Sonntag, 8. Februar 2026

Doom-Konzert im b-hof, Würzburg

Diesen Samstag stand ich echt mal bald auf: schon um 9! Um 11:30 Uhr war nämlich Häkelgruppe in der Vesperkirche, und das wollte ich mir mal anschaun. Ich hab ja wieder 5 Häkelsachen gleichzeitig in Arbeit, lauter kompliziertes Zeug. Das Einfachste nahm ich dann mit: Es wird eine Schlange, die soll mit Reis gefüllt werden und kommt dann ins Auto quer vor die Windschutzscheibe, das Kondenswasser aufsaugen. Bei der Schlange muss man einfach nur einen 1,50 m langen Schlauch in Runden häkeln, nix zählen, nicht aufpassen, kein Maschenmuster, ideal für eine Häkelgruppe.

Die Häkelgruppe war wirklich nett, hat mir gefallen, hat halt bloß einige Nachteile: Wie schon gesagt ist sie samstags früh ab 11:30 Uhr, also mitten in der Nacht , ich muss extra früh aufstehen und mir am heiligen Wochenende einen Stress machen. Dass ich überhaupt an einem Samstag in Nürnberg bin, ist ja auch schon ein Kunststück. Dazu gabs dort an der Kirche ganz, ganz schlecht Parkplätze. Ja, und es ist eben in einer Kirche im Rahmen eines sozialen Projekts, überall Pfarrer, Christen und Halbheilige - das find ich jetzt auch nicht so wirklich prickelnd . Aber ok, angeschaut hab ichs mir mal, und an und für sich war es wirklich nett. Hätt ich genug Zeit, ginge ich da bestimmt öfter mal hin.

Meine Bratpfannen sind sowas von durch! Kommt davon her, weil ich das Angebrannte immer mit der Spachtel auskratz und sich damit natürlich auch die Beschichtung mit weg-kratzt. Drum wartete ich nun schon seit geraumer Zeit auf so einen Punkte-sammel-Topfverkauf, um mir ein Set neuer Pfannen zuzulegen.
Tatsächlich gab's dann am Freitag im Marktkauf eine Klebemarkenaktion für Töpfe und Pfannen , juhuuu. Dabei hab ich noch voll die totale Trullakassiererin erwischt, die hat mir gleich die halbe Rolle an Marken runtergezogen , ey, gut 140 Klebemarken, klasse. Mit 1 Einkauf kriegte ich gleich 5 Karten voll .

Zuhause hab ich mir die Karten dann genauer angeschaut und festgestellt: Die Aktion ging nur noch bis Samstag, den 07.02.26. Ah, das erklärte natürlich, warum mir die Kassiererin mit 1 Schwung gleich so viele Marken gegeben hat.
Ja, da musste ich ja schaun, dass ich meine Pfannen kaufte, wenn das nur noch bis Samstag ging . Also fuhr ich nach der Häkelgruppe noch schnell in den Marktkauf und wollte die Aktions-Pfannen kaufen.

Hee, also da waren am Freitag echt noch viele da, aber jetzt am Samstag waren sie alle weg, ausverkauft.
Hee, ich war extra deswegen noch schnell hier her gefahren! Oh, da war ich aber sauer!

Dann stellte ich ein Regal weiter fest: Da gab's auch Pfannen. Die waren im Angebot. Es waren fast dieselben wie die von der Aktion - nur billiger . Also kaufte ich da zwei Pfannen. Vielleicht schau ich am Montag noch mal in den Marktkauf nach Mögeldorf, weil wozu hab ich mir denn jetzt die Mühe gemacht und die ganzen Marken in die Karten geklebt?

Dann aber endlich zum Naglfar und ab ins Wochenende! Was Nennenswertes lief nicht, aber im Würzburger b-hof sollte ein kleines Doom-Konzi stattfinden, immerhin. Also fuhr ich - schon wieder - nach Würzburg.

Schon im Knoblauchsland lag eine dicke Nebelfront über den Feldern. Schlimmer wurde es dann aber nicht.

Ich segelte trotz stellenweise dicker Nebelschlieren unspektakulär über die A3 und landete in Würzburg. Das rote Licht hat nichts mit meinem Wohnmobil zu tun! Es ist nur die rote Ampel, an der ich stand, gell .

