Samstag, 7. November 2026

Napalm Death im Hirsch

Immer wieder dasselbe! Ich komme aus der U-Bahn hoch, und der Bus ist soeben weggefahren.
Es gibt ja nicht nur den online-VGN-Fahrplan, wo man die Verbindungen inkl. Fußweg auf die Minute berechnet kriegt, sondern ich habe mir die Abfahrtszeiten von dieser U-Bahn und diesem Bus sogar zuhause an die Wand gepappt, aber ich krieg es einfach nicht gebacken . 17 Minuten musste ich auf den nächsten Bus warten. In diesen 17 Minuten kamen 9 Busse, die alle nach "Betriebsfahrt" fuhren .

Als ich endlich beim Hirsch ankam, standen davor diese Typen aus den Niederlanden, oder wo sie her sind, die sich als Bandmembers ausgeben und einem CDs verkaufen wollen. Sie schmarrten gerade andere Konzertbesucher voll, und ich sah zu, dass ich weiter kam. Sie waren auch schon in Bamberg bei Amon Amarth vor dem Kaufland gestanden und hatten mich angequatscht, um mir CDs zu verkaufen, ich hatte ganz vergessen, das in meinem letzten Bericht zu erwähnen.

Ja und? Was ist dabei? Was hat es denn damit auf sich? - Hier interessante Links zu dieser Masche, lest mal:
- Anfrage bei ChatGPT
- ein Artikel hierzu auf den Nürnberger Nachrichten, allerdings schon vom letzten Jahr

Am Eingang stand vor mir ein Zimmermann auf der Walz mit seinem verschnürten Bündel über der Schulter (ihre ganzen Habseligkeiten haben die da drin) und ein verzweifelter Taschenkontrolleur . Er soll den Krempel bitte an der Garderobe abgeben, meinte der schließlich resignierend.

Ich ging erst mal in die Lobby und guckte mich um. Alle Leute drängten sich vor dem Merch und an der Bar. Es war doch ganz schön voll. Ursprünglich hätte das Konzi im Löwensaal stattfinden sollen, aber weil sie wohl im Vorverkauf nicht genügend Tickets verkauften, verlegten sie es in den (etwas kleineren) Hirsch, und der platzte jetzt aus allen Nähten.

Weiter ging ich in den Saal, holte mir dort ein Bier und guckte mal rum, wer alles da war. Altersmäßig war das Publikum absolut durchgemischt. Da waren die Boomer, also die alten Napalm-Death-Fans von Jugend auf, allerlei Leute mittleren Alters und auch viele Jugendliche. Alle waren sie Metaler oder Punks, und man sah da erst mal, wie schwer sich im Lauf der Zeit auch innerhalb einer Szene der Style verändert hat. Ein jugendliches Pärchen lief herum, leider habe ich sie nicht fotografiert: Beide mit wasserstoffblondierten Haaren, bei ihr wuchs der Ansatz schon 10 cm lang dunkel nach, aber es sah so aus als sei das gewollt. Sie hatte sich mit Scheiteln zwei Zöpfe abgesteckt, aber untendrunter fielen die Haare einfach weiter so in den Nacken. Beide hatten sie irgendwie den vollen hello-Kitty-Look, also größtenteils Rosa, Mintgrün und Bonbonfarben. Er hatte einen rosa Plüsch-Bademantel mit Sternchen an, sie irgendein rosa Top, aber schwarz-weiß gestreifte 80er-Jeans und dazu New-Rock-Halbschuhe in beige. Natürlich waren sie auch grell geschminkt und erinnerten mich irgendwie an Nina Hagen in ihren besten Zeiten, nur in pastell.

Der Opener waren Goatburner, und der Saal füllte sich nun langsam. Wenn jetzt alle da waren, würde es draußen leerer sein und ich lief mal raus und gab meine Jacke an der Garderobe ab. Da musste ich gar nicht mehr anstehen .

