Sonntag, 15. Februar 2026

Willkuer im Löwensaal

Ich ging nur kurz nach Hause, zog mich um und machte mich gleich wieder weiter auf den Weg zum Löwensaal. Dort spielten heute Willkuer, und ich hatte mir grad gestern noch ein Ticket rausgelassen. Dabei hab ich mich gewundert, überhaupt noch eins zu kriegen und dass es noch nicht ausverkauft war.

Da lief ich also von der Straßenbahnhaltestelle den Berg hoch. Es war längst nicht mehr so kalt wie beim letzten Konzert im Löwensaal, man musste sich jetzt gar nicht mehr so den Arsch abfrieren, es ging schon. Die Schlange der Wartenden war auch nicht allzu lang.

Das mit dem Merch-LKW ist aber nicht so der Bringer: Wenn ich jetzt aus der Schlange sprang, um da mal reinzuschauen, konnte ich mich anschließend wieder hinten anstellen. War ich dann erst mal drin, ging ich auch garantiert nicht wieder raus. Aber ich wollte mir ja eh keinen Merch kaufen.

Am Eingang wurde meine Tasche durchwühlt und die Secu-Frau zog meinen Edding raus: "Das geht nicht." Schade, weil ich will doch damit im Klo vllt meinen Senf an die Wand schreiben , weil so manchen Klospruch muss ich einfach kommentieren. Zu dem Zweck schleppte ich den Edding schon seit Monaten auf x Konzerte in der Tasche mit, auch wenn er bisher noch nicht zum Einsatz kam. Aber na gut, ich musste ihn abgeben.

Als ich drin war, ging ich gleich noch an die Pizza-Bude und kaufte mir 2 Stück Pizza - im Bild: Blink-Bier und Pizza . Eine kostete 5 € und die Stücke waren nur noch lauwarm. Mensch, die Pizza, die es beim Hirsch gibt, ist um Längen besser!
Gut, das machen wir in Zukunft auch nimmer, da wird zuhaus was gegessen oder sonst wo unterwegs.

Es war erst Einlass, und das Konzert würde erst in einer Stunde anfangen, aber der Saal füllte sich nur sehr schleppend. Der Rang oben war abgesperrt, und sogar der Bierausschank rechts war nicht besetzt. Es lohnte sich nicht, so viel Leute waren gar nicht da. Naja, Willkuer ist jetzt auch nicht sooo der Straßenfeger, aber es gab ja grad im Umkreis wieder nix anderes, da bin ich halt hier her.

Die Vorband hießen Stepfather Fred. Die sprühten ganz viel Nebel auf die Bühne, bevor sie kamen. Man konnte sie kaum sehen, geschweige denn fotografieren. Sie wirkten ein bisschen aufgeregt und erzählten auch was von wegen, dies sei ihre erste Tour mit Willkuer, wenn ich es richtig verstanden hab. Sie hörten sich aber ganz nett an.

Ich guckte an den Merch: Sie hatten auch ganz zivile Preise! Da kaufte ich mir für 10 € eine CD von ihnen.

Die zweite Band hießen Herbst. Die hatten einen deutlichen Disco-Takt in ihren Songs, also das war jetzt schon vom Stil her nicht so meins.

Am Schluss sagte der Sänger einen Song an: "...der ist für meinen Vater". Oh je . Der Vater war wahrscheinlich gestorben. Am Ende vom Song drehte sich der Sänger dann auch um und hatte eine ganz traurige Miene drauf, vielleicht kämpfte er mit den Tränen? Ach, das ist schlimm an unserem Alter: Eltern und Tanten und Onkels sterben weg, dem ein oder anderen sogar schon der Partner oder die Geschwister - und sie reißen die ganze eigene Vergangenheit mit in den Abgrund, Rollen fallen weg, man ist nicht mehr Sohn oder Tochter, weil man hat keinen Vater mehr .
Jetzt im März hat mein Vater schon 10jährigen Todestag *seufz*.

Meine Lieblings-Secus Botsi und Martina sind ja nicht mehr da, haben beim Security-Dienst aufgehört. Der da ist jetzt mein neuer Lieblings-Secu . Hinter ihm liefen die Band-Members von den Stepfather Fred rum und räumten ihr Equipment auf. Da gab ich meinem Secu die CD, er soll sie doch signieren lassen. Aber er legte die CD nur irgendwo auf die Box und da lag sie dann. Die Musiker waren fertig und schon weg. Also nahm ich die CD wieder an mich und ging in der Umbaupause mal an den Merch. Da stand immerhin der Stepfather-Sänger und gab mir auf die CD ein Autogramm .

