Ich hab's noch gesehen, wie er flog! Er wollte sein Zelt zusammenpacken, stieg über die Teile, blieb an einer Schnur hängen und segelte direkt in den Pavillon nebenan . Er stand gleich wieder auf, aber… oops, so easy lief es sich nicht mehr, und er hüpfte nur noch unbeholfen herum. Sah nach OSG-Distorsion aus, vielleicht mit Teilruptur... oh je, morgen musste ich arbeiten und les das wieder andauernd, Weber-B-Fraktur, Lisfranc Gelenk im Eimer, usw. Da kamen die Sankas daher und verarzteten den Pechvogel.
Im Grund hatte er ja noch Glück, denn ein Stück weiter machte auch einer den Vogel. Was passiert war, weiß ich nicht, allemal stand ein Blaulicht dort, dann landete ein Hubschrauber und flog ein Weilchen später gleich wieder hoch, Richtung Leipzig. Das sah weniger witzig aus .
Die Ersten werden die Letzten sein: Harry war als erster gekommen und stand jetzt noch dort. Fast alle anderen waren schon gefahren. Die Dixi-Häuschen hatten sie schon ganz schnell abgebaut. Ich sollte los, bevor ich jetzt noch eins bräuchte.
Da räumte ich auf, gab meinen Müll ab, startete den Motor und dieselte langsam über die Wiese bis vor auf die Straße, ach, ich war traurig . Ich zockelte bis Leipzig über die Landstraße, dort fuhr ich auf Tanken. Das Diesel ist jetzt wieder viel teurer, irgendwas bei 2,12 € und ich schüttete mal schnell 160 € in den Tank
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Weiter gings auf die Autobahn.
Alsbald ein Stau in einer Baustelle! Hui hui, am Anfang des Staus stand eine (osteuropäische) Rostlaube von Transporter mit einem noch viel schrottigeren Anhänger dran, dem war ein Rad gebrochen. Der Reifen war abgefahren, nur noch die Felge hing schief dran. Die Bullerei hatte die Unfallstelle schon gesichert, denn es gab keinen Standstreifen und das Pannenfahrzeug stand mitten auf der rechten Spur. Eh, Sachen sieht man da, wenn man öfter auf der Autobahn unterwegs ist, ts.
Vor allem sah ich auch relativ viele, tot gefahrene Tiere, unter anderem sogar einen fetten Dachs, der verkrümmt an der Mittelleitplanke hing. Ein Dachs!?
Ich kam rein nach Gera und parkte an der Hofwiese. Gegenüber war das Kutscherhaus, ein etwas besseres Lokal, und dort würden wir morgen unser Geschäftsessen abhalten ...und ich stinke wie so ein platter Iltis von der Autobahn, was mach ich bloß?! Am Sonntag, den 28.06.26 hatte ich mich zum letzten Mal zuhause gebadet - exakt 14 Tage her. Ja gut, man hätt auf den Festivals auch duschen können, aber dazu hab ich doch gar keine Zeit, da verpass ich ja noch eine Band, zudem muss ich doch meine Bilder vom Vortag sortieren, täglich Blog schreiben (sonst vergess ich doch wieder alles) und essen und Wasser kochen für abends zum Zähneputzen, also da passte nicht noch Duschen dazwischen, das ging einfach nicht, viel zu stressig.
Ich packte die Badeklamotten ein, die ich zuhause gekauft hatte und radelte los. Notfalls würde ich in die Elster hupfen! Aber auf dem Weg dort hin fand ich das "Hofwiesen-Bad". Ich ging gleich rein und sagte an der Kasse: "Ich will duschen." Die Kassiererin sah mich ganz entgeistert an: "Ja, wie? Duschen? Das hier ist ein Schwimmbad." "Hier wird es doch auch Duschen geben, ich muss wirklich dringend duschen!" Also löste ich ein Ticket und begab mich in die Umkleide und irgendwie dann hinter zu den Duschen. Eine Seife hatte ich nicht dabei, nur ein Shampoo, also shampoonierte ich mich halt von Kopf bis Fuß ein.
Boah, was für ein tolles Feeling, frisch geduscht !