Dann ging ich wieder rein und guckte weiter: Goatburner waren ein Drummer und ein Gitarrist, aber der ganze Sound war sehr, sehr basslastig. Es ist natürlich wieder die Frage, ob hier nur die Gitarre sehr tief gestimmt war oder der Bass eingespielt wurde und wieviel von dem ganzen Sound überhaupt wirklich live war?

Im Hirsch haben sie renoviert. Unter anderem haben sie nun auch neue Türen. Die Flügeltür zwischen Saal und Bar haben sie entfernt und stattdessen jetzt nur noch so einen schweren Vorhang hängen. Es sind zwar durchsichtige Folien oben dran, aber ich konnte nie genau sehen, ob nicht von der anderen Seite grad jemand kam und fummelte mich da jedes Mal unbeholfen durch.

Als Goatburner fertig waren, strömten die Leute wieder alle in die Lobby - und ich in den Saal . Ich suchte mir rechts der Technik einen Platz am Gatter und wartete auf die nächste Band. Die hießen Brat.

Zuerst hievte sich der Drummer an seinen Platz. Er war so massig, dass er das nur mit Mühe schaffte - ein Fleischberg! Der wog alleine wohl so viel, wie die anderen drei Bandmembers zusammen. Ich hatte diese Band schon mal wo gesehen, fiel mir bei seinem Anblick ein, weil diese Gestalt war echt markant.

Die Sängerin war dagegen eine richtig hübsche Maus mit langen, blonden Haaren. Die legte auch gleich los mit so einem Elan, gefiel mir total gut. Sie zog Grimassen, schwang die Beine in die Luft, fuchtelte mit den Armen rum, also das war richtig toll.

Der Sound ... ja, ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll: Das tät ich mir niemals anhören ! Niemals tät ich mir von denen eine CD kaufen, und niemals tät ich so eine CD im Auto einlegen oder auf nem Walk in den Kopfhörer. Aber ... der Gig war super!!! Ich fand das so geil! In Verbindung mit der skurrilen Show, diesen markanten Menschen da droben auf der Bühne, dem Tanz der Sängerin ...also das war einfach so end-geil! Fasziniert stand ich an dem Gatter, lausche und guckte, und ab und zu moshte ich sogar mit.

Brat gefielen mir total gut.
Aber niemals tät ich mir das anhören !
Hört (und guckt!) mal rein: Spit on his grave

Bei Master stand ich dann fast ganz vorne. Die rissen mich nun aber nicht so weg und so wühlte ich mich nach der Hälfte des Gigs wieder raus nach hinten und ging zurück in die Lobby.

Ich hatte ein Napalm-Death-Shirt an. Es ist das zweitälteste Band-Shirt in meinem Besitz, bestimmt schon 40 Jahre alt. Leider ist es ein ganz knappes, bauchfreies Träger-Shirt, drum hab ich's schon lange nicht mehr angezogen , aber ich stülpte es halt einfach über ein normales, schwarzes Shirt drüber, damit man die Wampe und die Runzelhaut drunter nicht so sah. Es wäre wohl an der Zeit, sich mal ein neues zu kaufen, ne Nummer größer . Vor dem Merch von Napalm Death überlegte ich hin und her: Das Shirt mit dem besten Motiv war leider nur als Longsleeve zu haben. Dann war da noch dieses ultrasüße, niedliche Katzen-Shirt, aber leider war es ... bonbon-mintgrün. Aber es war echt sooo putzig, echt "awww"! Da schlug ich zu. Eine Premiere: Es ist mein erstes nichtschwarzes Band-Shirt .

Jetzt kauf ich mir noch eine hello-Kitty-Figur und beige New-Rock-Stiefel, und dann geh ich als Kiddie-Punk .

Napalm Death ist aber auch echt so ne ganz besondere Band. Sie haben sich in den letzten Jahrzehnten kaum verändert und Barney zappelte immer noch hektisch über die Bühne wie eh und je. Es war am Anfang gar nicht möglich, überhaupt ein scharfes Foto von ihm zu machen, alles verwackelt!