Dann kamen Willkuer. Sie machten ganz gut Stimmung, auch wenn der Saal nicht voll geworden war. Ich sah sie jetzt schon das 3. Mal und hab noch keine einzige CD von ihnen, hör sie mir ja "so" eigentlich gar nicht an, steh ja mehr auf Behemoth oder Tankard und sowas . Trotzdem kannte ich tatsächlich schon manchen Text und grölte mit.

Es war eigentlich so ganz lustig. Das Preis-Leistungs-Verhältnis hat auch gestimmt, es hatte nicht einmal 40 € gekostet, also gab's nix zu meckern.

Jetzt war's aus, ich holte meine Jacke von der Garderobe, und dann fiel mir mein Edding wieder ein! Also fragte ich am Ausgang die Secus und fand dann auch die Frau, die meinen Edding hatte. Jetzt hab ich ihn wieder, es kann beim Kacken wieder kommentiert werden .

St. Leonhard, Gesprächsforum

Am Samstag war Gesprächsforum in der Villa Leon.

Bedingt find ich's ja ganz spannend, so direkt in der Nürnberger Bronx zu wohnen: In keiner fremden Stadt, in keinem Assi-Viertel und nicht in der finstersten Straße fürchte ich mich, weil das kenn ich alles von zuhause , ich weiß ja, wie man sich da benimmt. Aber trotzdem: In den letzten 10 Jahren nahm die Bereicherung schon in sehr unangenehmen Umfang zu, es stört mittlerweile wirklich arg, man hört selbst im oberen Stockwerk im Sommer oft sein eigenes Slayer nicht mehr vor lauter Geschrei von unten auf der Straße. Alle zwei Tage hole ich oder einer der Nachbarn die Bullerei, denn direkt vor unseren Wohnzimmern ist da unten Treffpunkt des üblichen Klientels: Horden (also nicht bloß 10 oder so, sondern echt ganze Horden) von saufenden Männern mit südländischem Aussehen, die sich lauthals unterhalten, so dass der permanente Geräuschpegel nicht mehr auszuhalten ist. Die Herrschaften schmeißen ihren Müll und leere Flaschen überall hin, schleppen dazu noch Campingstühle und Sperrmüll-Schränke her, um es sich drauf gemütlich zu machen, und lassen das dann natürlich stehen. Wenn die Teile nicht mehr zum Herumlungern taugen, werden sie einfach ins Eck geschmissen. Dazwischen hupfen spielende Kinder rum, aber so richtig asslige, laut kreischende Bälger, die müssen auch nicht ins Bett, quietschen bis nachts 10 Uhr unbeaufsichtigt auf der Straße herum. Alle paar Tage gibt's mal ne Keilerei oder ne Frau schreit laut um Hilfe. Das ist alles bei uns mittlerweile ganz normal geworden .

Die Stadt hat sich schon eingeschaltet, letztes Jahr hat der OB mal einen öffentlichen Talk dazu gegeben (ich war leider grad auf Festival und konnte nicht teilnehmen) und es ist auch dank permanenten Polizeieinsatzes dann wirklich etwas besser geworden. Aber so gehts natürlich trotzdem nicht weiter, und drum gabs jetzt in der Villa Leon ein Gesprächsforum. Das lief nun schon das zweite Mal. Beim ersten konnte ich nicht teilnehmen, da war ich auf Festival , aber diesmal hatte ich mir "frei" genommen und tanzte da mit an.

Ich war angenehm überrascht, es war produktiver als ich erwartete. Nächstes Mal geh ich wieder hin. Das ist dann am 14. oder am 16. April, der genaue Termin wird noch bekannt gegeben. Außerdem hab ich erfahren, dass am 25.03.26 im Omonia ein Talk- und Spieleabend stattfindet. Das find ich klasse, weil ich will schon ewig irgendwo in einer Location Backgammon spielen und wenn sich da was ergibt, auch noch gleich ums Eck, das fänd ich prima!

Sonntag, 8. Februar 2026

Doom-Konzert im b-hof, Würzburg

Diesen Samstag stand ich echt mal bald auf: schon um 9! Um 11:30 Uhr war nämlich Häkelgruppe in der Vesperkirche, und das wollte ich mir mal anschaun. Ich hab ja wieder 5 Häkelsachen gleichzeitig in Arbeit, lauter kompliziertes Zeug. Das Einfachste nahm ich dann mit: Es wird eine Schlange, die soll mit Reis gefüllt werden und kommt dann ins Auto quer vor die Windschutzscheibe, das Kondenswasser aufsaugen. Bei der Schlange muss man einfach nur einen 1,50 m langen Schlauch in Runden häkeln, nix zählen, nicht aufpassen, kein Maschenmuster, ideal für eine Häkelgruppe.

