Sonntag, 18. Oktober 2020

Mittelalterfest Feuchtwangen

Am Wochenende wurde dann das 2. Festival-Wunder dieses Jahr wahr: das Mittelalterfest Feuchtwangen. Es war natürlich absolut abgespeckt und sollte diesmal auf der Mooswiese stattfinden, nicht im Stadtpark wie sonst immer. Zudem wurden für das Konzert - es kamen Trollfaust, Corvus Corax und Mr. Hurley - nur 400 Tickets verkauft. Aber wir wollte eh nicht aufs Konzert, sondern nur auf den Markt. Das Programm ging auch nur 3 Tage - Freitags Zauber- und Gaukler-Show, Samstags Markt und Konzert und Sonntag noch Markt.

Ein Lager durfte dieses Jahr nicht stattfinden. Ralf meinte, weil die Lager-Leute nicht lagern dürfen, würden sie vielleicht am Campingplatz im Schwimmbad auftauchen. Oh, das konnte durchaus sein! Also könnte im Schwimmbad eine gute Party steigen. Also fuhren wir mal schon am Donnerstag hin (um ein Haar wären wir sogar schon Mittwochs gefahren).

Als wir ankamen, war aber kein Mensch da. Im Schwimmbad stutzten gerade ein paar Gärtner die Büsche. Als wir unsere Zelte aufbauen wollten, sagten sie, sie würden nur bis 16 Uhr noch arbeiten und dann würde das Schwimmbad abgeschlossen und niemand sei mehr da. Oh, das ist aber blöd! Also schlugen wir die Zelte einfach auf dem Spielplatz vor dem Schwimmbad auf.

Kaum standen die Zelte, fing es an zu regnen. Also packte ich meinen Schirm, und Ralf und ich liefen mal vor in den Stadtpark in der Meinung, die Mooswiese sei wohl das Gelände, wo bisher das Konzert immer stattfand. Da liefen wir also ganz hinter, aber es fand sich nichts. Also liefen wir wieder zurück und suchten die Mooswiese auf der anderen Seite vom Stadtzentrum. Da fanden wir sie auch, nur da stand kaum was. Die Buden waren alle noch im Aufbau, also hier ist ja gar nix!

Was machen wir jetzt?

Na, ich hock mich jetzt nicht hier im Regen den restlichen Tag und Abend noch hin, wenn keiner da ist und noch gar nichts los ist. Also ließen wir die Zelte einfach stehen und fuhren wieder heim nach Nürnberg .

Voll frustriert zog ich mich zuhaus wieder um als Normalo-Metaler und ging dann wenigstens ins Brown Sugar, mich besaufen. Ist doch wahr, Mensch! Nehm ich extra Urlaub und dann so ein Flop

Am Freitag fuhren wir wieder nach Feuchtwangen. Diesmal war auch das Schwimmbad schon offen und einige Leute waren schon da. Also zerrten wir die Zelte von draußen ins Schwimmbad rein. Von den anderen erfuhren wir dann, dass heute wieder kein Markt vorne ist, sondern nur die Gaukler-Show . Eh, das kann doch nicht sein ! Ich konnte das kaum glauben, aber tatsächlich waren die mit dem Aufbau auf der Markt-Area links noch nicht fertig und nur rechts auf der Bühnen-Area lief irgendwas. Also nee, das nervt mich jetzt nun wirklich an!

Ja, gut: ziemlich enttäuscht gaben wir uns also die Gaukler-Show.

Die Show war jetzt nicht unbedingt schlecht, aber das sind normalerweise die Einlagen für die Kinder, die auf jedem Mittelalterfest so ganz nebenher noch laufen. Die Gaukler von Orlando, Fabio bis Oskar gucken wir uns als alteingesessene Mittelalter-Freaks doch gar nicht mehr an, kennen wir doch schon auswendig. Auch Feuershows haben wir schon unzählige gesehen, u.a. so hammerartig krasse wie auf dem vorletzten Feuertanz... ja, aber mei, was nützts?! Können wir ja froh sein, dass überhaupt irgendwas läuft, also hockten wir uns halt da rein und gaben uns die Gaukler und Zauberer.

Aber dann am Samstag! Endlich eröffnete der Markt! Juhu!