Das ist natürlich jetzt auch keine Musik, bei der man andächtig lauscht oder die man sich beim Chillen reinzieht. Es ist einfach bloß Krach und Geschrei, G'werch. Man kann es sich eigentlich kaum anhören, aber ich find's so lustig. Gleich machte ich ein Live-Video auf Facebook und lachte mir innerlich einen ab, wenn ich an die Kommis der Spießer unter meinen Freunden denke: "Also, was du dir da immer für einen Krach anhörst?!"

Im Publikum gings natürlich ab und es wurde gepogt und geCirclepittet. Die Stimmung war richtig gut. Hier hab ich noch ein Video auf Youtube gesetzt und extra am Anfang auf "Sound langsam einblenden" geschaltet, damit keiner erschrickt .

Also mir hat das Konzert einfach super gefallen, das war sein Geld wert.

Donnerstag, 5. November 2026

Amon Amarth, Brose-Arena Bamberg

Eigentlich wollt ich da ja gar nicht hin. Ich hatte es schon gelesen und hab auch überlegt, aber nein, es war unter der Woche, ein Mittwoch, und ich hatte keinen Urlaub mehr übrig. Nein, so unbedingt musste ich Amon Amarth jetzt nicht sehen.

Aber dann schrieb mir der Heiko, er hätte das Ticket übrig, weil an dem Tag kann er nicht und er wollte es nun verkaufen für 50 €. Na, für nur 50 € ist das natürlich was anderes , und ich nahm das Ticket. Ich hab ja noch ein paar aufgesparte Überstunden, mit denen ich bisher recht geizig war und sie nur im alleräußersten Notfall geopfert habe, aber wenn ich mir das so genau überleg: In 5 Monaten ist mein Arbeitsleben für immer abgeschlossen, was soll ich da noch Überstunden aufsparen? Also nahm ich für den Donnerstag einen Gleitzeittag.

Ich fuhr gleich direkt nach der Arbeit los, weil die Parkplätze dort sind relativ rar. Im Frühjahr, als ich das letzte Mal hier war (im Februar auf Kanonenfieber), hab ich keinen mehr gefunden und musste in so einer Gartenkolonie nebenan ganz "illegal" hinter dem Gebüsch herumparken. Das war diesmal anders, weil ich war ja viel zu früh dran und fand noch wunderbar einen Parkplatz auf dem Kaufland-Gelände, direkt vor der Brose-Arena.

Zur Zeit bin ich sowas von auf dem Weingummi-Trip - aber es muss echter, britischer Weingummi sein, und den gibt es nicht überall. Nachdem nun der Weihnachtssüßkram aufgebaut wurde und die ganze Auslage in unserem Kaufland zuhause umstrukturiert wurde, ist mein Weingummi fort, und ich hab ihn bisher noch nicht wieder gefunden . Ich suchte mir in unserem Kaufland schon erfolglos einen Wolf. Dann fragte ich einen Mitarbeiter - so eine "Fachkraft" aus dem "migrantischen Mileu" - wo denn jetzt der Weingummi ist, aber der junge Mann deutete auf die Spirituosen-Abteilung. Nein, Baby, knapp daneben, er hatte wohl nur "Wein" verstanden. "It's a kind of chewing-gum" - ach so, nö, also, das wusste er dann auch nicht, er war neu hier. Ja, das sah man.

Also stand ich jetzt in Bamberg vor einem Kaufland - neues Kaufland, neues Glück - und ich ging gleich mal rein, den Weingummi suchen. Es empfiehlt sich ja auch immer, einen Kassenbon zu haben, wenn man schon auf dem Parkplatz von einem Supermarkt parkt . Den Weingummi fand ich auch hier nicht, und raus kam ich mit einem Päckchen Käse .