Die Häkelgruppe war wirklich nett, hat mir gefallen, hat halt bloß einige Nachteile: Wie schon gesagt ist sie samstags früh ab 11:30 Uhr, also mitten in der Nacht , ich muss extra früh aufstehen und mir am heiligen Wochenende einen Stress machen. Dass ich überhaupt an einem Samstag in Nürnberg bin, ist ja auch schon ein Kunststück. Dazu gabs dort an der Kirche ganz, ganz schlecht Parkplätze. Ja, und es ist eben in einer Kirche im Rahmen eines sozialen Projekts, überall Pfarrer, Christen und Halbheilige - das find ich jetzt auch nicht so wirklich prickelnd . Aber ok, angeschaut hab ichs mir mal, und an und für sich war es wirklich nett. Hätt ich genug Zeit, ginge ich da bestimmt öfter mal hin.

Meine Bratpfannen sind sowas von durch! Kommt davon her, weil ich das Angebrannte immer mit der Spachtel auskratz und sich damit natürlich auch die Beschichtung mit weg-kratzt. Drum wartete ich nun schon seit geraumer Zeit auf so einen Punkte-sammel-Topfverkauf, um mir ein Set neuer Pfannen zuzulegen.
Tatsächlich gab's dann am Freitag im Marktkauf eine Klebemarkenaktion für Töpfe und Pfannen , juhuuu. Dabei hab ich noch voll die totale Trullakassiererin erwischt, die hat mir gleich die halbe Rolle an Marken runtergezogen , ey, gut 140 Klebemarken, klasse. Mit 1 Einkauf kriegte ich gleich 5 Karten voll .

Zuhause hab ich mir die Karten dann genauer angeschaut und festgestellt: Die Aktion ging nur noch bis Samstag, den 07.02.26. Ah, das erklärte natürlich, warum mir die Kassiererin mit 1 Schwung gleich so viele Marken gegeben hat.
Ja, da musste ich ja schaun, dass ich meine Pfannen kaufte, wenn das nur noch bis Samstag ging . Also fuhr ich nach der Häkelgruppe noch schnell in den Marktkauf und wollte die Aktions-Pfannen kaufen.

Hee, also da waren am Freitag echt noch viele da, aber jetzt am Samstag waren sie alle weg, ausverkauft.
Hee, ich war extra deswegen noch schnell hier her gefahren! Oh, da war ich aber sauer!

Dann stellte ich ein Regal weiter fest: Da gab's auch Pfannen. Die waren im Angebot. Es waren fast dieselben wie die von der Aktion - nur billiger . Also kaufte ich da zwei Pfannen. Vielleicht schau ich am Montag noch mal in den Marktkauf nach Mögeldorf, weil wozu hab ich mir denn jetzt die Mühe gemacht und die ganzen Marken in die Karten geklebt?

Dann aber endlich zum Naglfar und ab ins Wochenende! Was Nennenswertes lief nicht, aber im Würzburger b-hof sollte ein kleines Doom-Konzi stattfinden, immerhin. Also fuhr ich - schon wieder - nach Würzburg.

Schon im Knoblauchsland lag eine dicke Nebelfront über den Feldern. Schlimmer wurde es dann aber nicht.

Ich segelte trotz stellenweise dicker Nebelschlieren unspektakulär über die A3 und landete in Würzburg. Das rote Licht hat nichts mit meinem Wohnmobil zu tun! Es ist nur die rote Ampel, an der ich stand, gell .

An der Friedensbrücke war die Parksituation recht locker, es war noch genug frei. Ich stellte mich ganz rechts hin, da gab's auch Stromsäulen und da musste ich dann nicht so weit laufen, weil ich wollte über die alte Mainbrücke in die Innenstadt.

Mein Kabel war total verwurschtelt. Naja, es war bisher immer so kalt gewesen, dass ich es nur eilig zusammenraffte und irgendwie in den Laderaum stopfte, um nur schnell wieder ins warme Auto zu kommen. Das hatte den Weihnachtsbaumlichterketten-Effekt, jetzt war es ziemlich verknotet. Ich wickelte nur 3 Meter ab und schmiss den restlichen Kabelknoten einfach vor die Stromsäule. Es gibt ja Leute, die haben ganz tolle entwirrtelte Kabel, sie sind in sich gerade und nicht mal verdreht, sauber sind sie auch, und die Luxusbande hat sogar noch eine Kabeltrommel! Ich nicht .

Es gibt auch Leute, die haben so ausfahrbare Standfüße am Boden, und ihre Autos sind exakt waagrecht ausgewogen. Ich nicht.
Ich hab bloß ein Paar Keile, mit denen ich justier, wenn ich länger steh. Aber für die eine Nacht lohnte sich das nicht.

Es gibt auch Leute, die haben an ihren Morelos ein zweistufiges Trittbrettchen zum Ausfahren. Ich nicht. Meins fährt nimmer aus. Ich hab stattdessen eine Bierkiste vor der Tür stehen .

