Bratwürste gegrillt und eine Vielzahl an Schüsseln mit Salaten standen außenrum. Dazu jetzt noch das Süßzeug und die Lebkuchen aus Nürnberg und los ging das große Fressen . Natürlich standen auch 4 große Bottiche mit Glühwein dort und so begannen wir zu feiern. Wir waren gut 100 Leute, also das war eine futtertechnische Meisterleistung!

Einen Mini-Weihnachtsmarkt hatten sie sogar aufgebaut, da verkaufte eine Kollegin selbergestrickte und -gefilzte Socken, Mützen und Handschuhe, auf einem anderen Tisch gab's Adventskränze und auf einem Seitentisch Säcke voller Walnüsse für nur 4 €, ein Sack wog mindestens 2 kg! Die Walnüsse waren zwar recht klein und auf Nachfrage waren es Selbergezogene aus dem Garten einer Kollegin, aber ich kaufte gleich 3 Säcke voll. Mensch prima, die verteile ich gleich auf der Ranch für die Eichhörnchen, die freuen sich ! Weil ich die Nusssäcke ja schlecht mit dem Zug mitnehmen konnte, schmiss ich sie zu einer Nürnberger Kollegin ins Auto, die legt sie mir nun nächste Woche in mein Büro.
Den nächsten Nussbaumsprössling, den ich auf der Ranch find, lass ich wohl echt auch mal wachsen. Bisher habe ich die Dinger nämlich immer rausgerupft, weil an jeder Ecke pflanzten mir die Eichhörnchen einen Nussbaum. Ich bin ja eigentlich blöd, da zieh ich doch auch mal einen auf!

Ich hatte mir am Handarbeitsstand Wollstulpen gekauft, aber war trotzdem bald ordentlich durchgefroren. Da standen aber zwei Feuerkörbe, und ich schürte drauf los. Bald kamen die Kollegen und stellten sich dazu. Am Feuertopf war's halbwegs auszuhalten und so blieben wir dann bis halbzehn nachts. Dann seilte ich mich mit 3 anderen Kolleginnen ab und lief heim zum Hotel. In der Hotelbar wollten wir noch den Abend ausklingen lassen, aber als wir ankamen, saßen dort schon ein paar andere Kollegen vom anderen Team, da setzten wir uns dazu . Aber so gegen 11 machte ich mich dann doch auf mein Zimmer. Boah, ich stank nach Rauch, die Jacke stank wie aus der Räucherkammer, Mütze, Stulpen, alles voll verraucht! Hoffentlich beschwert sich jetzt nicht das Hotel, dass ich auf meinem Zimmer geraucht hätte? Nein, ich bin Nichtraucher, ich stink halt nur so!

Ich steckte mein Handy ans Ladekabel und bekam dabei plötzlich eine Fehlermeldung, es könnte nicht mehr auf die SD-Karte zugegriffen werden. Oh, warum denn nicht ?
Auch am nächsten Morgen als ich einen Restart durchführte, kam das Handy nicht mehr an seine SD-Karte. Ich sags gleich: auch jetzt - zuhause am PC - bekam ich die Karte nicht mehr zum Laufen, in welchen Slot ich sie auch steckte, und das heißt: Alle Bilder drauf sind futsch . Drum gibt's von der ganzen schönen Weihnachtsfeier und dem super Essen und den ganzen Salaten und der tollen Deko und den drei Verkaufsständen mit Adventskränzen, Handarbeiten und Nüssen, die sie so schön aufgebaut hatten, gar keine Bilder . Ich hab nur die, die ich währenddessen auf Facebook gepostet hatte und die, die mir dann später noch eine Kollegin zugeschickt hat.

Ab sofort speicherte ich die neuen Bilder dann im Handy selber, drum hab ich wenigstens noch Pics von heute: Da sitze ich beim Frühstück im Speisesaal und futtere schon wieder . Na, ich kann doch nicht "mit Frühstück" zahlen und dann nicht mal was essen?! Also futterte ich ein paar Eier und ein Müsli und nahm noch 2 Bananen vom Obsttisch mit für später.

Nach dem Frühstück checkten wir gleich aus und liefen vor in die Verwaltung, wo wir dann dem juristischen Vortrag lauschten und auch nachher noch oben im Büro eine Präsenzbesprechung abhielten. Anschließend gings zum Mittagessen ins Lokal Kutscherhaus - dort an der Hofwiese neben den 6 Wohnmobilstellplätzen, wo ich im Sommer geparkt hatte.

Um 14:05 Uhr ging unser Zug. Wir holten noch schnell das Gepäck aus der Verwaltung, nahmen dabei auch noch ein bisschen Plätzchen und Süßkram von den Resten von gestern mit und machten uns auf den Heimweg.

