Samstag, 16. November 2013

Job gekündigt

Gestern (Freitag) kam ich top durch mit der Arbeit. Obwohl ich vormittags allein im Büro war, weil die Kollegin krank ist und die andere erst am Montag wieder kommt, schaffte ich echt viel! Ich war ganz stolz auf mich. 5 Minuten vor 14 Uhr schaute kurz der Chef zur Tür rein und sagte: "Kommen Sie bitte noch mal zu mir, bevor sie dann gehen." Ich tippte meinen Stapel gar noch fertig. Weil ich heut echt meinen flotten Tag zu haben schien, schaffte ich das auch noch bis wenige Minuten nach 14 Uhr. Wenn der Chef mit seinem Zeug jetzt nicht lang braucht, würde ich auch die S-Bahn noch kriegen, also schnell rein zu ihm!

Der Chef deutete aber auf den Stuhl, also dass ich mich setzen sollte. Oh, das wurde scheint's was Längeres. Dann fing er an und druckste erst umeinander ... ja, was hat er denn? Ist was? Er laberte drumrum, dass er es kurz machen wollte (ja, dann mach! Meine S-Bahn fährt gleich!), naja und dass er ja schon gesagt hat, dass er "aufräumen" würde und kurzum: Meine Arbeitseinstellung passt ihm nicht. Er weiß nicht, wie er das sagen soll, aber er hat z.B. festgestellt, dass ich die täglichen Stapel Eingangsrechnungen an der Wand stößel und dann einen Strich an die Wand mal, wo der Highscore an Eingang ist. Der Chef fand, das zeugt von einer nicht korrekten Einstellung bezüglich der Firma und ihm, weil diese Wand gehört ja ihm, so gesehen, nä.

Darum schob er mir hiermit aus heiterem Himmel (ohne vorige Abmahnung oder überhaupt einen Rüffel) die Kündigung rüber und meinte, er setzt mich an die Luft und ich soll da unterschreiben. Die Kündigung ist fristgerecht zum 15.12., aber ich brauch gar nicht mehr kommen, weil die 4 Wochen bis dort hin werden ja abgedeckt durch die ganzen Überstunden, die ich habe und durch den Resturlaub, den ich noch hab.

Ich war ziemlich baff. Damit hatte ich wirklich überhaupt nicht gerechnet. Geistesgegenwärtig schrieb ich über meine Unterschrift noch "erhalten, 15.11.13" drüber, nicht dass der meint, ich wär damit etwa einverstanden?!

"Soll ich dann die Striche an der Wand noch mit Tippex weg machen, oder kann ich gleich gehen?" fragte ich ziemlich schnippisch. Ich glaub, da kam er sich selber doof vor, lächelte dünn und meinte, ich könnte die Striche dort lassen. Also sowas: ein fadenscheinigerer Vorwand als "Striche an der Wand" ist ihm wohl nicht eingefallen?

Ich packte meinen Krempel aus dem Schreibtisch, verpasste dadurch natürlich die S-Bahn, aber sowieso egal, denn ich musste ja jetzt auch mein Winterfahrrad heim bringen, mit dem ich von der S-Bahn-Station immer hier her radel. Das musste ich ja heute dann ganz heimfahren.

Mann bin ich froh, dass ich mir nicht auch noch ein Auto gekauft hab! Die ganze Zeit habe ich nämlich noch überlegt, dass es selbst mit dem Ersatzfahrrad von der S-Bahn aus im Winter ziemlich kalt und garstig ist und ob ich mir nicht doch irgendso ein kleines Auto mit einem halben Jahr TÜV über'n Winter zulegen soll? Satan sei Dank hab ich das bisher nicht gemacht, weil's ja auch immer noch relativ mild war!

Ich hab mir auch noch keine neue Mobicard gekauft. Meine Mobicard geht nämlich nur noch bis zum 19.11. und ich hatte schon dran gedacht, mir eine neue zu kaufen, war aber bisher noch nicht dazu gekommen. Mei, hatte ich da wieder ein Glück im Unglück!

