Mittwoch, 15. Januar 2014

Zietzen gesammelt

Nachdem ich auf meinem Blog vorhin ordentlich über das Wetter geschimpft habe, hörte es auch gleich auf zu regnen und es kam sogar die Sonne hervor. Ah, das ist ja fein, dann radel ich doch noch in den Wald! Also warf ich Google an und suchte den nächsten Wald. Der zeigte sich nur 4 km von hier weg, nämlich beim Steiner Schloss ums Eck. Also radelte ich zum Steiner Schloss.

Ich fand auch gleich den "Faber-Wald", der recht nett angelegt ist, nur hat er einen Nachteil: Es ist ein Laubwald. Naja, so ab und zu ist schon auch ein Nadelbaum drin, aber es gibt dort keine Zietzen!

Da radelte ich halt eins weiter und suchte einen anderen Wald.

Mei, da merkte ich erst, wie schlapp ich drauf bin: überhaupt keine Kondition mehr! Ist ja auch kein Wunder, denn seit Wochen hock ich nur daheim vor dem PC und beweg mich kaum. Ich weiß, im Nürnberger Reichswald hinterm Flughafen gibt es massenweise Tannen, aber das war mir zu weit. So toll war das Wetter nun auch nicht und es konnte auch jeden Moment wieder zu regnen anfangen.

Dann fand ich einen Tannenbaum.

Also Leuz, das versteh ich nicht: Wenn man seinen alten Weihnachtsbaum schon im Auto hat, dann kann man ihn doch auch gleich auf den Recyclinghof fahren und muss ihn doch nicht mitsamt dem alten Lametta einfach in den Wald schmeißen!

Ich radelte um Stein herum, durch Stein durch, kam beim Robbi vorbei, radelte weiter Richtung Oberasbach ... und dachte mir dabei, dass ich dann auch gleich zum Flughafen hätt radeln können, weil weiter ist das auch nicht.

Und dann fand ich meine erste Zietze! Smylies

Ich hüpfte gleich runter vom Fahrrad und begann zu sammeln. Aber groß war meine Ausbeute nicht.

Also so wird das nichts. Ich erinnere mich - als Kind - da lag eine neben der anderen im Wald. Sie waren damals auch richtig schön groß und man musste sich eigentlich bloß hinsetzen und sie einschaufeln.

Oh Mann, das ist ja wirklich traurig: Es gibt keine Zietzen mehr! Oder wenigstens ein bisschen Holz? Lord Satan, es könnt doch nur ein bisschen Holz auf meinem Weg liegen, wär doch auch was, oder?

Smylies Huch!?!

ts ts, ...der muss immer alles gleich übertreiben, Mann!

Da es hier also eh nicht mehr weiter ging, sperrte ich das Fahrrad an einen Baum und latschte in den Wald. Da fand ich dann wenigstens vereinzelt tatsächlich ein paar Zietzen im Laub und sammelte sie auf. Sie waren klein und nass und schmutzig, aber besser als gar nichts.

Ich hatte mir extra große, dicke Müllbeutel a 120 Liter dafür gekauft, aber so einen großen Sack kriegte ich ja nie voll. Naja, vielleicht ein Drittel voll ist er geworden.

Jetzt steht der Sack im Keller und muss erst mal trocknen. Ich werd wohl die Tage dann doch mal zum Flughafen radeln, wenn das Wetter taugt, und dort weitersammeln, damit der Sack noch voll wird.

Auf dem Heimweg radelte ich allemal an einem Garten vorbei und da spitzte schon was aus dem Boden! Es sind wohl Schneeglöckchen oder irgendsowas, aber immerhin: Das ist doch voll das Vorfrühlingfeeling!

Winterprogramm

Jetzt regnet das schon wieder! Das ist ja zum Kotzen! Mir ist nämlich neulich eingefallen, dass ich ja in den Wald könnt und Zietzen (Butzelküh, kleine runde Tannenzapfen) sammeln könnt. Das haben wir immer in den 60ern gemacht, als ich noch ein Kind war: Sonntags fuhr die ganze Familie samt Oma und Opa in den Wald, die Kinder spielten und die Erwachsenen sammelten Zietzen als Brennstoff für den Winter.

