Immer wieder dasselbe! Ich komme aus der U-Bahn hoch, und der Bus ist soeben weggefahren.
Es gibt ja nicht nur den online-VGN-Fahrplan, wo man die Verbindungen inkl. Fußweg auf die Minute berechnet kriegt, sondern ich habe mir die Abfahrtszeiten von dieser U-Bahn und diesem Bus sogar zuhause an die Wand gepappt, aber ich krieg es einfach nicht gebacken . 17 Minuten musste ich auf den nächsten Bus warten. In diesen 17 Minuten kamen 9 Busse, die alle nach "Betriebsfahrt" fuhren
.
Als ich endlich beim Hirsch ankam, standen davor diese Typen aus den Niederlanden, oder wo sie her sind, die sich als Bandmembers ausgeben und einem CDs verkaufen wollen. Sie schmarrten gerade andere Konzertbesucher voll, und ich sah zu, dass ich weiter kam. Sie waren auch schon in Bamberg bei Amon Amarth vor dem Kaufland gestanden und hatten mich angequatscht, um mir CDs zu verkaufen, ich hatte ganz vergessen, das in meinem letzten Bericht zu erwähnen.
Ja und? Was ist dabei? Was hat es denn damit auf sich? - Hier interessante Links zu dieser Masche, lest mal:
- Anfrage bei ChatGPT
- ein Artikel hierzu auf den Nürnberger Nachrichten, allerdings schon vom letzten Jahr
Am Eingang stand vor mir ein Zimmermann auf der Walz mit seinem verschnürten Bündel über der Schulter (ihre ganzen Habseligkeiten haben die da drin) und ein verzweifelter Taschenkontrolleur . Er soll den Krempel bitte an der Garderobe abgeben, meinte der schließlich resignierend.
Ich ging erst mal in die Lobby und guckte mich um. Alle Leute drängten sich vor dem Merch und an der Bar. Es war doch ganz schön voll. Ursprünglich hätte das Konzi im Löwensaal stattfinden sollen, aber weil sie wohl im Vorverkauf nicht genügend Tickets verkauften, verlegten sie es in den (etwas kleineren) Hirsch, und der platzte jetzt aus allen Nähten.
Weiter ging ich in den Saal, holte mir dort ein Bier und guckte mal rum, wer alles da war. Altersmäßig war das Publikum absolut durchgemischt. Da waren die Boomer, also die alten Napalm-Death-Fans von Jugend auf, allerlei Leute mittleren Alters und auch viele Jugendliche. Alle waren sie Metaler oder Punks, und man sah da erst mal, wie schwer sich im Lauf der Zeit auch innerhalb einer Szene der Style verändert hat. Ein jugendliches Pärchen lief herum, leider habe ich sie nicht fotografiert: Beide mit wasserstoffblondierten Haaren, bei ihr wuchs der Ansatz schon 10 cm lang dunkel nach, aber es sah so aus als sei das gewollt. Sie hatte sich mit Scheiteln zwei Zöpfe abgesteckt, aber untendrunter fielen die Haare einfach weiter so in den Nacken. Beide hatten sie irgendwie den vollen hello-Kitty-Look, also größtenteils Rosa, Mintgrün und Bonbonfarben. Er hatte einen rosa Plüsch-Bademantel mit Sternchen an, sie irgendein rosa Top, aber schwarz-weiß gestreifte 80er-Jeans und dazu New-Rock-Halbschuhe in beige. Natürlich waren sie auch grell geschminkt und erinnerten mich irgendwie an Nina Hagen in ihren besten Zeiten, nur in pastell.
Der Opener waren Goatburner, und der Saal füllte sich nun langsam. Wenn jetzt alle da waren, würde es draußen leerer sein und ich lief mal raus und gab meine Jacke an der Garderobe ab. Da musste ich gar nicht mehr anstehen .
Dann ging ich wieder rein und guckte weiter: Goatburner waren ein Drummer und ein Gitarrist, aber der ganze Sound war sehr, sehr basslastig. Es ist natürlich wieder die Frage, ob hier nur die Gitarre sehr tief gestimmt war oder der Bass eingespielt wurde und wieviel von dem ganzen Sound überhaupt wirklich live war?