An der Friedensbrücke war die Parksituation recht locker, es war noch genug frei. Ich stellte mich ganz rechts hin, da gab's auch Stromsäulen und da musste ich dann nicht so weit laufen, weil ich wollte über die alte Mainbrücke in die Innenstadt.

Mein Kabel war total verwurschtelt. Naja, es war bisher immer so kalt gewesen, dass ich es nur eilig zusammenraffte und irgendwie in den Laderaum stopfte, um nur schnell wieder ins warme Auto zu kommen. Das hatte den Weihnachtsbaumlichterketten-Effekt, jetzt war es ziemlich verknotet. Ich wickelte nur 3 Meter ab und schmiss den restlichen Kabelknoten einfach vor die Stromsäule. Es gibt ja Leute, die haben ganz tolle entwirrtelte Kabel, sie sind in sich gerade und nicht mal verdreht, sauber sind sie auch, und die Luxusbande hat sogar noch eine Kabeltrommel! Ich nicht .

Es gibt auch Leute, die haben so ausfahrbare Standfüße am Boden, und ihre Autos sind exakt waagrecht ausgewogen. Ich nicht.
Ich hab bloß ein Paar Keile, mit denen ich justier, wenn ich länger steh. Aber für die eine Nacht lohnte sich das nicht.

Es gibt auch Leute, die haben an ihren Morelos ein zweistufiges Trittbrettchen zum Ausfahren. Ich nicht. Meins fährt nimmer aus. Ich hab stattdessen eine Bierkiste vor der Tür stehen .

Eigentlich wollte ich in Würzburg noch was essen, Chinesisch hatte ich mir eingebildet. Aber der Asia-Fritze im Bahnhof taugt mir nimmer und ansonsten lag kein China-Imbiss auf meinem Weg. Weiter vorn wär einer gewesen, das weiß ich, aber das war mir dann zu weit. Ich kam an der Nordsee vorbei: ein Fischbrötchen? Ach nein, ich wollte doch Chinesisch. Ich lief bis zum b-hof, ohne einen tauglichen Imbiss zu finden, also ging ich halt mal rein.

Auch im b-hof gab's was zu essen, so Kleinigkeiten, Pommes, aber auf die hätte ich warten müssen. Ein großer Topf mit Chinesisch stand dort und einer mit Reis. Der Barkeeper meinte, das sei eigentlich für die Band, aber ich könnte mir einfach was nehmen. Nö, ich ess doch der Band nicht das Futter weg! Also nahm ich ein Wurstbrötchen. Das kostete nur 1,30 €, also da kannste ja echt nicht meckern .

Da kam schon die erste Band, Sunday of the Dead.

Das passte nun richtig zu meiner Winter-Depri-Stimmung, ich hatte mich auf die Atmosphäre echt gefreut: dieser düstere, historische Keller mit den blanken Steinen, die niedrige Decke, die dicken Säulen und eine Doom-Band . Die Band gefiel mir und ich kaufte mir einen Patch. Sollte ich eine CD kaufen? Ach, nicht schon wieder eine CD! Nochmal eine . Wenn es sich auch grad super anhörte, aber wo hör ich denn dann die Doom-CD? Im Auto? Nee... also ließ ich's.

Links außen stand ein älterer Kerl mit ordentlich Bierbauch und freute sich, applaudierte heftig und feuerte die Band ganz arg an. Nach dem Auftritt ging ich hin und fragte: "Du bist doch der Vater vom Gitarristen, oder?" Das find ich immer total süß, wenn die Eltern aufs Konzi ihrer Youngsters gehen. Böh, meine Eltern wären nie auf ein Konzi von mir gegangen, die hätten höchstens geschimpft über diese "Affenmusik". Meine Eltern fanden sowieso alles blöd, was mir gefiel. Und nein, ich glaub gar nicht, dass das pubertärer Trotz von mir war, sondern elterlicher Trotz von denen . Und nein, ich habe es leider nicht "eingesehen" als ich dann älter wurde, sondern mir gefällt sowas noch heute. Echt schade, dass es zwischen den Generationen damals so wenig Verständnis gab.

Auch Endonomos gefielen mir recht gut.

Urza waren mir dann allerdings zu doomig. Naja, ist halt Geschmackssache.

