Samstag, 21. September 2024

Party San Herbstoffensive am Freitag

Nach dem verträumten Mediaval blieb ich dann erst mal zuhause, weil auch kein Event auf dem Plan stand. Das Wochenende drauf gammelte ich also nur zuhause rum. Ich hatte gedacht, so ne Pause wär vielleicht auch mal ganz gut und ich könnte irgendwas Sinnvolles machen, z.B. auf der Ranch ein bisschen garteln oder irgendwas, aber am Ende machte ich gar nix, saß bloß vor dem PC, surfte auf Facebook und mampfte den ganzen Tag . Das bringts ja jetzt auch nicht.

Dazu hatte ich am Donnerstag noch Geburtstag. Ja, als Satanist "sollte" der eigene Geburtstag der höchste Feiertag im Jahr sein, aber ich seh das anders: Die ganzen Glückwünsche nerven mich bloß, geschenkt krieg ich - wenn überhaupt was, dann - auch nix Gescheites (meine materiellen Wünsche liegen ja auch im 5-stelligen Bereich, alles andere kauf ich mir selber) und wenn man ne Message aufmacht, steht da keine Info drin, sondern bloß "alles Gute!" - Spam ! Zudem macht mir das auch immer klar, wie alt ich eigentlich bin . Wenn man alle meine Geburtstage hintereinander listen wollte, dann hätte ich bereits über 2 Monate im Stück Geburtstag gehabt! . Ach, das nervte mich alles bloß.

Drum war ich dann irgendwie ganz transußig drauf, insgesamt zog mich das fast runter und drum freute ich mich jetzt ganz arg auf dieses Wochenende . Ich konnts gar nicht erwarten, drum ging ich dann am Freitag schon mittags von der Arbeit, fuhr direkt zum Naglfar und gleich ab auf die Autobahn und ab nach Weimar!

Der Weg zog sich ganz schön. Das sind 250 km, es gab auch noch zwei Staus und so war ich fast vier Stunden unterwegs. Heimwärts werden das nochmal so viel, und wenn man das Wochenende mit 48 Stunden berechnet, davon 16 Stunden schläft und 8 Stunden fährt, dann wird das richtig knapp .

Aber endlich war ich dann da. Torsten & Crew waren schon seit heute früh da, parkten direkt vor dem Tor und hatten mir einen Parkplatz freigehalten . So stand ich also direkt vor der Halle, wie praktisch ! Ansonsten war das hier mit Parkplätzen echt desolat und manche standen echt weit weg irgendwo an der Hauptstraße oder auf dem Parkplatz von irgendwelchen Supermärkten in der Umgebung.

Gleich zog ich mich um und ging rein. Da spielte auch gleich die erste Band. Jetzt muss ich passen: Ich hatte mir die Runningorder nur im Wesentlichen auf einen Zettel geschrieben und so weiß ich jetzt gar nicht, welche Bands ich da fotografiert hab, weil ich sie auch - bis auf die Headliner - alle gar nicht kannte.

Heute früh in der Arbeit hatte ich eine Quarktasche gegessen - und seitdem nix mehr. Sollte ich vorher noch in einen Supermarkt fahren? Aber dann würde sich meine Ankunft ja noch mehr verzögern, ich fuhr lieber gleich direkt hin: Hoffentlich gab's dort was zu essen? Erst mal gab's was zu trinken.

6,66 % Alkohol? Wie haben sie denn das so genau hingekriegt ? Eine sehr liebevoll gestaltete Bierflasche, aber ich wunderte mich: Glasflaschen? ...und sie fassten bloß 0,33? Na, das war aber sehr un-metalig.

Ansonsten war das ein herrliches kleines Festival! Das Wetter war super, noch richtig sommerlich, es war warm, man konnte wunderschön draußen sitzen. Nette Leute waren da und ich fühlte mich sehr wohl . Zum Glück gab's auch was Leckeres zu essen, und ich gab mir einen richtig guten Burger, auch noch zu erschwinglichen Preis. Das war mein Glück, denn die umliegenden Supermärkte waren geschlossen, im Osten war heut nämlich Feiertag !

Die Location hieß "Uhrenwerk" und in einem Glaskasten waren dementsprechend Uhren ausgestellt.

Kanonenfieber, die heute als Headliner auftraten, hatte ebenfalls eine Ausstellung, recht interessant! Ihr Motto ist ja der WK I - sehr clever, denn damit sind sie schon ganz chronologisch völlig draußen aus jeglicher Nazi-Nummer .