Jetzt machte ich mir noch einen netten Abend, radelte da hinter am Hotel Mercure vorbei, wo morgen nachmittags die Kolleginnen eincheckten, und fand dort einen Griechen.
Es gab Souvlaki mit Pommes. Bei der Rückfahrt am Fahrrad haben sie ein bisschen gelitten, waren aber trotzdem lecker, und so saß ich auf meinem Campingstuhl im Schatten des Naglfars und mampfte.
Von einem Metaler auf Facebook hatte ich gehört, in Gera gäb's eine Metal-Kneipe namens Black Bone. Da radelte ich los, die Kneipe zu suchen und fragte ein paar metalig aussehende Jugendliche nach ihr, die da im Park herumlungerten. Aber die Kneipe war schon wieder dicht seit einiger Zeit. Oooh.
Ampelmännchen sind out, stadttypische Zeichen sind in! Da flatterte in Gera an der Hauptkreuzung bei Grün ein Vögelchen. Die Kollegin klärte mich dann später auf: Das ist der "goldene Spatz", Wahrzeichen des Geraer Kinderfilmfestivals.
Als ich mich abends dann so gegen elf ablegen wollte, musste ich feststellen, dass sich auf dem Hofwiesenparkplatz die Geraer Tuning-Szene traf. Mit quietschenden Reifen fuhren diverse "Jugendliche" vor, trafen sich hier und markierten die dicken Maxen. Jungs, ich will jetzt eigentlich schlafen! Tja, schwierige Sache: Wenn man was sagt, wird's nur noch schlimmer, also versuchte ich missmutig, die Idioten zu "tolerieren" . Schließlich stiegen sie aus ihren Autos aus und fingen mitten in der Nacht an, hier Fußball zu spielen. Wie - verdammt - konnte ich eigentlich einschlafen? Doch nur, weil ich das Gesockse von mir zuhause gewohnt war, da ist die Straße nämlich mittlerweile auch immer mehr "bereichert"
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Am Morgen gegen 5 fuhr dann die erste Straßenbahn. Die Haltestelle war 10 Meter hinter dem Parkplatz . Jetzt fühlte ich mich aber schon langsam gemobbt
.
Immerhin war ich dann wach und radelte gegen acht in die Arbeit. Nach Feierabend spazierte ich ein wenig in der City rum, vielleicht was shoppen, fand aber nix. 5 min vor 17:15 stand ich dann dort am Bahnhof Gera, weil ich wollte filmen, wie der Zug einfährt mit meinen beiden Kolleginnen aus Nürnberg (ja, und ich glaub, langsam hatte ich Heimweh ). Nein, ich bin ja nicht blöd und erwartete, dass der Zug pünktlich käme. Nein nein. Aber um halb war er immer noch nicht da. Um dreiviertel ging ich dann
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1 Stunde später kamen dann endlich die beiden Kolleginnen ins Lokal gehetzt, waren noch nicht mal im Hotel, zogen noch ihre Koffer mit; der Zug stand schon alleine 20 min in Erfurt nur rum und hielt dann immer wieder auf der Strecke wegen "zu hohen Verkehrsaufkommens". Also praktisch ... ein Stau . Wie? Ein Zug-Stau?
Nun gabs endlich was zu Futtern. Da gabs auch was Ulkiges zu trinken: Gurken-Limo! Das schmeckte nicht einmal schlecht . Da tratschten wir und chillten. Gegen zehn machten wir dann Schluss, weil morgen mussten wir ja wieder früh raus.
Ich radelte zum Naglfar. Die Luft stand. Ich hatte alle Luken geöffnet, aber nichts zog durch. Es wehte kein Windchen und es war unheimlich schwül. Ich war schon eingeschlafen, da ging's los! Zuerst tickte es in längeren Abständen mal hier, mal da auf das Dach, und ich stand auf und schloss schnell sämtliche Fenster. Da begann es schon zu blitzen, zu donnern und alsbald in Strömen zu schütten. Der Regen prasselte derart gegen das Dach, so laut, dass ich mir die Decke über die Ohren zog, denn der Lärm tat schon bald weh. Hellwach lag ich im Bett und dachte mal wieder nach über Carbonkarosserien und den hohen Baum hinter dem Naglfar, aber das Gewitter kam nicht direkt hierher, zog ein Stück an Gera vorbei.