Mensch, ey, das war doch jetzt - bis auf den ewig langen Weg und die Haufen Überstunden - ein so schöner Job! Es lief doch alles prima...! Aber na klar, die Vertragsbindung läuft am 30.11. ab: Sie hatten ja unsere damals insolvente Firma gekauft und für 1 Jahr die Kunden- und Mitarbeiterverträge dazu. Das Jahr war halt jetzt rum und jetzt "räumt der mal auf", schmeißt die ganzen alten Schachteln raus und holt sich dann wohl eine Hand voll junge Hühner, aufgrund deren Anblick er sich schon am Samstag auf Montag freuen kann.

Zuerst hatte ich das gar nicht kapiert, dass ich so einfach gekündigt bin. Na, aber, hey... das ist ja auch heftig! Ich hatte auch noch gehört, dass ich nicht die Einzige, sondern jetzt nur die Erste war, der gekündigt wird und auch die Kündigungen für "noch ein paar" schon geschrieben seien. Ja, wir.. äh DIE sind aber doch nur noch 10 Leute? ...und müssen ja eh schon andauernd Überstunden schieben und jetzt kündigt der da einfach "ein paar"? Die restlichen Mitarbeiter sollen sich dann wohl ganz und gar derhutzen?

Keine Ahnung, das ist ja nicht mehr mein Problem. Auf jeden Fall lud ich mein Fahrrad voll mit meinem Krempel und radelte nach Hause. Naja, jetzt geh ich am Montag dann sofort zum Arbeitsamt und überhaupt muss ich das jetzt erst mal verdauen.

Mittwoch, 13. November 2013

Drohne

Neulich hab ich beim Stadtbummel einen tollen Laden gefunden und seitdem zieht es mich immer wieder zu diesem Laden und ich drück mir am Schaufenster die Nase platt. Was gibt es da zu sehen? Ja, dieses da:

Es handelt sich um eine kleine Drohne. In der Drohne ist eine Kamera und man kann also ganz tolle Videos aus der Luft machen. So ein Ding muss ich unbedingt haben!

Jetzt hab ich mich dann mal heute endlich über das Teil informiert, unseren Techniker in der Arbeit gefragt, worauf man beim Kauf eines solchen Dings achten muss und im Internet danach gegoogelt. Ich seh schon: Der wunde Punkt ist der Akku - es hat nur eine Flugzeit von 7 Minuten, dann muss man neu "tanken". Aber andere Modelle fliegen offensichtlich auch nicht länger. Hmm hmm, soll ich das kaufen oder nicht?

Dienstag, 12. November 2013

hab den kleinen Oli getroffen

Jetzt hab ich so viele schöne Ohrplugs und Dehnsicheln a 12 mm, aber leider bild ich mir ein, dass die Ohrläppchen ausreißen können, weil die gestretchte Haut nun schon so dünn ist. Also hab ich beschlossen, ich geh mal lieber wieder runter auf 10 mm. Ein paar Tage hatte ich nun gar keine Plugs mehr drin, in der Hoffnung, das würde sich vielleicht ein bisschen zurück-dehnen und heute hab ich mir dann meine neu bestellten 10er-Tunnels von der Post abgeholt. Mann, sind die klein, hey!

Die Teile kommen mir total mini vor!

Sie sitzen auch nicht ganz fest, sind ziemlich locker. Na hoffentlich verlier ich sie nicht?

Weil der Weg zur Post so schön war - immerhin schien die Sonne - wollte ich noch ein bisschen spazieren gehen und latschte in die Stadt. Da guckte ich mir die Läden an und gogerte ein bisschen rum. Als ich genug hatte, machte ich mich zur U-Bahn.

In der U-Bahn-Unterführung am Plärrer traf ich dann völlig zufällig den kleinen Oli. Mei, den hatte ich ja schon ewig nicht mehr gesehen! Der Oli hatte heute nichts mehr vor und ich eigentlich auch nicht und da beschlossen wir, noch ins Irish Castle zu gehen auf ein Bierchen. Boah und da saßen wir dann und tratschten und quatschten und darüber wurde es nun richtig spät. Jetzt aber schnell in die Heia, ich muss morgen früh raus, mei!

Sonntag, 10. November 2013

Whisky-Tasting Irish Castle

Nachdem wir also gestern dem Alkohol so fürchterlich gefrönt hatten, legte der Klaus heut einen ruhigen Tag ein und blieb zuhaus oder wo. Jedenfalls ging er nicht mit auf das heutige monthly Whisky-Tasting vom Otto.