Im Hirsch haben sie renoviert. Unter anderem haben sie nun auch neue Türen. Die Flügeltür zwischen Saal und Bar haben sie entfernt und stattdessen jetzt nur noch so einen schweren Vorhang hängen. Es sind zwar durchsichtige Folien oben dran, aber ich konnte nie genau sehen, ob nicht von der anderen Seite grad jemand kam und fummelte mich da jedes Mal unbeholfen durch.
Als Goatburner fertig waren, strömten die Leute wieder alle in die Lobby - und ich in den Saal . Ich suchte mir rechts der Technik einen Platz am Gatter und wartete auf die nächste Band. Die hießen Brat.
Zuerst hievte sich der Drummer an seinen Platz. Er war so massig, dass er das nur mit Mühe schaffte - ein Fleischberg! Der wog alleine wohl so viel, wie die anderen drei Bandmembers zusammen. Ich hatte diese Band schon mal wo gesehen, fiel mir bei seinem Anblick ein, weil diese Gestalt war echt markant.
Die Sängerin war dagegen eine richtig hübsche Maus mit langen, blonden Haaren. Die legte auch gleich los mit so einem Elan, gefiel mir total gut. Sie zog Grimassen, schwang die Beine in die Luft, fuchtelte mit den Armen rum, also das war richtig toll.
Der Sound ... ja, ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll: Das tät ich mir niemals anhören ! Niemals tät ich mir von denen eine CD kaufen, und niemals tät ich so eine CD im Auto einlegen oder auf nem Walk in den Kopfhörer. Aber ... der Gig war super!!! Ich fand das so geil! In Verbindung mit der skurrilen Show, diesen markanten Menschen da droben auf der Bühne, dem Tanz der Sängerin ...also das war einfach so end-geil! Fasziniert stand ich an dem Gatter, lausche und guckte, und ab und zu moshte ich sogar mit.
Brat gefielen mir total gut.
Aber niemals tät ich mir das anhören !
Hört (und guckt!) mal rein: Spit on his grave
Bei Master stand ich dann fast ganz vorne. Die rissen mich nun aber nicht so weg und so wühlte ich mich nach der Hälfte des Gigs wieder raus nach hinten und ging zurück in die Lobby.
Ich hatte ein Napalm-Death-Shirt an. Es ist das zweitälteste Band-Shirt in meinem Besitz, bestimmt schon 40 Jahre alt. Leider ist es ein ganz knappes, bauchfreies Träger-Shirt, drum hab ich's schon lange nicht mehr angezogen , aber ich stülpte es halt einfach über ein normales, schwarzes Shirt drüber, damit man die Wampe und die Runzelhaut drunter nicht so sah. Es wäre wohl an der Zeit, sich mal ein neues zu kaufen, ne Nummer größer
. Vor dem Merch von Napalm Death überlegte ich hin und her: Das Shirt mit dem besten Motiv war leider nur als Longsleeve zu haben. Dann war da noch dieses ultrasüße, niedliche Katzen-Shirt, aber leider war es ... bonbon-mintgrün. Aber es war echt sooo putzig, echt "awww"! Da schlug ich zu. Eine Premiere: Es ist mein erstes nichtschwarzes Band-Shirt
.
Jetzt kauf ich mir noch eine hello-Kitty-Figur und beige New-Rock-Stiefel, und dann geh ich als Kiddie-Punk .
Das ist natürlich jetzt auch keine Musik, bei der man andächtig lauscht oder die man sich beim Chillen reinzieht. Es ist einfach bloß Krach und Geschrei, G'werch. Man kann es sich eigentlich kaum anhören, aber ich find's so lustig. Gleich machte ich ein Live-Video auf Facebook und lachte mir innerlich einen ab, wenn ich an die Kommis der Spießer unter meinen Freunden denke: "Also, was du dir da immer für einen Krach anhörst?!"
Im Publikum gings natürlich ab und es wurde gepogt und geCirclepittet. Die Stimmung war richtig gut. Hier hab ich noch ein Video auf Youtube gesetzt und extra am Anfang auf "Sound langsam einblenden" geschaltet, damit keiner erschrickt .
Also mir hat das Konzert einfach super gefallen, das war sein Geld wert.























