Sonntag, 7. Juni 2026

Mittelaltermarkt Harburg (Schwaben)

Von dem schönen langen Wochenende war ich bisher ja doch recht enttäuscht. Das mit Daheimbleiben iss einfach nix. Also rauschte ich ganz schnell zum Naglfar und segelte wenigstens am Samstag dann noch in die Pampa. Auf Burg Harburg gab es ein Mittelalterfest. Das war nur rund 100 km weg. Zudem hatte sich das Wetter wieder etwas derrappelt, weil bisher war's ja nur regnerisch. Am Samstag schien immerhin halbwegs die Sonne.

Die Straße führte direkt durch die Harburger Altstadt. Da standen schon überall Schildchen "no Trucks", aber ich bin ja kein Truck, nur ein kleines Naglfar . Ähnliches hatte sich wohl auch so ein Amazon-Lieferant gedacht und so standen wir uns plötzlich in einer engen Gasse mit unseren 3,5-Tonnern gegenüber, huch. Ich konnte dann aber noch ausweichen, indem ich halb in einen Hof reinfuhr und der Amazon-Fahrer quetschte sich an der Seite durch.

Am Marktplatz war ein Weg für Busse ausgewiesen, aber ich bin ja kein Bus ... Ich dachte, ich komm auch auf dem PKW-Weg weiter, aber der erwies sich dann nach ein paar Metern im Weiteren doch derartig eng, ich wendete lieber in einer Einfahrt und nahm unten dann doch den Weg für die Busse. Wie da ein Bus durchkommen soll, ist mir auch ein Rätsel. Na, diese Truck-Fahrer bewundere ich ja eh, wie die ihre Riesenkübel durch engste Straßen schieben. Endlich war ich oben an der Burg und hatte Glück: Da musste grad eben erst einer raus gefahren sein, allemal fand ich gleich einen Parkplatz. Da stand ich nun und stylte mich erst mal.

Dann lief ich hoch zur Burg und kam auf das Mittelalterfest. Was für ein schöner Markt! Total viele Gewandete liefen rum, der Markt war groß, es gab echt viele Buden, ein ziemlich großes Lager, wo auch noch einiges verkauft wurde und wo sogar ein Tattoo-Zelt war. Leider hatten sie für heute keine Termine mehr frei, sonst hätt ich mir doch glatt so einen keltischen Wolf tätowieren lassen.

Der Fabio will jetzt wohl seriös werden und hat vom Gaukler umgelabelt auf Musiker. Die Mittelaltermusik ist aber immer net so meins.

Um meine "futuristischen" Konzertbändchen und besonders meine Smartwatch zu verstecken, hab ich mir ja mal so schöne Stulpen gestickt. Das ist zwar nun auch nicht "A", sieht aber doch recht stylisch aus, find ich .

Oben an der Burg war eine Aussichtsplattform. Man konnte über ganz Harburg gucken. Im Burghof parkte der Drache. Der lief dann bestimmt abends rum und spie Rauch.

An einer Taverne entdeckte ich zwei so Schiffchen. Es war ein Spiel! Das sah interessant aus und ich ließ es mir erklären: ein Würfelspiel. Wer eine 1 gewürfelt hat, darf ein Stöckchen rausziehen. Der Letzte, der ein Stöckchen ziehen kann und somit einen Becher befreit (beim 1. Becher an der Spitze nur 3 Stöckchen, bei den anderen 4), darf den Becher austrinken und bestimmen, welche Zahl zukünftig gewürfelt werden muss, um ein Stöckchen zu ziehen.
Man könnte das Spiel ausbauen und statt der Stöckchen kleine Spieße nehmen, wo Wurst und Käse draufgespießt ist, das man dann essen darf. Ja, das Spiel könnte mir gefallen .

Der Charly hatte heute Geburtstag! Jemand hatte mir verraten, wie alt er geworden war, noch bevor ich den Charly traf. In Facebook steht: 65. Das stimmt aber nicht , wobei ich find, hey, in dem Alter ist es doch wirklich auch schon wurscht. Aber wenn der Charly Wert darauf legt, heute 65 geworden zu sein, dann herzlichen Glückwunsch! Ein Weißwurstfrühstück hat er veranstaltet, aber da war ich natürlich noch nicht da. Diese blöden Weißwurstfrühstücke: nie wache ich rechtzeitig auf! Aber wartet nur, wenn ich in Rente bin, nimmer früh aufstehen muss und drum auch abends länger durchhalt, dann mach ich einfach mal die Nacht durch und stehe um 9 früh zum Mampfen auf der Matte .

