Samstag, 22. Juni 2024

Feuertanz am Freitag

Als ich gegen Mittag aus dem Bett kroch, regnete es. Ich frühstückte erst mal. Da krabbelten schon wieder zwei Ameisen in der "Küche" herum und zwei weitere in der Tür. Ich kriegte die Krise und veranstaltete einen Genozide *batsch batsch batsch*! Und ich habe Ameisengift gekauft und jetzt gibt's Tote!

Dann machte ich mich gleich mal auf den Weg nach oben. Das Wetter war recht unbeständig, ein paar Tropfen fielen schon und ich überlegte, ob ich erst in den Supermarkt radeln sollte und dort beim Einkaufen den Regen abwarten, oder gleich auf die Burg, denn um 14:45 Uhr spielten Haggefug. Ich ging lieber gleich auf die Burg, nur um festzustellen, dass ich das Samstags-Line-up mitgenommen hatte und Haggefug erst morgen spielten. Da hörte ich mir halt Deus Vult an, die waren auch ganz nett.

Nach Deus Vult sagten sie den Eric Fish an. Oh, das war dann der ideale Zeitpunkt, um in den Supermarkt zu gehen!

Mittlerweile regnete es ordentlich. Ich hatte zwar einen Schirm dabei, aber hatte natürlich trotzdem was abgekriegt, zudem war es ganz schön kälter geworden und ich fror. Also radelte ich zum Netto, der war nicht weit vom Campingplatz weg, und kaufte Obst, Wurst, frisches Brot. Als ich raus kam, schiffte es immer noch fett. Ich radelte im strömenden Regen noch gar das Stück bis zum Naglfar. Der Bauer hatte die Wiese vorher nicht gemäht, das Gras war gut 20 cm hoch und so radelte und stapfte ich dann durch die Wiese, das ganze nasse Gras hing sich in die Stiefel und einmal rutschte ich fast aus. Ziemlich nass war ich dann endlich beim Naglfar.

Erst mal die nassen Klamotten runter! Was zieh ich denn jetzt an, denn ich hatte dann nur noch ne Leggings dabei oder eben meine Mittelalterkleider, aber mit langen Röcken sammelt man bei Regen ja immer die ganzen Pfützen auf + mind. 5 Pfund Sand. Hab ich denn keine Jeans eingepackt? Eh, wo hab ich bloß meinen Kopf? Da entdeckte ich im Schrank ganz hinten tatsächlich noch eine alte, schwarze Jeans! Die hatte ich da mal reingeschmissen so als Reserve. Sie sah jetzt gar nicht sooo schlecht aus und war wenigstens halbwegs warm. Dazu zog ich ein langärmliges Bandshirt an und meinen Piratenmantel. Zuerst fror es mich darin fast, dann wurde es nach einer Weile wieder etwas wärmer und ich schwitzte. Dann regnete es wieder. Also das Wetter war wirklich saublöd!

Da bin ich ja leider so wetterfühlig in der Hinsicht, dass ich einfach keine gute Laune her krieg, wenn die Sonne nicht scheint. Da stand ich vor der Bühne, langsam tat mir der Rücken weh, aber nirgends konnte man sich setzen, weil es war ja alles nass.

Oben auf dem Bühnenaufbau schraubten sie wohl auch noch grad einen Blitzableiter hin, oder was? Ja, ist denn jetzt bloß noch Unwetter angesagt?!

Da ging ich mal rauf auf den Markt. Schon auf dem Weg nach oben ömmelte mir der Ralf entgegen mit sichtlichem Zacken in der Krone, hurra ! Kurz drauf traf ich noch den Heff. Na, da hatten sich ja die Richtigen gefunden!

Ich musste mal. Das war hier auf dem Feuertanz noch nie einfach und wird leider von Jahr zu Jahr eine immer größere Katastrophe. Weil ich grad am Markt war, guckte ich mal in den Burgkeller zur Toilette. Am Eingang muss man 50 ct zahlen, aber sorry, ich geh erst mal rein und guck ums Eck: oh nein, was für eine Schlange! Nee, also da stell ich mich nicht an und schon gar nicht fur 50 ct ! Also wühlte ich mich runter zur Bühne und dort hinter zu den Dixies. Es waren bereits am Nachmittag so viele Leute da, dass der Weg schon in einer halben Weltreise ausartete bis man sich da durch die Menschenmassen nach hinten gewühlt hatte. Vor den Dixies musste ich natürlich auch noch warten und das schon erst am Nachmittag, wie soll das erst abends werden? Also sorry, ich weiß ja auch nicht, wo man sie hinstellen sollte, aber da gehören für die Haufen Leute mind. doppelt so viele Häuschen hin!

