Nur drei Tage später - ich war zuhause noch gar nicht richtig angekommen - gings schon wieder weiter auf die erste große Tour dieses Jahr mit dem ersten Open Air. Schon sonntagabends checkte ich den Wetterbericht: Regen, Regen, Regen - in Nürnberg. Aber vielleicht ist es ja im Kyffhäuserland besser? Doch nein, Bornstedt: Regen, Regen, Regen .
Nur zwei Tage hatte ich Zeit, um alles vorzubereiten: Klamotten und Stiefel hatte ich schon im Naglfar gelassen, also musste ich "nur noch" den Rest packen, der zwei Waschkörbe voller Krempel füllte. Motörhead-Winterjacke und lieber auch noch die Alina-Winterjacke (die ich der Alina abgekauft hab, drum heißt die so), falls die Motörhead-Jacke vom Regen nass wird, dann noch Gummistiefel und dicke Socken und das ganze Gothic-Zeug, weil nach Leipzig aufs WGT fahr ich ja auch noch. In der Nacht sollte es nur noch 2 Grad werden und meine Heizung lefft ja wieder nimmer. Meine Blümchen übergab ich drum dem Ralf, die Keimlinge sollten ja nicht kälter als 12 Grad werden. So. Dann hatte ich am Montag noch einen Termin bei Mina&Nina zum Wimpernklimpern und Nagelmodellage, danach noch ins Solarium, am Dienstag wollte ich mich noch schnell vor der Reise baden, musste noch auf der Ranch die Wiese mähen, sonst komm ich nicht mehr durch, ja, und die Katzen versorgen, noch alle Gießkannen füllen und an den jeweiligen Gemüsebeeten aufstellen, damit meine Schwester (Katzensitterin) möglichst wenig Aufwand hat und nächste Woche das Wasser nur noch reinkippen muss. Zwischenrein noch einkaufen, Getränke ins Naglfar laden, Essen in den Kühlschrank stopfen, Laptop updaten, Powerbanks aufladen, LineUp ausdrucken, Strecke checken - ja, und "nebenbei" auch noch arbeiten, natürlich. Wie mach ich das bloß?
Am Mittwoch nach der Arbeit fuhr ich dann noch mal schnell die Katzen füttern und dann ab nach Erlangen, den Kanne abholen. Der Kanne ist am Dark Troll Mitarbeiter und drum wohnt er in einem Hotel. Wir fuhren nach Eisleben, aber vor dem Hotel hatten sie die Straße aufgerissen, und eine Baustelle war dort; mit dem fetten Naglfar gestaltete sich die Hotelanfahrt etwas schwierig. "Das hätten sie aber auch vorher sagen können, dass es hier so ausschaut" motzte Kanne. Na freilich: Damit alle Reservierungen gleich wieder abgesagt würden?
Ich wartete mit dem Schiff vor dem Hotel, während Kanne schnell eincheckte. Dann gings weiter nach Bornstedt zum Campingplatz C. Dort war schon wieder alles voll und sie mussten mit den Autos und Campingwagen Tetris spielen. Auf die Wiese konnte-sollte man bereits jetzt schon nicht mehr reinfahren, wurde mir geraten, also stellte ich mich in die Zufahrt, ganz eng an einen VW-Bus, der dort schon stand, grad dass der noch aus der Tür krabbeln konnte, eine Schiebetür zu seinem Glück. Ich stand sehr schief, rangierte noch auf die Klötze, muss aber immer noch aufpassen, dass ich nachts nicht aus dem Bett rollere. Aber immerhin stand ich auf Asphalt bzw. Beton mit Kopfsteinpflaster!
Dann hatten wir eigentlich ausgemacht, dass ich nur schnell auspacke, mich umziehe und dann hinauf komme auf die Burg und mit dem Kanne dort am Mitarbeiter-Eröffnungsgelage teilnehme, aber bis ich fertig war, kam ein Wolkenbruch. Nö, also, da geh ich heute gar nimmer aus dem Auto! In allen Wohnmobilen brannte nun die Innenbeleuchtung, denn jeder Wohnmobilist hockte lieber in seinem Auto und machte Home-Saufing bzw. Auto-Saufing. Ach, ist das schön und heimelig!
Recht viel kälter hätt es aber nicht werden dürfen, es ging grad noch.
Also hockte ich da, guckte erst meine Katzenvideos von der Ranch durch und fing dann an zu handarbeiten. Endlich ist mein Kissenbezug fertig geworden, passt!
Kanne schickte mir ein Video vom Mitarbeiter-Partyzelt: "Oh weh, so sieht es hier aus!" Da war ja im Zelt schon alles voller Schlamm, oh weh, oh weh! Dann hatte er auch noch seine dicke Jacke bei mir im Naglfar liegen lassen, die er grad schwer vermisste. Der arme Kerl fror sich da oben wohl den Arsch ab. Wenn der Shuttle-Bus schon gefahren wäre, hätte ich dem ja die Jacke mitgegeben und raufgeschickt, aber es hilft nix, ich geh heut nicht mehr aus dem Auto, höchstens zum Kacken und schon gar nicht steig ich auf den Berg hoch zur Burg.
Da lag ja noch mein Groza-Patch vom Hellfire, und so flickte ich an meiner Kutte rum und nähte den Patch auf.
Draußen regnete es immer noch. Von den Nachbarn in den Zelten hörte man noch eine Weile Fetzen von Musik und Gegröle, aber das verstummte dann recht bald. Es war kalt und nass und sehr ungemütlich. Bevor es mich zu frieren anfing, ging ich dann auch mal lieber ins Bett, war erst elfe rum.



































