Sonntag, 24. Mai 2026

Ritterfest Posterstein

Jetzt hing ich noch ein Mittelalterfest an die Reise, wenn da schon eins war. Ich fuhr nur schnell noch in Leipzig einkaufen, denn ich hatte kein Wasser mehr (fast so wichtig wie Bier). Dann dieselte ich los nach Süden.

Die Fahrt von Leipzig bis nach Posterstein ging nur ein relativ kurzes Stück über die Autobahn, dann nur noch über die Landstraße. Die Landschaft war aber einfach herrlich! Dazu war es ziemlich warm geworden, und obwohl ich nur ein knappes Shirt und kurze Hosen anhatte, schwitze ich fürchterlich. Da hatte wir nun in der Zeitspanne meines Urlaubs von nur 10 Tagen alles durch von nahe dem Gefrierpunkt bei eisigem Nieselregen mit Winterjacke, Handschuhe und Mütze bis zu 30 Grad im Schatten wie im Hochsommer.

Ich fuhr etwas über ein Stündchen. Landkartenmäßig ging es nach Süden und ich dachte, da sei ich ja wenigstens mal ein Stückchen in Richtung Heimat. Als ich dort war, staunte ich: Es waren nur noch 18 km bis Gera? Nein, nach Gera wollte ich doch dieses Mal gar nicht hin ! Aber ja doch, das war ein Stückchen südlicher als Leipzig.

Ich fuhr auf die Parkwiese, da kam aus dem Eingangszelt ein Kind gelaufen, das hier die Gebühr kassierte und zwar satte 10 € für eine Übernachtung. Na, das sind ja gesalzene Preise! Überhaupt: Parkgebühr auf einem Mittelalterfest? Das hatte ich bisher auch noch nicht erlebt, nicht mal auf Rabenstein. Naja gut. Ich zahlte mal nur 10 € für 1 Nacht. Wenn ich morgen noch bleiben wollte, würde ich nachzahlen.

Ich parkte also, richtete mich ein und gewandete mich. Dann lief ich los. Nach kurzem Fußweg stellte ich fest, dass ich noch ewig weit zu latschen hatte und drehte wieder um, aus dem Naglfar das Fahrrad zu holen. Also radelte ich dann hin ... auf meinem hellblauen Ross , ein echt mittelalterliches Klapp-Ross .

Ich radelte an Gärten vorbei, wo Kinder und Eltern ihre abgelegten Kindersachen verkaufen wollten. Teuer war's nicht, und teilweise war es sogar zu verschenken, aber es war nichts dabei, was ich hätte brauchen können.

Dann war ich am Eingang. Erwachsene kosteten 15 € (!) Eintritt, Gewandete "nur" 10 €, also das ist ja echt ne fette Abzocke, gefiel mir gar nicht . Das Ritterfest war um eine kleine, hübsche Burg. In der Burg gab es ein kleines Museum, und das guckte ich mir gleich mal an.

Alte Möbel, Gebrauchsgegenstände, Statuen, Geschirr und Musikinstrumente waren ausgestellt. Das war so weit recht nett, insbesondere weil es beim Eintritt dabei war und nicht nochmal extra was kostete. In der Burg war es vor allem auch angenehm kühl. Ich guckte mir die Ausstellung an, war aber noch immer vom Museum in Halle so geflasht, dass das nun erst mal nix anderes toppen kann.

Ich ging wieder runter und guckte mir nun mal den Markt an. Naja, der war nix Besonderes, fand ich. Viele Buden waren es nicht, das Lager bestand auch nur aus ein paar Zelten, die Anzahl der Handwerker waren eher dürftig, die Waren ziemlich viel Krimskrams weit von "A" entfernt, es liefen sehr viele Kinder herum, das Programm war auch eher eben für die Kinder (wie bei uns immer am Sonntag) und das besonders Blöde war - was ich mir ja eigentlich hätte denken können - ich kannte keinen Menschen (außer diesen einen Facebook-Freund und der war hier Fotograf und insofern andauernd beschäftigt).

Immerhin wurden Ritterspiele und später ein bisschen Feuershow aufgeführt, was im Preis inbegriffen war. Leider war's bei der Feuershow noch gar nicht richtig finster, da wirkte das nicht so richtig. Bereits um 21 Uhr fingen die ersten Buden an, ihr Zeug abzudecken und Vorhänge vorzuziehen. Auf der Bühne spielte nun eine Band bzw. ein Duo, naja so mittelalterliche Dudelmusik mit Pfeifen und Hümmelchen.

Ich mochte nichts trinken, irgendwie lohnte sich das nicht, und essen wollte ich auch nichts, war vorhin nur schnell mal zum Auto zurück geradelt und futterte Wurst und Käse vom Rewe und ein Brot. Also weiters ausgegeben habe ich gar nichts, aber das reicht ja auch.

Am Sonntagmorgen fuhr ich gleich weiter. Zuerst überlegte ich noch, vielleicht noch einen Tag in der Fränkischen irgendwo zu bleiben, Teufelshöhle vielleicht, Pottenstein, aber dann fuhr ich doch lieber heim. Für die Fränkische mach ich mal ne extra Tour.

Auf der Autobahn kam ich tatsächlich genau nach Gera und fuhr dran vorbei. Von dort aus waren es nur noch knapp 200 km bis Nürnberg. Da bin ich nun wieder - und nachdem ich meine ganzen Kisten und Waschkörbe voller Zeug raufgeschleppt und aufgeräumt hatte, schmeiß ich mich jetzt in die Badewanne. Das hab ich dringend nötig .

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