Als ich das nächste Mal mal musste, ging ich wieder zuerst in den Burgkeller. Dort hatten die Mädels nun auch die Herrentoilette für sich erobert. Ich stellte mich an. Verzweifelte Männer mit verbissenen Gesichtern reihten sich dahinter. Irgendwann kam dann von drinnen der Schlachtruf: "Hee, ihr Kerle, die Pissoires sind doch frei!" und mindestens 10 erleichterte Strullerer rannten aus der Schlange den Toiletten-Pit .

Die Show war recht schön, es spielte nun die letzte Instanz. Aber das Wetter war wirklich ätzend. Dazu wehten noch stoßweise ziemliche Sturmböen und die ganzen schönen Luftballons bließ es von der Bühne aus direkt gegen die Bäume und die Burgmauer.

Ein paar Leute waren unterwegs, die trugen Alu-Hüte. Ich glaube nicht, dass es "echte Alu-Hüte" waren, weil echte Verschwörungstheoretiker sehen ja meistens anders aus, aber sie wollten auf diese Frage keine Antwort geben und sagten nur, die Auflösung käme dann schon noch später. Wahrscheinlich also war es ein Gag, aber ich konnte das leider nicht mehr in Erfahrung bringen.

Nach der Instanz kamen Versengold als Freitags-Headliner. Danach wären noch die Gossenpoeten im Burgsaal aufgetreten, die ich eigentlich sehen wollte. Es pisste aber nun derart ungemütlich und ich fror unter meinem Schirm. Da entschloss ich mich nach den ersten Songs von Versengold, dass ich heim geh, mimimi.

Ich radelte im Regenmantel durch den strömenden Regen heim zum Naglfar, dabei war es noch nicht mal elf Uhr .

Ich war nass und mir war's kalt, mimimi, und so zog ich mich dann im Auto gemütlich um und machte mir noch nen heißen Tee. Da saß ich noch eine Weile und mumpfelte vor mich hin. Hoffentlich wird das Wetter jetzt am Samstag dann besser.

Feuertanz am Donnerstag

Für den Freitag hatte ich noch kurzfristig nen Tag frei genommen, damit ich schon am Donnerstag fahren konnte. Leider hatte ich vorher aber noch einen Termin in der Kosmetik, ließ mir neue Wimpern hinpappen und bekam auch frische Fingernägel. Danach aber fuhr ich gleich los.

Für die Wohnmobile hatten sie diesmal einen großen, neuen Platz, kündigten sie auf ihrer Homeage an. Den fand ich dann auch gleich. Schon beim Reinfahren war da eine dicke Schlammpfütze, durch die vor mir schon mindestens 5 große Autos durchgefahren waren. Ich rutschte noch grad so durch die Spurrillen, kam aber noch durch. Na, das konnte ja am Sonntag bei der Abfahrt heiter werden, denn es sollte bis dort hin noch gescheit regnen.

Leider war der Wohnmobilplatz ewig weit unten, und selbst mit dem Fahrrad war das spürbar weit, denn da geht es ordentlich bergauf, woah *schwitz*. Es war ziemlich schwül, und ich ächzte also erst mal hoch auf die Burg.

Der Festival-Platz war noch abgesperrt, aber der Markt war schon offen. Da waren schon gleich eine Menge alte Bekannte, sogar der Charly war gekommen.


Den Ralf und den Robert konnte ich aber nicht finden und so radelte ich dann mal auf den oberen Campingplatz, um sie zu suchen. Ein großes, rundes Zelt fand ich, von dem ich dachte, es konnte Robert's sein, aber die Buben waren nicht zuhause. Da kamen mir der Manni und der kleine Österreicher (jetzt krieg ich wieder nen Anschiss, weil ich wieder nicht mehr weiß, wie der heißt) entgegen und erzählten, Ralf und Robert seien grad auf die Burg gegangen. Ja, von der komm ich grad, da kraxel ich jetzt nicht nochmal rauf.

Ich radelte lieber mal nach unten zum Naglfar und stellte fest, dass davor die Nachbarn alle noch lustig feiern. Da hocke ich mich dazu und feierte noch mit. Ach, das ist so geil: und als ich dann müde wurde, lief ich 2 Meter weiter und da stand mein Bett und ich fiel rein .