Weil ich momentan stark auf dem Retro-Trip bin, dacht ich, das könnt ich doch wieder machen! Ich hab mir sogar schon eine Rolle 120-Liter-Müllsäcke gekauft, um so einen Sack mit Zietzen voll zu machen. Dann sollen den die Mieterlis mal verschüren und mir Bericht erstatten, wievielen Stücken Brennholz das entspricht und ob sich das lohnt, Zietzen zu sammeln. Aber jetzt regnet es schon wieder und heute gehe ich dann wieder nicht in den Wald.

Ich war jetzt schon ne ganze Weile nicht mehr fort. Da ich ja Zeit hab, ist mir nämlich auch eingefallen, dass ich mal meine Homepage überarbeiten könnt. Das ist nämlich auch schon seit Jahren dringend nötig. Drum scan ich gerade alle möglichen alten Fotoalben ein und tipp und tüftel nur noch an meiner Homepage rum. Die ist aber so groß, dass ich wohl noch einige Wochen brauch, bis ich da mal so weit fertig werd. Aber ist ja egal, denn heute regnet es ja schon wieder, da mach ich dann wieder nix und bleib nur zuhaus hocken und versumpf in den Scripten meiner Homepage.

Aber am Sonntag, da war ich mal auf dem Whisky-Tasting im Irish Castle. Vor lauter Homepage-Getüftel und Javascript hatte ich schon seit Tagen vergessen, irgendeinen Alkohol zu trinken und war deswegen schon beim 2. Whisky ziemlich düdel.

Das ist es, was mich so angedüdelt hat:

  • Craigellaichie 1993/2012, Conn. Choice, 46%, 75€
  • Tullibardine, Sauterniss Finish, 46%, 45,90€
  • Aberlour 16 y., 40%, 52,90€
  • Glengoyne Cask Strength, Batch No. 1, 58,7%, 49,90€
  • Caol Ila 1993/2013, Refill Sherry Cask, 46%, 63€

Samstag, 11. Januar 2014

GEZ-Gruppe und alde Daggel

Im Doppelpunkt las ich davon, dass sich heute eine GEZ-Gegner-Gruppe im Kaufhof-Cafe trifft. Ich wollte ja schon längst mal wieder zu denen ins Buchcafe in der Agnesgasse, aber offensichtlich gibt es da im Kaufhof nochmal eine GEZ-Gruppe? Die wollte ich mir dann heut halt mal angucken, was das für welche sind.

Also latschte ich um 17 Uhr rauf in den 3. Stock vom Kaufhof. Siehe da: Das waren ja die vom Buchcafe! Sie sind jetzt nur umgezogen. Da tauschten wir halt die neuesten Infos aus, aber viel gab es ja meinerseits nicht zu berichten: Nachdem ich am 01.09.2013 den rechtsmittelfähigen Bescheid von der Ex-GEZ erhalten hatte, legte mein Anwalt am 30.09. dagegen Widerspruch ein und seitdem habe ich nichts mehr von denen gehört. Sind jetzt auch schon wieder 4 Monate her... wenn das so weiter geht, zieht es sich noch Jaaahre hin.

Bis zu 600 Leute soll es geben, die außer mir noch Klage eingereicht haben. Das heißt: Ich hab ja noch gar keine Klage eingereicht, die Ex-GEZ kommt ja nicht in die Gänge, dass ich überhaupt Klage einreichen könnte.

Noch während ich bei der GEZ-Gruppe saß, bekam ich einen Anruf. Dran war eine Marktforschungsfirma, die Fragen durchführten zum öffentlichen Rundfunk. Na, dieser Anruf kam ja echt wie gerufen! Ich drückte gleich auf "Lautsprecher", schmiss das Fonepad in die Mitte des Tisches und rief in die Runde: "Da will einer wissen, was wir vom öffentlichen Rundfunk halten!" Mindestens 7 Leute schrieen auf einen Schlag in mein Telefon: abschaffen - Gemeinheit - Abzocke - weg damit!

