Montag, 15. Juni 2009

nur noch 1 Woche

Gestern hockte ich den ganzen Tag im Wald und las mein Heftchen, das ich vorgestern auf irgendeinem Bahnhof gekauft habe: Spiegel-Wissen 01/2009, "mein Ich" - Mann, was für ein trivialer Scheiß! Das kauf ich nie wieder.

Heute gabs wieder ne Menge Therapiestunden. Mei, der Käpt'n ist gar nicht mehr in der weichen Schiene. Er reist nämlich am Donnerstag schon ab und da lassen sie ihn gar nicht mehr groß was machen. Ah buuuh *heul*, mein Käpt'n!! Aber macht nix, ich geh ja dann auch am drauffolgenden Dienstag.

Meine Seife ist schon ganz klein, mein Shampoo war heute alle, ich habe die letzte Haarkur verbraucht... Ich glaube, nun ist es echt Zeit, langsam aber sicher die Zelte zu packen. Drum habe ich heute gleich meinen Abschlussbericht geschrieben.

Samstag, 13. Juni 2009

Mittelalterfest Burg Rabenstein

Heute machte ich endlich mal wieder was Gescheites: wie ihr vielleicht schon aus den Blog-Kommentaren gelesen habt, wollte ich heute aufs Mittelalterfest Burg Rabenstein. Mit dem Zug wollte ich bis nach Forchheim fahren, wo mich Ino & Co abholen würden. Zurück ließ ich die Klinik oben auf dem Berg im Morgennebel...

Der Rummel auf dem Hauptbahnhof von Bad Neustadt war fast nicht zu ertragen ;-).

In Schweinfurt musste ich umsteigen und da traf mich gleich ein Herzschmerz: Ich bekam auf einmal riesiges Heimweh als ich "Nürnberg" angeschrieben las. Mein Zug würde bis Nürnberg Hbf fahren und ich musste schon in Forchheim aussteigen! Da sah ich nun auch das erste Mal seit langer Zeit in dem Zug 2 Metaler: Ein Anblick, den ich gar nicht mehr gewohnt bin. Also echt! Je näher der Zug an Bamberg kam und erst als er danach weiter in Richtung Nürnberg fuhr, desto flotter wurden die Leute. Die Bauerngesichter verschwanden irgendwie unmerklich, die Jugendlichen waren viel trendiger angezogen und auch im Allgemeinen hatten die Leute viel mehr Markenklamotten an - und ich wurde viel weniger blöd angeglotzt und ging richtig unter in der Masse. Mann, ich brauch dringend wieder die Stadt, ich geh da in der Pampa langsam echt ein!

In Forchheim trottete ich den Bahnsteig runter, da sah ich unten Ino. Ich fiel ihm gleich um den Hals und unarmte ihn dick und dabei kamen mir doch wirklich die Tränen. Mann, bin ich fertig! Ich bin in gewisser Weise jetzt (fast) nach der Klinik ja noch fertiger als vorher.

Ino & Co hatten mir meine Post der letzten 6 Wochen mitgebracht und ich las das mal alles während der Fahrt so durch, war aber nichts Schlimmes dabei.


Das Mittelalterfest war klasse. Es war ziemlich groß, viele Buden, ein Haufen Zelte, also recht ansehnlich.

Da habt ihr nen Schmied, der eiserne Drachen schmiedet.

Sue und Mütze und noch 2 andere kamen dann noch nach. Nun waren wir vollzählig.

Ihr denkt nun vielleicht: Was solld'n DAS sein? Ja, ein Bier, das seht ihr auch. Aber es ist ein besonderes Bier! Es ist mein erstes Bier nach 6 Wochen! (In der Klinik und während der Therapie ist nämlich strengstes Alkoholverbot) Ich war auch sogleich angedüdelt als ich 2 Bier drin hatte. So nen billigen Rausch hatte ich ja echt noch nie.

Ansonsten wars recht nett, hatte auch halbwegs zivile Preise.



Hier seht ihr ein Ritterpärchen.

Und hier seht ihr noch ein Ritterpärchen. Aber hallo, Kollegen: Wen man bei so nem Mittelalterfest alles trifft, hä?