Sonntag, 16. Juni 2024

Underground Death-Fest am Samstag

Am Morgen prasselte heftiger Regen gegen das Naglfar. Der Wind bließ so scharf, dass das ganze Wohnmobil andauernd wackelte. Ich mein, ich mag das ja, kommt man sich vor wie in einer Wiege, sanftes Geschaukel auf fetten Stoßdämpfern ... aber ein Geräusch passte nicht: lautes Geflatter von nebenan war zu hören und als ich zum Fenster raus guckte, bemerkte ich die Nachbarn, ein Pärchen, die mit ihrem Pavillon kämpften. Der Pavillon war vom Sturm schon zur Hälfte abgedeckt, die Frau hing an einen Ende und versuchte, die Plane festzuhalten, wobei sie Gefahr lief, selber gleich mit abzuheben so wie es aussah - und der Mann versuchte, die Heringe zu lösen, denn unter dem Pavillon stand deren Auto und die ganze Konstruktion drohte, auf das Auto zu stürzen ....und auch auf meines, das ja gleich daneben stand. Also sprang ich raus aus dem Naglfar und hängte mich mit an den abhebenden Pavillon. Gemeinsam konnten wir dann die Plane so weit entfernen, dass man wenigstens das Gestänge im Griff hatte und den Pavillon abbauen konnte.

Ich hatte es gestern schon bemerkt, dass im Naglfar über meinen Frühstückstisch eine Ameise krabbelte. Dann bemerkte ich noch eine und nach einer Weile nochmal zwei. Auch in meiner Küche (gleich daneben) krabbelten zwei Ameisen um meinen Orangensaft. Seit das Naglfar in der Werkstatt stand, habe ich jetzt Ungeziefer im Auto!

Muss ich jetzt hysterisch werden, weil es waren ja nur einzelne und ich nehme an, es sind nur Arbeiterinnen und keine Königin, also kein Nest. Wahrscheinlich sind sie irgendwie ins Naglfar gekrabbelt, vielleicht waren sie auch auf dem letzten Campingplatz in eine geleerte Flasche oder Bierdose gekrabbelt, die ich dann in eine Tüte packte und in den Kofferraum schmiss. Jetzt krabbeln sie da vereinzelt im Auto herum. Ich überprüfte sofort die Lebensmittel: Zucker, Schokolade, Kekse - aber nichts war befallen.

Ich werde jetzt sofort gleich morgen Ameisenfallen kaufen und im Naglfar auslegen. Mal sehen, wie stark der Befall ist. Notfalls fahre ich zum Kammerjäger!

Erst mal frühstückte ich fertig und ging dann vor zum Gelände. Das Wetter war wieder besser geworden und es schien sogar zaghaft die Sonne.

Es waren auch schon eine Handvoll Leute vor der Bühne und lauschten der Vorstellung.

Ich habe ja an meiner Kutte auf der Schulter immer eine Ratte. Es ist eine ausgestopfte Stoffratte, die ich mal bei Ikea gekauft hatte und dann an meine Kutte genäht hab. Da kam einer rein, der hatte gleich einen Papagei! ...und: Es war ein echter Papagei! Na, ob dem jetzt das Konzert so wirklich gefallen hat?

Ah, da kam eine Band, die ich ja tatsächlich kannte: Argash. Die hab ich erst vor kurzem auf dem Braincrusher-in-hell gesehen.

Das kleine Festival hatte nur 1 Bühne. Das hatte den Vorteil, dass immer eine Umbaupause nach jeder Band kam. So gab sich die Gelegenheit, zwischen den einzelnen Gigs auch mal ein bisschen rumzugucken und sich die anderen Wohnmobile genauer anzuschauen, z.B. dem Frohwald seines. Der hat sein Wohnmobil ja einem Hamburger abgekauft und so ist auf dem Auto hinten ein großes Bild von Hamburg drauf. Das Bild ist sehr witzig und hat bemerkenswerte Details. Mir haben am besten diese beiden Engelchen gefallen, die von einer Wolke runterstrullern.

Da kamen schon wieder die ersten Töne von der nächsten Band: Hellknife. Der Umbau war fertig und die traten nun auf.

Hellknife gefielen mir richtig gut!

Insbesondere der Drummer. Er gab wirklich alles! Der fetzte da rein, voll Speed, und das ne gute Stunde lang, einfach wow! Ich finde, Drummer werden sowieso viel zu wenig gewürdigt. Sie sitzen meistens nur im Hintergrund, leisten dort aber die ganze Arbeit. Der Sänger heimst dann den ganzen Applaus ein, obwohl zum Singen bei weitem nicht so viel gehört. Allemal war dieser Drummer echt eine Show für sich. Leider gibt es kein scharfes Foto von ihm, weil er kam ja keine Sekunde mal zu einem Stillstand, der ganze Mann wackelte und bebte non-stop.