Ich seh das anders: Es haben ja die feinen, teueren Whiskys die positive Eigenschaft, keinen Kater zu machen, weil sie nicht so viel Giftstoffe und Gepansche enthalten und drum ist man dann am nächsten Tag erstaunlich fit. Also machte ich mich gleich um halbdrei, als ich aus dem Bett krabbelte, auf zum Beck in die Stadt und gab mir ein Frühstück. Von dort aus spazierte ich im Regen zum Irish Castle - ohne Klaus.

Es war ziemlich kalt, aber zum Glück war das Castle schon offen und da schlüpfte ich ganz schnell rein. Unten war schon ne Menge los und es wurde auch noch richtig voll. Kein Wunder, denn auf der Karte stand echt feines Zeug:

  • Tobermory 2005/2012, C&S Dram, 46,9%, 39,90€
  • Caol Ila, 1999/2013, G&M, 46%, 63€
  • Bowmore, 15 years, Lamrig, 53,7%, Sherry Cask Finished, 96€
  • Laphroaig, QA Cask, 40%, 73€
  • Laphroaig, Cairdeas Port Wood, 51,3%, Ca. 148€

Wow, also das fing ja echt geil an, besonders der Bowmore war prima! Nur die Laphroaigs haben mich echt enttäuscht, besonders weil sie so teuer waren: Ihren Preis sind sie echt nicht wert.

Leider wurde nur eine von den ganzen Flachen versteigert, weil der John die angebrochenen Flaschen behalten wollte. Das wartete ich dann gar nicht erst ab, vertilgte meinen letzten Whisky und ging gleich heim. Es war nämlich erst kurz nach 7 Uhr abends und da hatte ich noch genug Zeit, um mich zu baden.

Also ließ ich mir gleich anschließend ein Bad ein und relaxte den Rest vom Sonntag noch darin rum.

Whisky-Tasting Fürthz

Der Chris kam neulich daher und eröffnete uns, dass in Fürthz nun auch ein Whisky-Tasting stattfindet. Oh, da sollte er uns doch gleich anmelden, den Klaus und mich! Chris erledigte also erfolgreich seine Aufgabe, meldete uns an und so tauchten Klaus und ich nun heute in Fürth auf und suchten nach der Location "Destillery". Auf halbem Weg kam uns der Chris schon entgegen.

Bei der Location handelt es sich um einen Whisky-Laden. Dort fand das Tasting statt und drum waren da auch schon ein Haufen Stühle aufgestellt. Tische gabs allerdings keine. Da suchten wir uns 3 Stühle links hinten aus und pflunzten uns hin.

Als alle Leute da waren, begann die Veranstaltung mit einem Vortrag, wie Whisky überhaupt gemacht wird. Es hatte auch jeder eine Mappe gekriegt mit einer kurzen Erklärung darüber. Das fand ich recht nett, ja, doch.

In der Mappe waren auch gleich Blätter - für jeden Whisky ein Blatt - worauf die Daten zu den Whiskys standen, also wo er her kommt, wie alt, wieviel Prozent Alkohol, welcher Hausstil, usw. Daneben war auch eine Spalte, wo man dann seinen eigenen Eindruck reinschreiben konnte. Das fand ich auch recht gut.

Zuerst bekam mal jeder einen Aufwärm-Whisky vornweg. Das war gleich schon mal ein Doppelter. Geschmacklich war das allerdings nichts, irgendwas Zusammengemischtes. Allenfalls haute es gleich mal ordentlich rauf *düdel*.

Folgende Whiskys gabs dann zu tasten:

  • Tomintoul Oloroso 12 Jahre, 40%
  • Mortlach Signatory 13 Jahre, 43%
  • Tullibardine Souvereign, 43%
  • Mull a Mhoine, 46%
  • Machrie Moor, Insel Arran 46%
  • Illeach, Fass-Stärke, 58%

Puh, das waren dann insgesamt 8 Whiskys! Boah, waren wir abgefüllt!

Die Gläser durfte man behalten und so packte ich dann mal mein Glas ein. Der Klaus überließ mir sein Glas, das packte ich dann auch gleich ein. Zwei andere hinter mir hatten ihre Gläser stehen lassen, die gehörten also auch gleich mir. Da hatte ich also 4 Gläser erbeutet, wie schön! Der Chris hatte immerhin 2 Stück.