Freunde und Bekannte hab ich getroffen. Die Piraten liefen mit der Ananas rum, ohne zu wissen, dass das eine Bedeutung hat . Ja, ich weiß das ja auch erst seit Kurzem .

Der Bundeskanzler war auch am Start.

Die entsprechende Räumlichkeit war gleich vor Ort.

Dann gabs da noch "leck Eier". Allerdings sind die Teile aus Seife, also recht gut schmecken würden sie nicht . Naja, eindeutige Mehrzweckeier .

Beim Kerzenzieher ließ ich mir erklären: Da gibt es jetzt einfach Silikonformen. Die ausgegossene Form - dort mit Wachs, hier mit Seife - kann man dann vom ausgehärteten Stück einfach runterstülpen und so jede Menge schwierige Figuren basteln, für die man früher mindestens 2 Formen gebraucht hat, was dann auch immer so eine Naht am Stück ergeben hat. Also sind die Eier ohne Sacknaht .

Parallel zur Budenstraße stand das Lager. Es war wirklich so groß, dass ich gar nicht ganz durch kam.

Ach, da gabs wieder so viel zu gucken und Inspirationen zu sammeln für neue Basteleien. Wartet, wenn ich denn mal Zeit hab....

Die Landsknechte versammelten sich nun zum Trommelmarsch. Mei, die waren alle echt so toll gewandet, was für ein schönes Fest!

Der Mäusemann war vor Ort mit dem Mäuse-Roulette. Das ist zwar eigentlich für Kinder, aber ich hab natürlich wieder 2 € auf irgendein Häuschen gesetzt, in das die Maus dann natürlich nicht lief. Den trostpreisgewonnenen "Edelstein" steckte ich in meinen Geldbeutel zu dem anderen "Edelstein", den ich das letzte Mal trostpreisgewonnen hab .

Da schaut nur wieder hin: parken verboten! ...aber nein, schon müssen ein paar Orientalen wieder ihr Fahr... äh Flugzeug hinstellen.

Als die Sonne unter gegangen war, gab es eine Feuershow. Wirklich hübsche Mädels schwenkten ihre Fackeln und Feuerkübel. Die eine verlor immer eins , hobs dann wieder verstohlen auf und jonglierte weiter.

Die Feuershow war recht nett, aber leider fing es dann wieder an zu regnen. Als der Regen stärker wurde, versuchte ich, mich unter einem Budendach zu verkrümeln, aber das da war schon voll, das auch, und hier passte auch keiner mehr drunter ... aber da! Ich schlüpfte unter das Dach und fand mich an der Würzwein-Bude. Da bestellte ich einen Becher und quatschte mit den anderen Gestrandeten. Ich habe ja den Verdacht, der Würzwein war einfach nur kalter Glühwein, aber ist ja auch egal.

Auf dem Weg von der Würzweinbude nach Hause zum Parkplatz kam ich an diesem Ofen vorbei. Was drauf gekocht wurde, weiß ich nun gar nicht: Handbrot? Flammkuchen? Allemal grinsten mich aus dem Feuer lauter Skulls an! Mei, hab ich jetzt einen Dachschaden oder nur zu viel gesoffen? Zum Glück hab ichs fotografiert und konnte nun feststellen: weder noch, sondern da lagen wirklich kleine Skulls im Feuer! Mei, was sich die Mittelalterleute alles einfallen lassen!

Das Naglfar stand auf dem Parkplatz völlig schief. Ich war zu faul gewesen, es für die eine Nacht auch noch auf die Klötze zu fahren. Ich schlief aber trotzdem ganz selig, ohne aus dem Bett gekugelt zu sein .

Ich merke mir, dass es ein sehr, sehr schöner Markt war und ich da nächstes Jahr wieder hinfahren will. Zudem ist das Donauries außenrum auch eine sehr schöne Landschaft, es gibt an der B2 viele kleine Parkplätze, auch WoMo-Stellplätze, Wanderwege, Wälder, Museen und Naturkundesachen und es ist ideal, nächstes Jahr (wenn ich in Rente bin) mal eine richtig gute Tour hier zu fahren.

Samstag, 6. Juni 2026

Heimspiel

Als ich vorletzte Woche auf meiner Tour bis Leipzig war, kümmerte sich meine Schwester um die Katzen auf der Ranch. Sie fuhr jeden zweiten Tag hin, dabei muss sie durch die ganze Stadt im bösesten Geschäftsverkehr, und füllte auf der Ranch die Näpfe auf mit frischem Fleisch und Leckerlis. Drum hab ich sie zum Essen eingeladen. Nun ist meine Schwester ja auch so businessmäßig unterwegs, dass ich den ersten Termin (am Donnerstag, den 4. Juni), den sie vorschlug, gleich bei ihr "buchte", obwohl ich eigentlich nun vier Tage im Stück frei gehabt hätte, am Mittwochnachmittag losfahren hätte können und eine fette Wochenendtour hätte machen können. Aber gut, dann bleib ich halt in Nürnberg.