Es war kalt, aber die Sonne schien am blauen Thüringer Himmel. "Wenn wir durch die Tunnels jenseits des Gebirges wieder in Bayern sind, wird es voll bewölkt und düster!" prophezeite ich. Ich fahr ja die Strecke öfter mal und das Wetter ist diesseits und jenseits jedesmal wie ausgewechselt. Die Kolleginnen lachten mich aus, konnten sich das gar nicht vorstellen. Warten wir's ab!

So genau hatte ich das aber auch noch nicht gesehen (weil ich ja sonst im Auto immer nur auf den Verkehr achte): Hier wölben sich die Wolken regelrecht von Süden aus über das Gebirge, das sieht doch gigantisch aus!

Ich hatte Recht: Wir kamen aus dem Tunnel direkt in den Hades. Düster und neblig war es nach dem Gebirge, es lagen Schneefelder im Wald, es war dunkel und die Nacht brach schon rein, während es vor 5 Minuten nördlich der Tunnels noch sonniger Nachmittag war. Mit 227 km/h schossen wir im ICE durch das Land. Zack - waren wir in Bamberg und kurz drauf in Nürnberg. Unser Zug hatte Verspätung, aber mit Rennen und Hetzen erwischten wir auf Gleis 22 am Nürnberger Hauptbahnhof noch die S-Bahn.

Im Parkhaus der Verwaltung stand das Röhrle und wartete brav auf mich . Es war kurz nach 5 und ich fuhr im Geschäftsverkehr nach Hause. Jetzt bleib ich mal ein paar Tage in Nürnberg, da ist es doch auch schön, oder?

Sonntag, 30. November 2025

Nuclear Winter, Hirschaid, am Samstag

Mittags wachte ich auf. Ich hatte im Naglfar alle Thermorollos runtergelassen und auch die Windschutzscheibe mit der Frostabdeckung zugekleistert. Nur die Seitenfenster im Fahrerbereich waren noch "offen", da hatte ich auch von innen die Park-Quittung mit Tesafilm hingepappt, weil die Windschutzscheibe war ja abgedeckt, was darunter lag, sah man nicht mehr. Gestern hatte mich noch der Platzwart erwischt und 24 € fürs Parken abkassiert. Warum müssen eigentlich immer bloß große Autos zahlen und die Kleinen nicht?

Bei Torstens Bus gegenüber sah man auch keine Quittung mehr auf dem Armaturenbrett. Seine Windschutzscheibe war zugefroren und voller Eis. Es hatte also mal wieder um den Gefrierpunkt im Auto, ich empfands aber gar nicht mehr so kalt.

So, und jetzt wollte ich mal eine Premiere starten: Seit 3 Jahren fahr ich so ein teueres Kabel mit mir herum, über 100 € hat das damals gekostet, aber bis jetzt hatte ich noch nie die Gelegenheit, es anzuschließen. Diesmal aber waren noch Plätze an der Stromsäule frei! Also kramte ich das Kabel aus dem Laderaum und stöpselte es an das Naglfar. Das andere Ende reichte locker bis zur Stromsäule, das Kabel ist 25 m lang. Man konnte es aber gar nicht sichern, weder am Naglfar noch an der Säule. Jeder Trottel hätte es einfach abziehen und mitnehmen können . Ich schmiss 2 € in die Säule und zapfte los.

Ja, schau an, sieht das geil aus: alle Lämpchen grün ! Jetzt konnte es keinen Spannungsabfall mehr geben, weil der Strom von extern kam. Zugleich lud es auch meine Batterie wieder auf. Die Heizung lief!

Der Torsten machte auch warm. Karin hatte es mir verraten: Er hatte über 40 Liter Glühwein dabei! Tatsächlich sah ich da im Bus ein paar so große Tetrapacks rote Plörre und einen rauchenden Topf auf dem Campingkocher. Da glühten sie vor sich hin; nein danke, ich mag keinen. Das papperte Süßzeug ist genau das, von was es einem schnell schlecht wird, geh mir bloß weg damit! Aber der Torsten muss ja immer so ein Schädelsprengerzeug saufen und verteilen, igitt, nix für mich.

Ich hatte beschlossen, dass ich nicht nach Hirschaid reinlaufen wollte. Normalerweise hab ich in allen Mäppchen und Ecken meine 50er-Geheimverstecke, also in meinem Geldbeutel steckt ein Reserve-50er hinter der EC-Karte, im Führerscheinmäppchen hab ich einen Reserve-50er stecken und im Mäppchen für die Naglfar-Papiere steckt auch noch einer. Wenn ich die ganzen 50er räuberte, sollte ich über das Festival kommen und brauchte nichts abheben. Ich muss es dann nur wieder auffüllen, sonst steh ich das nächste Mal dumm da .

Ich machte mich also gleich in die Halle. Dort spielten schon Whipstriker, und ich moshte ein bisschen.

