Mittwoch, 4. März 2026

Operation gelungen

...und so schlug ich dann am Dienstagmorgen eine ganz andere Richtung ein als die zur Arbeit und fuhr in aller Herrteufelsfrüh durch die Stadt auf die Ranch.

Dort war's erstaunlich frisch, huch, bitterlichst kalt war's, das war ich gar nicht mehr gewohnt.


Nörchens und Noricus' Mutter, die schwarze Katze Nora kam aus dem Gebüsch, war ganz erstaunt. So früh war ich hier noch nie aufgetaucht! Hast du wenigstens was zu fressen dabei?

Ich inspizierte sofort die Fallen: Falle 1 war leer, Falle 2 auch. Aber in Falle 3 saß jemand drin: der stramme Kater! Das erste Mal sah ich ihn in real live, bisher hatte ich ihn immer nur auf den Wildcam-Videos beobachten können. Deiffi, ist der süß! So ein putziges Wutzel! Die schöne rostrote Farbe und dazu die Bernsteinaugen, was für ein hübscher Kerl! Das Lieschen hat Geschmack, doch .

Über die Fallen hatten wir Decken ausgebreitet, und auf der Decke klebte der Rauhreif, brrr, armer Kater. Er hatte sich unter dem abgedeckten Teil ganz klein gemacht und war anscheinend wie gelähmt vor lauter Schreck. Als ich die Falle anhob, randalierte er kurz. Die Falle war nicht ganz so groß und ich kriegte sie quer ins Röhrle.

Mir fiel ein, dass dieser Kater erst vor ungefähr 4 Wochen auf der Ranch aufgetaucht war. Vielleicht gehörte er ja wem? Ich hatte noch gar nicht nachgeschaut, ob er nicht bei Tasso oder sonstwo als vermisst gemeldet war? Am Ende kommt er wieder heim und hat auf einmal keine Eier mehr?!

Allemal fuhr ich die Falle mit dem Kater dann bis um 8 Uhr ins Tierheim. Ein Angestellter stellte sie in den Raum, in dem schon die 3 anderen Fallen seit gestern standen mit den Katzen. Jetzt waren sie wieder alle beisammen.

Nur das Lieschen fehlte. Das Lieschen war in keine Falle getappt. Das Lieschen ist zu scheu. Ich sah dann später auf den Videos der Wildcams, wie es in der Nacht überall nach Futter suchte und die Fallen beschnüffelte, aber rein gehen traute es sich nicht.

Naja, nun waren sie alle im Wartezimmer und ich fuhr erst mal in die Arbeit. Nach Feierabend verabredete ich mich mit der Tierheim-Frau wieder auf der Ranch. Da fuhr endlich das große Tierheim-Auto rein auf den Parkplatz und die Frau lud die Fallen aus, in denen die kastrierten Helden hockten. Ungeduldig waren sie geworden, rempelten schon gegen das Gitter. "Man kann sie nicht mehr länger in dem engen Käfig lassen" sagte die Frau, denn ich machte mir Sorgen: Man kann doch auch nicht die frisch operierten Katzen in die Wildnis jagen?! Aber es blieb uns ja nichts anderes übrig .

Also öffneten wir die Klappen. Einen Augenblick brauchten sie, bis sie checkten, dass offen war, aber dann stachen sie wie die Raketen raus. Das Lottchen sprang sofort die Leiter hoch in den Dachboden vom Gartenhäuschen und auch der Kater schlug gleich einen Haken und sprang hinterher, die Leiter fiel fast um, so einen Karacho hatte er drauf. Da waren sie oben verschwunden und tauchten nicht mehr auf.

Nörchen und Noricus ließen wir ein Stück weiter hinten laufen, nicht dass die auch in den Dachboden flüchteten und es dann da oben vielleicht auch noch einen Katzencatch gab. Sie rannten sofort ins Gebüsch - fort waren sie.

Das Lieschen tauchte dann in der Dachboden-Luke auf und guckte ganz cool runter als wollte es seinen Mitbewohnern sagen: "keine Panik, ich lass hier keinen rein!" Es hatte wohl noch nicht entdeckt, dass ihrem Liebsten ein ganz wesentliches Teil fehlt .

Am nächsten Montag versuch ich's nochmal mit einer Falle, dass vielleicht das Lieschen doch noch reintappt (der Tierarzt ist immer nur am Dienstag da). Das Schicksal wird entscheiden: Tappt sie in die Falle, dann wird sie kastriert. Bleibt sie draußen, dann war's das für dieses Mal, denn die Trächtigkeit ist dann schon zu weit fortgeschritten. Mei, dann kommen halt die Kleinen und ich fang in einem halben Jahr nochmal an mit der Aktion.

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