Diesen Samstag stand ich echt mal bald auf: schon um 9! Um 11:30 Uhr war nämlich Häkelgruppe in der Vesperkirche, und das wollte ich mir mal anschaun. Ich hab ja wieder 5 Häkelsachen gleichzeitig in Arbeit, lauter kompliziertes Zeug. Das Einfachste nahm ich dann mit: Es wird eine Schlange, die soll mit Reis gefüllt werden und kommt dann ins Auto quer vor die Windschutzscheibe, das Kondenswasser aufsaugen. Bei der Schlange muss man einfach nur einen 1,50 m langen Schlauch in Runden häkeln, nix zählen, nicht aufpassen, kein Maschenmuster, ideal für eine Häkelgruppe.
Die Häkelgruppe war wirklich nett, hat mir gefallen, hat halt bloß einige Nachteile: Wie schon gesagt ist sie samstags früh ab 11:30 Uhr, also mitten in der Nacht , ich muss extra früh aufstehen und mir am heiligen Wochenende einen Stress machen. Dass ich überhaupt an einem Samstag in Nürnberg bin, ist ja auch schon ein Kunststück. Dazu gabs dort an der Kirche ganz, ganz schlecht Parkplätze. Ja, und es ist eben in einer Kirche im Rahmen eines sozialen Projekts, überall Pfarrer, Christen und Halbheilige - das find ich jetzt auch nicht so wirklich prickelnd
. Aber ok, angeschaut hab ichs mir mal, und an und für sich war es wirklich nett. Hätt ich genug Zeit, ginge ich da bestimmt öfter mal hin.
Meine Bratpfannen sind sowas von durch! Kommt davon her, weil ich das Angebrannte immer mit der Spachtel auskratz und sich damit natürlich auch die Beschichtung mit weg-kratzt. Drum wartete ich nun schon seit geraumer Zeit auf so einen Punkte-sammel-Topfverkauf, um mir ein Set neuer Pfannen zuzulegen.
Tatsächlich gab's dann am Freitag im Marktkauf eine Klebemarkenaktion für Töpfe und Pfannen , juhuuu. Dabei hab ich noch voll die totale Trullakassiererin erwischt, die hat mir gleich die halbe Rolle an Marken runtergezogen
, ey, gut 140 Klebemarken, klasse. Mit 1 Einkauf kriegte ich gleich 5 Karten voll
.
Zuhause hab ich mir die Karten dann genauer angeschaut und festgestellt: Die Aktion ging nur noch bis Samstag, den 07.02.26. Ah, das erklärte natürlich, warum mir die Kassiererin mit 1 Schwung gleich so viele Marken gegeben hat.
Ja, da musste ich ja schaun, dass ich meine Pfannen kaufte, wenn das nur noch bis Samstag ging . Also fuhr ich nach der Häkelgruppe noch schnell in den Marktkauf und wollte die Aktions-Pfannen kaufen.
Hee, also da waren am Freitag echt noch viele da, aber jetzt am Samstag waren sie alle weg, ausverkauft.
Hee, ich war extra deswegen noch schnell hier her gefahren! Oh, da war ich aber sauer!
Dann stellte ich ein Regal weiter fest: Da gab's auch Pfannen. Die waren im Angebot. Es waren fast dieselben wie die von der Aktion - nur billiger . Also kaufte ich da zwei Pfannen. Vielleicht schau ich am Montag noch mal in den Marktkauf nach Mögeldorf, weil wozu hab ich mir denn jetzt die Mühe gemacht und die ganzen Marken in die Karten geklebt?
Dann aber endlich zum Naglfar und ab ins Wochenende! Was Nennenswertes lief nicht, aber im Würzburger b-hof sollte ein kleines Doom-Konzi stattfinden, immerhin. Also fuhr ich - schon wieder - nach Würzburg.
Schon im Knoblauchsland lag eine dicke Nebelfront über den Feldern. Schlimmer wurde es dann aber nicht.
Ich segelte trotz stellenweise dicker Nebelschlieren unspektakulär über die A3 und landete in Würzburg. Das rote Licht hat nichts mit meinem Wohnmobil zu tun! Es ist nur die rote Ampel, an der ich stand, gell .
An der Friedensbrücke war die Parksituation recht locker, es war noch genug frei. Ich stellte mich ganz rechts hin, da gab's auch Stromsäulen und da musste ich dann nicht so weit laufen, weil ich wollte über die alte Mainbrücke in die Innenstadt.
Mein Kabel war total verwurschtelt. Naja, es war bisher immer so kalt gewesen, dass ich es nur eilig zusammenraffte und irgendwie in den Laderaum stopfte, um nur schnell wieder ins warme Auto zu kommen. Das hatte den Weihnachtsbaumlichterketten-Effekt, jetzt war es ziemlich verknotet. Ich wickelte nur 3 Meter ab und schmiss den restlichen Kabelknoten einfach vor die Stromsäule. Es gibt ja Leute, die haben ganz tolle entwirrtelte Kabel, sie sind in sich gerade und nicht mal verdreht, sauber sind sie auch, und die Luxusbande hat sogar noch eine Kabeltrommel! Ich nicht .