Als ich das Fonepad wieder nahm, hörte ich einen deutlich verstörten Callcenter-Agent, der verzweifelt fragte, ob ich denn nun an der Umfrage teilnehmen wollte. "Jaja, lassen Sie mal hören!" stimmte ich zu. "Zuerst mal die erste Frage: wie alt sind Sie?" fragte der Agent. "52" antwortete ich. "Ah, da sind Sie dann leider nicht mehr in der Zielgruppe..." sagte der Agent. "Ach so, ja danke, ich bin zu alt? Ja dann: und tschüß!"

Da geh ich doch dann gleich ein Häuschen weiter zu den alden Daggeln: Das GEZ-Meeting war sowieso am Ende angekommen und so seilte ich mich ab und radelte nach Fürthz in die Kofferfabrik.

Vorher hab ich aber noch meine neue Brille abgeholt: Ich hab ja neulich 2 Brillen bestellt bei diesem eyes+more und die 2. Brille, die Sonnenbrille war jetzt erst fertig geworden. Uli hat mich gleich damit fotografiert.

Bei den Daggeln war heut nur Stammtisch. Disco ist erst das nächste Mal wieder. Also hockten wir halt alle da und laberten und tratschten. Drum blieb ich gar nicht lang und radelte schon kurz nach 9 wieder heim. Mei, zur Zeit bin ich derartig bequem und fühl mich am wohlsten zuhaus hinterm Ofen. Ich hoff, das ist bloß ne Winterdepression und nicht ne Altersphase. Smilis

Mittwoch, 8. Januar 2014

noch mehr rausgeschmissen

Heute hab ich jetzt schon mal wenigstens ein paar Lesebestätigungsmails bekommen auf meine ganzen Bewerbungen. Jeden Montag ist ja Bewerbungstag und ich hab trotz Feiertagen und Weihnachten montags immer schön Bewerbungen weggeschickt. Nun sind anscheinend die Herrschaften Personaler mal langsam aus dem Urlaub zurück und so wurden schon ein paar von meinen Bewerbungen wenigstens mal gelesen. Aber gemeldet hat sich keiner.

Dafür hat sich eine Ex-Kollegin aus der Scanning-Firma gemeldet: Sie wurde jetzt auch entlassen! Zuerst hat der schöne Chef noch ne andere Teilzeitkraft gekickt und jetzt auch sie. Also bin ich doch nicht die Einzige gewesen, was ich ja schon befürchtet hab. Das find ich ja fast ein bisschen tröstlich. Mei, das Betriebsklima da drin muss ja jetzt vollends am Boden sein. Ein herzliches Beileid an die paar restlichen Ex-Kollegen, die da drin noch arbeiten müssen.

Letztes Wochenende habe ich angefangen, meine Homepage mal wieder zu überarbeiten. Das ist mindestens schon seit 5 Jahren fällig und macht ja richtig viel Arbeit! Da häng ich zur Zeit von früh bis abends dran und so wie es ausschaut, brauche ich noch W-o-c-h-e-n bis ich das mal online stellen kann.

Trotzdem hab ich heut auch mal wieder zweieinhalb Stündchen an meinem Lorenzkirchen-Erker gemalt. Na, jetzt nimmt doch das langsam Formen an!

Dienstag, 7. Januar 2014

Fahrradtuning

Endlich ist nun dieser elendige Feiertag-Marathon endgültig rum und alles ist wieder normal. Wie herrlich! Es ist doch gleich ein ganz anderes Leben: Man hört was von der Welt, Autos fahren rum, der Bäcker hat offen, die Müllabfuhr holt die Tonnen ab, auf der Straße laufen Leute rum, die Post kommt, der DHL ... Päckchen kriegt man!