Ich blieb drum nicht ganz bis zum Schluss, sondern verabschiedete mich und lief heim durch das nächtliche Würzburg. Ich hatte seit langer Zeit mal wieder meine uralten New-Rock-Stiefel an, die sind gut 25 Jahre alt - und sehr schwer. Ja, ich merkte, ich musste jetzt vorsichtig laufen, weil langsam scheuerten sich die Fersen auf. Da schlurchte ich durch die leere Innenstadt, über die alte Mainbrücke zurück an die Friedensbrücke zum Naglfar.

Die Heizung lief einwandfrei, es war schön warm und so krabbelte ich zufrieden ins Bett. Ich schlief recht gut. Am Morgen holte ich dann das Kabel ein. Erst breitete ich es über den ganzen Parkplatz aus und drehte es gerade, wand die Knoten und Schlaufen raus, und dann holte ich tatsächlich nen Lappen und putzte es auch noch, als ich es dann aufrollte. Jetzt ist es ordentlich verstaut. Sollte ich mir vielleicht eine Kabeltrommel kaufen?

Die Gülle-Säulen sind immer noch nicht offen, und alle Leute schütteten ihre Boxen wieder in die Grauwasserrinne. Was sich die Stadt Würzburg dabei wohl gedacht hat?

Vor mir parkte ein dicker Morelo. Mensch, da guckt mal meinen Kleinwagen dahinter an. Da kann man ja voll den Minderwertigkeitskomplex kriegen!

Ich hatte die Gasflasche gar nicht aufgedreht, kochte mir also nicht mal einen Kaffee, sondern startete gleich. Als ich hinter dem Kreisverkehr weiter in Richtung B8 fuhr, fielen mir am Gehweg links ein Grüppchen morgenmuffliger Metaler auf, die Köffer hinter sich herzogen. Mensch, das waren die Urza! Die kamen wohl grad aus ihrem Hotel. Ob sich so ein Gig für die lohnt?

Montag, 26. Januar 2026

richtig fetter Schnee

Schon gestern abends fing es an zu schneien. Gegen halbzehn abends ging ich dann runter und fing an zu schippen. Noch lag nicht viel, aber es sollte in der Nacht ordentlich Neuschnee geben, und so richtete ich schon alles her - Schippe, Streugut - damit ich morgen früh gleich loslegen konnte.

Als ich also heute morgen aus dem Fenster schaute, war alles tief verschneit. Ich zog mich an und machte mich gleich ans Werk: Schnee schippen. Es lagen mindestens 20 cm Neuschnee, ich wusste bald gar nicht mehr, wohin ich das alles schaufeln sollte. Das Auto da am Straßenrand kam ja sonst gar nicht mehr weg vor lauter Haufen. Kurzum: Es steht jetzt noch unberührt dort, weil der Fahrer gar nicht probiert hat, damit noch zu fahren .

Endlich hatte ich das Haus frei geschaufelt, da ging ich zum Auto. So zugeschneit war mein Auto wirklich noch nie.

Ich kehrte also mal alles von oben nach unten mit dem Tapezierbesen ab, den ich für den Zweck immer im Auto hab. Allein das dauerte schon. Endlich hatte ich das Röhrle halbwegs schneefrei, da fiel mir auf, dass ich nie und nimmer noch aus dieser Parklücke raus komm, denn es lag so viel Schnee außenrum, zuzüglich des Haufens, den ich eben abgekehrt hatte. Ich lief ins Haus zurück und holte die Schneeschippe. Damit schaufelte ich nun auch den Parkplatz um das Auto so weit frei, dass ich rausfahren konnte.

Es war bereits 8 Uhr, völlig zu spät, als ich dann endlich losfuhr.

Die nächsten zwei Straßen war die Fahrerei wirklich heikel, denn es war alles tief verschneit und wenn man die Spurrillen nicht erwischte, die andere Autos bereits eingefahren hatten, dann drehten die Räder durch und ich drohte, auf einer Schneebank aufzulaufen.

Auf der Rothenburger Straße (große Hauptstraße) war es zwar besser, aber auch hier lag dichter Schnee, Asphalt sah man keinen mehr.

An der Kreuzung Gustav-Adolf-Straße wurde es heikel, denn alle Fahrtrichtungen hatten ihre Fahrschneisen, die sich natürlich in der Mitte kreuzten. Es zog einem da ganz schön die Räder weg beim Drüberfahren, aber ich kam - nach der 5. Ampelphase - auf die andere Seite.