Es gibt auch Leute, die haben so ausfahrbare Standfüße am Boden, und ihre Autos sind exakt waagrecht ausgewogen. Ich nicht.
Ich hab bloß ein Paar Keile, mit denen ich justier, wenn ich länger steh. Aber für die eine Nacht lohnte sich das nicht.
Es gibt auch Leute, die haben an ihren Morelos ein zweistufiges Trittbrettchen zum Ausfahren. Ich nicht. Meins fährt nimmer aus. Ich hab stattdessen eine Bierkiste vor der Tür stehen .
Eigentlich wollte ich in Würzburg noch was essen, Chinesisch hatte ich mir eingebildet. Aber der Asia-Fritze im Bahnhof taugt mir nimmer und ansonsten lag kein China-Imbiss auf meinem Weg. Weiter vorn wär einer gewesen, das weiß ich, aber das war mir dann zu weit. Ich kam an der Nordsee vorbei: ein Fischbrötchen? Ach nein, ich wollte doch Chinesisch. Ich lief bis zum b-hof, ohne einen tauglichen Imbiss zu finden, also ging ich halt mal rein.
Auch im b-hof gab's was zu essen, so Kleinigkeiten, Pommes, aber auf die hätte ich warten müssen. Ein großer Topf mit Chinesisch stand dort und einer mit Reis. Der Barkeeper meinte, das sei eigentlich für die Band, aber ich könnte mir einfach was nehmen. Nö, ich ess doch der Band nicht das Futter weg! Also nahm ich ein Wurstbrötchen. Das kostete nur 1,30 €, also da kannste ja echt nicht meckern .
Da kam schon die erste Band, Sunday of the Dead.
Das passte nun richtig zu meiner Winter-Depri-Stimmung, ich hatte mich auf die Atmosphäre echt gefreut: dieser düstere, historische Keller mit den blanken Steinen, die niedrige Decke, die dicken Säulen und eine Doom-Band . Die Band gefiel mir und ich kaufte mir einen Patch. Sollte ich eine CD kaufen? Ach, nicht schon wieder eine CD! Nochmal eine
. Wenn es sich auch grad super anhörte, aber wo hör ich denn dann die Doom-CD? Im Auto? Nee... also ließ ich's.
Links außen stand ein älterer Kerl mit ordentlich Bierbauch und freute sich, applaudierte heftig und feuerte die Band ganz arg an. Nach dem Auftritt ging ich hin und fragte: "Du bist doch der Vater vom Gitarristen, oder?" Das find ich immer total süß, wenn die Eltern aufs Konzi ihrer Youngsters gehen. Böh, meine Eltern wären nie auf ein Konzi von mir gegangen, die hätten höchstens geschimpft über diese "Affenmusik". Meine Eltern fanden sowieso alles blöd, was mir gefiel. Und nein, ich glaub gar nicht, dass das pubertärer Trotz von mir war, sondern elterlicher Trotz von denen . Und nein, ich habe es leider nicht "eingesehen" als ich dann älter wurde, sondern mir gefällt sowas noch heute. Echt schade, dass es zwischen den Generationen damals so wenig Verständnis gab.
Auch Endonomos gefielen mir recht gut.
Urza waren mir dann allerdings zu doomig. Naja, ist halt Geschmackssache.
Ich blieb drum nicht ganz bis zum Schluss, sondern verabschiedete mich und lief heim durch das nächtliche Würzburg. Ich hatte seit langer Zeit mal wieder meine uralten New-Rock-Stiefel an, die sind gut 25 Jahre alt - und sehr schwer. Ja, ich merkte, ich musste jetzt vorsichtig laufen, weil langsam scheuerten sich die Fersen auf. Da schlurchte ich durch die leere Innenstadt, über die alte Mainbrücke zurück an die Friedensbrücke zum Naglfar.
Die Heizung lief einwandfrei, es war schön warm und so krabbelte ich zufrieden ins Bett. Ich schlief recht gut. Am Morgen holte ich dann das Kabel ein. Erst breitete ich es über den ganzen Parkplatz aus und drehte es gerade, wand die Knoten und Schlaufen raus, und dann holte ich tatsächlich nen Lappen und putzte es auch noch, als ich es dann aufrollte. Jetzt ist es ordentlich verstaut. Sollte ich mir vielleicht eine Kabeltrommel kaufen?
Die Gülle-Säulen sind immer noch nicht offen, und alle Leute schütteten ihre Boxen wieder in die Grauwasserrinne. Was sich die Stadt Würzburg dabei wohl gedacht hat?
Vor mir parkte ein dicker Morelo. Mensch, da guckt mal meinen Kleinwagen dahinter an. Da kann man ja voll den Minderwertigkeitskomplex kriegen!
Ich hatte die Gasflasche gar nicht aufgedreht, kochte mir also nicht mal einen Kaffee, sondern startete gleich. Als ich hinter dem Kreisverkehr weiter in Richtung B8 fuhr, fielen mir am Gehweg links ein Grüppchen morgenmuffliger Metaler auf, die Köffer hinter sich herzogen. Mensch, das waren die Urza! Die kamen wohl grad aus ihrem Hotel. Ob sich so ein Gig für die lohnt?

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