Immerhin waren drei Klamotten-Stände da und ich konnte ein wenig shoppen gehen. Ich brauch jetzt nämlich eine warme, mollige Gewandung für den Winter - mein einziger Lichtblick, denn: Nürnberg will ja Kulturhauptstadt werden. Aus diesem und natürlich auch aus wirtschaftlichen und regionalpolitischen Gründen ist es oberüberwichtig, dass der Christkindlasmarkt stattfindet. ...und Fürth zieht gleich hinterher, weil wenn in Nürnberg der Christkindlasmarkt stattfinden darf, dann kann man auch den Fürthern ihren Weihnachtsmarkt nicht verbieten.

...und auf dem Fürther Weihnachtsmarkt ist eine Mittelaltersektion , das einzige Mittelalter-Event im Winter! Das war schon bisher immer mein Highlight in der trüben Winterzeit, wenn nichts anderes mehr läuft. Erst recht noch jetzt in dieser festival- und event-losen Corona-Zeit. Fürth MUSS stattfinden!

Also brauch ich eine gescheite Wintergewandung und da kaufte ich mir ein dickes Schnürhemd, ein festes, weißes Unterkleid und dieses wunderschöne blaue Winterkleid aus Wolle und Leinen. Also das Kleid gefällt mir wirklich außerordentlich gut und hob meine Stimmung gleich wieder um mehrere Punkte (ich habe auf dem Bild unter dem Kleid noch ein T-Shirt an, einen Pulli und eine Bluse, drum seh ich da so fett aus).

Ich zog also shoppend durch den Markt und erfuhr dann entsetzt, dass der Markt jetzt dann um 18 Uhr schließen würde: was??? Wieso das denn? Das ist ja schrecklich! Was soll ich denn dann machen? Ich hock mich doch nicht ab 18 Uhr dann blöde auf den verregneten, nassen Zeltplatz...?

Also blieb nix anderes: irgendwie musste ich in die Konzert-Area.

Nur: die war ausverkauft.
Sie hatten ja nur 400 Tickets angeboten, damit nicht zu viele Leute drin waren und alle ihren Abstand einhalten konnte. Aber irgendwie musste ich da rein kommen, am besten versuchte ich das Reinkommen erst mal am Eingang und so stellte ich mich halt einfach dumm an und fragte dann als ich dran kam ganz naiv, ob es denn noch Tickets zu kaufen gäbe. Tatsächlich verkauften sie mir ein Bändchen und drin war ich!

Da war ich erst mal glücklich und hockte mich an eine Feuerschale auf einen Strohballen.

Da kamen dann auch gleich die Trollfaust.

Es ist natürlich höchst schwul, sich Trollfaust anzuhören, während man nicht hüpfen und tanzen kann, sondern an einen Tisch sitzen muss. Die Stimmung leidet da merklich.

Die Trollfaust waren auch ganz gerührt: Es war seit Frühjahr ihr erster Auftritt!

Nun, man hätte erwarten können, dass sie die Auszeit genutzt hatten und ein neues Album eingespielt hätten oder wenigstens eine Handvoll neue Songs, aber Trollfaust spielten bloß ihr altes Zeug. Das kenn ich zwar alles schon, aber in dieser verblödeten Coronadeppenzeit bin ich ja schon froh, wenn ich überhaupt irgendwas hören darf.

Danach kamen Corvus Corax und als Headliner Mr. Hurley und die Pulveraffen.

Das sind normalerweise alles Bands, wo ich dann auf Shoppen, Essen oder Bier holen geh, wenn die dran kommen. Mr. Hurley mag ich ja eigentlich überhaupt nicht. Aber weil es halt auch wieder seit Monaten der einzige Gig auf weiter Flur war, lauschte ich andächtig der Vorstellung: jede Minute genießen, denn es ist bis auf Sichtweite das letzte Konzert und dieses Jahr kommt ja sonst überhaupt nichts mehr.

Ich blieb bis zum Ende, nur die Zugabe hörte ich mir nicht mehr an. Ich lief rauf ins Schwimmbad. Kaum war ich im Zelt verschwunden, fing es auch schon an zu regnen. Na, das war meinerseits ein gutes Timing!

Es war kalt und ich konnte nicht einschlafen. Gestern hatte ich noch so selig geschlafen, aber heute kam ich nicht in Schlaflaune. Allen Übels kamen dann auch langsam die anderen Leute vom Festival herauf und irgendwo hockten sich ein paar Jungs und ein oder zwei Frauen an ein Zelt und fingen an zu labern. Sie laberten und laberten. Alle anderen waren längst schlafen gegangen und ruhig, nur die laberten und laberten und laberten. Zum Glück hatten sie aber keine Musik.