Ich hatte mir bunte Leuchtkabel bestellt. Sie sind je 3 Meter lang und ich wickelte sie um mein Fahrrad fürs nächste Critical Mass. Leider leuchtet es aber nicht wirklich hell. Vielleicht sind meine Akkus schon recht schwach? Na, ich seh schon, da muss ich noch ein bisschen basteln...

Samstag, 4. Januar 2014

City

Eigentlich hätte ich doch gestern schon ein Päckchen kriegen sollen, zumindest spätestens heute. Als es klingelte, rannte ich auch gleich an die Tür, drückte auf und rief runter zu Renate, die grad die Hausordnung machte: "Wer issn da? Ist das der DHL?" Eine männliche Stimme rief rauf: "Hier ist der DHL!" Ich freute mich schon, aber als der Herr oben war, war's nur der Joachim, der mich besuchen wollte. "Jetzt hab ich gedacht, da kommt ein hübscher, junger Mann rauf und bringt mir ein Päckchen" sagte ich enttäuscht "und jetzt bist es bloß DU!" Lang störte mich der Joachim nicht, er wollte bloß was von den alden Daggeln wissen und dann trollte er sich wieder.

Ich ging derweil vor ins Cafe und wartete, weil die Renate war noch nicht fertig mit der Hausordnung und kam dann nach. Heute tratschten und lästerten wir nur über Männer, gar nix Philosophisches.

Morgen ist ja Sonntag, übermorgen schon wieder so ein ätzender Feiertag, also machte ich mich dann heut gleich noch in die Stadt, bissel einen Trubel und Leben von der Straße einfangen.

Es nieselte. Der Winter ist diesmal arg mild! Es fror noch gar nicht richtig. Das hat den Nachteil, dass das Ungeziefer nicht erfriert und so gibt es dieses Jahr wohl wieder ganze Schwärme an Mücken und Christen.

Diese da mit ihren Bibel-Wägelchen gab's gleich dreimal an verschiedenen Ecken der Shopping-Area.

Sie treffen sich nach erfolgloser Mission am Abend dann immer vor der Lorenzkirche mit den Kollegen aus den anderen Straßen und rollern gemeinsam vor zum Bahnhof. Offensichtlich sind sie nicht von hier.

An der Lorenzkirche hörte ich eine vertraute Stimme in die Passanten brüllen: Da stand unser City-Clown, der Mülltonnen-Prediger! Schwere Konkurrenz hat er momentan, denn am Dutzendteich gastiert gerade der Zirkus Flic Flac mit echt attraktiven Jux-Nummern. Elementare Streitfragen tun sich da auf, zum Beispiel: Wer wird der Clown des Monats?

Das christliche Kasperletheater hab ich echt vermisst und mir schon fast Sorgen um unseren lieben Realsatiriker gemacht: Es wird sich doch nicht den Hals gebrochen haben? Da es noch kein Glatteis gab, hat ihn vielleicht der Satan die Treppe runter geschubst? Jaja, sowas soll's ja alles geben...

Aber alles Bangen war umsonst, hier ist er wieder! Er hat sich den Bart gekürzt und eine Mütze übergezogen und sieht jetzt ganz unscheinbar und normal aus. In der Dunkelheit war er in seinen trüben Klamotten auch kaum auszumachen. Ich find, in den Wintermonaten sollten Christen mit Laternen rumlaufen oder ein paar Grablichter um sich rum stellen, wenn sie predigen, sonst stolpert sie noch irgendwann mal einer über den Haufen.

Freitag, 3. Januar 2014

bissl g'malt

Heut hab ich dann mal wieder 2 Stündchen an meinem Erker gemalt; jetzt hat er schon ein Dach.

Eigentlich wollt ich ja auch noch zum Waschsalon gehen, meine ganzen Jeans waschen, die CDs unten von der Treppe räumen, das Leergut wegbringen, bissel Ablage machen und meine Unterlagen für'n Steuerberater herrichten und und und..., aber ich bin so faul.
Smilis

Donnerstag, 2. Januar 2014

100 Jahre Volksbad

Weil es dann zu regnen wieder aufgehört hatte, machte ich mich doch in den Keller und räumte die ganzen Kartonagen in den Bollerwagen. Mit dem völlig überladenen Wägelchen latschte ich dann vor zum Recyclinghof und entsorgte den ganzen Dreck. Unterwegs ist mir mal kurzerhand alles von der Ladefläche runter geflogen, da stapelte ich's halt wieder drauf.

