Mittwoch, 23. Mai 2018

Baumkuschler

Freitagnachmittag suchte ich mein Punzierleder. Ich will mir nämlich so ne Larp-Lederkrone basteln. Zuerst malte ich die Form auf ein Papier, schnitt das aus, wickelte es mir um den Kopf rum und schnipselte weiter, bis das Papier passte. Nun musste ich es noch auf das Leder übertragen ... aber ich fand das Leder nicht . Letztes Jahr hatte ich mir 2 Lederstücke zum Punzieren bestellt, eines habe ich punziert und das andere irgendwohin geräumt für spätere Punzierwerke.

Am Freitag meinte ich also, ich müsste dieses andere Stück Leder mit auf die Ranch nehmen, um da draußen in freier Natur ein wenig zu basteln, aber ich fand das Leder nicht! Ich kramte und suchte, bis es auf einmal klingelte, der Ralf vor der Tür stand und irgendwas wollte. Er kam rein, setzte sich aufs Sofa, machte sich ein Bier auf und erzählte mir was und irgendwie kamen wir überein, dass wir nun sofort - ohne das Leder - auf die Ranch fuhren.

"Nimm dein Zelt mit" riet ich dem Ralf noch, aber der meinte, er würde nicht auf der Ranch übernachten, weil er um 23:30 Uhr bei der Teresa zu Besuch angemeldet war.
Nein, auch nicht mal "für alle Fälle" wollte er sein Zelt mitnehmen.
Naja, dann nahm ich halt nur meins für mich mit.

Der nach jedem Mittelalterfest immer mehr überhand nehmende Met-Bestand in meinem Regal muss dringend einmal aufgebraucht werden, weil sonst verdirbt das Zeug noch, nä . Also nahm ich 2 Flaschen Met mit auf die Ranch.

Meine drei kleinen Gasflaschen hatte ich ja jetzt umgetauscht in eine große rote 5-kg-Druckluftflasche + einen Druckminderer, und wenn ich nun schon den Ralf dabei hatte - so als Ersthelfer, falls ich mitsamt dem ganzen Gas in die Luft flieg, dachte ich - dann wollte ich doch mal loslegen mit der Feuerspeierei. Wir bastelten also die Teile zusammen und warfen den Grill an, damit ich den Flammenwerfer an irgendwas entzünden konnte.

Schon fauchte das Teil los und ich begann, die Ameisen abzufackeln. Damit ich mir nicht die Füße verbrenn, hab ich auch extra meine Rangers mit Stahlkappen als Sicherheitsschuhe mitgenommen.

Nun ist das mit der Verbrennerei aber auch nicht so wirklich der Hit, weil die Ameisennester sind ja unter dem Pflaster, dieses ist ordentlich dick und bis da mal die Hitze durchkommt, dauerts. Also entzündete ich einfach auf jedem Nestausgang ein Stück Holzkohle. Da ziehts den derben Rauch in den Bau, verkokelt außerdem eine Menge herumkrabbelnder Ameisen zu Brandleichen, macht den Eingang ordentlich heiß und verrußt auch alles, dass den Ameisen ihre Nester gescheit vergehen, hoffte ich.

Der Ralf hat Lunte gerochen: Gibts irgendwo ein Bier oder brennt irgendwo ein Feuer, ist der Ralf zur Stelle. Ja und wenn es beides gibt, dann hat das eine hypnotische Wirkung auf den Ralf und so hatte er sich die Feuerschale geschnappt und kokelte und süffelte lustig vor sich hin. Ich dachte nur noch: "Hättste mal dein Zelt mitgenommen", aber Ralf war immer noch felsenfest in der Überzeugung, dass er ja dann später zu Teresa geht .

Teresa, die ja nicht weit von der Ranch weg arbeitet, könnte ja auch nach ihrem Feierabend herkommen und ihn abholen, fiel ihm dann ein. Er trank noch ein Bierchen und philosophierte: Ja, kommt sie oder kommt sie nicht, das ist hier die Frage. Er trank noch ein Bierchen und noch ein Metchen und schrieb der Teresa eine Message, aber sie antwortete nicht. "Hee, sie ist in der Arbeit. Da arbeitet man im Allgemeinen und hat nicht jederzeit Gelegenheit, seine Messages zu lesen und zu beantworten" sagte ich. Aber Ralf zog einen Flunsch und ertränkte seinen Frust in noch einem Bierchen.