Danach kamen die da. Das war eine Profi-Band, da stimmte alles, keiner verspielte sich - aber mir gefiel es nicht. Das war irgendwie so ... ja, ich weiß nicht: New Metal? Crunch? Es war auf jeden Fall künstlerisch wertvoll, denke ich, denn die spielten teils ganz skurrile Parts, da gehört echt was dazu. Aber mein Stil war das nicht.

Die nächste Band gefiel mir wieder besser und der Headliner, Path of destiny, war am besten. Ja, ich bin tatsächlich bis zum Headliner geblieben, weil ich war noch munter, es war eine gute Stimmung, weil nun doch ein paar Leute mehr da waren und es war nicht gar so kalt wie gestern.

Also insgesamt war das kleine Festival echt gelungen. Es hätte nur ein klein bisschen größer sein dürfen, vielleicht kann man ja nächstes Jahr ein bisschen mehr Werbung dafür machen?

Samstag, 15. Juni 2024

Underground Death-Fest am Freitag

Ich holte also am Donnerstag das Naglfar von der Werkstatt und freute mich nun auch wieder aufs Fortfahren. Ursprünglich wollte ich am Freitag den Charly besuchen, aber der rief mich dann kurzfristig an und erzählte, dass dann ab 9 Uhr ein Fußballspiel dran käme, das er sehen wollte, was wir ja dann zusammen anschauen könnten (es ist grad EM, oder irgendso ein Sport-Quatsch). Also da war ich ja total angepisst und musste mich echt beherrschen: Ich schau doch nicht so ein deppertes Fußballspiel an, hör mal, also bitte! Ich hab in meinem ganzen Leben noch kein Fußballspiel angeschaut, sowas Doofes, nicht mal, wenn man mir was dafür zahlen tät und schon gar nicht an meinem heiligen Wochenende! Ich schau generell nicht fern und schon gar nicht ein Fußballspiel. Also gut, Charly wusste das ja nicht, aber ich war echt fast beleidigt, das ist ja eine Zumutung! Da verschoben wir also den Besuch.

Was mach ich denn dann am Wochenende? Ich will unbedingt naglfa(h)ren!

Es waren in Zirndorf die Excrementory Grindfuckers angesagt, aber Zirndorf ist doch nicht "fortfahren", da kann ich ja fast heimlaufen.
Dann postete mir einer das Underground-Death-Fest, eine kleine Metalveranstaltung in Liebengrün/Thüringen (Wolfszeit-Land). Ich kannte zwar keine der Bands, die kamen auch alle dort aus der Region, aber wenn es nix Besseres gab, dann fahr ich halt dort hin.

Also fuhr ich gleich nach der Arbeit am Freitag los zum Naglfar und ab auf die Autobahn! Die Fahrt war unspektakulär - bis ich dann von der Autobahn abfuhr. Zunächst noch eine Landstraße, wurden die Straßen immer kleiner und schmaler... und schließlich stand ich an einer Abbiegung mit einem Schild "Breite 2,10 m" In die Klötze! ..., denn da pass ich nicht durch, ich bin 2,20 m - ohne Spiegel!
Ich erinnerte mich, dass da doch vorhin auch eine Abbiegung nach Remptendorf angezeigt war für Fahrzeuge bis 11 t. Dorthin fuhr ich zurück. Die Abbiegung fand ich dann und fuhr rein. Diese Straße war zwar breit genug, aber nur für mich alleine . Rechts war eine Felswand mit überstehenden Felsen, also da wollte ich meine Aufbau in respektvoller Entfernung halten, und links ging es einen Abhang runter. Die ersten zwei Autos, die mir begegneten, quetschten sich noch an mir vorbei, für das dritte Auto musste ich dann ein Stück im Rückwärtsgang bis zum Ende der Leitplanke zurück, wo es sich dann in der Böschung an mir vorbeizwängen konnte.
Wenn mir ein ebensolcher fetter Brummer entgegen gekommen wäre, wie ich es bin, wär es aus gewesen. Aber ich hatte Glück, es kam kein weiterer Gegenverkehr.
Unten ging es dann auf einer schmalen, einspurigen Brücke über ein Bollwerk an einem kleinen Stausee. Da fuhr ich zügig drüber und auf der anderen Seite ging es den Berg wieder hoch auf schmalen Serpentinen. Dann kam aber endlich mal wieder eine halbwegs normale Straße und schließlich landete ich in diesem Remptendorf, wohin ich wollte.

