Nachdem das Naglfar in der Werkstatt war und jetzt ja wieder top hergerichtete ist - samt Heizung - segelte ich am Freitag nach der Arbeit gleich los nach Geiselwind auf das Monster-Festival. Das Wetter war bestens für die Jahreszeit, recht mild, tagsüber fast schon wieder zu warm - na, die typische Jahreszeit, in der manche noch in kurzen Hosen, barfuß und mit Flip Flops rumlaufen, während ich mal lieber schon meine Motörhead-Winterjacke mitgenommen hatte, weil man weiß ja nie
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Die Bäume färbten sich schon langsam ein und hatten ein paar gelbe Ecken. Man sollt' eigentlich echt mal in die Natur fahren, so richtig auf einen Campingplatz in der Heide und einfach mal wandern oder so, aber dafür hab ich ja nie Zeit . Aber nächstes Jahr, ich sag's euch...!
Die A3 ist jetzt nach Jahren endlich fertig . Schön ist sie geworden, und es fährt sich absolut entspannt. Wenn ich da an die ersten Naglfar-Fahrten vor 4 Jahren nach Geiselwind denk und an diese schwer kriminelle Holperstrecke durch verengte Fahrbahnen, rechts und links Brückenpfosten, Holzpalisaden, Baustelle, maximal 80, da wird's mir ja heut noch anders! Dass da nicht mehr passiert ist...?
Ganz gechillt kam ich an. Vorher war ich an der Tankstelle noch schnell raus gefahren und hatte meine Sirup-Flasche im Korb versteckt (die ist aus Glas), aber niemand an der Pforte wollte wissen, was ich dabei hab, und ins Auto guckte schon gar keiner.
Da haben wir nun die Preise: Normales Auto 20 €, Naglfars 40 € . Hee, ich nehm doch nicht gleich doppelt so viel Fläche weg wie ein normales Auto, bin doch bloß 6 m lang
, das iss gemein. Personen kamen noch extra dazu, aber ich bin ja bloß 1 Person. Unter dem Dach konnte man auch stehen, das kostete gleich 60 €. Da standen tatsächlich auch welche, kaum mehr ein Platz war dort noch frei. Naja, wenn sie zu viel Geld haben?
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Die Vorstellung begann erst um 18 Uhr, ich hatte noch viel Zeit und so dekorierte ich mal das Naglfar für Halloween. So schöne Kürbisse hatte ich gehäkelt . Da standen meine Kürbissle, die Herbstwolken zogen vorbei und spiegelten sich in der Frontscheibe, wie romantisch!
Kleine Amigurumi-Skelette habe ich auch gehäkelt, die hing ich ins Fenster. Aber mit der schönen Gardine sieht man sie gar nicht . Suchbild: finde die vier Skelette!
Auf der Innenseite sah man sie dann besser.
Ein kleines Teufelchen hängte ich an die Sonnenblende.
Ich hab noch andere Amigurumi-Figuren gehäkelt: Chtulhu, eine Hexe, einen Vampir und einen Sensenmann, aber die muss ich erst noch auf eine Unterlage pappen, sonst fallen die ja alle um. Halloween ist ja noch nicht, ich hab ja noch Zeit.
Weil ich also noch Zeit hatte, spazierte ich mal über den Campground. Es war eine herrlich "unbunte" Zone, nicht eine von den dämlichen Regenbogenflaggen war gehisst (dieser ganze Kindergartenkitsch nervt mich mittlerweile sowas von an, hab davon jetzt echt die Overdose). Garantiert gab's hier genauso Schwule und Lesben, aber die machten halt keinen narzisstischen Aufriss um ihre Bettgeschichten. Naja, vielleicht ist es eine Alterserscheinung meinerseits, dass mich das jugendlichen Geschrei und Getue so anstinkt?
Ein lustig beklebtes WoMo stand hier rum. Was: Full Metal Cruise? Na, dort war der bestimmt nicht mit seinem Schiff !