Ja, und als die Uhr von weitem über die Felder elf geschlagen hatte, da lag der Ralf auf dem Bauch in der Wiese und schnarchte. "Hättste nur mal dein Zelt mitgenommen!" dachte ich wieder und weckte ihn. Ziemlich benommen, wie er war, konnte ich ihn grad mal dazu bewegen, sich wenigstens auf die Liege zu legen statt auf den Boden, aber da lag er nun wie ein Toter.

Ich würde mich jetzt ablegen in mein Zelt, jo ... aber so konnte ich ihn ja auch nicht liegen lassen. Also kramte ich den Schuppen durch, ob sich nicht was zum Abdecken findet und tatsächlich fand ich eine Decke. Also deckte ich den Ralf mal zu.

Es war eigentlich Regen und Gewitter gemeldet, also nahm ich die Bauplane vom ehemaligen Komposthaufen und legte sie noch über die Decke auf den Ralf. Wenn es regnete, blieb Decke und Ralf dann vielleicht wenigstens halbwegs trocken.

Naja und was ist jetzt mit Teresa? Es war jetzt halbzwölf und die beiden hatten doch ein Date? Also messagte ich Teresa an, telefonierte dann schließlich mit ihr und erklärte ihr, dass der Ralf heute nicht mehr zu ihr kommen würde.

Dann legte ich mich ab in mein Zelt , gute Nacht, Ralf! (Hättste mal dein Zelt mitgenommen!)

In der Nacht so gegen Morgen regnete es tatsächlich. Dicke Regentropfen prasselten auf mein Zelt *klitsch klitsch klitsch*. Ha, da wird mein Gemüse gegossen, dachte ich zufrieden, drehte mich auf die andere Seite und schnarchte selig weiter. Ja, so ein Zelt ist schon was Schönes...

Am nächsten Morgen schien die Sonne. Der Ralf war auch schon wach. Immerhin hatte meine Decke-Bauplane-Konstruktion funktioniert und er war überhaupt nicht nass geworden. Allemal rief er Teresa an und sie vereinbarten, dass sie sich dann halt eben heute treffen und Teresa auf die Ranch radeln wollte, um den Ralf zu besuchen.

Ich fing unterdessen an, ein bisschen Unkraut zu rupfen und Dornen zu schneiden, fand eine tote Amsel in der Hecke, mähte den Rasen ... und der Ralf freute sich auf Teresa und gab sich den restlichen Met, bevor die bösen Ameisen drüber her fielen.

Mittlerweile waren die Nachbarn im Nachbarsgarten angekommen und man hörte Schüsse. Die schießen da nämlich immer rum. Die spielen Paint-Ball oder irgendsowas und in ihrem Garten trainieren sie und ballern mit dem Luftgewehr in der Gegend rum. Also lief der Ralf gleich rüber (oh hochinteressant!! Naja, Männer, halt...), um die Nachbarschaftspflege aufrecht zu erhalten. Der Nachbar und der Ralf ballerten also in der Gegend rum und lachten, dass man es bis rüber auf die Ranch hörte. Wie schön sich doch so Männer unter sich amüsieren können...?

Ich rupfte Unkraut, da radelte Teresa daher. Halli hallo und blablabla, "setz dich, magst was trinken, ich hol dann mal den Ralf, der ist bei den Nachbarn." Also lief ich rüber: "Rahaalf, Teresa ist da!" "Ja, ich komm gleich!"

Da lief ich wieder rüber. Ralf würde gleich kommen und ich verzog mich ins Gebüsch und schnipselte weiter an meinen Dornen. Nach ner Weile guckte ich wieder vor: kein Ralf war da und Teresa hockte relativ mumpfelig allein am Tisch. Also blies ich mal in mein schönes Rufhorn. Das hört man bis zum Flughafen, also Ralf, los, komm!

Nach einer weiteren Weile kam schließlich Teresa zu mir ins Gebüsch, sagte mir, dass sie jetzt wieder geht und tschüß. Oh weh....

Nach gefühlten 10 Zentnern weiterer geschnipselter Dornen kam dann endlich auch mal der Ralf.
Ja, Pech g'habt! Hättste mal dein Zelt mitgenommen und wärste mal da gewesen, wenn die Madame extra wegen dir aus Fürth daher radelt! Jetzt isse wieder fort.