Eine Message kam vom Tontechniker da oben, dem Chris. Ein Bildchen war drin: ich beim Moshen - von der Bühne aus. Paparazzi überall, ich schoss sofort zurück, wart nur! Ich erwischte den Chris beim Soundcheck und schickte die Message gleich los.

Jetzt begann die "blöde-Bilder"-Challenge!

Da hatte einer mein Bier umgeschüttet und ich guckte bös runter auf die Pfütze.

Was ich auch oft so widerlich finde bei Metal-Konzis: Da steht man so nichts ahnend in der Menge, auf einmal weht's wieder so ne Furz-Wolke her. Je besoffener die sind, desto reger die Darmtätigkeit, und da stehen diese Kerle mitten im Publikum und stellen einen nach dem anderen ab. Dahinter stehend haut's einen dann echt um, manchmal .

Schon nachmittags um 16 Uhr lag oben auf dem Balkon einer quer über dem Tisch. Das ist ja schade, der kriegt ja heut gar nix mehr mit.

Dann kamen Zerre auf die Bühne. Das war doch die Vorband von Tankard, die wir schon neulich in Würzburg gesehen hatten? Na, die waren doch nicht schlecht! Tatsächlich gefielen sie mir auch hier sehr gut. Ich wollte eine CD kaufen. Leider gab's am Merch aber keine CDs von Zerre. Sie boten ihr Album nur als Schallplatte oder Cassette an; na, sooo oldschool bin ich dann auch wieder nicht. Zudem hatte sie lauter Regenbogenaufkleber zu verkaufen, also das störte mich schon gescheit. Gut - wenn die nicht wollen, dann halt nicht. Ich würde mir das Album zuhause auf Amazon streamen und das Geld dann lieber dem Jeff Bezos in den Popo schieben als so einer Regenbogenband.

Karin wunderte sich, dass ich von denen überhaupt was kauf. Ach, ich bin da ziemlich schmerzbefreit. Musikalisch find ich die echt gut, dann kauf ich mir auch die Musik. "Du bist ja richtig tolerant" wunderte sich Karin. Naja, eigentlich nicht, aber ich finde diese Ausgrenzerei im Grunde ziemlich kindisch, das überlasse ich dann lieber den Linken. Ich verzicht doch nicht auf was, was mir gefällt und ich gerne hätte, nur weil die politische Haltung von denen nicht passt? Was hat die schon mit dem Produkt zu tun? Die Texte versteht doch eh keiner, so what?!

Mittlerweile war auch Torsten in der Halle angekommen. Er war ordentlich düdel, aber stand noch, tapfer. Javi lag abgefüllt im Bus. Na toll! Das ganze Konzi verpasst! Na, aber jeder, wie er meint.

Ich hatte mir noch ein paar Stückchen Pizza gekauft, eine Flasche von dem leckeren Chili-Ketchup, das sie da anboten und ein T-Shirt vom Braincrusher zum Erhalt der Halle. Jo: Jahn-Halle ist geil! Das muss man sponsern, find ich. Aber das war's dann mit Geld ausgeben, denn mein Bargeld im Portemonnaie war langsam dünn geworden .

Ich erlebte tatsächlich nach Deströyer auch noch Exhorder. Immerhin hielt ich länger durch als am Freitag. Es ärgert mich immer wieder, dass ich regelmäßig gegen 23 Uhr müde werde, aber so ist einfach mein durch die Arbeitswelt anerzwungener Rhythmus. Wenn ich aber erst mal in Rente bin, wird sich das so einleveln, wie mir das passt!

Nach Exhorder machte ich mich zum Naglfar. Es war kuschelig warm im Auto. Ich guckte noch auf die Stromuhr an der Säule und warf noch einmal 2 € nach, damit es für die Heizung durch die ganze Nacht reichen würde.

Am nächsten Morgen bekam ich im Halbschlaf das Eiskratzen mit, das Torsten an seinem Bus veranstaltete. Die Schiebetür zog es auf und zu und auf und zu. Dann ein holpriger Dieselstarter, der alte Bus mochte nicht recht, aber er drehte schließlich rund. Torsten rangierte aus der Lücke; ich hatte ihn ganz schön dämlich zugeparkt, aber er kam raus.

Ich schlief noch eine Weile, guckte dann mal so um 9 rum aus dem Fenster: die Sonne schien.

Mensch, das sah ja voll schön aus - so aus dem beheizten Auto raus, wie romantisch! Die meisten waren schon gefahren.

Da ich ja wirklich nur einen Katzensprung Weg vor mir hatte, frühstückte ich gar nicht lang rum, sondern räumte zügig auf - das Kabel eingerollt, die Gutalax-Box entsorgt, Müll in die Tonne, Abfahrt!

Glücklich kam ich in Nürnberg an. Was für ein tolles Wochenende das war - ja, was für ne tolle Woche! Sehr geil.