Sonntag, 19. April 2026

Metal Franconia am Samstag

Die Ränder um meine Augen - teils wegen durchzechter Nacht, teils wegen Schminke von gestern - waren beeindruckend . Sollte ich mir vielleicht ein Corpsepaint draus malen? So eine weiße Clownschminke vom Fasching hatte ich ja da. Ich tupfte den Finger rein und schmierte das Weiß an die Backe. Hm? Naja, da müsste ich mich dann heute abends, wenn ich todmüde heim komm, erst noch groß abschminken, ich kenn mich doch, das mach ich ja eh wieder nicht und schmier dann mein ganzes Kopfkissen voll? Außerdem: Wozu renn ich andauernd ins Solarium, wenn ich mir dann das Gesicht mit Weiß beschmiere?

Ich frühstückte erst mal, kochte einen Kaffee, schmierte mir ein Mettbrötchen mit Zwiebeln, guckte am Laptop meine Bilder von gestern an und schrieb Blogbericht. Aus den anderen Autos am Platz kamen nun nach und nach die Metaler gekrochen, die reine Zombieapokalypse . Die Sonne schien, es war warm und ich hatte die Tür offen. Da kam der Chris daher spaziert, setzte sich im Naglfar mit an den Tisch und wir quatschten eine Weile.

Schließlich ging ich dann doch mal in die Halle. Das Programm hatte schon am Nachmittag angefangen und es spielten gerade Sacrifire. Nicht schlecht, aber draußen schien so herrlich die Sonne und so ging ich lieber wieder raus.

Ich spazierte mal rüber hinter die e-Ladestation und suchte, wo der Torsten stand. Eigentlich sollten doch auch Harvy und Hai auftauchen? Als ich Torstens Auto fand, war da aber alles dicht. Seine Nachbarn feierten schon fleißig und meinten: hier sei alles tot, seit 3 Stunden wäre keiner aus dem Auto gekommen. Das ist aber bedenklich, muss man sich Sorgen machen, wo isser denn? Ich schrieb mal ein WhatsApp, doch es kam sofort eine Antwort: Torsten hockte bei Louis im Camp und feierte dort. Na, da hockte er also seit mindestens 3 Stunden, es ging bei ihm also so weiter wie es gestern aufgehört hatte . Da bleib ich lieber dem Desaster fern und seil mich mal gleich ab .

Ich hatte Durst, aber bitte nix Alkoholisches; ein Cola wäre fein. Um zum Naglfar zurückzulaufen, war ich nun aber zu faul. In der Halle kostete ein Getränk 5 €, also guckte ich mal an die Tankstelle hier direkt vor meiner Nase, da war's bestimmt billiger. An der Tanke kostete das Cola nur 2,60 €. Allerdings standen da auch so lustige grüne Likörflaschen herum. Da kaufte ich eine: Die bring ich dem Ralf mit fürs Katzenfüttern (der war nämlich heute extra dafür auf der Ranch).

Da ich die Flasche nun ins Auto bringen wollte und also sowieso zum Naglfar laufen musste, konnte ich auch gleich mein eigenes Cola dort trinken .

Zurück in der MusicHall standen nun diese seltsamen Gesellen aus der Schweiz auf der Bühne, Morgarten. Sie waren in Mittelalterklamotten gewandet und hatten Äxte als Deko, was ist denn das für eine Ötzi-Band? Sie spielten aber astrein geilen Metal, richtig fetzig, wow. Das passte überhaupt nicht zusammen, ich war ganz irritiert: Man durfte nur einfach nicht hinschaun . Die Mukke war dann aber so gut, dass ich mir eine CD von denen kaufte.

Nach dem Gig guckte ich am Stand der Halle 15 vorbei.

In der Raucherecke draußen traf ich den "Blobfisch" aus der FB-Metalgruppe … und natürlich auch den Heff.


An der Küche gabs ein geiles Line Up, absolut gute Preise und das Essen sah sowas von lecker aus, insbesondere das Pulled Pork, das war ja eine riesige Portion. Leider hatte ich gar nicht so viel Hunger, da nahm ich nur ne Schnitte Pizza.
Echt schad, dass ich kaum Hunger hatte. Das schreib ich mir auf den Merkzettel für das nächste Geiselwind-Event: vorher nix essen!