Da hockte sich der Ralf an sein Lagerfeuer, zog einen Flunsch und gab sich ein Bier.

Gegen Abend und etlicher Messages hatte er nun mit Teresa tatsächlich eine letzte Chance ausgehandelt: Damit er nicht wieder zu den Nachbarn oder sonst wohin davonlaufen konnte, sollte ich ihn an einen Baum festbinden. Wenn Teresa ein Foto bekommt, das beweist, dass der Ralf an den Baum gebunden ist, wollte sie sich ein Taxi bestellen und herkommen und ich sollte so lang Sorge tragen, dass der Ralf brav am Baum gebunden bleibt.

Ein Stück Wäscheleine war schnell gefunden. Naja, das Seil war's wohl nicht, was ihn hielt, aber nachdem ich dem gefesselten Ralf sein Bier und die letzte halbe Flasche Met in die Finger drückte, ergab der sich gefügig in sein Gefangenen-Schicksal.

Ich lief gleich vor und guckte, ob schon ein Auto kam. Kam aber keins.

"Ich muss mal" jammerte der Ralf. "Sind sie schon da?"
"Dann mach doch einfach in die Büsche und nein, es ist noch kein Auto in Sicht." meinte ich.

Und dann endlich! "Da kommt ein Auto!"
"Das ist Teresa's Auto, sie ist selber gefahren" meinte Ralf.
"Nein, das ist ein Taxi! ...und es kommt direkt hier rein!" lachte ich.

Es war tatsächlich ein Taxi und Teresa ließ sich mit dem Taxi direkt an den Baum fahren, an dem der Ralf noch immer festgebunden war. Der Taxifahrer war eine orientalische "Fachkraft", also ein junger, bärtiger, schwarzhaariger Muselmann (wahrscheinlich ein Türke), aber der guckte reichlich doof. Ja, Baby, so läuft das in Deutschland: da haben die Weiber keine blöden Kopfwindeln an und kuschen duckmäuserisch vor irgendwelchen Machos, sondern sie fesseln die Männer ihrer Wahl einfach an einen Baum und nehmen sich, wie es ihnen gefällt!

Aber Teresa vergewaltigte den Ralf nicht gleich direkt am Baum. Sie schnitt ihn los und knuddelte ihn: na, das ist halt wahre Liebe!

Ha, wenn ich Teresa gewesen wäre und meinen Kerl am Baum gebunden vorfände, hätte ich erst mal den Zurrgurt aus dem Schuppen geholt und ihn ordentlich verdroschen.
Aber Teresa war lieb und knuddelte den Ralf und lachte gescheit. Naja, da verzog ich mich mal diskret in mein Zelt und pennte. Tja, Ralf, noch einmal: Hättste mal auch ein Zelt mitgenommen!

Naja, allemal war's wunderschön auf der Ranch und wir fuhren dann erst am Montagabend wieder heim. Das ganze Pfingst-Wochenende nur auf der Ranch abgehangen und es war sooo schön!


Jetzt siehts langsam auch wieder relativ kultiviert auf der Ranch aus. Die alten Gerüstteile haben wir aus dem hinteren Schuppen vor geschleppt, die lass ich dann abholen und wir können den baufälligen, hinteren Schuppen einreißen. Meine Zucchini hat jetzt schon richtige Zucchinis, ist das nicht voll niedlich? Wie auch immer: die Ranch ist der schönste Platz auf der Welt!

Mittwoch, 16. Mai 2018

Ranch am 16.05.18

Am Montag war ich auf der Ranch und habe Ameisenfallen aufgestellt: Es handelt sich hierbei um Alu-Schälchen, gefüllt mit Met - und damit sie nicht davon fliegen, habe ich sie mit einem Stein beschwert. Dann hab ich die Dinger direkt neben die Ameisennester gestellt: skol, ihr Ameisen, sauft schön!

Die Uhr, die ich seit kurzem an der Tür des Schuppens hängen hab, war stehen geblieben. War wohl die Batterie leer?

Also brachte ich das nächste Mal eine neue Batterie von zuhause mit, aber die Uhr lief nicht. Ja, anscheinend ist wohl die Uhr hie?