An der Eisenbahnstrecke am "Berg" - also es ist nur eine Brücke und damit eine kleine Steigung - hing ein LKW fest. Er kam nicht mehr drüber. Die PKW versuchten, vorzufahren. Ich hielt ordentlich Abstand zum Vordermann, damit ich in einem Zug am LKW vorbeifahren konnte und nur nicht bremsen musste, denn das Einzige, was mich noch über die Steigung brachte, war mein Schub, den ich grad drauf hatte. Würde ich bremsen, stand ich. Ich kam gut vor und fuhr weiter.

Dass man das "Berg" nennen wollte, ist ja echt ein Witz, ja mei, eine kleine Steigung an einer Brücke, aber auf der anderen Seite nach unten fing die Schlittenpartie an und ich war froh, dass keiner zu dicht vor mir stand und schlitterte "berg"ab.

Da endlich kam ich ins Parkhaus. Das war aber auch nicht so easy, denn sogar im Parkhaus war es glatt. Autos hatten Schnee drin verloren und die Steigung zur nächsten Etage schimmerte ganz glitschig. Ich kam hoch und war recht froh, als ich endlich da war, wo ich sein sollte.

Dann schlitterte ich vom Parkhaus aus noch zu Fuß rüber ins Büro. Ich war eine volle Stunde später dran als sonst. Die Stunde musste ich natürlich dann nachmittags wieder rein holen.

Zuerst meckerte ich ja, dass die Schulkinder heute einfach zuhause bleiben durften, während die Arbeitnehmer noch eine Stunde länger als sonst in der Arbeit bleiben müssen, aber jetzt war ich doch ganz froh: wären auch noch die ganzen Elterntaxis unterwegs gewesen, wär man wohl gar nicht mehr durch gekommen.

Von den Kollegen fehlte gut die Hälfte. Die waren alle zuhause geblieben und machten Home Office, aber ich hab ja zuhause keine Office-Station mehr, die hatte ich nach Corona wieder abgegeben.

Nach der Arbeit wollte ich auf die Ranch fahren und vorher zum Supermarkt, frische Innereien kaufen für das Miezenvolk. Der Parkplatz vom Supermarkt war fast leer, kaum jemand ging einkaufen. Sogar ganz vorn kriegte ich noch einen freien Parkplatz, aber als ich da rein fahren wollte, blieb ich im Schnee stecken . Mit zurück-vor-zurück-vor kam ich dann grad noch vom Fleck. Also ging ich mal einkaufen.

Eigentlich hätt ich es mir ja schon anhand der Schneemassen am Supermarkt denken können, aber der Ernst der Wetterlage war mir immer noch nicht bewusst und unbeirrt fuhr ich einfach weiter hinter in die Sackgasse zur Ranch. In der Wendeschleife türmten sich die Spurrillen und ich heizte quer durch. Es rumpelte am Unterboden, aber ich hatte genug Schub und blieb nicht stecken. Weiter fuhr ich auf die "verbotene Straß'", ein asphaltierter Feldweg, den nur Anlieger benutzen dürfen (deren bin ich einer), aber da kam ich dann ins Schleudern und schlitterte nur noch so rum. Ich sollte hier nicht bremsen oder gar stehen bleiben, weil sonst war's aus . An der Einmündung zum Feldweg Richtung Ranch fuhr ich lieber einfach mal weiter, denn noch niemand war in dem Feldweg gefahren, nicht einmal der Bauer mit seinem Trecker, keine Spur zeigte sich im Schnee, weder Mensch noch Maschine.

Hier lagen mittlerweile gut 30 cm frischer, unberührter Schnee, ich würde mit dem Auto nicht durchkommen. Ich konnte froh sein, wenn ich hier die "verbotene Straß'" schaffte . Ich gab Gas und rutschte und schlitterte grad noch so vor bis auf die Hauptstraße. Zum Glück kam grad keiner, dass ich ohne zu stoppen einfahren konnte. Dort griffen die Reifen wieder - zum Glück.

Ich fuhr also noch einmal um den Block bis ich wieder in die Sackgasse kam. Kurz vor der Wendeschleife parkte ich das Röhrle. Ich hatte mit dem Auto keine Chance, ich musste von dort aus zu Fuß zur Ranch.