Als ich zum Naglfar stiefelte, stand da jetzt ein Lieferwagen vom Nürnberger Dachdecker, und drin saßen der Ralf und der "Schmark". Da glühten wir am Parkplatz schon ein wenig vor, und ich bunkerte unter dem Naglfar und auch unter Schmarks Lieferwagen ein, zwei Dosen Bier, die ich mir dann später in den Umbaupausen reinpfeifen wollte. Man weiß ja: Arena? Reine Kommerzveranstaltung, und wahrscheinlich kostete das Bier schon 8 €.

Es war nun endlich Einlass und wir liefen in die Halle. Am Eingang bekamen wir ein grünes Bändchen, "Innenraum" stand drauf. Die auf den Rängen durften nicht in den Innenraum runter, und ich konnte beobachten, dass ihnen oben von den Secus sogar feste Sitzplätze zugewiesen wurden. Na, das tät mich fein nerven, bei so einem Konzi auf einem zugewiesenen Sitzplatz hocken zu müssen, nicht mal aufstehen und rumhupfen war drin.

Wir guckten erst mal im Foyer herum. Dort war der Merch aufgebaut. Irgendwer hatte in der Metal-Gruppe auf Facebook geschrieben, dass er sich ärgerte, bei seinem Konzi vor Ort die Mütze mit den Hörnern nicht gekauft zu haben, sie hätte nur einen Zehner gekostet, und ob ihm nicht jemand vom nächsten Konzi eine mitbringen könnte. Dass die bloß einen Zehner kostet, glaubte ich jetzt nicht ... und natürlich hatte ich Recht: Sie kostete sogar 40 €. Das ist jetzt natürlich schon gescheit happig! 40 € für eine Strickmütze?! Dafür strick ich ja 4 Stück! Vielleicht sollt ich wirklich drüber nachdenken, jetzt dann für mein Rentendasein ein mobiles Häkel-und-Bastel-Geschäft zu eröffnen?

Die Shirts kosteten auch 40 €, die Patches sogar 15 €, und einen Zipper gab's für schlappe 100 €. Das ist sehr hübsch anzuschaun, aber ansonsten kannste das mal ganz schnell vergessen! Ich brauch kein Amon-Amarth-Shirt, ich hab schon eins, und das hatte ich auch an. Es ist eines meiner frischeren Shirts, ich hatte es noch nicht oft getragen und in meinem Kopf noch als "mein neues Shirt" registriert, aber als ich es vorgestern aus dem Schrank kramte und genauer anguckte, stand auf dem Rücken: "Sommer 2017" - oh, schon fast 10 Jahre alt ! Naja, Neues aus der Reihe "wie doch die Zeit vergeht, ts ts".

Die Bierpreise waren eigentlich erträglich. Ja, ein Bier kostete 8 €, aber immerhin waren davon 3 € Pfand.

Da gingen die Jungs noch schnell eine rauchen und weil wir also eh draußen rum standen, wollte ich gleich mal zum Auto gehen und eine Bierdose schlachten. "Wo komme ich denn raus?" fragte ich einen von den Türstehern und bekam die Antwort, dass man nicht mehr raus kommt bzw. wer raus geht, käm nicht mehr rein, das Ticket erlischt mit Verlassen des Gebäudes. Was? Ich kann nicht mal mehr zum Auto? Also, das ist ja die Höhe! Es könnt ja sein, dass jemand vielleicht dringend ein Medikament aus seinem Auto bräuchte oder irgendwas Wichtiges vergessen hatte, und das könnte man sich nun nicht mehr holen? Klar laufen die Leute meistens nur raus, um sich nebenan im Kaufland ein gutes, belegtes Brötchen für 1,50 € reinzupfeifen, weil hier an den Theken die kleinen, belegten Brötchen mit 2 mageren Wurstscheiben fette 7 € (!) kosteten, aber dass man jetzt gar nicht mehr raus konnte, war ja schon echt unverschämt .

