Freitag, 17. September 2010

Affektambivalenzen

Uaaah, was für ein Stress!

Aaalso: Am Mittwoch wurde ich krank. Ich hab mich erkältet, wahrscheinlich auf der 70er-Jahre Party als ich mir voll einen abdancte und dann recht verschwitzt mit dem Fahrrad heim radelte. In der Nacht ist es doch schon ziemlich kühl, also hab ich mich erkältet.

Die Erkältung störte mich nicht weiters, denn renovieren konnte ich ja grad eh nix, weil der Putz im Keller noch nicht trocken war. So chillte ich gestern ganz dösig im Bett rum, da klingelte schon um halbneun Uhr früh das Handy. Ich Depp bin auch noch in aller Früh ran gegangen, obwohl ich es mir ja hätte denken können: Wer sollte das schon sein, eine Firma natürlich wegen meiner Bewerbungen.

Eine Zeitarbeit wollte mich kennenlernen und es sei ganz eilig, meinte der Personaler und ob es heute noch gehe. Nachmittags hatte ich einen Arzttermin und da wollte ich mir den Stress eigentlich nicht noch vorher reindrücken, aber auf das Drängen von dem Personaler hab ich um 13 Uhr einen Vorstellungstermin ausgemacht.

Es war alles ganz nett bei denen und es war so: Es wäre ein 40-Stunden-Job, allerdings für ein bestimmtes Projekt, daher befristet bis Dezember. Der Personaler meinte aber, dass sich das Projekt bestimmt auch noch etwas länger hinzieht, vielleicht bis Januar oder sogar Februar. Zahlen würden sie 2000 € (das ist absolut klasse für eine Zeitarbeit!) und der Einsatz wär bei ... VODAFONE!

Das wär natürlich voll witzig, denn wo könnt es mir besser gefallen als bei der Konkurrenz von O2!

Er sagte dann, ich hör wieder von ihm, wahrscheinlich schon morgen - also heute. Ich müsste mich dann bei Vodafone noch vorstellen und dann übernächsten Montag anfangen, also in 9 Tagen!

DAS ist natürlich stressig! Wenn das klappt, hab ich den absoluten Endstress! Zum Glück bin ich mit dem Guggi-Keller so weit, dass ich nur noch streichen muss, das hab ich in 1 Tag geschafft und wollte das am Samstag machen. Dann ist der schon mal auf alle Fälle fertig.

Für den Montag hab ich dem David versprochen, bei seinem Auszug zu helfen, weil der wahrscheinlich noch gar nicht mit Auszug angefangen hat und am 30. draußen sein soll. Das schafft der nie, wenn ich mich nicht dahinter klemm. Danach wollt/müsst ich die Wohnung renovieren, d.h. Tapeten runter und neu tapezieren, Laminat raus, neuer Teppichboden rein, Fliesen im Bad raus, neu fliesen, Klo reparieren, Fenster im Bastizimmer reparieren, Steckdosen reinschrauben (hallo Chrisilein *wink*, magst mich nicht mal wieder besuchen?), Türklinken festschrauben, Tür im Wohnzimmer anpassen, weil sie nicht mehr zu geht. Am 15.11. will Rainers Mutter dort einziehen, da muss alles fertig sein.

Das würd auch alles schön chillig laufen und klappen - aber wenn ich natürlich ab nächste Woche einen Fulltimejob krieg, dann wird das verdammt stressig! Dann kann ich bloß die Grawitschko-Variante an Renovierung machen und werd obendrein noch ultragestresst sein, weil an 40 Stunden Arbeit muss ich mich auch erst mal wieder gewöhnen, so nach eineinhalb Jahre nix tun und ausschlafen. Anstell dass ich dann wenigstens das Wochenende zum Ausrappeln hätt, muss ich dann da auch noch voll Zoff renovieren. Also DAS wird ein echter Graus!

Dementsprechend unter Strom stand ich jetzt und wartete mit gemischten Gefühlen auf den Anruf von dieser Zeitarbeit. Einerseits wär's ja auch lustig, weil da verdien ich dann 50 € mehr als bei O2, wenn auch für 40 statt für 30 Stunden. Aber nachher, wenn ich wieder arbeitslos bin, krieg ich dann noch die 3 Monate Arbeitslosengeld, die momentan zum vollen Jahr noch gar fehlen - also bis April oder so - und hab noch nicht mal Einbußen, im Gegenteil: ein minimales Plus. Wenn ich Glück - oder Pech, je nachdem wie man es sieht - hab, dann wird das sogar noch verlängert und ich krieg nach diesem Projekt vielleicht auch noch einen anderen Einsatz.

Tja, nun stand halt wieder mal alles in der Schwebe - wie ich das hasse!!! Diese verdammte innere Spannung, wenn ich nicht absehen kann, wie es weiter geht.

Drum stand ich heut schon ganz früh auf, konnte eh nicht gescheit schlafen, und las gleich meine Bewerbungs-Mails: Hab ich nicht ne Mail mit ner Absage von der Zeitarbeit drin?! Leider hat sich Vodafone für einen anderen Bewerber entschieden, aber sie halten mich im Auge, blabla.... oh, ist ja fast schad. Jetzt kann ich die ganzen blöden Vodafone-Heftchen, die ich mir noch gestern aus dem nächsten Vodafone-Shop mitgenommen hab, um beim Bewerbungsgespräch wenigstens über die Produkte Bescheid zu wissen, wieder wegschmeißen.

Aber dann!
Kommando komplett zurück.
Stress-Vollbremsung!!!
Alles wieder beim Alten!
Chill down...

So cool das jetzt auch ist, aber DAS ist es, was mich echt kirre macht, dieses Auf und Ab und diese affektambivalenten Situationen! Einerseits wär's klasse gewesen, andererseits wär's Scheiße gewesen und wie es auch aus geht: Einerseits ist's klasse, andererseits ist's Scheiße. Puh, das muss ich jetzt erst mal wieder verdauen...

Nachtrag: Weil ich das nun irgendwie kompensieren muss, hab ich mich nun soeben einfach mal bei Vodafone per Mail direkt beworben *Prospekte wieder aus dem Mülleimer hol*.

Kommentare:

NixArbeit hat gesagt…

geht mir nicht anders. Ich soll in zwei Jahren wieder anfangen zu arbeiten. Ja spinnen die? Ich krieg jetzt schon den Horror. Ich und arbeiten? Nee das ist ja Stress pur. :-)

RAFA hat gesagt…

wieso sollst du erst in ZWEI Jahren arbeiten?

Anonym hat gesagt…

Hallo Rafa,

würdest Du einem Jobangebot - nur bis Dezember - zusagen? rentiert sich das denn?
Ich weiß auch gar nicht, ob dann das restliche Arbeitslosengeld, das Dir dann evt. noch zustehen würde, nicht anteilsmäßig neu berechnet wird, sodaß Du dann viel weniger bekommen würdest als bisher.

RAFA hat gesagt…

Ja, da hätt ich jetzt zugesagt, zumal es ja auch evtl. bis Februar gegangen wäre.
Meines Wissens wär dann das A-Geld schon neu berechnet worden, aber da ich ja dort mehr gekriegt hätte als bei o2, hätt ich ja vllt sogar auch noch mehr A-Geld gekriegt.