Also packte ich alles in den Korb, was ich für die Miezis brauchte: die frischen Hühnerherzen, die Schälchen Sheba, das Trockenfutter, die Katzenmilch und die Akkus und SD-Karten für die Wildcams.

Das Gartentor kriegte ich vor lauter Schnee nur einen Spalt auf und stackste wie der Storch durch den hohen Schnee über den Parkplatz. Unter der großen Tanne, wo der Boden noch halbwegs schneefrei war, hockten die 3 schwarzen Katzen, Nora und ihre Kinder Noricus und Nörchen. Die versuchten nun aufgeregt, zur Futterstelle zu kommen. Das sah fast lustig aus, denn jede Katze versank komplett im Schnee, sprang in hohem Satz wieder raus und so immer eins weiter. Man sah also 3 schwarze Knäuel wie Hüpfbälle über den tief verschneiten Parkplatz hüpfen.

Die Futterstelle war auch komplett verschneit, das hatte gar keinen Sinn mehr. Nein, heute gab es das Futter dann ausnahmsweise mal im Schuppen.

Um zum Schuppen zu kommen, benutzte ich die Spuren der Hüpf-Katzen, damit ich nicht durch den totalen Schnee stacksen musste. Die Katzen wiederum kamen mir in meinen Spuren wieder entgegen gehüpft.

Eigentlich hatte ich vor, auf der Ranch eine Fotosession zu machen von der verschneiten Winterlandschaft. Allerdings sind die Fotos fast langweilig, weil man sieht nur Schnee, Schnee und wieder Schnee, alles Weiß in Weiß und kaum noch irgendwelche Orientierungspunkte. Selbst die massiven Baumstümpfe von den beiden gefällten Pappeln bildeten nur weiße Pfropfen in der Landschaft, Komposthaufen, Holzhaufen, alles nur noch weiß.

Zudem hatte ich keinen Bock, mich durch diese ganzen Schneeverwehungen zu kämpfen. Es war genug Mühe, die SD-Karten aus den 3 Kameras zu holen. Damit ging ich dann wieder und lief zurück zum Röhrle.

Als ich zuhause ankam und mich in irgendeinen Parkplatz gerutscht hatte, aus dem ich hoffentlich morgen wieder raus komm, musste ich erst wieder vor dem Haus Schnee schippen, weil dort war alles voll. Die Schneeberge türmen sich nun schon so am Gehwegrand, dass ich gar nicht mehr weiß, wohin damit. Und weiter schneits und schneits, oh weh, das wird wohl morgen noch schlimmer .

Sonntag, 25. Januar 2026

Heidenfest, Obertraubling

Aus Demling fuhr ich über Landstraßen und Autobahn rüber nach Obertraubling zur Eventhalle Airport. Am Parkplatz war erst die Hälfte voll, man fand noch jede Menge Parkplätze. Ein Pickup mit Wohnaufbau aus Gera parkte dort, da parkte ich mich gleich daneben .

Jetzt schaltete ich die Standheizung an: Sie lief ! Na, wenigstens schon mal was . Trotzdem geht mir der Winter schon wieder sowas von auf den Senkel! Andauernd friert man irgendwo, alles ist vereist, dreckig, matschig. Draußen standen einige frierende Metaler, rauchten oder soffen sich schon mal warm. Wahrscheinlich würde ich jetzt wieder erst mal am Eingang anstehen müssen und mir einen abfrieren. Trotzdem ließ ich die Jacke im Auto.

Zum Glück kam ich am Eingang relativ schnell rein. Bereits über der Tür hing ein Heizlüfter, kaum die Schwelle übertreten, war es wunderbar warm. Ich lief gleich mal rauf in die Bar und mampfte ein Stück Pizza.

Die Tribüne war abgesperrt. Besonders toll besucht war das Heidenfest also nicht. Es war noch recht viel Luft zwischen den Leuten. Die Halle füllte sich auch nur zäh. Das hatte natürlich wieder den Vorteil, dass man nirgends lange anstehen musste, an der Tränke gleich ein Bier bekam, und sich auch recht weit vor an die Bühne stellen konnte.