Das ist nämlich unser alter Betriebsratsvorsitzender (mit seiner Frau), der die Firma seit ungefähr nem Jahr verlassen wurde. Er sagte nur: "Finanziell gehts mir nicht mehr so gut, aber ich bin dermaßen froh, dass ich da draußen bin!" Ja, er sieht auch glücklicher aus.

Hier haben wir noch einen Miniritter. Ist er nicht niedlich?

Recht bald bauten wir schon den Abflug. Ino und ich wären gern noch ne Weile geblieben, aber irgendwie wollten welche heim, weil heut abends ist nämlich Parteitag der örtlichen APPD und da wollen sie alle pünktlich sein, weil Ino ist doch der Parteitagsvorsitzende... oder wie war das?

Da seht ihr Sue mit Davids Auto. David bekam Enzos Roller geliehen, damit er in die Arbeit fahren konnte und Sue lieh sich sein Auto, damit wir alle hier auf's Mittelalterfest fahren konnten: Danke, David! Beinahe hätt es Chris auch noch vollgekotzt, aber Sue bog rechtzeitig ab in einen Feldweg. Schon ging hinten die Tür auf und Chris reiherte raus. Da hat Sue mal noch richtig rechtzeitig die Kurve gekriegt.

In Forchheim setzten sie mich wieder ab und fuhren heim nach Nürnberg. Ich setzte mich dann in den Zug und fuhr zurück nach Bad Neustadt. Weil ich zu früh umsteigen wollte und schon in Hassfurt ausstieg, denn ich dachte, das sei schon Schweinfurt, kam ich dann aber auch nicht eher an als geplant. Kurz nach 9 landete ich wieder oben in der Klinik. Boar, hab ich wieder nen Sonnenbrand im Gesicht. Bin grad ganz erschrocken als ich in den Spiegel guckte.

Jetzt wirds nun aber schon langsam Zeit, dass ich mal wieder heim nach Nürnberg komm. Aber Dienstag in 8 Tagen ist es ja nun endlich so weit.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Kasperletheater

Heute früh war ich schon um 7 vor dem Speisesaal gestanden und wollte frühstücken, aber es war noch nicht offen. Da setzte ich mich halt in der Lobby in einen Sessel und wartete. Langsam kamen dann mal meine Mitpatienten W. und L. und setzten sich auch in irgendeinen Sessel. L. grüßte mich von weitem, aber W. schaute krampfhaft weg: Es haben sich ja 2 Cliquen gebildet, nämlich die Energy-Clique (der Käpt'n und ich und noch ein paar so Anhängsel auf unserer Seite, z.B. P1, P2, We., H. usw.) und die Schnulli-Clique (vorndran die Herren M. und W., dahinter ein paar mehr oder minder zerbrechlich wirkende Weibchen, nämlich S., L., H. usw.). Die Mitglieder der Energy-Clique leben ihre Aggressionen meist recht ungeniert aus und stehen auch dazu und die Schnulli-Clique kuschelt gern. W. zum Beispiel ist derart gegen Gewalt, dass er sich sogar geweigert hat, in der körperbezogenen Gruppentherapie eine Schaumgummi-Keule überhaupt nur anzufassen. Also wir werden mit denen nie warm und der Käpt'n hat neulich dem M. sogar eine betoniert, worüber ich jetzt noch schadenfroh lachen könnt, muahahaha.

Auf jeden Fall dachte ich mir schon: "Bäh, nur 2 andere Leute von unserer Gruppe? Da wird ja ein Tisch nicht voll und ich habe wohl keine Gelegenheit, mich an einen anderen Tisch zu setzen." Ich holte mir nen Kaffee und ging zu den Tischen unserer Gruppe. Da waren an einem Tisch 2 Stühle besetzt durch eine Flasche und einen Schlüsselbund, die dort lagen. Also da würden L. und W. sitzen, die grad noch unterwegs waren, um sich ihr Frühstück zu holen. Zwangsläufig setzte ich mich halt daneben. Gefiel mir nicht recht, aber es wär ja wohl echt zickig gewesen, wenn ich mich jetzt da einfach wo anders hingesetzt hätte. Das wär ja auch schon wieder ein Eingeständnis von Schwäche gewesen, wenn ich die beiden nicht aushielte und vor ihnen flücht, fand ich.

