Sonntag, 2. August 2026

Sticky Fingers am Samstag

Als ich aufwachte, regnete es. Dazu war es ganz schön kalt geworden. Außen hatte es nur noch 19 Grad. Ich guckte auf die Wetter-App: Bis 17 Uhr sollte es regnen. Das passte ganz gut zum Line Up, denn bis auf Tankard am Abend kannte ich keine der Bands und brauchte die also nicht unbedingt sehen. Da setzte ich mich erst mal in aller Ruhe ins Naglfar, guckte meine Pics von gestern und schrieb meinen Blogbericht. Der Regen wurde dann langsam seichter, manchmal hörte es kurz auf, aber dann regnete es wieder weiter. Tatsächlich hörte es gegen 17 Uhr dann ganz auf. So Wetter-Apps sind schon echt praktisch. Früher hat man das erraten müssen, ob es heute noch zu regnen aufhört und das Wetter an lauter komischen Vorzeichen ablesen müssen, z.B. ob die Schwalben tief fliegen, dann fliegen nämlich die Mücken tief und das tun sie, weil die Luft zu feucht und schwer ist und dann könnte es regnen. Oder auch nicht .

Als es zu regnen aufgehört hatte, zog ich mich auch mal an und radelte vor aufs Infield. Dort hatten gerade Deez Nuts zu spielen angefangen. Für mich ist das ja irgendwie Poppermusik, Menschen mit kurzen Haaren und Baseballkäppis auf, die so doom-doom-doom-Zeug spielen. "Wollt ihr Old Stuff oder was Neueres?" fragten sie. Keine Ahnung, ich kenne weder noch. Eine Weile hörte ich zu. Was man sich alles für einen Schmonz anhört nur für Tankard .

Es war klar: Der Regen hatte den Boden aufgeweicht, und vor der Bühne war eine große Schlammpfütze. Das störte aber keinen und so hupften sie trotzdem rum und moshpitteten sich, spritzten sich gegenseitig voll Schlamm und sahen dementsprechend aus. Duschen hatte ich hier keine gesehen, wie machen die denn das? Krabbeln die abends in voller Siffe in ihre Schlafsäcke?

Ich holte mir mal an den Ständen was zu essen. Hinter den Fressbuden war ja ein Teich, und was für ein schöner, voller Schilf und Seerosen!

Ich spazierte so rum und guckte mir die Leute an. Boah, da waren echt Panzer dabei , Männlein wie Weiblein ... und natürlich auch Diverslein. Es waren solche Gestalten, wo der Bauch so kugelig vor stand, dass er kippte; also irgendwann wird die Fettmasse so schlimm, dass sie vorne über walzt. Die Personen stehen dann stets mit so einer Haltung leicht nach hinten, damit sie von dem schweren Gewicht nicht nach vorne umfallen. Ein Hosenbund gab sich noch kläglich Mühe, das Ganze zu spannen, schnitt hart in die Wülste, aber die Wampe war schon deutlich am Hängen. Also ich meine jetzt nicht einfach nur Haut, die über den Hosenbund schwabbelt, sondern so richtige, pralle Kugelgestalten auf dicken, sich konisch nach unten verjüngenden Beinen. Teilweise waren welche so fett, sie konnten kaum mehr laufen und mussten beim Gehen die Beine etwas spreizen, dass sie überhaupt noch einen Fuß vor den anderen kriegten. Dazu natürlich knallenge Leggings (kurz vor dem Zerreißen) und Spaghettiträger-Shirts. Ich habe davon Fotos gemacht, aber die poste ich lieber nicht, sonst fühlt sich noch einer "fat-gebashed" .

Da habe ich mal eine mittelalterlich-katholische Abhandlung über Keuschheit gelesen und dass nur die Missionarsstellung erlaubt sei, ausgenommen jene Leute, die aufgrund ihrer Fülle dazu nicht mehr imstande seien. Wie geht denn das weiter? Ich meine, was ist, wenn aufgrund der Fülle nicht mal mehr Doggiestyle klappt? Au weia, diese Bilder in meinem Kopf!