Also kaufte ich eine neue Uhr (rechts)!
Ich find eine Uhr auf der Ranch echt klasse und will eine Uhr da haben! Also hing ich die neue Uhr auf, holte die Batterie aus der alten Uhr und legte sie in die neue... aber die neue Uhr ging mit der Batterie auch nicht!

War wohl die mitgebrachte "neue" Batterie auch hie? Also kaufte ich ein Päckchen neue Batterien.

Siehe da: mit den ganz neuen Batterien läuft nun auch wieder die alte Uhr. Naja, dann habe ich jetzt halt ZWEI Uhren auf der Ranch .

Heute hat es geregnet. Dann brach wieder mal kurz ein wenig Sonne durch die Wolken, aber schon zog sich wieder alles zusammen. Das war mir egal, weil ich hatte so einen Bock auf garteln, dass ich einfach trotzdem auf die Ranch fuhr.

"Was hängt denn da für ein verwelktes, gelbes Blatt an meiner Zucchini?" dachte ich beim Reinfahren, aber siehe da: Es war eine Blüte! Die Zucchini blüht! Bald gibts kleine Zucchinis!

Ich fing gleich an, meine auf dem Schlafzimmerfenster angezüchteten Radieschen anzupflanzen, aber mein eines Beet, das ich dafür vorbereitet hatte, reichte gar nicht. Also legte ich noch ein 2. Beet an. Ach, ist das schön geworden!

Meine Ameisenfallen haben aber nix her gemacht. Es lagen nur vereinzelte Ersoffene drin, die anderen Ameisen krabbelten nur bedüdelt in der Gegend rum. Das verstehe ich nicht .

Montag, 14. Mai 2018

Spectaculum Nordgavia, Parsberg

Am Freitagmittag war's noch ein klein wenig wolkig, aber bis zum Nachmittag waren nur noch wenige Wölkchen am Himmel und es sah nicht so aus als wollte es heute noch regnen. Wir packten das KGA voll und fuhren - mit einem Umweg über die Ranch und schnell nochmal gießen - auf die A3 und dort bis Parsberg. Das ist ja nicht weit.

In Parsberg war das Spectaculum Nordgavia angesagt. Ich hatte dort noch nie gecampt und der Ralf warnte mich schon vor: Der Zeltplatz ist ewig weit weg und es ist eine halbe Wanderung bis rauf auf die Burg. Wir fanden den Zeltplatz zumindest auf Anhieb. Einige Leute hatten sich dort schon mittelalterlich nieder gelassen.

Also erst mal Zelte aufbaun... obwohl, was heißt "Zelt aufbaun"?: Der Ralf schmeißt sein's halt einfach hin und *schwupps* da steht es! Ich brauchte da etwas länger. Nachdem die Zelte standen, wanderten wir los.

Guckt mal, da steht ein KBA (Kleines Blaues Auto)! Es hat sogar ein 666-Kennzeichen! Na, Lupo-Fahrer sind halt einfach coole Leute

An der Einfahrt zum Zeltplatz machten wir dann mal ein Gewandungsfoto und dann liefen wir los. Der Ralf wusste noch von letztem Jahr genau, wie wir laufen mussten.

Der Weg zog sich wirklich ordentlich lang hin. Bis wir endlich oben waren... oh mei! Dazu war es nun wieder gescheit heiß geworden. Ganz schön anstrengend, den Berg zur Burg hochzusteigen.

Noch war nicht viel los, weil das musikalische Spektakel ging ja erst um 19 Uhr los, da hatten wir noch zwei Stunden, die Area zu erkunden. Der Ralf ist am Pranger gefesselt und daneben steht ein ganzer Stand voller feinstem Met: ist das nicht grausam?

Ralf hatte ja irgendwie bei ner Verlosung 4 Tickets für das Spectaculum gewonnen - eins brauchte er für sich selber und die anderen hatte er den Landrovers versprochen. Die aber rührten sich nicht... "Vielleicht fahren sie grad und können daher keine Messages beantworten" meinte ich, "wart noch, die kommen schon noch." Ralf versuchte dann zweimal, die Landroverin anzurufen, aber sie ging nicht ans Telefon. Das war jetzt blöd, denn wer weiß, was das für Leute sind: so gut kennen wir die jetzt auch nicht (also eigentlich gar nicht, nä) und wer weiß, wie zuverlässig die sind? Am Ende kommen sie nicht, rühren sich auch nicht und der Ralf bleibt dann auf seinen Tickets hocken?