Weil der Abend noch jung war, gingen Chris und ich noch zum Nec (Grieche). Mann, fiel dem Nec das Kinn runter als ich gar kein Bier bestellte, sondern: "ein Spezi! Und bitte, bitte KEINEN Ouzo!", aber ich mochte nun einfach keinen Tropfen Alkohol mehr trinken, ich hatte heut echt genug.

Sogar der Chris schwächelte und trank ein Cola-Pils.

Wir futterten ordentlich eins auf und waren lustig, aber dann geschah ein Unglück, nämlich war grad so ein blödes Fußballspiel und da verlor wieder der Club, sogar mit einem Eigentor, und das wiederum zog dem Chris die Laune derartig runter, dass der sich davon den ganzen Tag versauen ließ. Pf, also das kann ich einfach nicht verstehen.

Samstag, 9. November 2013

Figuren

Da ich das jetzt wirklich rigoros durchzieh und einfach keine Überstunden mehr mach, bin ich auch gleich wieder besser drauf. Gemütlich bin ich also auch gestern um 14 Uhr aus der Arbeit gegangen und ein bisschen in die Stadt gegondelt.

Die heutige Schlagzeile in der Nürnberger Zeitung hob ganz deutlich meine Stimmung: haha, schon wieder 446 Verarschte weniger!

Ach ja, da fiel mir ein, dass ich ja schon längst mal in die Sebalduskirche schaun wollte, weil dort soll es einen schwarzen Jesus geben. Beim Whisky-Walk hab ich extra den Altstadtführer danach gefragt und der meinte, beim Grab vom ollen Sebaldus soll dieser schwarze Jesus sein. Also guckte ich mich in der Peripherie vom toten Sebald um.

Da fand ich auch tatsächlich ein schwarzes Jesuskind mit einer schwarzen Maria und einem schwarzen Josef. Aber das ist nicht die Art von "schwarz", die ich meine. Bei der Skulptur handelt es sich ja um die Darstellung von N... äh ... *stutz und innehalt* ...wie sag ich das jetzt noch politisch korrekt, wenn ich sagen will, dass die Darstellung nicht einfach nur schwarzhäutige Menschen zeigt, sondern dazu im Gegensatz wirklich "echte Neger"? Muss ich da jetzt "Kraushaare, wulstige Lippen, platte Nasen" schreiben und warum darf ich nicht einfach "Neger" sagen?

Egal auch, den schwarzen Jesus fand ich nicht. Da ging ich vor zur Info und fragte einfach nach ihm. In der Info saß ein Mann drin und - alle Achtung - der erklärte mir ganz ehrlich den Sachverhalt (den ich freilich schon kannte, aber ich frag immer lieber ganz doof und naiv und freu mich doch dann, wenn die Leut sich in ihren Antworten immer mehr verhaspeln): Bei den von mir gesuchten schwarzen Marien handelt es sich um keltische Göttinnen, die in den christlichen Kult übernommen wurden. Einen schwarzen Jesus ihrer Art (also einen keltischen Schwarzen) dazu gibt es nicht, aber es gibt hier den "schwarzen Jesus", nämlich draußen an der Kirche (der ist doch aber nicht schwarz, der ist doch schon grün!). Von dem hätte man sich auch diese Legende erzählt, dass er aus Silber sei und nur schwarz angemalt worden ist, um ihm im 30jährigen Krieg vor Plünderung zu schützen, aber das stimmt nicht. Man hat in neuerer Zeit Bohrungen an ihm durchgeführt - also quasi die DNA entnommen - und die Figur ist leider nur aus ordinärer Bronze.

Tja, dazu möcht ich sagen: Hut ab vor dem Mann an der Info, der das wirklich brühwarm ehrlich erklärt und nicht so einen Schmäh erzählte, dass die Figur vom Ruß der Kerzen im Lauf der Zeit geschwärzt wäre, blabla. Naja, wahrscheinlich war der Mann an der Info gar kein Christ, sondern ein städtischer Touristen-Führer oder sowas?

Ich gondelte zurück in die City. Schon seit längerer Zeit steht da diese fürchterlich hässliche Chinesen-Figur. Also ich find die Figur so derartig abschreckend, richtig ekelhaft, echt widerlich. Vor dem Gesicht graust's mich fast.