So guckte ich ein bisschen rum und verpasste glatt die nächste Band, Parasite Inc., die waren mir gar nicht aufgefallen. Danach kamen aber die da, und die fielen mir auf, weil die fand ich voll grottig. Die spielten so..., ja, ich weiß gar nicht, mit Klavier irgendwie, ein bisschen wie in einem Western-Saloon, und dann quatschte der Sänger immer ein Haufen Zeug mitten rein und laberte und laberte. Vielleicht hätte ich den Sprüchen mal zuhören sollen, weil Susi sagte später, die seien ganz lustig gewesen. Ich konnte damit allerdings gar nix anfangen und saß bloß rum und wartete auf Tankard. Praktisch war es, dass die schon für 21:30 Uhr auf dem Line Up standen, denn da war ich wenigstens noch munter und fit, auch wenn mir die Klavier-und-Laber-Band jetzt ganz schön die Stimmung rauszogen hatte.

Tankard passten da jetzt ja irgendwie so gar nicht zum vorigen Programm. Ich stand allenfalls schon ganz vorne am Gatter als sie noch aufbauten. Viele Leute standen noch nicht dort. Dann kam so ein junges Pärchen, sie mit herauswachsendem Problempony, und fragten mich: "Wer kommt denn jetzt da?" Das Tankard-Banner war bereits hinter dem Schlagzeug hochgezogen worden. "Die da, Tankard." deutete ich auf das Banner mit dem leuchtenden Schriftzug noch aus einer Zeit, als man Bandnamen noch lesen konnte. "Und was spielen die so?" fragte der Jüngling. "Äh, ...oldschool-Trash." Wollen die mich verarschen? Nein, ich glaube, die wussten das wirklich nicht . An der Jugend von heutzutage geht nochmal die Welt zugrunde .

So richtig das gute Tankard-Publikum war da jetzt nicht. Ein paar ältere Herrschaften standen zwar schon dort, z.B. ich mit meinem Tankard-Shirt , aber das Gros vom Publikum waren jetzt doch eher so Woke, Punks, Alternatives. Tankard spielten unbeirrt ihre schönen alten Songs und ich moshte und hüpfte und grölte. Da hielt nun zwar ein Fotograf seine Kamera in meine Richtung, aber ich glaubte dann doch, der filmte die drei Emo-Youngsters neben mir, die auch ganz gut ab gingen.
Schade, weil ich denk mir immer, ich muss das zuhause dann suchen, die ganzen Bilder anschauen und die Berichte in den Magazinen, aber meistens komm ich gar nicht dazu, am Wochenende kommt schon wieder das nächste Event und bis zum Herbst und Winter, wo ich dann Zeit hätte, hab ich's vergessen .

Tankard haben mir super gefallen, hatte ich ja doch den ganzen Abend schon auf sie gewartet, ja, ich war ja eigentlich nur wegen ihnen her gefahren. Die Band, die danach kam, Stick to your Guns, kannte ich nicht und interessierte mich nun auch nicht. Also machte ich mich auf den Heimweg.

Den Berg hoch zum WoMo-Platz schob ich das Fahrrad dann lieber, denn es war finster und ich hatte kein Licht, und schlapp und erledigt war ich jetzt auch ganz schön vom ganzen Gehupfe und Gemoshe. Der Mond war nicht mehr ganz voll, aber noch schön rund und leuchtete durch den Dunst.

Am nächsten Tag schien natürlich wieder wunderbar die Sonne. Bevor ich nächstes Jahr wieder her fahre, gucke ich erst den Wetterbericht an - und das Line Up, denn hier kamen nun teils wirklich seltsame Sachen und die meisten anderen Leute waren jetzt auch nicht "meine" Szene, naja, mal gucken.