Bis um 15 Uhr wurde ich sogar noch fertig, den ganzen Keller auch zu kehren. Dann hab ich sogar das aufgeweichte Brennholz aus dem Hof eimerweise in den Keller zum Trocknen geschaufelt. Die Kelleraktion ist jetzt damit für mich beendet - successfully resolved.

Ich holte das Rad aus dem Hof und krachte damit beinahe mit Jörg zusammen, der genau in dem Augenblick am Haus vorbei fuhr. Da konnten wir ja zusammen zum Volksbad fahren, aber Jörg musste noch vor dem Volksbad woanders hin und da & da und wichtig und überhaupt. Er wollte dann zum Volksbad nach kommen. Fort war er. Naja, radelte ich halt allein hin.

Über dem Volksbad hing ein schwarzes Transparent, darauf stand "80 Jahre Volksbad". Ich dachte, es wäre heute aber doch der 100. Geburtstag vom Volksbad?

Das stimmt auch, wie man hier lesen kann. Der Geburtstagswunsch an der Scheibe machte allerdings - so wie das ganze Bauwerk - einen etwas morbiden Eindruck.

Ja, ei der daus, da war ja doch der Jörg! Er quatschte aber nur kurz mit einem, den er kannte. Den ließ er dann auch gleich stehen, weil er musste noch keine-Ahnung-wohin. Auf seinem etwas fluchtartigen Weg zu dem wichtigen Ding, wo er hin musste, stoppte er noch kurz am Briefkasten vom Hemdendienst und warf dort eine offensichtlich wirklich ganz saumäßig wichtige Wurfsendung rein. Jetzt aber schnell weg, er war spät dran, und tschüß, fort war er. Mei, der Jörg wird immer chaotischer.

Die Nürnberger Häkelmafia hatte sich enorm engagiert und einen Straßenpfosten eingehäkelt, damits den nicht so friert, ist ja kalt, nä.

Auch die Türklinken hatten ein Mäntelchen übergehäkelt bekommen.

Das Volksbad ist seit 1992 geschlossen. Im Foyer hing noch eine große Tafel mit den Eintrittspreisen. Guckt mal, da steht noch "DM" drauf!

Ich seilte mich ab von den anderen und guckte auf eigene Faust durch das Gebäude.

Meine Güte, Leute! Es war 1979 als ich meine erste Wohnung hatte. Es war eine alte Bruchbude in der Raabstraße und sie hatte kein Bad. In der Küche war nur irgendwie so ein antiquiertes Waschbecken, recht klein auch noch, da konnte man sich grad bissel die Hände waschen, aber nicht mehr - insbesondere auch deswegen, weil ich da immer mein dreckiges Geschirr rein stellte, das sich dann auch mit der Zeit häufte. Drum ging ich zum Baden damals immer ins Volksbad.

Hier unten im Keller ging es zu den Duschen und Badewannen. Einmal Duschen kostete 2 DM und ein Bad kostete 3 DM. Man durfte dann eine halbe Stunde baden und dann aber gleich wieder raus, hopp hopp! Das reichte also grad so, um sich auszuziehen, reinzuhupfen, gleich das Waschen anfangen *schrubb schrubb schrubb*, grad noch die Haare bissel waschen und dann aber gleich wieder raus aus der Wanne, abtrocknen und anziehen, weil draußen auf der Bank saßen meistens schon die nächsten Leute, die warteten, dass eine Wanne frei wurde. Noch halbnass kramte ich dann immer mein ganzes Zeug schnell zusammen und kam diese Treppe hoch. Im Eingangsbereich rechts waren die Hauben zum Haare trocknen. Das kostete dann auch nochmal 20 Pfennig ... oder 50? Ich weiß nicht mehr...