Aber nun hab ich ja was gefunden, da bin ich echt erschrocken: Diese abscheulich hässliche Figur gibt es in klein aus Porzellan - als Männchen und als Weibchen mit spitzen Titten! Man kann sie sich also in die Vitrine ins Wohnzimmer stellen. Tät ich ja niemals machen, weil so ein hässliches Fressbrett..., also pfui deiffi!

Aber das Allergigantischste an der Figur ist der Preis! Zuerst dachte ich ja, das sei vielleicht die Artikelnummer, aber es steht eindeutig diese Zeichenfolge ",-" dahinter. Da hat's mir ja fast den Vogel rausgehaun als ich den entdeckte, guckt mal!

Als es langsam Abend wurde, wollte ich was essen. Ich funkte die Gina an und wir vereinbarten ein Date beim Restaurant "Orient Express" in der Kernstraße.

Also spazierte ich da hin. Als ich rein kam, war aber wirklich alles reserviert. Nicht mal 2 Plätze waren noch frei. Da stellte ich mich vor das Lokal und wartete bis Gina kam. Wir entschieden uns dann für den nächsten Italiener.

Also hockten wir dort und futterten erst mal fett Antipasti.

Nette Live-Musik trudelte dann auch ein.

Gina und ich tratschten drauf los und lästerten uns einen ab über alles mögliche. Ah, so ein Weibertratsch ist doch einfach was Herzerfrischendes!

Mittwoch, 6. November 2013

Dutzendteich ist ausgelaufen

Gestern bin ich dann wieder pünktlich aus der Arbeit gegangen. Die Sonne schien und ich beschloss, nicht mit der S-Bahn zu fahren, sondern am Dutzendteich entlang zu spazieren und vorne am Doku-Zentrum in die Straßenbahn zu steigen.

Aber als ich an den Dutzendteich kam, war der leer.

Es war kein Wasser mehr drin! Die Enten und Gänse hockten stinkig auf dem trockenen Grund und behaupteten trotzig die Stellung.

Auch als ich vor kam zum Cafe Wanner war kein Wasser mehr dort: die Bootskaie standen mitten auf dem Trockenen - ohne Boote.

Ober-gemein: In der Ecke zum Doku-Zentrum war noch ein bisschen Wasser. Sämtliche Fische des ganzen Teichs hatten sich dort hin geflüchtet. Leider ist das Wasser nur 10 cm hoch und sie haben keine Chance gegen die massig Reiher und Vögel, die da nur rumpicken müssen, um sich die Bäuche voll zu schlagen.

Echt fies.
Fischquälerei!

Ich fuhr mit der Straßenbahn in die Stadt. Dort liegen jetzt schon die Nikoläuse rum. Monteure nagelten schon ein paar von ihnen an die Wand der Kaufhäuser. Hui, das Jahr ist aber schnell rum gegangen, es ist schon bald wieder Weihnachten!

Es war auf jeden Fall bisher das geilste Jahr meines Lebens! So intensiv und erkenntnisreich hab ich glaub ich noch nie gelebt wie in diesem Jahr. Ich erinnere mich an die Tarot-Jahreskarte, die wir im Januar beim Tarotstammtisch gezogen hatten: Ich hatte die Liebenden. Ja, genauso war dieses Jahr bisher. Na, mal gucken, was die restlichen eindreiviertel Monate noch bringen?

Montag, 4. November 2013

Altweiberhitz-Nagellack

Gestern legte ich mal einen echten Chill-Tag ein: Ich manikürte mir meine Fingernägel... und weil ich endlich mal wieder ein bisschen Muse fand, machte ich mir auch die Mühe, ein Farbgel aufzutragen. Welches sollte ich nehmen? Ach, nehm ich das Blaue, da!

Es war ein richtig schön fettes Cyanblau und ich pinselte es drauf und legte meine Hand in die UV-Lampe. Als es ausgehärtet war und ich die Hand raus zog, war es aber leider absolut hellblau, fast weiß! Erst beim 2. Durchlauf checkte ich: Mann, ich hab mir doch mal so ein Thermo-Gel bestellt gehabt! DAS war das Thermo-Gel! Es verändert seine Farbintensität je nach Temperatur! Geil!

Ich probierte das gleich mal aus: Weil ich mir eh ein Bad eingelassen hatte, tauchte ich die Fingernägel ins Badewasser.