Da hört man immer: "Ihr habt das so gewählt, beschwert euch nicht, ihr wolltet das so!", aber, Leuz, nehmt doch auch mal Rücksicht auf die paar Vernünftigen, die diesen Rotz eben nicht gewählt haben und das jetzt ertragen müssen! Das ist doch mindestens ein paar tröstende Worte wert.
Um 18 Uhr gings dann los mit der ersten Band. Viele Leute hörten sich das noch nicht an, die waren alle noch am Platz und feierten dort. Ich ging dann auch nochmal raus, genehmigte mir eine Portion Pommes, setzte mich in den Biergarten und guckte mir so die Leute an. Das ist wieder so eine Veranstaltung, wo keiner von meinen Freunden kam, das heißt: Ich kannte echt keinen, hier. Die meisten Besucher waren Ossis, auch die Bands kamen ja fast alle aus dem Osten.
Die Ossis haben so das Familiäre, also die haben Camps und Cliquen voller Leute, aber in sich sind sie geschlossen. Andere Leute gehören da halt einfach nicht dazu. Mir ist das nur recht, weil ich kann eh nicht so mit Leuten. Ich steh ja sonst immer nur dort und weiß nicht, was ich sagen soll, trink ein Bier und schau blöd. Allein komm ich fast besser klar.
Von der zweiten Band, die auftrat (die Bonkers), hab ich gar keine Bilder gemacht?
Die dritte Band, Wilde Jungs, fand ich dann überaus ... interessant . Sie hatten einen Cowboy als Sänger, und der stolperte schon beim Reinkommen unbeholfen herum. Ich kannte die Band ja nicht, aber ich hatte den Eindruck, dass der mehr ins Mikro lallte als sang. Der war doch total besoffen?! Die Band spielte auch einige Fehler, aber das lag wohl daran, dass sie von ihren Vocals recht irritiert waren. Der Sänger stützte sich einige Mal auf das Mikro, man meinte, er fiele gleich um. Zwischen zwei Songs schüttete er aus Versehen seine Bierflasche um, die neben ihm am Boden stand. Erschrocken griff er danach und hielt dabei seinen Mikrofonständer schief, sodass das Mikro aus der Halterung fiel. Das Mikro rollte über die Bühne, der nächste Song hatte schon angefangen, eigentlich war bereits sein Einsatz. Der Gitarrist nebendran steppte ihm mit dem Fuß das kullernde Mikro wieder zu, das der Sänger dann grad noch erwischte und gleich schief rein sang. Also das war echt ein interessanter Auftritt
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Ich glaub, die wilden Jungs waren froh, als ihr Gig fertig war. Ich hörte dann aber von einigen Fans in der Menge, dass er ja wengstens noch seine Texte konnte und sie mit dem Auftritt zufrieden waren. Bescheidene Menschen, diese Ossis .
(Zwischenrein: Es ist gerade Samstagmittags, ich hock im Naglfar und tippe, und hör jetzt glaub ich heute schon zum fünften Mal "Warriors of the world" aus diesem Camp da drüben. Haben die andere Songs auch noch?)
Dann kam die Ostalgie-Band Goitzsche Front, die erste heute, die ich kannte. Ja, ich glaub, ich kannte die von hier, denn die sind hier doch jedes Jahr, oder? Sie waren aber nicht schlecht, sind halt die originalen Ossis live, Hooligan-Rock, mit Texten zur DDR, gerichtet an ihre Landsleute. Warum ist dieses Festival eigentlich immer in Geiselwind und nicht im Osten?
Tja, und dann hatte ich schon wieder das Problem, dass ich müd wurde. Ich hatte heute früh schon verschlafen, kam erst kurz nach acht zur Arbeit. Ich komm zur Zeit nicht aus dem Bett, kann abends nicht einschlafen, schlaf auch schlecht durch, irgendwas wühlt in mir. Wie dem auch sei, wurde ich müd. Eigentlich wollte ich schon noch die Willkuer auch sehen, aber die sollten erst um 23:20 Uhr auftreten, das schaffte ich nicht. Also ging ich ins Naglfar und legte mich ab. Im Naglfar schlief ich aber ganz arg gut trotz des Lärms auf dem Campground.


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