Am Donnerstag traf ich mich also mit meiner Schwester in einer Pizzeria irgendwo außerhalb im Süden von Nürnberg.

Ich kam auf der Fahrt direkt an Rock im Park vorbei. Das sieht ja dieses Jahr richtig nach Schlammparty aus . Das Wetter war nix, immer wieder regnete es und es war auch richtig kühl geworden. Die Münchner Straße entlang darf man wegen RiP jetzt nur noch 30 fahren und es wird auch streng geblitzt. Da muss man derartig auf den Tacho glotzen und ständig an den Straßenrand auf die Blitzer, dass man gar nicht mehr auf die Leute und Passanten achten kann, am End' wird noch einer überfahren, echt gefährlich . Das RiP-Camp zog sich ganz schön hin, fast bis Anfang Langwasser . Die müssen aber ganz schön laufen, die Ärmsten!

Dann war ich endlich durch und hockte in der Pizzeria. Zahnwehbedingt wollte ich keine Pizza essen, war mir zu heikel. Ein Brösel an der falschen Stelle und der Zahn jault wieder los, nein. Also bestellte ich Spaghetti frutti de mare, die sind weich. Sie schmeckten so richtig italienisch, waren aber echt zu wenig, da bin ich nicht satt geworden. Natürlich war's dafür schweineteuer. Wenn man denkt: Die Preise pro Gericht ziehen extrem Richtung 20 €, manche sind sogar schon drüber - das sind 40 Mark ! Es gab mal früher eine Zeit, da bin ich jeden zweiten Tag essen gegangen. Das kann sich ja keiner mehr leisten !

Es war noch nicht mal 21 Uhr, da waren die meisten Leute schon gegangen. Die Kellner räumten schon die Tische auf. Außer uns beiden saßen hinten rechts nur noch 4 Gäste. Da zahlten wir und gingen. Also schade, was für ne blöde Restaurant-Kultur: Nach dem Essen will ich doch noch sitzen bleiben, quatschen, noch was trinken. Tja, das ist anscheinend heut anders geworden .

Für den Freitag war auch relativ mieses Wetter gemeldet. Ich wollte abends aufs Bierfest gehen, um endlich mal auch wieder zuhause ein paar Leute zu treffen. Mittags hockte ich dann zuhause beim Frühstück und flickte an meinem Fellkragen rum.

Auf dem Mittelaltermarkt Guteneck hatte ich einen Fellstand gesehen, dort verkauften sie Fellreste für 2 € das Stück. Dabei handelte es sich um diese runden Stücke, die sie für die Fellkrägen am Hals ausschneiden. So einen Fellkragen hab ich, und die Fellreste passten da farblich genau dazu, waren von derselben Sorte. Drum kaufte ich zwei Stück und nähte die nun endlich mal an meinen Fellkragen.

Ich stellte fest, dass die "Fellreste" fast größer waren als der Kragen. Erst als ich die beiden Stücke nun seitlich dran genäht hatte, reicht der Kragen richtig über die Schultern. Überall sparen sie, mei, da machen sie nun die Felle auch schon so knapp, dass es echt bloß noch schmale Krägen sind. Aber jetzt taugt mir das Teil .

Nachmittags fuhr ich dann schnell einkaufen, frisches Hühnerzeug für die Miezen besorgen, und ab auf die Ranch. Die Katzen hatten dort randaliert, hä?

Nachdem ich in den Videos gesehen hatte, dass die Kätzchen nun echt von Tag zu Tag fitter werden und schon rumkrabbeln wie die Wiesel, war es nur eine Frage der Zeit, wann eins zum Fenster raus fliegt. Drum hatte ich unterhalb des Fensters mal einen Haufen Stroh hingeschlichtet, um den Fall zu dämpfen. Da lagen nun im Stroh die leergefressenen Schälchen vom Katzenfutter, das ich rauf gestellt hatte, sowie das Solarpanel von der Wildcam, das hat dem werten Miezenvolk wohl auch nicht gefallen, hä. Im Fenster saß das getigerte Kätzchen und guckte ganz erschrocken runter.