Und tatsächlich: Sie waren milchig weiß bis dort hin, wo das heiße Badewasser sie berührt hatte! Hammergeil!

Voll faszinierend, Leute: Früh, wenn ich aufsteh, hab ich ganz dunkelblaue Fingernägel. Wenn ich dann von der S-Bahn aus in die Arbeit radle und ordentlich frier, werden sie fast tintenblau, so dunkel. Den ganzen Vormittag hats mich gefroren, aber dann sah ich richtig, wie ich auftaute: Erst am Stinkefinger, der wurde langsam ganz hell. Dann am einen Daumen: Der wurde auch hell, aber die Spitze blieb noch dunkelblau.

Gerade eben sind alle Nägel bis auf den linken kleinen Finger ganz hellblau. Ich glaub, ich schwitz Smylies. Wie schön: Jetzt krieg ich jede Hitzewallung gleich in Echtzeit angezeigt!

Auf alle Fälle saß ich heut in der Arbeit, aber die Kollegin tauchte nicht auf. Von der Sekretärin hörte ich dann, dass sie auch die ganze Woche nicht kommen würde. Da schafften wir bzw. ich natürlich das Limit bis 10 Uhr nicht. Auch nach 10 Uhr kam ich nicht weiter, weil da musste ich alleine aufbereiten, was wir sonst zu zweit machen und kam gar nicht dazu, überhaupt auch was zu erfassen.

Blöderweise kam ausgerechnet heute ganz besonders viel. Ich mess immer jeden Tag den Stapel Eingangspost von der Tischkante ab und mal bei nem Highscore nen Strich an die Wand. Heute haben wir den Highscore um 5 cm getoppt! Also so viel wie heute hatten wir noch nie.

Damit werden wir eh nicht fertig und außerdem hab ich mir versprochen, dass ich keine Überstunden mehr mach, wenn nicht der Chef mindestens auf meinem Tisch strippt. Drum ging ich heute tatsächlich pünktlich. Die anderen zwei aus der Spätschicht zogen zwar lange Gesichter, weil dann müssen sie ja NOCH länger bleiben, aber ICH bin der Meinung: Die müssen genauso wenig wie ich! Wir dürfen die Lösung bzw. die Schuld nicht immer nur bei uns selbst suchen bzw. bei uns untereinander oder gegenseitig, sondern wir sollten in dieses Team-Hickhack auch mal den CHEF ins Team mit einbeziehen, der seine kompetente Lösung dazu beitragen möge (in Form einer Aushilfskraft oder irgendwas). Aus etz!

Na, das gibt bestimmt noch ein Nachspiel, aber irgendwann muss mir das mal wurscht sein und wenn nicht jetzt, wann denn dann?

Sonntag, 3. November 2013

bunter Samstag

Heut war mal endlich wieder Kaffeeklatsch. Die Renate hatte ein bisschen Zeit und ich meinte, nun könnte ich mich in aller Ruh mit ihr ins Cafe setzen und endlich mal wieder ungestört tratschen...

Als wir ins Cafe kamen, saß da schon dieser Mann und quatschte die Bedienung (ca. 20) voll. Als sich Renate und ich setzten und mit unserem Getratsche anfingen, drehte er sich gleich zu uns um und begann, eifrigst seinen Kommentar zu unseren Sprüchen zu geben. "Aha, ein Milf-Hunter" dachte ich zuerst, aber dann wandte sich unser Gespräch samt seinen Kommentaren auf einmal in Richtung "Evolution vs Schöpfung" und schon ging es los.

Auf Teufel-komm-raus fingen wir nun an zu diskutieren. Der Herr erwies sich nämlich als ein angehender Zeuge Jehovas. Er hatte auch tatsächlich eine ganz gute Ahnung von der Bibel, aber ICH hatte natürlich noch viel MEHR Ahnung. Die Renate wetterte auch fleißig mit.

Nebenan saß mittlerweile dieser Mensch, der sich nun auch seiner Kommentare nicht enthalten konnte und so rissen wir da DIE religiöse Grundsatzdiskussion vom Zaun - eine Pracht!

Leider wurden wir dann mitten beim Urknall gestört, sapperlott, weil um 16 Uhr macht das blöde Cafe ja dicht. Vielleicht sollten wir ja einfach in dem Cafe eine samstägliche Philosophen- und Religionsrunde ausrufen? Mensch, das wär doch mal ne Sache?!