Es blieb nichts anderes übrig, als sich hier ein Bier zu kaufen. Nun war das aber ein außergewöhnlich schlechtes Bier. Schmark meinte zuerst noch, sie hätten es schon vorgezapft, es stünde bereits eine Weile rum und sei abgestanden, aber die später frisch gezapften Biere schmeckten auch nicht besser, einfach nur grottig. Na, das wurde ja ein schön nüchternes Konzi, denn in der Folge ging ich mit meinem neuen Amon-Amarth-Becher lieber aufs Klo und schüttete Leitungswasser nach.

Als erste Band spielten Soilwork. Sie hatten draußen ums Eck ihren Merch und ihre Preise an Amon Amarth angepasst, also auch hier kostete ein Shirt 40 €. Es war jetzt nicht so, dass ich es bei Amon Amarth "noch einsähe", nö, auch da schon nicht, aber bei Soilwork und anderen Warm Ups ja schon gar nicht mehr! Hey, wo simmer denn? Jaja, ich weiß: in der Kommerzarena .

Soundmäßig war der Auftritt aber ganz gut, und ich moshte sogar schon ein bisschen. Wir standen auch recht weit vorn, dann sooo voll war es gar nicht geworden.

Die andere Warm Up Band hieß Orbit Culture. Die kannte ich noch nicht, aber die gefielen mir auch nicht, viel zu crunchig, nicht so meins.

Ralf und Schmark hatte ich längst verloren und nicht wieder gefunden. Ich spazierte ein bisschen rum und fand da oben auf den Rängen wenigstens meine Nachbarn sitzen , unseren "Haus-Flo" und seine Freundin! Wir sollten vielleicht mal tatsächlich über einen Haus-Shuttle-Bus nachdenken ?

Ich traf allerlei Leute, aber unser Summer-Breeze-Team fand ich nicht. Sie standen rechts der Technik, whatsappten sie, aber da hinten sah ich keinen von ihnen. Bis zum Headliner schrieben wir hin und her. Ich stand ganz vorn in der 3. Reihe, allerdings rechts außen, und wartete auf Amon Amarth.

Hinten drängte sich alles, da kam man kaum mehr durch, aber wenn man sich durchgeboxt hatte, dann ging es auf der Mitte wieder, da wurde es ganz lüftig, und vorne an den Seiten war noch richtig ein ganzer Gang frei. "Halt mal dein Bier hoch, dass wir dich sehen" schrieb Thomas, aber nennenswert überragte mein ausgestreckter Arm mit dem Bierbecher die umstehenden Leute nicht. "Da, halt mal mein Bier hoch!" bat ich einen großen Kerl neben mir. Jetzt sah Thomas das Bier (natürlich wieder mit Blinklicht drin) und schrieb: "Wir stehen auf selber Höhe, nur in der Mitte, komm einfach zur Mitte!" Also lief ich quer in die Leute rein und wühlte mich bis zur Mitte. Da standen Thomas und Annika und der große Claus und noch ein paar andere. "Da hinten sitzt der Tom mit seiner Tochter" zeigte Annika, und ja, ich sah die beiden da hinten sitzen. Die sahen ja gar nix, viel zu weit hinten, na, das war ja doof! Das war doch überhaupt blöd: Da sitzt der, da sitzt jener, und die dürfen alle nicht weg und sitzen da oben auf festen Plätzen doof rum?

Dann ging's los, Amon Amarth traten endlich auf. Was soll ich dazu sagen, es war klasse, hier nur mal die Bilder:


Es war eine recht schöne Show und die neuen Songs von ihrem neuen Album gingen mir gut ins Ohr, aber nein, es wird keine CD gekauft! Die Show war perfekt, und ich dachte an die Gagen, von denen mir erst vorletzte Woche der Torsten erzählt hatte. Wieviel Amon Amarth wohl für 1 Gig kassieren? Und sie machen hier auf ihrer Tour alle 2 Tage so einen Gig? Da machen die so eine Tour und davon können sie wohl mindestens 3 Jahre wieder leben wie die Maden im Speck. Ja gut, der Rubel rollt, aber war da nicht noch was anderes im Metal? Es lag eindeutig an dem schlechten Bier hier, dass ich die Dinge immer nüchterner sah und so viel über die Hintergründe nachdachte, statt einfach im Hier & Jetzt ... mein Handy zu zücken und mitzufilmen .