Erst als ich die Teile vom Stroh aufräumte, sah ich links im Gebüsch etwas Weißes: Das weiße Kätzchen war runtergefallen und kauerte verängstigt an der Wand ! Das Lieschen hatte es offensichtlich nicht mitgekriegt, denn sie saß an der Futterstelle und mampfte fleißig. Ich schlich mich von hinten an das Kätzchen und hob es auf, ach je, eine Hand voll Katz', wie fluffig! Es strampelte entsetzt, aber ich nahms an mich und kletterte die Leiter hoch. Oben im Fenster setzte ich es ab. Da rannte es so schnell es konnte hinter ins Nest. Also gebrochen hatte es sich wohl nix, anscheinend war ihm beim Sturz nicht viel passiert.

Wieder zuhause zog ich gleich wieder los, nahm mir ein Voi und rollerte hinauf auf die Burg. Ich hatte gehofft, damit billiger wegzukommen als mit der Straßenbahn, aber die kurze Fahrt mit dem Voi kostete auch schon 4,10 €. Das lohnt sich echt nicht .
Erstaunlich viele Leute waren hierher gerollert, der ganze Platz stand voller Roller.

Also lief ich gleich mal zum Nikl-Stand und versorgte mich mit Bier. Weil man die Gläser ja immer nur wieder an dem Stand abgeben konnte, wo man sie geholt hatte, hatte ich mir meinen eigenen Becher mitgebracht und füllte sofort immer um.

So, und da meinte ich jetzt, ich würde vielleicht ein paar Bekannte treffen. Was heißt "ein paar"? Eigentlich rechnete ich damit, ordentlich viele Leute dort endlich mal wieder zu sehen. Durch meine andauernden Touren verliere ich ja hier alle sozialen Kontakte, und die wollte ich mal wieder etwas pflegen. Da hatte ich nun aber Pech . Das fing schon beim Ralf an, der jetzt doch keinen Bock hatte auf das Bierfest. Auch der Thomas war nicht da, obwohl er doch überall ist, wo es was zu saufen gibt. Nicht mal die Schellers waren da.

Ich lief dreimal durch den ganzen Burggraben und guckte, aber da war echt keiner, den ich kannte. Nur die Jitka sah ich von weitem, aber auf die hatte ich keinen Bock. Ach, und die Alexis lief mir über den Weg. Aber sonst...?

Ich stellte fest, dass ich nun ordentlich das Durchschnittsalter überschritten hatte. My generation war nur noch sehr spärlich vertreten. Wir sind jetzt die Alten. Es gibt schon noch Ältere, die krebsen dann mit einem Gehwagen durch die Gegend. Aber anscheinend ist das hier nix mehr für die Boomer. Echt, da findet man ja auf Metal-Festivals noch mehr davon!

Hübscher Kerl, dieser Gitarrist mit der Mütze! Hat noch stramme Hax'n, lange Haare, steht gut da, tät mir gefallen. Aber was wollte ich dann damit? Mei, Männer sind wie kleine Hündchen: Manche sind für den Moment niedlich, süß, kuschelig *knuddel knuddel*, aber sowas hat man ja dann den ganzen Tag und zwar jeden Tag? Was soll man dann damit? Nee, kann ich nicht brauchen.

Ich lief also ganz allein auf dem Bierfest hin und her. Dabei stellte ich fest, dass es noch was Schlimmeres gibt als sich alleine zu langweilen: Pärchen, die zu zweit allein an der Bierbank saßen. Das muss ja total schlimm sein! Da saßen sie zu zweit einsam am Tisch, nuckelten an ihrem Bier, zogen Gesichter, erzählten sich nix, guckten doof. Das ist die 5,50 € fürs Bier nicht wert!

Ich ging wieder, ich langweilte mich. Der Tag war noch jung, es war noch nicht mal richtig dunkel, da lief ich noch ins Sugar. Das Bier dort kostet immer noch nur 3,70 € - ganz großes Lob !

Ich dachte, es sei ja Bierfest. Zudem ist RiP. Außerdem war es Freitag, für viele auch noch ein Brückentag. Ich erwartete, dass das ganze Sugar gestopft voll sein würde, dass es eine RiP-Party gäb oder dass die Leute vom Bierfest nachher alle im Sugar aufploppen ... aber: welche "Leute vom Bierfest"?

Allemal: Es war kaum was los im Sugar. Die Tische außen waren nur zu zwei Drittel besetzt, drinnen war fast gar nix. Die Musik war gut, drum blieb ich ein Weilchen. Es waren zwar drei oder vier Leute da, die ich kannte, aber es war nix Lustiges, sie unterhielten sich nicht, hockten bloß dort und zogen gestresste Gesichter. Es tanzten keine krassen Leute rein, keine sexy Hexis, keine Lack- und Ledermäuse, keine Rocker, keine krassen Metaler, niemand moshte, als der DJ Slayer auflegte... also ich weiß fei net .

Nee - irgendwie - das iss nix, und so u-bahnte ich gegen elf Uhr heim.