Samstag, 1. August 2026

Sticky Fingers am Freitag

Ganz spontan ließ ich mir ein Ticket raus für das Sticky Fingers. Ines vom Krach OA hatte auf Facebook angefragt, ob ich auch dort bin. Ich hatte an dem Wochenende noch nichts Bestimmtes vor und guckte mir die Veranstaltung mal an: Was, es kamen Tankard!? Und: Was, es kostet nur 43 €??! Das kann doch gar nicht sein, und ich guckte gleich mehrmals hin: Das ganze Festival kostete nur 43 € für alle zwei Tage! Das konnte ich kaum glauben, denn für Tankard alleine zahlte ich doch im Komm oder im Löwensaal oder sonst wo schon nen Fuffi?

Sehr geil! Wie weit war es denn weg (Marktredwitz)? Das war etwas blöd, denn sowohl A3 als auch A9 führten weit dran vorbei und damit machte es 165 km. Man konnte auch über die Landstraße fahren, da waren es nur 130 km. Ach sch*** drauf! "Kost' das Benzin auch 2 Mark 10..." Was: 2 Mark 10? Es kostet jetzt schon mehr als das Doppelte, 2 Euro 27 . Aber YOLO! Denn: Heute ist die gute alte Zeit von morgen!

Es war wieder mal die apokalyptischste Weltuntergangshöllenglutdürre gemeldet, und es hatte tatsächlich an die 40 Grad, aber ich hatte mich an die Hitze schon gut gewöhnt. Das ist die einzig sinnvolle Antwort auf all das Klimageschrei: Anpassung! Die Fahrt war trotzdem anstrengend, ich brauchte 1 Liter Iso-Limo auf 100 km. Allenfalls war ich froh, als ich da war.

Ich packte gleich das Fahrrad aus und radelte vor zum Infield, aber dort war noch nichts offen. Die Anwohner an der Straße verkauften schon Bier, Kaffee und Kuchen, voll toll, und einer hatte in seinem Garten einen richtigen Ausschank stehen, auf der Gartenmauer mit einem Brett einen Tresen gebastelt, eine Biertischgarnitur aufgestellt, und ein paar lustige Leute standen dort schon und feierten.

Da verbrachte ich den Rest des Abends auf dem Campingplatz, hatte mich mit den Nachbarn angefreundet - oder besser: die Nachbarn mit mir, weil ich und Kontakte knüpfen?... - und saß dann bei denen im Camp. Da gings dann irgendwann um "früher", "wie doch die Zeit vergeht" und wie alt sie alle waren. "Ich werde bald 50" jammerte einer, und ein Mädel sagte "ich bin 79 geboren, oh weh ". Dann war ich dran. "Ich bin schon alt", sagte ich zur Vorwarnung *Sozialphobie extended, schäm* "ich bin Baujahr 1961" - schlagartig fiel allen der Kiefer runter, für einen Moment war Ruhe im Camp. Dann fragte irgendeiner ungläubig "...echt?"
Jo, echt.
Wieder einmal war ich das große Vorbild von der Sorte "so möchte ich auch mal enden".
Was: enden? Ich fang doch erst an! Und nächstes Jahr geht's erst richtig los!

Am nächsten Mittag nach dem Frühstück packte ich meinen Campingstuhl und 2 Dosen Radler und zog über den Campingplatz. Da fand ich die Ines und ein paar alte Fürther zwischen zwei Wohnwägen. Ich setzte mich dazu, da fühlte ich mich dann doch wohler. Der eine Kerl war sogar noch älter als ich, er wurde im September schon 70. "Oh wow, wenn ich mal so alt bin wie du, möchte ich auch noch so drauf sein" ärgerte ich ihn .