Jaja, der WK I, als er nur "Weltkrieg" hieß, weil man nicht wusste, dass noch ein zweiter kommen sollte und er somit der erste war. Überhaupt hab ich das schon als kleines Kind nicht verstanden, warum das Zeug "Weltkrieg" heißt? Man muss ja meinen, dass es ein Krieg für oder in der ganzen Welt sei, also auch in Namibia, in Indien, Australien, bei den Eskimos, in Grönland oder in Kanada. Dabei waren das nur ein paar europäische Länder, die sich da gegenseitig aufs Dach gaben und es ging auch um rein europäische Interessen - bis dann jedesmal die Amis noch schnell ihren Reibach dabei machen wollten und reinbashten.

Seit jeher frag ich mich: Wie kommen die Europäer dazu, sich selbst als "die Welt" zu verstehen und ihre internen Streitereien "Weltkrieg" zu nennen? Spricht das nicht für eine völlig überzogene Selbstüberhöhung?

Da haben Kanonenfieber ein interessantes Thema und ich werde mich wohl einmal etwas mehr mit dieser Band beschäftigen.

Erst mal traten noch diese da auf (bitte frage mich keiner, wie sie hießen). "Was hat er denn für eine Hose an?" fragte einer. "Nur die falschen Schuhe" sagte ein anderer: "Dazu gehören Cowboystiefel!"

Später waren dann noch die da auf der Bühne. Seht mal: Johan Hegg in jung !

Wir standen ganz vorn und moshten und hüpften. Aber irgendwann war mir das dann da vorne zu heftig, zu stickig, zu viele Menschen, zu nah an mir dran, ständig wurde man angerempelt, und ich verzog mich wieder nach draußen.

Kanonenfieber kamen schon um 22 Uhr. Das find ich klasse, denn da war ich noch gar nicht müde . Ich stand schon wieder ganz vorne, hatte mich von der Seite angeschlichen, wo die Menschenmenge noch etwas luftiger war. Da stand ich gleich direkt am Gatter.

Lauter kleine Sandsäckchen hatten sie zur Deko hingeschmissen. Hee, da war doch nur Styropor drin, weil seitdem ich vor dem Breeze mein Haus mit Sandsäcken gegen Starkregen gesichert hatte, weiß ich: so ein Sandsack wiegt gut 20 kg! Na, diese da nicht . Der Stacheldraht war auch nur aus Gummi. Alles nur Deko, nix echt, klar.

Kanonenfieber haben Masken auf. Ich glaub, das liegt dran, dass Kanonenfieber ein Einmannprojekt ist, aber auf der Bühne braucht es dann natürlich personelle Unterstützung, also andere Musiker. Dass das Ganze aber nur aus 1 Mann besteht, wird mit den Masken verdeutlicht, die nichtkanonischen Musiker sind anonymisiert .

Ich kaufte mir eine CD, denn ich glaub, diese Band ist gut und gehört unterstützt. Wie gesagt: Ich werde mich mit ihrer Philosophie mal näher auseinandersetzen .

Es war dann um halbzwölf zu Ende. Zufrieden machte ich mich ins Naglfar. Ach, I'm in love with my car! Ich schlief recht gut, aber nachts wurde es schon fast ein bisschen kühl. Naja, es ist halt nun langsam Herbst.

Sonntag, 15. September 2024

gesucht: ein neues Lieblingsbier

Seit rund 20 Jahren trinke ich Warsteiner. Aber seit ein paar Wochen schmeckt es mir nicht mehr . Keine Ahnung, hat sich mein Geschmackssinn verändert, hab ich Long-Covid oder ist das Bier übers Verfallsdatum, weil ich kaufte ja immer auf Vorrat den ganzen Keller voll, wenn es im Angebot war. Nö, es war noch ok. Na, vielleicht haben die die Rezeptur verändert? Allemal find ich das jetzt auf einmal zu süß und fad... ich brauch ein neues Liebligsbier!

Da haben wir ja da vorne am Leonhardspark seit geraumer Zeit einen neuen Rewe mit einem riesigen Getränkemarkt. Also der hat mal echt die absolute Auswahl, und da ging ich dann am Donnerstag hin und kaufte mal einen Schwung Bier von allen möglichen Sorten. Ja, der Bierausflug nach Bayreuth am Mittwoch war der Auslöser, und so kaufte ich im Rewe-Getränkemarkt ein Bayreuther Bier und ein paar Flaschen, die da noch außenrum standen. Zuhaus schlichtete ich die Flaschen alle schön auf den Tisch, dazu noch Chips, Nüssle und Salami-Snacks, und dann lud ich den Ralf ein zum "Bier-Tasting".