Schließlich entschied sich Ralf, die Tickets zu vertickern. Um 19 Uhr fing das Konzert an und so hockten wir uns noch vor den Eingang und fragte die Leute, ob sie denn schon ein Ticket hatten. Nach ner Weile hatte Ralf die 3 Tickets erfolgreich verkauft.

Naja - es kam, wie es kommen musste: kurz darauf meldeten sich die Landrovers - sie seien jetzt da. Na, jetzt sind sie definitiv zu spät dran! Dann müssen sie halt zahlen, ja mei. Ralf regelte das irgendwie und dann verzupften wir uns auf die Area und gaben uns die 1. Band: Koenix aus der Schweiz.

Ach, ich find die ganze Gewanderei ja sooo stylisch und cool, echt schön!

Weiter ging's mit Musik und Met!

Wir zogen so durch die Händlermeile, guckten uns die Stände an und quatschen mit diesem und mit jenem, oh, das gefiel mir!

Der Ralf hatte ja nun von seinem Ticket-Deal ein wenig Geld zu viel und so kaufte er sich Armstulpen aus Leder. Jetzt ist er ein echter Barbar, roarrrr!

Der Met, den die da ausschenkten, war mal echt lecker! Das lief auch ganz unkompliziert: Man gab an der Tränke sein Horn ab, sagte, wieviel rein passt und die berechneten dann pro 0,1 l nen Euro. "Ich hab ein 0,7-l-Horn" sagte ich "äh, ein 0,4-l-Horn, hihihi! " Nee, das glaubten sie jetzt doch nicht ganz.

Damit wir den leckeren Met nachkaufen können, ließen wir uns die Flasche zeigen. Ich fotografierte schnell das Label und stellte mir vor, ich könnte dann zuhause vielleicht danach googeln und das Zeug bestellen. Als ich dann aber später zuhause das Label ansah...? Ja, verdammt nochmal, was ist denn das für ein Label? Außer "Met" steht da nix drauf! Kein Hersteller, kein Abfüller ... ja, wie (und vor allem wo) soll man denn diesen Met bestellen?

Derweilen guckten wir uns Versengold an.

Danach kamen meine Lieblinge, die Feuerschwanz, aber leider habe ich nur 2 Fotos von dem Auftritt gemacht und die sind nix geworden. Auch egal, weil Feuerschwanz habe ich schon oft genug fotografiert. Wer richtig gute Bilder von ihnen sehen will, der klicke sich einfach hier beim Profi rein .

Ja, das mit dem 0,7-l-Horn und 0,3 und 0,4 und was, wieviel? ...war dann doch ein bisschen zu viel. Boah, ich hab gescheit gedüdelt am Freitagnacht. Nach dem Konzert liefen wir zum Zeltplatz und ich hab nur noch wenig davon in Erinnerung.

Am Zeltplatz waren schon ein paar Heimkehrer und hatten ein schönes Lagerfeuer gemacht. Da ließen wir uns nieder und ließen bei einer letzten Flasche Met den Abend ausklingen.

Früh schien die Sonne auf das Zelt. Ich krabbelte verkatert raus, zog den Schlafsack hinter das KGA und pennte in dessen Schatten weiter. Aber weil das KGA so klein ist, hatte es die Sonne bald überholt, schien darüber und so stand ich dann halt doch auf.

Am Zeltplatz gab's Kaffee. Das war ja mal prima! Auch ist dort ein richtiges Häuschen mit Toiletten und die waren sauber, mit Klopapier bestückt und es gab sogar Seife. Also das fand ich mal echt klasse, alles!

Munter trat ich die Wanderung zur Area an - Ralf blieb noch am Platz mit der Landroverin.

Als ich da so entlang spazierte, fand ich doch am Weg tatsächlich eingesponnene Büsche! Auch hier wüten also die Gespintsmotten. Keine Ahnung, wo dieses Viechzeug überall herkommt. Das gab's doch früher nicht? Zumindest nicht in solchen Massen?