Zur ersten Band löste sich das Gelage auf, und während ich mich erst noch umzog und mein Make Up auffrischte , liefen die Fürther schon zum Infield. Das sollte Luftlinie so 200 m entfernt sein, aber man musste um den ganzen Berg und Wald rumlaufen; das zog sich ganz schön. Ich radelte schließlich an ihnen vorbei, sie waren an dem Garten mit dem Bierausschank kleben geblieben . Eine Menge Leute standen dort und die Anwohner machten ganz gut Umsatz. Ob das das Finanzamt weiß ? Auch das Radeln gestaltete sich schwierig, denn erst ging es steil den Berg runter, dann aber wieder hoch und ich musste ganz schön trampeln.

Es waren jetzt um 15 Uhr noch nicht allzu viele Leute da, und die wenigen standen alle rechts vor der Bühne, weil dort war Schatten. Die erste Band, Revanchist, forderte mehrmals auf, doch nach vorne zu kommen, aber sie blieben dann lieber im Schatten: "Hee, ihr links da! Kommt doch mal auch rüber nach dem anderen links!"
Jetzt geht die Rechtsphobie schon so weit, dass sie nicht mehr "rechts" sagen mögen, sondern "das andere Links" . Das merk ich mir! Nein, ich bin nicht rechts, ich bin nur das andere Links .

Die Band spielte aber gut und es bildete sich sogar der erste Circle-Pit dieses Tages, nachmittags um drei bei 40 Grad im Schatten.

Langsam füllte sich die Area. Ich stand mit dem einen Fürther vor dem Pizza-Stand. Ich hatte zwar noch am Naglfar eine halbe Honigmelone gegessen, und eigentlich war ich satt, aber aus dem Pizza-Wagen hörte ich eine leise Stimme flüstern, die schließlich sogar das Konzert übertönte: "Bestell dir doch eine Pizza!" Hmm, sah sehr lecker aus, und schon hörte ich mich sagen: "1 Pizza mit Champions, Peperoni und Zwiebeln "
Wir warteten.
Da stand eine Dose an dem Pizzastand und ein Pfeil deutete drauf: scharfes Pulver. Na, Vorsicht ist die Mutter der Chilidose und so schleckte ich kurz den Finger an und tippte leicht auf die Dose. Nur eine Fingerspitze voll, und ich mag scharf … aber das war echt scharf, huch ! Nur von der Fingerspitze brannten mir schon die Lippen. Eigentlich war ich begeistert und fragte gleich, ob man von dem Pulver was kaufen konnte. Leider stellen die es selber her, also sie kaufen die trockenen Chili und mahlen sie dann, erklärten sie. Zu verkaufen war es leider nicht. Sehr, sehr schade, und ich sehe mich regelrecht genötigt, heute abends vielleicht die Dose einfach zu klauen?

Die Pizza war fertig! Der Fürther griff zur Dose. Ich sagte: "Pass auf, es ist echt scharf." Der Fürther (heute werde ich fragen, wie er heißt ) fing an zu schütten, aber die Löcher an der Dose waren extrem klein. "Da kommt ja gar nix raus", schimpfte er und schüttelte heftig über seiner Pizza herum. "Oh weh" dachte ich. Als er fertig war, nahm ich die Dose und schüttete davon nur leicht auf nur 1 Schnitte meiner Pizza, das rote Pulver sah man gar nicht - im Gegensatz zur Pizza des Fürthers. Ich glaubte, das reicht, da konnte ich nachher mit den anderen Schnitten den Brand notfalls wieder löschen. Wir setzten uns an einen Biertisch und futterten.

"Es ist ja höllisch scharf" gab er gleich zu, aß aber weiter. Schweißtröpfchen bildeten sich nun auf seiner Stirn. "Mir brennt der ganze Mund, es tut wirklich weh" sagte er dann unglücklich, aß aber tapfer weiter. Die Gesichtshaut färbte sich zu einem kräftigen Rot. "Wollen wir eine Schnitte tauschen?" bot ich ihm an, aber er lehnte ab und aß seine ganze Pizza auf. Tapfer, tapfer! Also das wird zweimal brennen! Genozide der Darmbakterien!