Irgendwann war ich wohl doch eingeschlafen, denn ich wachte jäh auf und schreckte hoch, weil nun schrien die beiden Männer und die Frau kreischte: "Krah, es ist hier ein Festival, was willst du?!" Sie stritten lauthals und regten sich auf, denn offensichtlich hatte sich jemand beschwert. Ich hörte noch einen Kerl sagen: "Seid doch leise, ich versuche hier zu schlafen!" und die Frau regte sich auf: "Du spinnst wohl, da kriegst du die Rechnung!", denn offenbar war nun irgendwas aus ihrem Equipment zu Bruch gegangen.

Ja, was heißt, es sei Festival. Ja, gute Frau, es IST Festival. Auch ICH möchte mein Festival genießen. Dazu gehört, dass ich nach dem Konzert meistens erschöpft, besoffen und totmüde bin und mich in mein Zelt ablegen möchte und schlafen möchte, damit ich am nächsten Tag wieder fit bin und mein Festival weiter machen kann. Da war ich auch offenbar nicht die einzige, denn alle anderen 10 Zelte waren leise, nur die eine Crew da mussten ihre Art von Festival über den Platz brüllen, so dass alle 10 Camper nicht schlafen konnten. Ganz schön rücksichtslos!

Die Nacht war ansonsten ziemlich kalt. Frühmorgens hörte ich die Frau und ihre beiden Kerle schon wieder labern. Sagtamal, gehts noch? Nachts nicht schlafen, früh nicht schlafen, eh, wenn ich nicht so müd gewesen wäre, wäre ich rausgekrabbelt und hätte denen mal die Meinung gegeigt, ....aber bringt ja nix.

Irgendwann ging ich dann halt frühstücken runter auf den Markt. Es war Sonntag: Stino-Tag. Die paar Buden hatte ich nun alle durch, Vorstellung gabs auch keine mehr, da hockte ich halt mit dem Charly und anderen Kumpels bissel dumm rum.

Immerhin regnete es nicht. Aber gescheit kalt war's trotzdem.

Naja, nun war ich eigentlich durch. Also suchte ich den Ralf, der auch nichts Besonderes mehr vor hatte und so machten wir uns auf den Heimweg. Ja und auf der Heimfahrt, je näher wir nach Nürnberg kamen, desto schöner wurde das Wetter und bald schien wunderbar die Sonne.

Ach ja.
Hiervon muss ich nun also noch eine ganze Weile zehren, denn es wurde schon wieder angesagt, dass das Wolfsfest verschoben wird auf einen unbestimmten Zeitpunkt, mutmaßlich auf November nächstes Jahr und auch auf das Feuerschwanz'sche Met-Festival hab ich keinerlei Hoffnung. Es ist zwar noch nicht abgesagt, aber wenn das stattfindet, dann wäre das wirklich ein Wunder. Wie gesagt: mein einziges Highlight ist der mittelalterliche Weihnachtsmarkt in Fürth! @Fürth, stress dich rein!!!

Sonntag, 11. Oktober 2020

Ranch am 11.10.20

Jetzt werde ich faul auf der Ranch. Viel hab ich dieses Wochenende dort nicht gemacht, nur das ganze Holz und Astgestrüpp bei der Garage zersägt und aufgeschlichtet...

...und zwischen die Himbeeren Krokus-Zwiebeln gesteckt. Wenn dann nächstes Frühjahr alles dort blüht, kommen vielleicht ein paar Bienchen und mein Insektenhotel macht mehr Umsatz .

Ha, und dann krieg ich doch tatsächlich auch noch eine Zucchini .

Zwei von den anderen Zucchini-Pflanzen sind schon so gut wie hops, aber bei der dritten tut sich auch noch was.

Mein eines Igel-Schlafhaus ist bezogen worden! Als ichs vorgestern aufgemacht hab, fand sich eine ganze Menge Laub darin und in dem Laubhaufen ein Loch, damit man reinkrabbeln kann. Da hab ich nun gleich die WildCam davor gestellt, um zu gucken, ob da tatsächlich ein Igel drin wohnt.

Montag, 5. Oktober 2020

Ranch am 05.10.20

Heut hab ich meinen letzten Tag Urlaub und auf der Ranch noch richtig gut aufgeräumt:

Dazu gehörte zuerst mal, den ganzen Haufen Äste und alte Bretter im "Wiki-Haus" zu zersägen. Zweige und Gestrüpp hab ich zu Steckala zerschnitten und aufgeschlichtet und die dicken Äste hab ich vorgeschafft, wo ich sie dann mit dem Fuchsschwanz zersägen will.