Saufen kann ja jeder, aber wir verkosteten nun das Bier ganz nach Anleitung (von www.hopfenseidank.de und vergaben Punkte und Beurteilungen. Das Bayreuther hell schnitt dabei sehr gut ab, wurde aber noch getoppt vom Hertl Franken Hanf, lecker, mei, war das gut ! "Das wird mein neues Lieblingsbier!" tönte ich rum, aber Ralf fragte: "Was kostet das denn?" Ach so, ein Preis, ja, ich hatte hier noch den Kassenzettel ... oh! Das kostete allen Ernstes die Flasche 3,99 €?! Äh, dann kostet eine Kiste ja mal 80€??? Da haut's mir ja den Vogel raus, das kannste vergessen!

Davon werde ich mir mit Sicherheit mal wieder ein, zwei Flaschen kaufen, aber nur "für Sonntags". Also gut, wir müssen weiter-tasten und ein anderes Lieblingsbier finden.

Mittwoch, 11. September 2024

Betriebsausflug

Ihr wisst, wie das ist, oder: Man kriegt in der Arbeit eine Mail, dass Betriebsausflug ist und zwar am x.x.xx, ein Termin in 6 Monaten. Man trägt das in den Kalender ein. Dann hat man es vergessen.

Als ich am Montag vom Mediaval heimgekommen war, guckte ich in den Terminkalender: "Was steht denn diese Woche auf dem Plan? Ah, am Mittwoch: Betriebsausflug (Schnitzel)" Aha. Ich hatte anscheinend Schnitzel bestellt.

Es kam dann per Mail die Tage nochmal ein Reminder, dass der Bus früh um 7:45 Uhr an der Ecke stünde. Das Wichtigste wusste ich also, und so stieg ich heute früh in den Bus an der Ecke. Aber wo ging es denn eigentlich hin?

Naja, fragen brauch ich da jetzt nicht, das ist ja voll peinlich. Ich glaube, ich hatte was gehört von Bayreuth? Wir fuhren bald auf die A9, also damit könnte ich durchaus richtig liegen.

Tatsächlich landeten wir eine Stunde später in Bayreuth bei der Brauerei Maisel. Jetzt fiel es mir auch wieder ein: War nicht von einer Bierverköstigung die Rede gewesen? Au, das ist ja mal ein geiler Event! Da war ich aber begeistert!

Als wir alle vollständig angekommen waren, musste jeder ein Los ziehen. Auf meinem Los stand drauf "Katakomben 1". Demnach wurden 4 Gruppen gebildet, 2 Gruppen bekamen eine Bierkutscher-Führung und 2 Gruppen eine Führung durch die Katakomben. Ich war in der Katakombengruppe und stieg zusammen mit den anderen auf einer engen Treppe in den Keller.

Rundum ist das in Bayreuth wie in Nürnberg auch: Im Mittelalter wurden zuerst unter den einzelnen Häusern und schließlich unter der ganzen Stadt Keller gegraben, die als Vorratskammern dienten. Der Sandstein unter den Häusern wurde also einfach ausgeschnitten und diente dann zum Bau von weiteren Häusern. Die so entstandenen Keller waren bald alle miteinander verbunden, sodass die ganze Bayreuther Altstadt unterkellert war. Da wurden die Vorräte gelagert oder auch bei Belagerung durch einige Geheimgänge die Stadt verlassen und mit neuen Nahrungsmitteln beliefert.

Im 2. Weltkrieg wurden die Keller dann - wie in Nürnberg auch - als Bunker benutzt. Weil dort auch gleich das Klinikum nicht weit weg war, wurden in den Kellern Betten und Krankenlager aufgestellt. Es war da also eine richtige Krankenhausabteilung, andauernd waren auch die Ärzte im Keller unterwegs. Es soll während einer Bombennacht sogar eine Amputation da unten durchgeführt worden sein und eine Geburt stattgefunden haben, beides erfolgreich.

Die Keller sind allerdings natürlich feucht und klamm und es ist ständig kalt. Also das müssen da im Krieg echt fürchterliche Zustände gewesen sein . Ich glaub, das können wir heutzutage nicht einmal mehr erahnen .