L. kam und setzte sich. Sie lächelte mich sogar an und ich lächelte auch zurück. Freilich haben wir recht verschiedene Lebenseinstellungen, aber ja mei, deswegen muss ich ihr ja nicht an die Gurgel springen. Da kam W. an den Tisch, nahm seine Flasche, legte sie auf sein Tablett und zog damit an den Tisch hinter uns. L. guckte ganz erschrocken. Da fiel mir jetzt nun auch nichts mehr dazu ein: also so ein Kasperletheater!

Kaum war der Käpt'n da, erzählte ich ihm das natürlich brühwarm und dann ging das Geläster wieder los. Höhö, jetzt ist wieder Energie in der Energy-Clique! ;-)

Mittwoch, 10. Juni 2009

Entlassungstermin

Heute früh war Visite. Frau Dr. N. eröffnete mir, dass mein Entlassungstermin nun feststünde und zwar ist es der 23.06.2009. Naja, da hab ich jetzt noch 13 Tage, um meine Gedanken noch abschließend zu sortieren.

Drum riss ich heut in der verbalen Gruppe gleich wieder das Wort an mich: Die ganze Zeit versuchten diverse Mitpatienten mir einzureden, dass ich nicht an meine zwischenmenschlichen Gefühle käme und gar nicht wüsste, wie schön ne Partnerschaft sei und was ich da groß verpasse und wie traurig das sei. Nun, dann heult mal ein bisschen: Das wollen die mir echt erzählen, obwohl hier 50% der Leute wegen Beziehungsproblemen und Scheidungsaffären da sind? Haha, Traumtänzer! Da hab ich nun mal klar gestellt, dass ich ein sozialer Kaktus bin (sowas gibts halt auch). Ich brauch schon auch ein bisschen Wasser, aber eben nicht so viel. Rationale und funktionale Unterstützung ist mir einfach wesentlich lieber (da effektiv) als irgendein blödes Gekuschel. Je mehr Probleme ich habe, desto aggressiver macht mich das unfunktionale Getätschel: Sowas löst doch keine Probleme! Das ist doch echt wie Saufen. Das mach ich, wenn ich gut drauf bin, weil es lustig ist, aber Probleme packe ich an und mach Nägel mit Köpfen!

Drum krieg ich nun in den nächsten Tagen einen Termin bei der Sozialberaterin, um mich über Behinderten-Prozente zu informieren und was es da noch so alles für Möglichkeiten gibt. Na, seht ihr: So etwas nenn ich einen Schritt zu einer Problemlösung.

Jetzt sind meine Mitpatienten fast alle platt (bis auf den Käpt'n) und verstehen die Welt nicht mehr. Aber Hauptsache, ICH versteh mich.

Drum konnte ich dann beim Motivwandern, das wegen heftigen Regens in der Halle stattfand, auch mal entspannt chillen, weil ich das Gefühl hatte, ich habe mich mal so langsam wieder gefunden. Hier seht ihr die Kuppel von der Herzklinik. In der Mitte steht ein großer Vogelkäfig und es piepst und pfeift andauernd.

Am Abend ging ich mit der M. und der A. mal auf eine der wahnsinnig toppen, kulturellen Veranstaltungen. Ein Pfarrer las in der Kirche da hinten in der alten Burg von Michael Ende die Geschichte "Ophelias Schattentheater". Das war's dann schon wieder an Happenings, denn morgen ist wieder Thearpiestunden-freier Feiertag und es ist wieder nur Löcher-in-die-Luft-gucken angesagt...

Dienstag, 9. Juni 2009

Eigenverantwortung

Hier seht ihr den Bad Neustadter Veranstaltungskalender für Juni und Juli. In Nürnberg ist an 1 Tag mehr los als hier in 2 Monaten! Ja, ihr seht schon: Die Idylle geht mir langsam auf den Wecker!