Ich ging wieder vor zur Bühne und guckte mir Vinz Clortho an. Die waren lustig und hatten so ein Michelinmännchen auf der Bühne rumhupfen. Es war eine Marshmellows-Frau erklärten sie. 40 Grad im Schatten, Gummianzug an und dann noch über die Bühne hupfen - so geht Klimaanpassung!

Averea verglich ich in etwa mit Nightwish. Sie waren sehr melodisch und eine Frau sang sehr schön dazu. Zum Tanzen und Moshen wars nix, außerdem wollte ich mich bei der Hitze eh nicht so wirklich bewegen - höchstens hin zur Tränke, noch ein Bier, bitte. Wenn es schon fast keinen Eintritt kostete, machte ich wenigstens ein bisschen Umsatz.

Tja, da stand ich nun mit meinem Bier. Sollte ich mich als "andere Linke" angesprochen fühlen? Sollte ich mich überhaupt als "anders links" definieren, weil was ist denn eigentlich für mich links oder rechts? Mein Standpunkt hat sich seit Jugend an kaum geändert. Früher galt ich als linksextrem. Heute gelte ich - mit wohl gemerkt demselben Standpunkt - als rechts und sogar schon als "Rassist", nur weil ich die Leute in Gruppen einteile: in Metaler, in Punks, in Popper, in Fürther, in Nürnberger, in Atheisten und ...in Christen und Moslems, die ich nicht mag, weil sie in meine Augen schlichtweg blöd, steinzeitlich und frauenfeindlich sind. Jawohl, und dann hau ich die gesamte Gruppe in die innere Tonne, weil die 3 Ausnahmen unter ihnen machen IMO das Kraut auch nicht fett. Ich will die Typen nicht in meiner Umgebung haben und drum möchte ich keinerlei Zuzug aus muslimischen Kulturen.
So wie "ihr" keinen Unterschied macht zwischen nationalsozial und nationalsozialistisch , mache ich keinen Unterschied zwischen islamisch und islamistisch - das ist ein und dasselbe Prinzip, nur in verschiedener Ausprägung, und ich finde: wehret den Anfängen! ...auch wenn ich dann als "Nazi" gelte .

Aber das wusste ja hier keiner .

Am Merch hatten sie nun schon Tankard-Sachen zu verkaufen, obwohl Tankard erst morgen spielen sollten. Ich guckte: was für eine hübsche Tankard-Hose! ...und nur 25 €! Also das ist ja echt nicht teuer, weil solche Hosen hatte ich auch schon für 40 € gesehen. Ich schlug zu und freute mich ganz arg über meine Hose. Ich war eigentlich nur oder hauptsächlich wegen Tankard da, aber angucken wollte ich mir auch...

...die Japanischen Kampfhörspiele. Wie lange gab es die nun schon? Das war schon lange, lange her, war es noch in den 90ern, als mir die Gina damals mal ganz entsetzt erzählte, versehentlich in ein Konzert von denen geraten zu sein, und man glaubt es nicht, also was für ein Krach, nur Geschrei, fürchterlich, oh weh … naja, eben die andere Musik . Gina hat mir das damals so eindrücklich geschildert, dass ich es heute noch weiß und es deswegen unbedingt sehen wollte.

Naja.

Naja, also da war ich ja heute noch ganz andere Sachen gewohnt, und ich fand das eigentlich sogar recht nett. Man konnte herrlich drauf pogen, und es bildete sich auch gleich ein Mosh Pit. Genüsslich sah ich zu, wie sich tatsächlich viele echt noch jugendliche Kerle dafür begeistern konnten. Ein Pit wie in alten Zeiten, wunderschön : geballte Manneskraft, sooo schön, ein paar echt dicke Knotzen drin, dagegen wieder so Lauchs und Hänflinge, die regelrecht an ihnen abprallten wie so Springbälle, bumms, einen hat es hingedonnert, aber sie hoben ihn sofort wieder auf, und weiter ging's, jeder gegen jeden.