Am Morgen stand ich auf, radelte vor in die Arbeit, frühstückte mit den Kolleginnen, anschließend war Besprechung bis 11 und danach liefen wir zusammen in die Orangerie, die Kunstausstellung von Otto Dix anschauen.
Das war ganz interessant, doch, aber ich mag keinen Expressionismus, ich stehe auf klassische Malerei und Realismus. Aber das Bild da fand ich toll! Ich hatte mal ein Buch vom WK I gelesen, es hieß "Aufbruch der Nation". Darin wurde genau diese Szene beschrieben: Der Protagonist betrat das Schlachtfeld und stand an dem Krater einer Bombe, die ein Geschütz getroffen hatte. Oben hing noch eine Leiche im Gestänge, nebenan hatte es einem Soldaten das halbe Gesicht weggerissen und - so schrieb der Autor - es war überall Blut, ein Meer aus Blut, ein knietiefer Schlamm aus Dreck und Blut - genau wie das Bild da! Der Maler musste das Buch gelesen haben!
"Mir ist jetzt schlecht" sagte die Kollegin. Als wenn's bei der "unfallmedizinischen Tagung" schönere Bilder gegeben hätte, hä? Und das waren Fotos, also bitte!
Mir war's nicht schlecht und so futterte ich anschließend so ein Würzfleisch, eine thüringische Spezialität. Gegen 14 Uhr wurde die Party dann aufgelöst, die Geraer Kolleginnen gingen zurück in die Arbeit, die Nürnberger zum Zug - und ich ins Naglfar. Heute ging es nun heim, nach 2 Wochen.
Einerseits wollte ich nicht heim, eigentlich wollte ich nie mehr heim... aber da war dieses blöde Gefühl, dass zuhause ganz schön die Kacke am Dämpfen war und ich mich um so manches nun langsam dringend kümmern sollte.
Ich fuhr auf die A9, die ziemlich stark befahren war. Am Bindlacher Berg war eine Baustelle und da stand ich dann . Die PKW fuhren alle links vorbei, aber ich bin ja zu fett, auf die linke Spur darf ich nicht (max. 2,2 m, ich bin breiter), und so stand ich im Stau, der kleine WoMo-Floh unter lauter dicken Brummis.
Erst um 17 Uhr kam ich nach Nürnberg rein. Das Röhrle stand noch am Platz, diesmal ohne Strafzettel. Ich lud alles um und fuhr mit dem Röhrle weiter, erst mal zum einkaufen. Schon beim Marktkauf beobachtete ich einen Tornado über den Feldern, leider hatte ich mein Handy nicht rechtzeitig klar, aber das sah echt gefährlich aus . Die ganze Gegend war wie bei einem Sandsturm ganz neblig vor Staub. Hier kam ein ganz fettes Unwetter! (Wie ich dann später las, war das Zentrum des Unwetters in Boxdorf, nicht weit weg, wo es Bäume ausgehebelt hatte, Unterführungen und Keller vollgeschwemmt waren und ziemliche Schäden entstanden waren.)
Ich fuhr auf die Ranch, fütterte ganz schnell die Katzen, die sich in die Gartenhütte geflüchtet hatten und fuhr dann gleich wieder ab, weil ich echt Angst hatte: Die großen Bäume bogen sich schwer, jeden Moment konnte einer umfallen, das war echt gefährlich, also nix wie weg. In der Stadt war's dann wieder besser.
Endlich kam ich heim: Erst mal das ganze Gepäck aus dem Auto schleppen, Briefkasten auf, ein paar Mist-Briefe drin *ärger*, oben Mails grob durchgeschaut, hat schon vor 10 Tagen der StB geschrieben, er braucht dringend noch diese und jene Bescheinigungen, Bescheinigungen rausgesucht, schnell zurückgemailt, Mails mit Terminen geprüft, Banking angeguckt (boah, hab ich ein Haufen Kohle verjubelt!). Das Gröbste und Wichtigste hab ich dann noch gemacht, drüber ist es 23:30 Uhr geworden. Jetzt war ich nur 2 Wochen weg und muss 4 Wochen lang aufräumen und nacharbeiten, was alles liegen geblieben ist.
