Auf der Area fand ich auch was ganz besonders Ekliges: also der da hat sich doch mal absolut ober-true gestylt, oder? Ich mein, man weiß ja, dass das alles Himbeersaft ist und irgendwelches Halloween-Schmierzeug, aber es ist derartig ekelhaft, iiih! Die Zähne hatte er sich schwarz angemalt und im Rücken hatte er ein Kissen stecken, das einen richtigen Buckel abgab. Also der sah sowas von eklig aus! Echt klasse!

Da hockte er und rief jedem Weib zu: "Holde Maid, gebt mir ein Küsschen!"
Iiiiiigitt!!! Das ist ja allein von der Vorstellung her schon so eklig!! Ich gab ihm einen Euro in die Bettlerbüchse und kaufte mich damit von seinen Kuss-Anträgen frei .

Das ist der Fotograf Josef Dölla. Da wir im Mittelalter sind, ist seine Kamera unsichtbar, weil die existiert ja erst in der Gegenwart . Hier stellt er grad sein Future-Teleobjektiv ein, aber da wir ja im Mittelalter sind, müsst ihr ein paar Jahrhunderte warten bis es auf dem Bild erscheint .

Dieser da räuchert Schinken. Das fand ich höchst interessant! Also unten wird Holz reingeschürt, je nach Luftzufuhr fackelt das dann im unteren Drittel der Konstruktion ordentlich rum und macht Rauch, der im mittleren Drittel die Schinken-Teile räuchert, die darin an Haken aufgehängt sind. Das nennt man "Heißräuchern" und es dauert nur 3 bis 4 Stunden bis der Schinken geräuchert ist. Mann, das probier ich demnächst auf der Ranch auch! Alte Ofenrohre und Blechteile liegen da genug rum, eine Blechschere hab ich auch, Loch reinschneiden, Holz reinstecken, abfackeln und dann nach 3 Stunden happy Räucherschinken futtern! ...oder Heringe!


Dann kam der Lauf der Lagerleute. Ach, da stellte ich mich doch einfach auch mit dazu. Ich wurde auch gleich adoptiert von den "Wolfskindern" und gehörte jetzt zu denen, fertig . Also lief ich mit und bließ mein neues Rufhorn, das ich mir oben gekauft hatte.

Ich kann das jetzt übrigens mit der Rufhornblaserei. Mit dem neuen Rufhorn - ein großes - geht das relativ easy. Oh, ich bin ganz glücklich mit meinem neuen Rufhorn und muss jetzt nur noch ne Lederschlinge dranbasteln, damit ich es mir um die Schulter hängen kann (aber heut komm ich wieder nicht dazu vor lauter Blogschreiben, was für ein Stress! ).

Nach dem Lagerlauf spielten wieder die Koenix.

Der Ralf - unterdessen - hatte sich wohl nun öfters mal sein 0,5-l-Horn füllen lassen, allemal hatte er einen saftigen Preller. Da legte er sich mit einem kleinen Ritter mit Holzschwert an und warf ihm den Fehdehandschuh zu. Der kleine Ritter mit seinem Holzschwert nahm die Herausforderung an und stach auf den Ralf ein, aber gegen den erwachsenen Recken hatte der kleine Lauch natürlich keine Chance. Auf einmal waren aber noch viel mehr kleine Ritter mit Holzschwertern und Plüsch-Morgensternen um den Ralf und nun griff die ganze Horde an und Ralf wurde hoffnungslos niedergemacht .

Inzwischen war es dunkel geworden und sie brachten eine Feuershow.

Das war dann so ne richtig schöne Stimmung, überall brannten Lämpchen, Fackeln und Kerzen, voll romantisch.

Der Ralf war dann irgendwann verschwunden, mutmaßlich auf dem Zeltplatz, um dort weiter zu feiern und ich spazierte noch ein paar Runden durch die Buden. Am Metstand holte ich mir gegen 23 Uhr vier Flaschen Met. Dann machte ich mich auf den Heimweg.

Ich latschte von der Burg runter, aber am Hauptplatz bei der Raiffeisenbank muss ich irgendwie falsch abgebogen sein. Allemal lief ich und lief und die Brücke mit den Steinspitzen kam nicht, die da jetzt doch mal kommen musste. Macht nix, so groß ist das Kaff ja nicht, latsch ich halt weiter da links, da kann man ja eigentlich nirgendwo anders rauskommen als letztendlich auf der Hauptstraße zum Zeltplatz, dachte ich und latschte und latschte ... mit 4 Flaschen Met im Gepäck *schlepp schlepp*.

