Montag, 2. März 2026

die Katzen von der Shiloh-Ranch

(...daher hat die Ranch ihren Namen: Wir haben uns als Kinder immer "die Leute von der Shiloh-Ranch" angeschaut, und drum hat dann mein Vater den Garten "die Ranch" genannt. Ich habe das natürlich beibehalten.)

Der Frühling kommt und mit ihm die Frühlingsgefühle, jedenfalls bei den Katzen. So hat sich seit ein paar Tagen ein stattlicher Kater auf der Ranch eingefunden. Dem gefällt es hier ausgesprochen gut, und das kleine Lieschen hat sich auch gleich in ihn verliebt. So streift der Kater nun jede Nacht durch die Ranch, markiert alle Ecken und beglückt die Katzen.

Die beiden Alten natürlich nicht mehr, denn die habe ich letztes Jahr in einer riesig aufwändigen Aktion eingefangen und kastrieren lassen, boah, war das stressig. So hat die Nora keine Lust mehr, und die Lisa ist vor ein paar Wochen eh abgewandert, kommt nur noch selten auf der Ranch vorbei. Ihre Töchter Lieschen und Lottchen haben sich aber im Dachboden vom Gartenhäuschen häuslich eingerichtet, während sich Noras Babys, Nörchen und der kleine Kater Noricus, um den Schuppen jagen.

Gestern musste ich dann auf den Wildcams sehen - das heißt, ganz gesehen hat man es nicht, sie waren nur am Rand vom Bild, aber man konnte es erahnen - dass sich das Nörchen vor seinen Bruder geschmissen hat und dieser, wenn auch recht unbeholfen, weil er war ja noch Jungmann, aufgestiegen ist . Im nächsten Video putzten sie sich beide hektisch im Schritt herum. Oh weh, das gibt auch noch Inzest-Kitten .

So habe ich die Katzennotrufnummer angerufen und einen Termin vereinbart für heute nachmittags auf der Ranch. Da kam das große Auto vom Tierheim, im Laderaum 5 Lebendfallen und mehrere Transportboxen. Die Frau vom Tierheim stellte die Fallen auf, wir bestückten sie mit Ködern und deckten sie ab mit Hundedecken. Während wir noch beim Aufbauen und Besprechen waren, ging das kleine Nörchen schon in die Falle! Wunderbar, damit ist das Thema Inzest-Kitten dann auch erledigt.

10 Minuten später lief der kleine Kater Noricus in die nächste Falle.

Die Frau vom Tierheim lotste die beiden gleich in je eine Transportbox um und nahm sie mit. Fort waren sie.

Lieschen und Lottchen guckten entsetzt vom Dachbodenfenster aus zu. Unterdessen fütterte ich unten die Nora. Die bekam ein ganzes Schälchen Hühnerherzen nur für sich allein, damit sie pappsatt war und an den Ködern in der Falle gar kein Interesse mehr haben sollte.

Danach widmete ich mich ein bisschen der Gartenarbeit und schnipselte Zweige. Gegen 18 Uhr ging ich mal vor und prüfte die Fallen: tatsächlich! Das schwarze Lottchen war in die Falle getappt!

Ich versuchte, die große Falle in mein Auto zu laden. Das war gar nicht so einfach, denn das Röhrle ist wirklich klein. Die Falle war bestimmt 1,50 m lang, quer passte sie nicht rein. Diagonal war auch nicht so einfach, denn die hintere Tür oder die Kofferraumklappe gingen nicht mehr zu, je nachdem. Da das kleine Röhrle witzigerweise ein 5-Türer ist, kann man auch die Sitze nicht vorklappen. Nachdem ich den Beifahrersitz aber so weit es möglich war nach vorne geschoben hatte, passte die Falle mit Ach und Krach hinten rein. Also fuhr ich mit der Falle und der Katze darin zum Tierheim. Dort kam die Falle dann in einen Warteraum, in dem schon die Transportboxen standen, in denen Nörchen und Noricus saßen. Oh je, naja, aber sie kennen sich ja alle, da können sie sich trösten.

Morgen vor der Arbeit früh um 7 fahre ich auf die Ranch und sehe nach, was sich über Nacht in den 3 Fallen, die dort noch stehen, gefangen hat. Ich hoffe, dabei erwische ich das Lieschen und vielleicht auch den feschen Kater. Sollten Igel, Marder, Nora oder sonst ein unglückliches Tier drin sitzen, wird es einfach wieder frei gelassen. Danach schließe ich die Fallen und fahr mein Beute ins Tierheim. Die Tierärztin kommt am Vormittag, da werden sie dann alle kastriert. Ich denke, am Nachmittag darf ich sie dann wieder abholen. Boah, ist das wieder eine Aktion!