Eigentlich wollte ich in Würzburg noch was essen, Chinesisch hatte ich mir eingebildet. Aber der Asia-Fritze im Bahnhof taugt mir nimmer und ansonsten lag kein China-Imbiss auf meinem Weg. Weiter vorn wär einer gewesen, das weiß ich, aber das war mir dann zu weit. Ich kam an der Nordsee vorbei: ein Fischbrötchen? Ach nein, ich wollte doch Chinesisch. Ich lief bis zum b-hof, ohne einen tauglichen Imbiss zu finden, also ging ich halt mal rein.

Auch im b-hof gab's was zu essen, so Kleinigkeiten, Pommes, aber auf die hätte ich warten müssen. Ein großer Topf mit Chinesisch stand dort und einer mit Reis. Der Barkeeper meinte, das sei eigentlich für die Band, aber ich könnte mir einfach was nehmen. Nö, ich ess doch der Band nicht das Futter weg! Also nahm ich ein Wurstbrötchen. Das kostete nur 1,30 €, also da kannste ja echt nicht meckern .

Da kam schon die erste Band, Sunday of the Dead.

Das passte nun richtig zu meiner Winter-Depri-Stimmung, ich hatte mich auf die Atmosphäre echt gefreut: dieser düstere, historische Keller mit den blanken Steinen, die niedrige Decke, die dicken Säulen und eine Doom-Band . Die Band gefiel mir und ich kaufte mir einen Patch. Sollte ich eine CD kaufen? Ach, nicht schon wieder eine CD! Nochmal eine . Wenn es sich auch grad super anhörte, aber wo hör ich denn dann die Doom-CD? Im Auto? Nee... also ließ ich's.

Links außen stand ein älterer Kerl mit ordentlich Bierbauch und freute sich, applaudierte heftig und feuerte die Band ganz arg an. Nach dem Auftritt ging ich hin und fragte: "Du bist doch der Vater vom Gitarristen, oder?" Das find ich immer total süß, wenn die Eltern aufs Konzi ihrer Youngsters gehen. Böh, meine Eltern wären nie auf ein Konzi von mir gegangen, die hätten höchstens geschimpft über diese "Affenmusik". Meine Eltern fanden sowieso alles blöd, was mir gefiel. Und nein, ich glaub gar nicht, dass das pubertärer Trotz von mir war, sondern elterlicher Trotz von denen . Und nein, ich habe es leider nicht "eingesehen" als ich dann älter wurde, sondern mir gefällt sowas noch heute. Echt schade, dass es zwischen den Generationen damals so wenig Verständnis gab.

Auch Endonomos gefielen mir recht gut.

Urza waren mir dann allerdings zu doomig. Naja, ist halt Geschmackssache.

Ich blieb drum nicht ganz bis zum Schluss, sondern verabschiedete mich und lief heim durch das nächtliche Würzburg. Ich hatte seit langer Zeit mal wieder meine uralten New-Rock-Stiefel an, die sind gut 25 Jahre alt - und sehr schwer. Ja, ich merkte, ich musste jetzt vorsichtig laufen, weil langsam scheuerten sich die Fersen auf. Da schlurchte ich durch die leere Innenstadt, über die alte Mainbrücke zurück an die Friedensbrücke zum Naglfar.

Die Heizung lief einwandfrei, es war schön warm und so krabbelte ich zufrieden ins Bett. Ich schlief recht gut. Am Morgen holte ich dann das Kabel ein. Erst breitete ich es über den ganzen Parkplatz aus und drehte es gerade, wand die Knoten und Schlaufen raus, und dann holte ich tatsächlich nen Lappen und putzte es auch noch, als ich es dann aufrollte. Jetzt ist es ordentlich verstaut. Sollte ich mir vielleicht eine Kabeltrommel kaufen?

Die Gülle-Säulen sind immer noch nicht offen, und alle Leute schütteten ihre Boxen wieder in die Grauwasserrinne. Was sich die Stadt Würzburg dabei wohl gedacht hat?

Vor mir parkte ein dicker Morelo. Mensch, da guckt mal meinen Kleinwagen dahinter an. Da kann man ja voll den Minderwertigkeitskomplex kriegen!

Ich hatte die Gasflasche gar nicht aufgedreht, kochte mir also nicht mal einen Kaffee, sondern startete gleich. Als ich hinter dem Kreisverkehr weiter in Richtung B8 fuhr, fielen mir am Gehweg links ein Grüppchen morgenmuffliger Metaler auf, die Köffer hinter sich herzogen. Mensch, das waren die Urza! Die kamen wohl grad aus ihrem Hotel. Ob sich so ein Gig für die lohnt?