Ich war ziemlich ausgepowert von den ganzen Actions der letzten Zeit - das Zahnweh seit dem WGT mit der äußerst schmerzhaften Behandlung zum Schluss (aua!), das Drama mit den Füchsen und den kleinen Katzen und die übereilte Rettungs- und Kastrationsaktion vom letzten Wochenende, kurz vor ultimo dann noch Planungstreff mit meinem Franken-Festival-Team, anschließend der Betriebsausflug und dann auf dem letzten Drücker noch das Naglfar durch den TÜV schieben, bevor es jetzt am Dienstag zum Rock Harz ging. "Das schaffert ich nimmer" meinte die Renate, als ich ihr meine Zimmerpflanzen in den Hof stellte zum Gießen, wenn ich jetzt 2 Wochen unterwegs sein würde. "Ich auch nicht" antwortete ich, "aber das Leben fragt ja nicht danach ." Dann hatte ich noch die Katzenverpflegung auf der Ranch meiner Schwester überlassen, die Wassertonnen vom Brunnen aus vollgepumpt (das ist auch immer so ne Aktion, ich mach das äußerst ungern: Kabel zum Brunnen ziehen, Pumpe anschmeißen, pumpt wieder nix, Stöpsel an der Pumpe aufpfriemeln, mit der kleinen Gießkanne 2 Liter Wasser rein gießen, Pumpe nochmal anschmeißen, gehts?, ja! zum Glück - schnell hinter rennen zur Wellblechhütte, dort den Wasserhahn aufdrehen, Wasser schießt raus, Eimer voll machen und auf Tonnen und Wannen verteilen, was für ein Geschleppe, aber an dem blöden Wasserhahn da hinten kann man keinen Schlauch festmachen) damit die Sis auch ein bisschen gießen konnte.
Ich fuhr das Naglfar am Montagnachmittag vor meine Haustür, auch wenn ich keinen zweiten Anwohner-Parkausweis hatte, aber ich stellte mich sowieso direkt vors Haus ins Halteverbot, also krieg ich sowieso ein Knöllchen, wenn "sie" kämen. Es kam aber keiner . Dienstagfrüh um 9 Uhr fuhr ich 3 Straßen weiter und holte dort den Robert ab. Dann ging's mal erst zum Thomas nach hinter-Bamberg, denn dort war um 11 großer Treffpunkt.
Das Naglfar hatte letzte Woche noch einen großen (teuren) Service-Check verpasst gekriegt, also blieb ich diesmal wohl hoffentlich von Pannen verschont.
Als "Schwächster" war ich das erste Auto und führte die Kolonne im LKW-Style. Diesmal hatte ich ja zum Glück einen Beifahrer, weil alleine ist mir das echt zu stressig: auf den Verkehr achten, auf die Route achten, auf die 3 Autos hinter mir achten, dass sie auch alle noch da sind und keiner die Warnblinke raus haut, weil er auf Pipi muss, und dann auch noch angerufen werden und rumtelefonieren, an welcher Raststätte jemand tanken will und dass wir am nächsten Supermarkt noch einkaufen müssen, weil jemand was vergessen hatte. Dafür hatte ich jetzt den Robert, der die Verantwortung für die Route und den ganzen Krimskrams übernahm .
Rennsteigtunnel, da war ich doch erst vor ein paar Tagen, und hier: Erfurt! Da war ich ja auch erst !
Mein Navi meldete wieder - genau wie letztes Jahr - die A 71 sei gesperrt und berechnete eine alternative Route, aber nein, da fall ich nicht nochmal drauf rein . Wir kamen problemlos durch und fuhren schließlich irgendwo bei Sangerhausen von der Autobahn ab. Hier rief der verzweifelte Thomas an: er hatte für die Pizza den Käse zuhause vergessen. Na, das geht ja gar nicht, wir müssen zurück
. Nein, Flax, also ich hatte ein Päckchen Käse dabei, aber halt nur 1 Päckchen, was ist da drin: 200 gr? Also fuhren wir beim nächsten Supermarkt raus zum Einkaufen.
Danach war es gar nimmer weit und wir kamen völlig ohne Anreisestau bis nach Ballenstedt und durch. Erst kurz vor der Biogasanlage staute sich was von der anderen Richtung: lauter weiße Autos, das sind bestimmt die für den reservierten Wohnmobilplatz. So war es dann auch, die fuhren alle rechts weg und wir kamen mit nur ganz kurzem Stäuchen an den Einlass. Super Orga, ganz großes Lob!