Im Eingangsbereich hatten sie Kerzchen auf die Treppen gestellt. Irgendeine Soundmaschine tönte eine phrenetische Musik durch die Halle, irgendso ne trällernde Oper. Das war ja mal echt nicht zum Aushalten! Was für eine surrealistische Atmosphäre!

Ich ging gleich mal in die erste Schwimmhalle.

Hier seht ihr die Umkleidekabinen.

Nebenan ist die nächste Schwimmhalle, in der dann nach Schließung des Bades 1992 noch irgendwie so ne Disco war. Weiß nicht, ich war da nie drin, war eh so ne Schickimicki-Disse.

Wie die in der riesigen Halle voller Echo allerdings einen gescheiten Disco-Sound hingekriegt haben, ist mir schleierhaft.

An der Frontseite der Halle hängt diese seltsame Skulptur an der Wand. Ist das Chtulhu? Also das sieht ja echt irgendwie makaber aus!

Ich verdrückte mich aus der Halle und ging auf der Seite einen Treppenaufgang rauf. Da waren irgendwelche Duschen, ich fand auch die Klos, ein paar Räume mit Spints und dann kam ich auf einmal in die dritte Schwimmhalle.

Meine Güte, Leute! An dem Eck hab ich als 12jährige den Freischwimmer gemacht! Da war früher noch ein Sprungbrett und ich musste vom 1er springen. Wasserscheu wie ich war, war das ne echte Qual für mich!

Ich weiß das noch genau, so 1973 war das: Wir hatten da statt Turnen immer Schwimmen und mussten von der Peter-Vischer-Schule am Bielingplatz mit der Straßenbahn zum Plärrer fahren. Meine Straßenbahnschülerkarte ging aber bloß bis Obere Turnstraße. Meine Mama hat mir zwar immer Geld mitgegeben, dass ich für die letzte Haltestelle dann noch zahl, aber natürlich kaufte ich mir um das Geld lieber Bonbons und bin schwarz gefahren. Da hat mich doch dann tatsächlich mal so ne doofe Kontrolleurin in dieser allereinzigen Haltestelle beim Schwarzfahren erwischt, Sauerei!

Offensichtlich sollte man diese Halle gar nicht besichtigen, weiß auch nicht wie ich rein kam, allemal fand ich fast nicht mehr raus. Durch ein paar Kabinen und einem Raum mit Sicherungen (oder was das war) fand ich dann zurück ins Foyer, weil ich der phrenetischen Musik nachgehen konnte, die von dort bis hier her schallte. Über einen Tisch, der eine Tür versperrte, krabbelte ich dann wieder zum Eingangsbereich, wo auch wieder ein paar andere Leute rumstanden.

Der Klaus war nicht gekommen und auch der Jörg tauchte nicht wieder auf. Mir war kalt und gesehen hatte ich alles, also seilte ich mich ab und radelte mal lieber wieder heim hinter den Ofen.

Moltke

Gestern war ich mal wieder mit dem Klaus unterwegs. Der Klaus war Silvester auch zuhaus gesessen. Also waren wir beide mangels Feier und Kater völlig fit und ausgeschlafen und stürzten uns zum Moltke. Der hatte zum Glück offen, weil es war ja schon wieder so ein ätzender Feiertag und alle möglichen Lokale, an denen ich vorbei kam, hatten geschlossen.

Jetzt noch 1 Feiertag am Montag und dann ist endlich, endlich wieder Schluss damit und der normale Alltag kehrt wieder ein! Das Feiertagszeug bringt auch immer meinen ganzen Rhythmus durcheinander, mei.

Allemal hockten wir beim Moltke und futterten ordentlich eins auf. Klaus erzählte mir vom Volksbad, weil er ist da in so einer Initiative, das Volksbad zu erhalten, ...und dass da heute nachmittags so ne Feier wär. Mensch, da geh ich doch gleich auch hin!