Renate und ich u-bahnten bis Hauptbahnhof und ich gondelte dann mal ab in die Stadt. Gleich am Königstor stand das Auto vom Burger-King-Prediger "Wurzelsepp" rum: so ein Mitsubishi aus Lauf mit lauter doofen Sprüchen am Fenster und doofen Aufklebern am Heck. Den Wurzelsepp selber hab ich leider nicht gesehen. Wahrscheinlich hockte der bloß wieder beim Beck drinnen und soff Kaffee, anstell dass er da ordentlich die Leut bekehrt, also wisst ihrs, was ist denn das für ne faule Mission, hey! Seinen Kumpel und Kollegen fand ich aber dann flugzettelverteilenderweise ein paar Meter weiter. Wie schön, dass es diese christliche Fundi-Bande noch gibt! Ich dachte schon, sie haben sie vielleicht eingewiesen oder so, weil ich die echt schon ewig nimmer gesehen hab.

Ich ging ein bisschen shoppen. Die aktuelle Mode tat mir richtig gut.

Mei, was mach ich denn jetzt? Eigentlich wollt ich ja vielleicht mit der Renate noch zum Moltke, aber die hatte keine Zeit, weil sie heim wollte zum Odin. Da funkte ich auf Facebook den Klaus an, ob er Hunger hätt und Bock hätt auf Moltke, aber Klaus funkte zurück, dass er bereits mit seinem Hühnchen (Tochter) beim Kambodschaner ein Date hätte. Da SMSte ich die Gina an, ob sie mit mir essen geht, aber Gina meldete sich nicht zurück. Da funkte ich auf FB den Chris an, weil notfalls drück ich mir halt dann echt schon wieder den Fürthzer Griechen rein, aber Chris facebookte zurück, dass er schon wieder in Riedenburg auf Vögeln sei. Oh Mann! Was mach ich denn jetzt?

Mittlerweile hatte Klaus seine FB-Mitteilung ergänzt, dass er sich aber freuen tät, wenn ich auch käm, also sagte ich gleich zu und machte mich umgehend auf den Weg zum Nordostbahnhof zum Kambodschaner Phnom Penh.

Unterdessen rief mich die Gina zurück: Sie war grad erst heim gekommen und hatte meine Message nicht früher gesehen. Gegessen hatte sie schon was, aber wir könnten später noch eins trinken gehen ins Frida Kahlo. Ok, machen wir!

3 Minuten nachdem ich beim Kambodschaner angekommen war, kam auch Klaus mit Hühnchen.

Wir bestellten leckeres Zeug, was allemal recht scharf war. Dann gaben wir uns noch einen Nachtisch. Klaus hatte ein flambiertes Vanilleeis und ich gab mir die flambierten Ananas und überhaupt war es ein ziemliches Gefackel.

Wir waren dann gerade beim Schnäpschen danach angekommen, da erzählte Klausens Tochter in einem völlig belanglosem Ton, dass sie beschlossen hatte, ihr Studium zu schmeißen und jetzt lieber Anglistik zu studieren anfangen will. Brühwarm eröffnete sie ihrem unterhaltzahlenden Papa - so als wollte sie sagen, dass heute aber das Wetter schön ist - dass sie halt dann 2 Jahre länger studieren wird. Das wär ja auch völlig ok, meinte sie, weil man kann sich ja mal im Fach irren und feststellen, dass es die falsche Wahl war - aber Klausens Tochter macht das nun schon zum 2. Mal! Schon einmal war ihr nämlich vor nem Jahr eingefallen, dass sie ihren Studiengang schmeißt und doch lieber was anderes studiert. Das passt ihr jetzt aber wieder nicht und sie will nochmal was anderes studieren...?

Dem Klaus verschlug es allemal völlig die Sprache. Zuerst wollte er sogar eine ganze Flasche von dem asiatischen Schnaps bestellen, den er gerade getrunken hatte. Offensichtlich schlug ihm das gescheit auf die Stimmung.

Armer Klaus.
Dazu kann ich nur sagen: Was bin ich nur froh, dass ich keine Kinder habe!

