Schon gestern abends fing es an zu schneien. Gegen halbzehn abends ging ich dann runter und fing an zu schippen. Noch lag nicht viel, aber es sollte in der Nacht ordentlich Neuschnee geben, und so richtete ich schon alles her - Schippe, Streugut - damit ich morgen früh gleich loslegen konnte.
Als ich also heute morgen aus dem Fenster schaute, war alles tief verschneit. Ich zog mich an und machte mich gleich ans Werk: Schnee schippen. Es lagen mindestens 20 cm Neuschnee, ich wusste bald gar nicht mehr, wohin ich das alles schaufeln sollte. Das Auto da am Straßenrand kam ja sonst gar nicht mehr weg vor lauter Haufen. Kurzum: Es steht jetzt noch unberührt dort, weil der Fahrer gar nicht probiert hat, damit noch zu fahren .
Endlich hatte ich das Haus frei geschaufelt, da ging ich zum Auto. So zugeschneit war mein Auto wirklich noch nie.
Ich kehrte also mal alles von oben nach unten mit dem Tapezierbesen ab, den ich für den Zweck immer im Auto hab. Allein das dauerte schon. Endlich hatte ich das Röhrle halbwegs schneefrei, da fiel mir auf, dass ich nie und nimmer noch aus dieser Parklücke raus komm, denn es lag so viel Schnee außenrum, zuzüglich des Haufens, den ich eben abgekehrt hatte. Ich lief ins Haus zurück und holte die Schneeschippe. Damit schaufelte ich nun auch den Parkplatz um das Auto so weit frei, dass ich rausfahren konnte.
Es war bereits 8 Uhr, völlig zu spät, als ich dann endlich losfuhr.
Die nächsten zwei Straßen war die Fahrerei wirklich heikel, denn es war alles tief verschneit und wenn man die Spurrillen nicht erwischte, die andere Autos bereits eingefahren hatten, dann drehten die Räder durch und ich drohte, auf einer Schneebank aufzulaufen.
An der Kreuzung Gustav-Adolf-Straße wurde es heikel, denn alle Fahrtrichtungen hatten ihre Fahrschneisen, die sich natürlich in der Mitte kreuzten. Es zog einem da ganz schön die Räder weg beim Drüberfahren, aber ich kam - nach der 5. Ampelphase - auf die andere Seite.
An der Eisenbahnstrecke am "Berg" - also es ist nur eine Brücke und damit eine kleine Steigung - hing ein LKW fest. Er kam nicht mehr drüber. Die PKW versuchten, vorzufahren. Ich hielt ordentlich Abstand zum Vordermann, damit ich in einem Zug am LKW vorbeifahren konnte und nur nicht bremsen musste, denn das Einzige, was mich noch über die Steigung brachte, war mein Schub, den ich grad drauf hatte. Würde ich bremsen, stand ich. Ich kam gut vor und fuhr weiter.
Dass man das "Berg" nennen wollte, ist ja echt ein Witz, ja mei, eine kleine Steigung an einer Brücke, aber auf der anderen Seite nach unten fing die Schlittenpartie an und ich war froh, dass keiner zu dicht vor mir stand und schlitterte "berg"ab.
Da endlich kam ich ins Parkhaus. Das war aber auch nicht so easy, denn sogar im Parkhaus war es glatt. Autos hatten Schnee drin verloren und die Steigung zur nächsten Etage schimmerte ganz glitschig. Ich kam hoch und war recht froh, als ich endlich da war, wo ich sein sollte.
Dann schlitterte ich vom Parkhaus aus noch zu Fuß rüber ins Büro. Ich war eine volle Stunde später dran als sonst. Die Stunde musste ich natürlich dann nachmittags wieder rein holen.
Zuerst meckerte ich ja, dass die Schulkinder heute einfach zuhause bleiben durften, während die Arbeitnehmer noch eine Stunde länger als sonst in der Arbeit bleiben müssen, aber jetzt war ich doch ganz froh: wären auch noch die ganzen Elterntaxis unterwegs gewesen, wär man wohl gar nicht mehr durch gekommen.
Von den Kollegen fehlte gut die Hälfte. Die waren alle zuhause geblieben und machten Home Office, aber ich hab ja zuhause keine Office-Station mehr, die hatte ich nach Corona wieder abgegeben.