Jetzt erzählten sie was von Saxons and Vikings, Sachsen und Wikingern. Im nächsten Song erkannte ich die Stimme von Saxon's Biff und tatsächlich erschien der auch gleich ... auf der Leinwand. Ganz groß sang er da auf der Hintergrund-Leinwand mit Johan Hegg im Duett. Das wär toll gewesen, wenn Biff nun tatsächlich live auch auf der Bühne gestanden wär! Aber er ließ sich nur einspielen. Was kriegt man eigentlich für einen eingespielten Gig, während man gemütlich zuhause auf dem Sofa sitzt und in der Nase bohrt? Also das ist ja echt noch kommerzieller !

Das war es dann mit der Vorstellung, sie kamen zum Ende. Es gab nicht mal eine Zugabe. Getaktet bis auf die letzte Sekunde. Wie zu erwarten war es erst halbelf, aber es war nun mal im Stadtgebiet, es gab Anwohner und es war ein Wochentag. Na gut, also holte ich meine Jacke, die ich vorne in eine Nische gestopft hatte. Die Leute wurden von den Secus bereits aus der Halle geschoben, also nicht, dass da jetzt noch irgendwie eine Party aufkommt, nä?! Raus, raus!

Ich lief zum Naglfar. An Schmarks Parkplatz kam ich vorbei, sein Auto war schon weg. Wann waren denn die gefahren? Hatten sie überhaupt noch das Ende mit angesehen? Immerhin war meine Bierdose nicht überfahren worden, denn sie stand noch genau dort, wo ich sie vor dem Hinterreifen verbunkert hatte. Ich nahm sie wieder mit.

Annika hatte den Vorschlag gemacht, anschließend noch einen Absacker im Naglfar abzuhalten. Ha, die spekulierte wohl auf einen Kaffee ? Das lief aber nicht, weil im Naglfar war nicht geheizt. Es gab hier keinen externen Strom und ich wollte keinen Heizungs-Error riskieren. Ich ging zügig zum Auto, putzte mir ganz schnell die Zähne, zog mir mein Nachthemd an und kroch in den Schlafsack, bevor es mich zu frieren anfangen würde. Die anderen fuhren alle ab. Ich war eingeschlafen, als der Parkplatz leer geworden war.

Die Kälte war an der Grenze: In den Morgenstunden wurde es recht frisch, es fror mich an der Nase, weil den Rest vom Körper kann man ja im warmen Bettzeug einwickeln. Minusgrade hatte es noch nicht, aber es war schon nahe am Gefrierpunkt. Ich schlief bis halbzehn. Die Gasflasche hatte ich gar nicht aufgedreht gehabt, und ich kochte mir auch keinen Kaffee. Das Parkticket war Punkt 3:00 Uhr nachts abgelaufen, und ich hatte nach dem Konzert nicht noch einmal nachgeworfen, denn das war wohl die Grenze, über 3 Uhr würde wohl auch mit mehr Geld nichts ausgewiesen werden. Ab wann war das Parken dann frühmorgens wieder kostenpflichtig? Sollte ich nochmal zum Kaufland rein gehen und wenigstens was kaufen, damit ich einen neuen Kassenzettel hatte? Wenn ich jetzt noch was in den Parkautomaten schmiss, dann stand da ja auch nur "ab 09:30 Uhr" drauf, das half mir auch nichts, wenn mich ein Parkwächter schon um 8 Uhr aufgeschrieben haben sollte.
Naja, das werd ich schon sehen. Allemal fuhr ich gleich los, ohne Frühstück.