Heut früh hatte ich wieder 69,nochwas auf der Waage. Da beantragte ich gleich, auf Diät umgestellt zu werden. Gesundheitlich ist das bei mir nicht nötig, meinte die Ärztin. Da muss ich schon selbst Verantwortung tragen und wenn ich meine, kann ich ja in eigener Verantwortung weniger essen. Oh Mann, das kotzt mich an! Ich hab doch nicht gesagt, dass ich ne Mama will oder eine rundum-Betreuung, die mich von aller Verantwortung entbindet! Ich wollte nur ein bisschen einen Rahmen, an dem ich mich orientieren kann. Aber alles soll man immer in "Eigenverantwortung" machen. In der Arbeit soll man sich sogar schon die Arbeit in Eigenverantwortung suchen und sich auch eigenverantwortlich selber anlernen und am Schluss vielleicht noch in Eigenverantwortung selber bestrafen, wenn man eigenverantwortlich entschieden hat, dass man nicht gut genug war? Ich hab's satt! Denn was heißt schon "Eigenverantwortung"? Im Grund doch nur: "Mach deinen Scheiß doch allein, weil du bist mir völlig wurscht und gehst mir nur auf die Nerven!"

Weil ich eh schon grantig war, ging ich schließlich irgendwann auf mein Zimmer und heulte. Da kam die Putzfrau und wollte staubsaugen. Mann, was ist denn das hier bitte für ne Klapse, wo man nicht mal in Ruh auf seinem Zimmer heulen kann!? Ich krieg die Krise! Ich ging zum Heulen also derweil auf den Balkon, so lang die Putze in meinem Zimmer arbeitete. Da kam diese Taube angeflogen, setzte sich ganz dicht neben mich und guckte mich an.

Die Taube saß lang auf dem Balkon, mittags war sie immer noch da. Abends war sie dann weg, hatte aber den ganzen Balkon zugeschissen :-(.

Samstag, 6. Juni 2009

Kekskiste

Am Freitagabend ist immer "Kekskiste". Im Gang vor den Lifts hocken sich dann alle Patienten der Station zusammen, lassen eine Kiste mit Süßigkeiten rumgehen und quatschen dabei Quatsch, reißen seichte Witze und manchmal singen sie auch (wie bei den Christen in der Gemeinde, oh Schreck!). Also das kannste echt nur mit mindestens 2 Kästen Bier ertragen, da ist das dann vielleicht noch lustig *rolleyes*.

Aber dieses Mal waren nur ganz wenige Leute da, weils frühmorgens bei der Stationsrunde deftigen Streit gegeben hatte und die eine Hälfte der Gruppe nun auf die andere Hälfte beleidigt ist. Drum war die Kekskiste dieses Mal echt ganz nett.

Im Übrigen werde ich nun meinen Namen ändern. Ich nenne mich ab sofort "Tullia Destructiva". Tullius Destructivus ist dieses kleine Männchen aus dem Band "Streit um Asterix", das bloß irgendwo auftauchen muss und schon geraten alle in Streit und werden ganz grün im Gesicht. So gehts mir: Seit ich hier bin, gibts andauernd neuen Streit. Erst wars die Hausfrauenbrigade, die sich über mein Outfit so entsetzt hat und jetzt, wo eigentlich ganz coole Leute da sind, ist es die Rachsucht vom M., der nicht verputzen kann, dass ich auf seine Anmache nicht eingestiegen bin und lieber mit dem Käpt'n durch die Wälder ziehe.

Ach, Wochenende ist wieder schlimm! Arschlangweilig und in der ganzen Klinik wieseln lauter Besucher rum, denn Wochenende ist Besuch erlaubt. Da man die Besucher nicht mit aufs Zimmer nehmen darf, findet man im Wald, auf dem Weg nach Dürrnhof und auf den Feldwegen nun überall rhythmisch wackelnde Autos: Darin toben sich dann die Patienten mit ihren Partnern aus. Da, schon wieder einer hinter dem Kornfeld! Haha, morgen nehm ich beim Spaziergang die Hupe mit, die mir Ino im Päckchen geschickt hat, schleich mich leise an die Autos und hupe dann ganz laut... muahaha!