Nach der Arbeit wollte ich auf die Ranch fahren und vorher zum Supermarkt, frische Innereien kaufen für das Miezenvolk. Der Parkplatz vom Supermarkt war fast leer, kaum jemand ging einkaufen. Sogar ganz vorn kriegte ich noch einen freien Parkplatz, aber als ich da rein fahren wollte, blieb ich im Schnee stecken . Mit zurück-vor-zurück-vor kam ich dann grad noch vom Fleck. Also ging ich mal einkaufen.
Eigentlich hätt ich es mir ja schon anhand der Schneemassen am Supermarkt denken können, aber der Ernst der Wetterlage war mir immer noch nicht bewusst und unbeirrt fuhr ich einfach weiter hinter in die Sackgasse zur Ranch. In der Wendeschleife türmten sich die Spurrillen und ich heizte quer durch. Es rumpelte am Unterboden, aber ich hatte genug Schub und blieb nicht stecken. Weiter fuhr ich auf die "verbotene Straß'", ein asphaltierter Feldweg, den nur Anlieger benutzen dürfen (deren bin ich einer), aber da kam ich dann ins Schleudern und schlitterte nur noch so rum. Ich sollte hier nicht bremsen oder gar stehen bleiben, weil sonst war's aus . An der Einmündung zum Feldweg Richtung Ranch fuhr ich lieber einfach mal weiter, denn noch niemand war in dem Feldweg gefahren, nicht einmal der Bauer mit seinem Trecker, keine Spur zeigte sich im Schnee, weder Mensch noch Maschine.
Hier lagen mittlerweile gut 30 cm frischer, unberührter Schnee, ich würde mit dem Auto nicht durchkommen. Ich konnte froh sein, wenn ich hier die "verbotene Straß'" schaffte . Ich gab Gas und rutschte und schlitterte grad noch so vor bis auf die Hauptstraße. Zum Glück kam grad keiner, dass ich ohne zu stoppen einfahren konnte. Dort griffen die Reifen wieder - zum Glück.
Ich fuhr also noch einmal um den Block bis ich wieder in die Sackgasse kam. Kurz vor der Wendeschleife parkte ich das Röhrle. Ich hatte mit dem Auto keine Chance, ich musste von dort aus zu Fuß zur Ranch.
Also packte ich alles in den Korb, was ich für die Miezis brauchte: die frischen Hühnerherzen, die Schälchen Sheba, das Trockenfutter, die Katzenmilch und die Akkus und SD-Karten für die Wildcams.
Das Gartentor kriegte ich vor lauter Schnee nur einen Spalt auf und stackste wie der Storch durch den hohen Schnee über den Parkplatz. Unter der großen Tanne, wo der Boden noch halbwegs schneefrei war, hockten die 3 schwarzen Katzen, Nora und ihre Kinder Noricus und Nörchen. Die versuchten nun aufgeregt, zur Futterstelle zu kommen. Das sah fast lustig aus, denn jede Katze versank komplett im Schnee, sprang in hohem Satz wieder raus und so immer eins weiter. Man sah also 3 schwarze Knäuel wie Hüpfbälle über den tief verschneiten Parkplatz hüpfen.
Die Futterstelle war auch komplett verschneit, das hatte gar keinen Sinn mehr. Nein, heute gab es das Futter dann ausnahmsweise mal im Schuppen.
Um zum Schuppen zu kommen, benutzte ich die Spuren der Hüpf-Katzen, damit ich nicht durch den totalen Schnee stacksen musste. Die Katzen wiederum kamen mir in meinen Spuren wieder entgegen gehüpft.
Zudem hatte ich keinen Bock, mich durch diese ganzen Schneeverwehungen zu kämpfen. Es war genug Mühe, die SD-Karten aus den 3 Kameras zu holen. Damit ging ich dann wieder und lief zurück zum Röhrle.
Als ich zuhause ankam und mich in irgendeinen Parkplatz gerutscht hatte, aus dem ich hoffentlich morgen wieder raus komm, musste ich erst wieder vor dem Haus Schnee schippen, weil dort war alles voll. Die Schneeberge türmen sich nun schon so am Gehwegrand, dass ich gar nicht mehr weiß, wohin damit. Und weiter schneits und schneits, oh weh, das wird wohl morgen noch schlimmer .




