Dort spielten jetzt Dust & Glory, die einzige der Bands heute, die ich noch nicht kannte. Offenbar war es eine Piratenband, sie versuchten aber sehr auf Folk zu machen, denn es sollte ja ein Folk-Metal-Konzert sein. Man muss ihnen lassen, dass sie bereits eine gute Stimmung verbreiteten und im Publikum schon gehüpft und getanzt wurde, die Leute stiegen ganz gut auf die Band ein.

Lang spielten sie nicht. Es waren 5 Bands für den Abend eingeplant, da hatte jede Band nicht allzu viel Zeit. Jetzt wurde auch gleich umgebaut und auf der Bühne wurde rosa Flamingo-Deko verteilt. Trollfest hatte ich vor langen Jahren - so in etwa 10 - schon mal in Geiselwind gesehen und war damals total begeistert von ihnen. Da war ich guter Stimmung und irgendwie passte das alles. Teresa und weitere Freunde waren damals dabei und wir hatten eiiine Gaudi! Im Anschluss hatte ich mir dann tatsächlich CDs von Trollfest bestellt und beim Fräulein Helluva lag sogar kostenlos ein Helluva-Patch dabei, den ich noch heute auf der Kutte habe. Ich betone noch einmal: kostenloser Patch, nur fürs Bestellen einer CD!

Die rosa Deko erinnerte mich mehr an J.B.O., und als Trollfest auf die Bühne traten, war ich ganz entsetzt. Also das war mir einfach zu viel: Sie trugen rosa Röckchen, darunter Strumpfhosen, jeder eine Flamingo-Mütze und ins Gesicht hatten sie sich Streifen geschminkt mit Neon-Farben, pink, grellgelb, orange - oder vielleicht hatten sie sich einfach nur nen Edding-Marker durch die Visage gezogen? Das war mir extrem zu kitschig, ich durfte gar nicht hinschaun, also bei allem, was Metal ist . Wenn ich aber die Augen zu machte (bzw. nicht hinschaute), dann fand ich die Mukke echt lustig.

Ich sprang sogar auch gleich mit in die Polonaise, die sich da bildete, und hüpfte mit den anderen da durch die Halle.

Trollfest spielten lauter Songs, die ich nicht kannte. Die guten alten Sachen wie Brumblebassen oder Fräulein Helluva waren wohl zu alt? Aber auch das "Neue" konnte man gut hören, man durfte die Kitsch-Flamingos bloß nicht angucken . Naja, das Quatsch-Outfit war mir jetzt halt wirklich ordentlich zu doof.

Nach den Trollfest kamen Heidevolk auf die Bühne. Ich hab auch von Heidevolk schon zwei, drei CDs, und der Auftritt gefiel mir echt gut.

Finntroll fand ich ganz klasse. Sie hatten sich alle Troll-Ohren aufgesteckt, die wippten im Takt mit. Etwas übertrieben, aber es sah nicht unbedingt schlecht aus, besonders bei dem Gitarristen mit dem Hut, sehr hübsch. Das Auge hört halt doch mit .

Das Publikum ging auch gut mit, die Stimmung war gut.

In der Umbaupause ging ich mal raus und guckte mir den Merch an, aber das war nun wieder die totale Kommerz-Nummer, das Shirt 35 €, ein kleiner Patch nen 10er. "Naja, sie sind ja immerhin golden bestickt" sagte RoFa-Hexchen Sabine, die sich tatsächlich so ein teueres Patch kaufte, und: "Man muss ja auch irgendwie die Bands unterstützen". Ja, das stimmt zwar, aber "man" hat halt einfach auch seine Schmerzgrenze, und die ist bei mir hier echt erreicht. Hee, wie schon gesagt: Vor 10 Jahren lagen die Patches noch kostenlos in der Sendung, wenn man sich nur eine CD bestellte. Ansonsten bekam man an solchen Ständen für 10 € 4 Patches.

Ich hatte mich nach der Waldwanderung vorhin im Naglfar noch umgezogen und extra mein Heidenfest-Shirt an, das war aus dem Jahr 2008. Es hatte damals 15 € gekostet. Ja, gut, das ist bereits 18 Jahre her (da kann's einen ja schaudern, wie die Zeit verfließt ), aber da werd ich mir garantiert kein Shirt kaufen, das jetzt mehr als das Doppelte so viel kostet.