Da kam ich in ein Neubaugebiet. Ach, das muss doch stimmen, weil herwärts waren wir ja auch durch so ein paar ganz neue Häuser gelaufen, wo die Gärten noch nicht befestigt waren - also lief ich dort weiter. Aber dann war ich am Ende, die Straße hörte auf und führte in freies Feld. Da hinten muss der Zeltplatz sein! Ich wagte es aber nicht, auch noch querfeldein zu laufen, weil wenn ich mich da auch noch verlauf und mitten im Wald landete, war ich geliefert! Besser ist, ich lauf wieder zurück. Also lief ich wieder zurück.

Dann bog ich halt da in eine andere Straße ein, ein Stück weiter rechts, mei. Also lief ich die andere Straße entlang *latsch latsch und 4 Flaschen Met schlepp*, aber die andere Straße war eine Sackgasse und endete plötzlich auf einem Hof. Ja, da geht's für mich nicht weiter! Also wieder zurück.

Langsam wurde ich zickig. Naja, so lange man noch Geschrei und Gefeiere von der Burg oben hörte, könnte ich immer wieder noch an die Burg zurück, die allerdings mittlerweile ganz schön weit weg war. Es musste doch hier irgendwann die Hauptstraße kommen!

Na, so lang die Burg noch beleuchtet war... und so lange überhaupt die Straßenlaternen noch brannten ... aber was wollte ich machen, wenn die aus gingen (so wie es auf dem Land ja üblich ist)? Na, dann war ich verratzt, weil in der Dunkelheit kannte ich mich erst recht nimmer aus. Aber die Lampen gingen nicht aus.

Ich lief irgendeine Straße hinter, war wieder nix, wieder zurück, ne andere Straße, wieder falsch ... da sah ich irgendwann wenigstens von ganz, ganz weitem die Beleuchtung von diesem Edeka-Markt nahe des Zeltplatzes. Mei, war ich froh!

Ich lief dann zwar immer noch ne ziemlich Kante und kam irgenwo weit oben am Berg raus, aber als ich dann Richtung Edeka runter lief, kam ich an den Kreisverkehr, auf dem wir doch zum Zeltplatz abgeboen waren. Ja, da war auch ein Schild "Zeltplatz", was war ich froh!

Ich mochte dann gar nimmer feiern als ich angekommen war. Die anderen saßen natürlich noch an einem Feuer und gaben sich die Kante, aber ich war stinkig und bloß noch froh, dass ich daheim war.

Am Sonntag bauten wir die Zelte ab und stopften das KGA voll. Wir fuhren lieber zur Burg rauf, weil die Latscherei mochte ich mir jetzt nicht noch mal antun.

Leider waren viele von den Gewandeten schon gegangen. Es waren dafür eine Menge Normalos mit Kindern da. Die Stimmung war ja dann völlig futsch. Also drückte ich mir noch irgendwas zu futtern rein und gegen fünf bauten Ralf und ich den Abflug.

Ich habe mich dann sogar noch auf dem Weg zur Autobahn verfahren und fuhr durch irgendwelche komischen Käffer. Die wollte ich dem Ralf zeigen, weil sie so romantisch und schön waren, nä. Letzendlich sah ich ein, dass hier keine Autobahnauffahrt mehr kommen würde und fuhr wieder nach Parsberg zurück. Wisst ihr, die Landschaft war sooo schön, dass ich sie dem Ralf gleich noch einmal zeigen wollte, weil sie so schön war . Allemal fanden wir dann endlich die Autobahnauffahrt.

Ein Stückchen vor uns bog dort gerade der blaue Landrover ein. "Guck mal, wer da fährt!" sagte ich zu Ralf. Naja, die fahren nach Erlangen, haben denselben Weg wie wir. Allerdings fahren die Landrovers ziemlich langsam, so um die 100 km/h, das war sogar dem KGA zu langsam. Ich überholte die Erlanger.

Auf der Gegenspur war dann noch ein fetter Unfall passiert und ein riesiger Stau. Zum Glück bloß auf der Gegenspur, wir kamen chillig heim. Ach, schön war's!