Im Winter hatte ich wie der Teufel Tickets bestellt, denn das Ragnarök und auch das Metal Franconia gehört zu meinen "Pflichtveranstaltungen" im Frühjahr. Aufs Line Up hatte ich dabei gar nicht geachtet, und so ist mir erst neulich aufgefallen, dass am Samstag auf beiden Festivals ja fast durchgehend dieselben Bands spielen . Ich hatte also ab jetzt alles schon letzte Woche gesehen, das fing an mit Vreid. Die waren recht gut, hatten aber auch wieder bloß Schallplatten am Merch, keine CDs .

Die Vomitory hörte ich nun auch ganz bewusst, hatte ich sie letzte Woche noch für ne andere Band gehalten, die da auf der Running Order stand. Sie hatten mir letzte Woche schon gefallen und so kaufte ich wenigstens dieses Mal eine CD von ihnen.

Dann kam auch wieder der Abbath. Ich hatte meine kleine Abbath-Puppe an die Kutte gebunden und das von letzte Woche noch versiffte Abbath-Shirt an. Wen interessiert denn das, ob das müffelt, ist doch auch schon wurscht .


Ich stellte mich schon eine Weile vor dem Gig ganz vorn hin und wartete auf den Abbath. In der MusicHall waren nicht so viele Leute da wie auf dem Ragnarök in der Stadthalle, und so hatte ich den besten Platz in der zweiten Reihe. Von der Stimmung her war's auch viel besser als letzte Woche, ich war besser drauf und freute mich richtig auf ihn. Kaum stand er oben, fetzte ich auch gleich los und moshte umeinander.

Der vor mir gab nun auf und verkrümelte sich nach hinten, also konnte ich aufrücken und stand ganz vorn am Gatter. Da kann man sich festhalten und dann kann man viel besser moshen und hüpfen und sich aufführen und am Gatter schütteln . Da tobte ich rum, und bald hatte ich Gesellschaft, ein Mädel nebendran moshte mit mir um die Wette. Der Abbath war manchmal ganz nah, höchstens noch 3 Meter weg und ich kreischte und grölte ganz verzaubert. Die Leute gingen alle ziemlich gut ab, und ich hatte das Gefühl, dem Abbath machte dieser Gig auch mehr Spaß als letzte Woche am Ragnarök.

Ich glaub, ich hab mich in den Abbath verknallt . Der ist so goldig, so schön wild in seiner Lederkluft! "Hat er nicht einen süßen Arsch?" rief ich ganz begeistert dem Heff zu, der hinter mir stand. Die anderen außenrum hatten das auch gehört, und sie lachten alle, die Stimmung war klasse.

Ich tobte den ganzen Gig durch. Ja, gut, am Ende machte ich dann schon schlapp, aber ich gab mein Bestes.

Dann war der Gig aus, Abbath ging von der Bühne und die Leute liefen nach draußen, ooooh. Ich ging hoch an die Bar und setzte mich dort an einen Tisch. Puh, jetzt merkte ich erst, dass ich heiser war . Der Rücken tat mir weh, die Knochen zwickten, au au au.

Die Umbaupause reichte kaum zur Erholung, da krabbelte ich schon wieder runter, denn jetzt kamen Hypocrisy. Mensch, seit ich es richtig ausspreche, kann ich es nicht mehr schreiben - Haipocrässi .

Ich stand links an der Theke und guckte, aber ich war jetzt einfach fertig, ausgepowert, kaputt. Ein paar Songs von Hypocrisy gab ich mir noch, aber dann räumte ich das Feld - genau wie letzte Woche . Der Abbath war einfach zu gut, mein Highlight, und so nahm ich die Freude an ihm mit und ging ins Naglfar. Ich war sofort weggepennt. Zum Glück hatte ich kein Corpsepaint und musste mich nicht auch noch abschminken.

Am Morgen, das heißt so gegen halbzehn rum, fing es an, auf das Naglfar zu tropfen. Es regnete auf mein frisch gewaschenes Auto! Dann tropfte es heftiger und bald prasselte es so arg, das war echt Lärm. Da ging ein krasser Starkregen runter und bald hörte ich auch Martinshorn, und zwei Feuerwehrautos rauschten vorn die Straße runter. In Geiselwind waren wohl die Keller vollgelaufen?

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