Donnerstag, 4. Juni 2009

weiche Schiene

Oooh, jetzt ist heute die M. abgereist. Schad, jetzt, wo ich mich doch so gut mit ihr zu verstehen angefangen hab. Aber als echter PC-Profi hat sie sich natürlich nun eine e-Mail-Addy eingerichtet und so bleiben wir miteinander im online-Kontakt.

Überhaupt hab ich heut ein paar Adressen von meinen Mitpatienten eingesammelt und meine Adresse an sie verteilt, damit wir uns mal in ein paar Wochen, wenn wir alle wieder zuhause sind, zu einem Veteranentreffen (gaga-Meeting) einfinden können.

Seit vorgestern fahren J. aka "Käpt'n R." und ich in einer Gruppe von 10 weiteren Patienten die "weiche Schiene". Boar, der Käpt'n ist ja vielleicht stinkad! So ein Schnullizeug! Wir müssen mit der Therapeutin voran durch den Wald spazieren (also ECHT spazieren, gaaanz langsam), andauernd auf die eine Tussi warten, die dann wieder alle 500m einen Asthmaanfall kriegt, Blätter abgriffeln, an Blümchen riechen und brauchen auf die Art für eineinhalb Kilometer ne dreiviertel Stunde! "Da lauf ich ja 3 x nach Dürrnhof und wieder zurück!" fluchte der Käpt'n. Na, das ist doch der Sinn der "weichen Schiene", dass wir halt mal NICHT hetzen und bei "3 x Dürrnhof" nur noch mehr rennen, um es in 1 Stunde vielleicht sogar 4 x zu schaffen, sondern dass wir halt mal schnullen und genießen und Blümchen schnuppern.

Gestern - im Wald - auf der "weichen Schiene" hatten wir folgende Aufgabe: Paarweise sollten wir uns zusammen tun, der eine Partner schließt die Augen, der andere bringt 3 weiche und 3 harte Gegenstände aus dem Wald und der mit den geschlossenen Augen soll die Gegenstände dann beschnüffeln, betatschen und erraten, was es ist. Mit geschlossenen Augen schnüffelte ich dran rum, was der Käpt'n mir Weiches und Glitschiges gebracht hatte. "Oh, das riecht nach Erdbeeren!" freute ich mich, biss sofort rein und futterte gleich die Walderdbeeren weg. Fort war das therapeutische Anschauungsmaterial!

Heute mussten wir nun mit Fingerfarben malen, was wir zum weichen und zum harten Material so fühlten. Tja, das ist mein Bild: die feinen Walderdbeeren sind auch drauf. Nur: Wir sollten malen, was wir fühlen, nicht die Gegenstände! Ich MAG nicht malen, was ich fühle und ich mag auch gar nichts fühlen. Diese Dinge sind Walderdbeeren, sie sind rot und schmecken gut und ich habe sie gefressen, aus, fertig! Es ist nur wieder mein altes Thema: Ich verweigere mich der Welt. "Aber die Welt verweigert sich dann auch dir." sagte Ahriman. Bäh.

Dienstag, 2. Juni 2009

miese Stimmung hier zur Zeit...

(Boar, der Hubschrauber ist grad wieder ein paar Meter an meinem Balkon vorbeigeflogen, mir dröhnt das Trommelfell!)

Heut früh fing der Tag schon mal so an, dass ich auf der Waage nun wieder ein Kilo zu viel hatte *ärgerärger*. Da war ich ja schon wieder geladen...

Dann - auf der Stationsrunde - gab's wieder ein übles Gestreite. Da heißt es, man soll offen und ehrlich sein und einen aufrichtigen Seelenstrip hinlegen. Aber wehe, man macht das, dann geht es los: Der J. musste leider aufrichtig bekennen, dass er den M. nicht leiden kann, der regte sich daraufhin fürchterlich auf und ließ seinen Grant am W. ab. W. ist nun seit 3 Tagen beleidigt. Weil sie alle mit sich selber nicht klar kommen, haben sie dann gemeint, sie müssen das mal wieder MIR in die Schuhe schieben, aber ich hab sie jetzt mal einfach abfahren lassen, weil mein offenes und ehrliches Lebensmotto ist nun mal "nach mir die Sintflut" und drum hat J. heut den ganzen Tag kein Wort mehr mit mir geredet. Das hat man nun davon von Offenheit und Ehrlichkeit. Mimosenhaufen!