Vor 10 Jahren war auch ungefähr die Zeit, wo Teresa und ich den Korpiklaani hinterhergefahren sind. Auf jedes Korpiklaani-Konzert im Umkreis gingen wir hin, es war immer so eine tolle Party. Irgendwann aber waren wir satt, hatten sie nun oft genug gesehen. Trotzdem war Korpiklaani noch immer eine gute Band, und bei so manchem Festival stand ich immer dort und hörte sie mir gern an. Was war dann passiert? Jonne wurde dann eine Weile richtig ...ja, fett, anders kann man es nicht nennen. Vielleicht hat er ja Medikamente nehmen müssen oder irgendwas, aber er kam daher wie ein aufgeblasener Luftballon. Dann allerdings nahm er auch wieder ab. Richtig schlank wie früher ist er immer noch nicht, aber anschaun kann man ihn doch wieder.

Aber trotzdem ist es nimmer das, was es mal war, ich weiß auch nicht. Irgendwas ging verloren.

Dieser Auftritt war besonders schlecht, muss man sagen. Die Songs haben einfach kein Feuer mehr, ich weiß auch nicht. Das fing irgendwie schon damals an, als nach "Bier Bier Bier" der Song "Vodka Vodka Vodka" erschien. Korpiklaani rissen die Leute vom Heidenfest jetzt einfach nicht mehr weg, viele gingen auch bereits nach Hause. Die Halle war während des Auftritts noch ein Stück leerer geworden.

Zudem hatten sie technische Probleme. Einmal knackte es in der Elektrik so laut, anscheinend war der Strom einen Moment lang weg, dass sie zu spielen aufhörten, zwar nach einer Schrecksekunde gleich wieder weiterspielten und so taten, als wär nichts passiert, aber ich sah deutlich die fragenden Blicke, die sie sich gegenseitig zuwarfen. Sie merkten, dass sie nicht gut waren. Ich muss leider sagen: Jede ihrer heutigen Vorbands war besser.

Es wurde dann tatsächlich keine Zugabe mehr verlangt, abgesehen von einzelnen Rufern, die dann aber gleich wieder verstummten. Da stellten sich Korpiklaani noch auf die Bühne in Formation und ließen ein Foto von sich mit dem Publikum im Hintergrund machen, aber ich könnte mir vorstellen, dass sie es gar nicht veröffentlichen.

Gute Nacht, Freunde!

Guten Morgen, Parkplatz!

Ich gab meinen Becher ab, verließ die Halle und ging zum Naglfar. Die Heizung lief noch, es war kuschelig warm im Auto. Ich prüfte den Akku-Stand: oh, nur noch knapp ein Viertel in der Batterie! Ob das die Nacht noch durchhält? Wenn die Batterie alle wird, dann macht sie nur wieder einen "Spannungsabfall", die Heizung schmeißt drauf einen Error aus und schaltet sich ab und lässt sich dann nicht wieder einschalten, bevor der Error nicht behoben ist. Das Risiko mag ich lieber nicht eingehen. Also schaltete ich die Heizung aus. Es würde noch eine gute Weile warm sein im Naglfar. Bis die Kälte eingekrochen kam, würde ich längst schlafen.

Dem war dann auch so. In der Nacht fror es mich gar nicht so, auch nicht an der Nase. Vielleicht bin ich die Kälte ja mittlerweile gewöhnt? Als ich gegen halbzehn aus dem Bett krabbelte - der Geraner neben mir ließ den Motor an und fuhr ab - stand ich in T-Shirt, Slip und Socken dort und guckte aufs Thermometer: Es hatte knapp unter 0 Grad im Auto. Also 10 hätte ich jetzt schon noch geschätzt, meines "Frier-Modus'" entsprechend. Ich zog mich gleich an und fuhr los.

Ich muss zugeben: Ich bin jetzt froh, dass ich daheim bin. Bei allen Events, aber es ist einfach im Winter nicht wirklich lustig. Andauernd frierts einen, und was man auch Tolles plant und macht, nix macht wirklich Spaß. Ständig das Gekrebse: Springt das Auto an, gibt es Glatteis, Unfälle und Staus, geht die Heizung, was machen die Akkus, tiefenentleert? Was zieh ich an, Socken, Strumpfhose unter der Jeans, für außen zu kalt, für innen zu warm, Jacke hier, Mütze, Schal dort, Handschuhe vergessen, Finger abgefroren, ach, es nölt mich langsam an!