Zuerst wollte ich ja noch die ganzen Pappkartons aus dem Keller zum Recyclinghof karren. Als ich nun aber heut früh extra etwas eher als sonst aus'm Bett gekrochen kam und zum Fenster rausschaute, stellte ich fest, dass es regnet. Nö, als DAS tu ich mir dann NICHT an. Morgen ist auch noch ein Tag.

Als ich mir nen Kaffee machte und in der Küche aus'm Fenster guckte, stellte ich fest, dass der Palmkätzchenbaum hinten im Hof schon zu treiben anfängt: Er hat lauter leicht hellgrüne Spitzen! Aber es ist doch noch gar nicht Frühling?!

Mittwoch, 1. Januar 2014

Silvestergrill

Michi und Sophia kamen heute Rainer-Mama besuchen und aus dem Grund wollten wir im Hof grillen. Ich hatte zwar das ganze Grillzeug und die Bierbänke längst für den Winter im Keller eingemottet, aber da der ja offensichtlich aus bleibt, der Winter, kramten wir halt alles von unten wieder hoch.

Als ich des Nachmittags in den Hof runter kam, kokelte und rauchte der Grill vor sich hin, aber kein Mensch war da. Ja, da schürte ich halt a weng rum an dem Feuer und wartete. Rainer-Mama kam dann runter, half mir beim Aufbau der Biertischgarnitur und meinte, Rainer, Michi und Sophia seien zum Kaufland vor gegangen, Fleisch zu kaufen.

Vom Einkaufen kamen sie auch bald zurück. Dominique brachte noch ne große Schüssel Kartoffelsalat mit, Ralf schürte derweil am Grill rum und da hockten wir am Tisch und warteten, dass das Essen fertig wird.

Alles ein bisschen kalt, nä. Im Sommer war das immer schöner! Aber wir haben ja auch schon mal mitten im Schnee gegrillt vor ein paar Jahren. Zum Essen sind wir damals rein, diesmal blieben wir draußen.

Na, das wurde dann doch auf die Dauer ordentlich kalt. Wir standen um den Grill rum und wärmten uns die Finger.

Naja, lang blieb ich da nicht. Ich futterte meine Bratwürst' und dann schaute ich, dass ich wieder nach oben kam.

Oben war es dann sooo gemütlich! Ich wärmte mich ordentlich auf, machte mir nen heißen Tee, chattete ein bisschen rum und dachte mir, dass ich dann wohl später ins Castle geh, ins Sugar oder in die Kofferfabrik.

Dann war es später geworden, aber ich hatte überhaupt keinen Bock, fort zu gehen und dachte mir, es reicht auch, wenn ich noch später erst gehe.

Gegen 23 Uhr gestand ich mir dann ein, dass ich einfach überhaupt keinen Bock hab, fortzugehen und deswegen zuhause bleib. Das ist jetzt meine 1. Amtshandlung aka "guter Vorsatz fürs neue Jahr": Ich werde mehr darauf achten, auf was ich überhaupt Bock hab und mir nicht immer reindrücken, ich müsst jetzt feiern, weil grad wasweißich ist.

Ja und jetzt hock ich da vor'm PC, außen knallt's und kracht's und mein Lieblingsjahr geht zu Ende, oooh. 2013 war sooo toll, Mensch, und es hat auch viel in mir verändert, was schon lang fällig gewesen ist.

Allemal hat sich meine Tarotkarte "die Liebenden", die ich noch 2012 als Jahreskarte für 2013 gezogen habe, wirklich auf ganzer Linie erfüllt: Ich habe im Lauf dieses Jahres jetzt endlich nach 29 Jahren Hickhack den Zugang durch das "Tiergärtnertor" aus der "Stadt" hinaus gefunden, durch das ich 1984 im Traum zu Satan-Ahriman gegangen bin - und ich liebe, ja, tatsächlich! Endlich ist das erfüllt! Puh, makaber, ich hätt nicht gedacht, dass ich das in DEM Leben noch auf die Reihe krieg.