Montag, 1. Juni 2009

Computer für Anfänger

Weia weia... ich versumpf immer mehr vor lauter Nichtstun (zum Glück ist morgen wieder ein normaler Tag und wir haben wieder Therapiestunden). Nun bin ich morgens sogar schon zu faul, meine Ringe anzulegen, die Haare hab ich mir schon 3 Tage lang nicht mehr gekämmt, oft steh ich aus dem Sessel nur noch dann auf, wenn ich schließlich ganz dringend aufs Klo muss und der Tag wird kommen, da zieh ich mir früh nicht mal mehr mein Nachthemd aus, weil das lohnt sich ja auch gar nicht: Ich geh ja nach Frühstück, Mittagessen, Kaffeetrinken und Abendessen sowieso gleich wieder ins Bett. ;-)

Heute hab ich der M. am PC einen Lehrgang erteilt. Die M. ist schon etwas älter und hat eine Computer-Phobie: Die Angst haben wir neulich in der Gruppe analysiert, besprochen und nun nähern wir uns dem phobischen Objekt ganz langsam und schrittchenweise. So haben wir (also M. von mir) heute gelernt, wie man einen Buchstaben markiert, ein Wort markiert, einen Satz markiert oder eine Zeile und wie man das dann fett macht, kursiv oder unterstrichen, linksbündig, zentriert oder rechtsbündig. Ja, und eine andere Schrift haben wir dann sogar auch noch eingestellt. Nun sind wir schon fast die vollen Profis und beherrschen das Gerät nahezu perfekt! ;-)

*tief seufz* Ich find das immer so beruhigend, was andere Leute alles nicht können, nicht haben und nicht wissen und erkenn da immer erst, wie toll ich bin!

P.S.: Ja und in Dürrnhof war ich natürlich, weil ich dann doch noch nen Waldspaziergang gemacht hab.

Sonntag, 31. Mai 2009

Wald-Geheule

Heute war ich echt den ganzen Tag nur rumgesessen und habe Musik gehört. Die 40 Alben auf meinem Handy hab ich jetzt von hint nach vorn und vorn nach hinten x mal durch, ich kanns nicht mehr hören! Meinen mp3-Player hab ich auch dabei, aber leider ist die Batterie alle. Da bin ich heute auf die Idee gekommen, dass ja auch noch Batterien in meiner Fahrradlampe sind. Hab ich gleich ausgetauscht und jetzt hör ich den mp3-Player durch: wenigstens neue Mukke.

Da lief ich durch den Wald bis nach Dürrnhof (schon wieder) und sang lauthals mit, in der Hoffnung, dass mich - außer ein paar wilder Tiere - niemand dabei hört *jauuul*. Mei, so n richtiges Konzert, wo man sich einen abmoshen kann und richtig schön mitbrüllen und -growlen kann, das fehlt mir mittlerweile schon gescheit.

Da morgen Feiertag ist, haben wir keine Therapiestunden. Also noch mal einen ganzen Tag nichts anderes machen als Löcher in die Luft gucken und rumlungern.

Therapiemäßig hab ich jetzt ein neues Programm gekriegt und zwar die sog. "weiche Schiene" für die harten Schweine. Die "harte Schiene" hat so herrliches Zeug auf dem Plan wie Boxen, Werken, Holz hacken - das kriegen die Softies, um ihre Aggressionen zu wecken und mal so bissel das Grobe zu lernen. Und ICH krieg so ein Schnulli-Zeug wie Bewegunsspiele, Motivwandern im Wald (mit Bienchen und Blümchen anschaun und sowas), kreatives Malen (die Blümchen dann malen), Basteln und Terrainlauf. Mit diesen sanften Dingern soll man lernen, seinen Gefühlen näher zu kommen. Au weia, das kann ja was werden...