Es wurden dann im Krieg auch ein großer Teil der Keller verschüttet und teils auch durch den Main geflutet. Aber dieser Teil hier, in dem wir waren, ist bis heute intakt.

Die Brauerei Maisel produzierte dort ihr Bier. Die Hefe im Bier braucht nämlich eine recht niedrige Temperatur, sonst klappt das mit dem Gärprozess nicht. So konnte früher das Bier nur im Winter gebraut werden und dank der Keller, in denen es etwas länger kühl war, dann auch bis ins Frühjahr hinein.

Wir hörten also eine kleine Geschichte über die Entstehung von Bier. Das Bierbrauen wurde bereits im alten Mesopotamien entdeckt, als man dort altes, hart gewordenes Brot in Wasser einweichte. Das eingeweichte Brot hat man wohl mal vergessen und später festgestellt, dass es vergoren war. Dieser Mantsch gilt als das erste Bier.

In Ägypten hat man das dann fortgeführt und weiter entwickelt. An einer alten ägyptischen Grabstätte eines Biermeisters war gezeichnet worden, was der Verstorbene zu Lebzeiten gemacht hat: Bier gebraut. Die Zeichnung war hier in die Keller an der Wand übertragen worden. Mensch, das klingt doch gar nicht so schwer, weil ich selber hab das auch schon mal probiert, Bier zu brauen, und scheiterte schon an der Vorbereitung, weil man jeden Topf und jeden Tiegel abkochen und desinfizieren muss, damit nur keine falschen Bakterien den Gärprozess verunreinigen. Die Ägypter buken also einfach nur ein paar "Bierbrote" und weichten das mit Wasser durch?

Die industrielle Verarbeitung im 20. Jahrhundert erfolgte dann durch derlei Maschinen und Gerätschaften.


Die Bayreuther Bierbrauerei wurde dann zu einer der ersten Aktiengesellschaften umfirmiert. Die Aktien waren ganz kunstvoll gestaltet, sodass sie die Aktionäre bei sich zuhause in Bilderrahmen im Gästezimmer aufhängen konnten, halt so zum Angeben vor den Gästen, die dann auch gleich Aktien kaufen wollten. Heutzutage sind allerdings wieder 98% der Aktien im Privatbesitz eines Nachkommen der Familie Maisel und der behält sie. Man kann sie also leider nicht an der Börse kaufen, denn das hätt ich doch nun echt interessant gefunden .

In dem Keller war es ganz schön kühl. Letzte Woche hatte es noch fast 30 Grad. Zum Glück hatte ich mir frühmorgens noch einen Pulli unter dem Hoody angezogen, ich wollte fast schon nur ein T-Shirt anziehen! Sogar mit dem Pulli und dem Hoody fror es mich bald richtig übel und ich war dann froh, als wir wieder an die Oberfläche stiegen.

Dort kehrten wir dann ein in die Gastwirtschaft der Brauerei und bekamen ein Bier. Mensch, ewig schade: Ich musste dann später, wenn wir wieder im Betrieb ankommen würden, von dort aus noch mit dem Auto heim fahren. Eigentlich hab ich ja das Motto, wirklich gar nichts zu trinken, so lang ich noch fahren muss. Dieses eine Freibier zum Mittagessen genehmigte ich mir dann aber doch. Es hätte noch so gute, weitere Sorten zu probieren gegeben, die hab ich mir dann verkniffen, schade.

Nach dem Essen hätten wir noch zwei Stunden Zeit gehabt für eine kleine Stadtbesichtigung oder sonstige schöne Sachen, aber leider hatte es den ganzen Tag schon geregnet und es war ordentlich kalt. In der Gaststätte war schon geheizt.

Guckt mal, was der Kollege für einen neckisch-nerdischen Regenschirm hat: Space Invaders! Der stand dann im Eck zum Trocknen.

Wir verzichteten auf die Stadtbesichtigung und blieben in der Wirtschaft. Um 15:30 Uhr gings dann zurück zum Bus. Der parkte vor diesem Haus. Ja guckt mal, die Frida Kahlo!

Im strömenden Regen wurden wir also zurück nach Nürnberg gefahren. Da sind wir grad an der Stelle, an der sich die Autobahn teilt und um den Berg fährt, wir kommen nur aus der anderen Richtung. Vor Nürnberg war dann auch noch ein echt fetter Stau und wir brauchten ewig, bis wir endlich zuhause waren. Aber jetzt bin ich daheim, der Tag ist rum, schön war's .