Auf einer Wiese standen eine Hand voll Autos und Zelte. Ich parkte erst mal und schmiss meinen Grill an, hatte mir nämlich noch zuhause feine Spieße gekauft. Die sind mir dann natürlich wieder verbrannt, weil ich das mit Kochen halt einfach nicht check. Naja, was heißt "checken", ich hab dafür halt einfach keine Geduld und keinen Sinn. Immerhin konnte ich einen Teil davon noch essen und bin auch satt geworden.

Dann ging ich da mal vor auf das Infield. Das war auf der Wiese hinter einem Landgasthaus und recht heimelig. Ein Ticket hatte ich nicht, aber es war nicht ausverkauft und so zahlte ich an der Abendkasse grad mal 50 €. Das zahl ich doch gern, wirklich! Dafür seh ich jetzt 12 Bands, aber die kann ich mir auch wirklich alle anschaun - nicht wie am Breeze 200 Bands auf 4 Bühnen für fast 300 € (inkl. Campinggebühr + Greencamping reservieren + Frühanreiseslot + + +) und ich seh im Grunde auch nicht recht viel mehr als 12 Bands . Naja gut, das wären bekannte Bands, und von denen hier kannte ich wieder keine einzige, aber halt mal gucken.

Die erste Band fand ich jetzt echt recht nett. Die haben mir dann auch von allen Bands an diesem Freitag am besten gefallen, aber vielleicht liegt das ja auch nur am "erste-Band-Bonus"? ...genau wie das erste Bier, das immer am besten schmeckt.

Der Frohwald war da, ansonsten weitgehend nur Einheimische. Ein Auto aus Nürnberg kam angefahren. Da ging ich gleich hin, aber die Leute wohnten halt bloß in Nürnberg, waren aber aus der Ecke hier ansässig, ich kannte sie nicht.

Es war recht schön aufgerissen, aber leider wurde es dann gegen Abend schweinekalt. Der Parkplatz war ja gleich gegenüber und so ging ich dann noch zweimal zum Auto, noch ein Hoodie anziehen, dann noch einen Pulli drüber, und dann holte ich sogar noch meinen Kuttenmantel, den ich eigentlich bloß zur Deko über dem Beifahrersitz hängen habe, aber mich hat's so gefroren!

Zum Glück blieb es wenigstens trocken und regnete nicht. Aber als ich da so im Publikum stand und Applaus rief, bemerkte ich, dass man den Hauch sehen konnte . Also wenn man den Hauch sieht, dann hat es ordentlich unter 10 Grad, meistens bloß noch 6 .

Dann hatte ich was entdeckt, nämlich grillten die da Würstchen und Steaks zum Verkauf und hatten einen großen glühenden Grillrost, der spürbar Wärme abstrahlte. Da stellte ich mich dann dämlich daneben hin und ließ mich ein wenig wärmen. Ist natürlich auch doof, ständig da hinten an dem Fleck zu stehen, wo man nichts sah.

Da ging ich dann doch wieder vor und probierte es mit Alkohol, noch ein Bier, aber davon wurde es mir auch nicht warm.

Also das da waren glaub ich die Headliner am Freitag, und ich hatte die neulich auch schon wo gesehen: auf dem Ragnarök, vielleicht? Ich moshte ein bisschen, aber kaum aufgehört, zog es schon wieder eiskalt in die Klamotten. Ich musste feststellen, dass auch einige Leute schon gegangen waren, weil es sie bitterlich fror. Da machte ich mich auch heim zum Naglfar.
Wenn es heute wieder so kalt wird, dann zieh ich meinen Mittelaltermantel drüber, ist mir dann auch wurscht.

So, und jetzt denkt euch bitte hinter diesem Artikel noch einen dunkelroten Hintergrund, glühend rot wie frische Lava aus dem Vulkan, damit euch klar wird: Es hat zwar am Abend nur 6 Grad und wir können für die Plusgrade noch froh sein und dafür, dass es nicht regnet, denn weitläufig haben wir in Süddeutschland überall Überschwemmungen und Hochwasser, aber es ist der heißeste Dürre-Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 125.000 Jahren, denn man darf das nicht immer bloß bis zum eigenen Gartenzaun sehen oder meinen, die Welt ginge über das Infield eines Festivals nicht hinaus, oder dass man gar seinen eigenen Augen mehr trauen würde als dem, was die im öffentlich-rechtlichen Fernsehen erzählen, also nein, das geht ja mal gar nicht, sowas machen bloß N*zis .

Also schämt euch, ihr seid böse, ihr Sünder, ihr werdet in der Hölle schmoren, zahlt kräftig euren Ablass! Halt nein, CO²-Steuer war's, ich glaub, ich habe mich in den Slogans vertan... der Trigger für die Hysteriker ist heute ein anderer, das Prinzip aber ganz dasselbe .