Die Japanischen Kampfhörspiele haben mir gut gefallen. Ich hörte mir noch den Anfang der nächsten Band, Hemlock, an, radelte dann aber doch mal zurück zum Camp, die Tankard-Hose heimbringen, denn meine kleine BW-Tasche war ziemlich vollgestopft.

Am Naglfar zog ich mir ne lange Hose an, denn es war ein wenig "kälter" geworden, und unter 35 Grad frierts mich jetzt .

Die Radlerei nervte mich. Man musste da ganz außen rum radeln und dann den Berg wieder hoch keuchen, dabei sollte es auch einen direkten Waldweg geben, hatte ich gehört. Ich ließ das Fahrrad im Camp und machte mich zu Fuß auf, diesen Waldweg zu finden. Ich lief nebenan die PKW-Parkwiese hoch, die sich ganz schön hinzog. Oben fand ich dann hinter einer Absperrung einen Trampelpfad durch ein Gebüsch auf eine andere Wiese. Dort kamen mir ein paar Leute vom Festival entgegen, die den Parkplatz suchten: "Ja, hier gleich, durch die Absperrung." Ich kam auf eine asphaltierte Straße, wo es dann runter zum Festival ging; dieser Weg war nun wirklich auch nicht kürzer .

Ich war wieder da und hörte mir Booze & Glory an, anscheinend eine Ska-Band, konnte man gut hören. Es war nun auch tatsächlich recht voll geworden und überall standen ein Haufen Zuschauer. Booze & Glory waren anscheinend in dieser Szene ne echte Nummer.

Ich wartete eigentlich auf Betontod. Die hatte ich am Rock Harz verpasst und hatte hier also nochmal die Gelegenheit. Die Reihen der Zuschauer hatten sich merklich gelichtet, viele waren nach Booze & Glory schon gegangen, und es war ganz lüftig geworden, sodass ich noch vor kam bis in die erste Reihe. Da stand ich am Gatter ganz vorne und guckte mir den Gig an.

Es begeisterte mich jetzt nicht sooo, mein Bierdurst war auch längst gestillt, und so beschloss ich bald, heim zu gehen. Der Weg, den ich gekommen war, war ein Umweg gewesen, eindeutig! Es musste noch einen kürzeren Weg geben, über den Zeltplatz. Also lief ich den steilen Waldweg hoch, der vom Infield zum Zeltplatz führte. Oben angekommen stellte ich fest, dass der Zeltplatz umzäunt war und es eine bewachte Pforte gab. Hier wurden Bändchen kontrolliert. Ich hatte aber keins, also jedenfalls nicht für den Zeltplatz. Damit sie mich nicht wieder nach unten weg schickten und mich dabei im Visir behielten, fragte ich auch gar nicht erst, sondern ging links an dem Zaun vom Zeltplatz entlang durch das Gebüsch. Ich musste ja auf diese Weise mal irgendwann an der anderen Seite rauskommen. Zuerst war der Zaunrand hier noch halbwegs begehbar, aber bald wurde das Gebüsch doch recht dicht. Dann lag sogar ein großer, umgestürzter Baum dort und ich kämpfte mich durch das Geäst, immer eng an den Zaun gequetscht. Dieser Weg war definitiv ein Fehler.

Irgendwann kam ich dann doch am Ende des Zaunes auf der anderen Seite raus. Dort fand ich auch wieder einen Trampelpfad durch den Carport eines Gehöfts, der dann auf eine Wiese am Waldrand führte, und hier sah ich dann die Absperrung zum WoMo-Platz. Die hatte schon jemand einen Spalt geöffnet, und ich schlupfte durch. Zuhause! Morgen würde ich wieder mit dem Fahrrad fahren .