Rechts vom Eingang lag der Presseparkplatz und löste in mir ein Trauma vom letzten Jahr, aber ich fuhr einfach vorbei ! Nein diesmal musste mich nicht der ADAC dort hin schleppen. Links vom Eingang sah ich aber über einem großen Haufen Köffern und Gepäck zwei voll gestresste Leute hocken, Mensch, das waren doch Anja und Sven! "Wir sind am Ende, wir können nimmer!" riefen die beiden, aber ich konnte nicht halten oder das Gepäck mitnehmen, denn das Naglfar war bereits voll beladen. Schon fingen die Secus an, ärgerlich zu winken, weiter, weiter, hinten hupte schon einer. Also fuhr ich weiter mit meinen 3 Followers.
Wir kriegten einen super Platz! Wir kamen auf "H" zum Stehen, dort winkten sie uns ein. Das war wirklich ein klasse Platz, ebene Erde, keine Hanglage und gar nicht weit vom Eingang weg, super . Raus aus den Autos und Camp aufgebaut! Ich schmiss alles Gepäck der Freunde aus dem Naglfar. Als der Laderaum so weit leer war, konnte ich den Bollerwagen rausziehen und lief damit schnell wieder zurück an den Eingang, wo noch immer Anja und Sven über ihren Köffern dümpelten. Auf was warteten die eigentlich? Zwei so billige, ausklappbare Einkaufskarren mit Plastikrädchen hatten sie mit ihrem schweren Gepäck beladen, bei der einen Karre war vorn bereits ein Rad gebrochen. Also dass sie überhaupt so weit gekommen waren?! Wie wär's nächstes Mal mit einer gescheiten, massiven Sackkarre vom Baumarkt? Also luden die beiden einen Teil um auf den Bollerwagen, der wurde ganz voll (nicht mehr als 60 kg, bitte!) und die beiden Karren waren immer noch so schwer, dass man sie kaum ziehen konnten. "Wo müssen wir denn jetzt hin?" fragte ich. Irgendwo auf "R" und dorthin zogen und schoben wir. Am Eingang zu "R" verließ ich die beiden, die warteten dort dann auf Helfer aus ihrem Team.
Wenn ich schon da war, lief ich gleich außen rum und ging zur Bändchenausgabe. Am Merch stand schon eine fette Schlange an, aber bei den Bändchen kam man ratzfatz durch . Mit dem Bändchen bestückt lief ich zurück in mein Camp. Wir grillten erst mal eins auf und stachen die Fässer an.
Dann wollten wir aber mal runter schauen zum Mutantenstadl. "Was für ein Mutantenstadl?" fragte einer. Na, da ist doch immer die Warm-up-Party! Naja, da ging's natürlich schon gut ab.
Der Robert gab sich gleich einen Maßkrug, und mir gab er ein Bier aus. Da saßen wir bei guter Mukke im Biergarten und erfreuten uns des Lebens, sangen Warriors of the world und feierten. Krug und Becher waren nun leer und weil ja Robert alles bezahlt hatte, warf ich meinen leeren Becher in seinen leeren Krug, damit er gleich das Pfand wieder hatte. Das hatte Robert nicht bemerkt.
Da kam der Heiko des Weges: hallo, juhuu! Schon war Heiko zur Tränke gelaufen und kam mit 3 Bechern Bier zurück. Juhu, freu, prost - und Robert füllte den Becher gleich um in seinen Maßkrug. Darin steckte aber mein leerer Becher und so schwappte einiger Schaum über und überhaupt war das nicht Sinn der Sache. Wir versuchten nun, den gefüllten Becher aus dem leeren Maßkrug zu ziehen, was uns aber erst gelang, als der halb leer getrunken war.
Alt wurde ich nicht mehr. Gut beömmelt und recht erschöpft vom ganzen Tag krabbelte ich irgendwie zurück ins Camp und schmiss mich in mein frisch überzogenes Bett. Mei, da merkte ich erst, wie gestresst ich eigentlich war, seit Wochen stand ich unter Strom, wie nötig hatte ich nun endlich mal Urlaub (von meinem Privatleben). Na, mal gucken, ob und wann ich runter komm.





