Weil ich bis dreiviertelzehn mit der Gina ausgemacht hatte, ins Frida Kahlo zu kommen, zahlten wir und gingen. Am Rathenauplatz stieg ich um und ließ den gefrusteten Klaus mit seinem Fräulein Tochter allein in der U-Bahn weiter fahren.

Die Gina hatte zuhause gepennt gehabt, nachdem sie vorhin vom Einkaufen heim gekommen war. Sie hatte sich zwingen müssen aufzustehen, sonst hätt sie wieder den ganzen Samstagabend verpennt. Jetzt war sie aber wieder ganz froh drum, aufgestanden zu sein und wir gaben uns nen feinen Cocktail, politisierten herum, verbesserten verbal die ganze Welt und schwelgten dahin in Lästereien über Katholiken, Nazis und allerlei überflüssigen Krimskrams in diesem Land.

Oh, das war alles in allem wieder ein recht netter Abend, heute. Ja, doch.

Freitag, 1. November 2013

linke Literaturmesse

Ja ja, ich weiß: gestern war Halloween und als meinesgleichen macht man da entweder voll den okkulten Hexentanz auf'm Friedhof oder man schmeißt sich schrill verkleidet auf irgendeine krasse Party und versumpft dort total in alkoholische Exzesse.

...aber i mog net.

Es ist mir weder nach Party noch überhaupt nach Fortgehen, die ganze Zeit schon nicht. Also stellte ich die Klingel ab, damit die blöden Blagen, die da abends in den Straßen rumbrüllen, mich nicht stören können und blieb zuhaus.

Einen kleinen Spaziergang machte ich nur. Ich lief so ein bisschen durch die Wohnblocks in der Nachbarschaft, dann kam ich durch Gostenhof und dann kam ich tatsächlich bis in die Stadt. Na wenn ich schon hier war, nahm ich mir wenigstens ein Sushi mit. Mit der U-Bahn fuhr ich heim und futterte mein Sushi.

Aber heute! Heute wollte ich irgendwas machen. Also guckte ich im Doppelpunkt nach: Zur Auswahl standen die linke Literaturmesse im Komm, eine Lesung über keltisches Halloween auf der Burg und die Ü-40-Party im Klüpfel. Ich entschied mich für die Literaturmesse.

Auf dieser Messe war ich zum ersten Mal Ende der 70er Jahre oder war's schon Anfang der 80er? ...auf jeden Fall ordentlich lang her. Aber irgendwie hab ich das Gefühl, es sind echt immer noch dieselben Leute dort. Dabei meine ich nicht "dieselbe ART von Leuten", sondern echt dieselben Leute!

Das sind alles so Leute altersmäßig jenseits der Schmerzgrenze, die alten Hippies und Anarchos von damals.

Ich glaub, es sind nicht nur dieselben Leute, sondern auch dieselben Bücher. Da lagen wieder der Marx und der Lenin rum, der Che Guivara und die Moorsoldaten aller Länder. Naja, ok, zwischendrin gab's dann auch mal neue Bücher, z.B. über die NSA oder über die NSU.

Immerhin kamen auch bemerkenswert mehr antireligiöse Bücher dazu. Sogar das "kleine Ferkel" hatten sie in der Auslage, beinah hätt ich's gekauft!

Guckt mal, ihr lieben Kinderlein: Das sind die Götter, sucht euch einen aus!
Ich nehm die Kali: Die find ich ja absolut niedlich! Ist sie nicht süß?

Im Nebensaal gabs eine Diskussion dazu, aber der Saal war so voll, dass die Leute schon außen auf dem Gang rumlagen und sie ne Box rausgestellt hatten, damit man auch außen hörte, was drinnen diskutiert wurde.

Na, das war mir dann zu öde, da ging ich wieder. Einen Sprung schaute ich noch ins Palais Schaumburg, futterte ein paar Frühlingsrollen, trank ein Bierchen und las auf meinem Fonepad mein eBook, das ich mir downgeloadet hab.
Mein Fonepad kann man nämlich auch als Kindle-eBook-Reader benutzen und da hab ich mir jetzt für ein paar Cents von Amazon die Bhagavad Gita downgeloaded. Die les ich dann immer so stückchenweise früh in der S-Bahn, abends in der U-Bahn oder beim Spazierengehen und da meditier ich dann zusammen mit Satan-Ahriman drüber. Hui, spirituell ist das ganz schön heftig, das Zeug!