Das windschief reingeklatschte Fundament von Ralfs Wikingerhaus hab ich gerade gerichtet. Jetzt steht es parallel zum Zaun und zu den Hochbeeten sowie zum Himbeer-Rankgitter.

Aus den Brettern, die da noch lagen, habe ich gleich lange Stücke gesägt und damit zwei Wege angelegt, rechts und links vom Himbeer-Rankgitter. Das reicht natürlich noch lang nicht, denn die Wege sollen sich dahinter treffen und dann bis zum hintersten Komposthaufen reichen. Also da brauch ich noch viele Bretter, aber die werde ich finden .

Hinter dem Wiki-Haus lagen eine Menge abgesägter Äste und fetter Zweige, eiiin Gestrüpp. Ast abgesägt und einfach da hinter geschmissen, da liegts gut, was ? Also hab ich das auch mal klein geschnipselt. Im Bild links bin ich schon halbwegs durch, rechts hab ich nicht mehr geschafft, mach ich morgen.

So sieht das jetzt aus, halbwegs ordentlich und begehbar. Was das nun noch werden soll, weiß ich (noch) nicht, vielleicht kann mans ja vorab als Zeltplatz verwenden?

Sonntag, 4. Oktober 2020

Ranch am 04.10.20

Ich hatte ja jetzt 2 Wochen Urlaub. Es tat mir die ganze Zeit so Leid um meine Urlaubstage, weil es liefen ja keine Festivals und nix: wofür sollte ich Urlaub nehmen? So ging ich halt arbeiten und arbeiten, bis ich jetzt für das Wolfszeit 2 Wochen Urlaub nahm. Leider ist natürlich das Wetter nun auch nix mehr. Es wird auch schon sehr bald dunkel. Ab halbacht abends sieht man nichts mehr im Garten, hat keinen Sinn, dann noch was zu arbeiten.

Momentan arbeite ich im hinteren Teil. Über das Mirabellen-Hochbeet bin ich jetzt da hinten gelandet und hab erst mal aufgeräumt. Bei den Apfelbäumen hab ich den ganzen Efeu raus gerissen, die toten Äste ausgeschnitten und Ableger an Pflanzstecken gebunden.

Seit ein paar Tagen mach ich nun die Himbeeren, die dort zwischen Unkraut und Brennnesseln hoffnungslos untergehen. Nun hab ich also erst mal alle Brennnessel, Efeu und Unkraut dazwischen rausgezogen. Dann hab ich ein Rankgitter gebastelt. Jetzt verwuseln sich die Himbeerranken nicht mehr gegenseitig.

Leider ist ja jetzt Herbst, d.h. viele Himbeerranken sind gar nicht mehr dran. Um jede Himbeerpflanze hab ich nun mal ein Häufchen aus Brennnessel-Schnitt gemacht, damit sie für den Winter geschützt ist. Nächstes Jahr sollen die dann mal richtig Triebe kriegen und die Triebe kann ich dann schön an den Schnüren von meinem Rankgitter festmachen.

Sonntag, 27. September 2020

Wolfszeit-Festival 2020

Ich hab jetzt ein Navi!
Also ein richtiges Navi, ein gescheites - nicht so ein altes Navi für Motorräder und dem Softwarestand von vor 7 Jahren.

Also das ist schon ein geiles Navi, nä. Es piepst immer, wenn ich zu schnell fahr und blendet lauter wichtige Sachen ein, z.B. die nächste Kneipe. Mit dem Navi fand ich dann tatsächlich direkt ein Schild, wo "Torgau" drauf stand. Danach verließen sie ihn, weil da war nämlich schon wieder irgendso eine Bundesstraße wegen Baustelle gesperrt und auch wenn ich ein Stück weiter fuhr, das Navi lotste mich immer wieder auf diese Bundesstraße - eben nur ein Stück weiter, aber da war auch gesperrt.

Aber ich fand dann tatsächlich Torgau noch bei Tageslicht und mein Ziel, den Campingplatz in Abfindungen Weg 3 171 noch vor Ladenschluss.

Gleich ums Eck vom Campingplatz war ein Supermarkt und dort ging ich erst mal einkaufen. Als ich dann Bier und Proviant hatte und wieder zurück kam, wars doch schon dunkel.

Ich setzte mich noch zu so ein paar anderen Campern an den Tisch und futterte Abendessen. Aber dann war da Zapfenstreich und ich verzog mich in mein Zelt, was sollte ich auch anders machen. Im Zelt probte ich dann mal Grimassen, weil ich hatte mir so eine schöne Maske auf Amazon bestellt. Grad am Mittwochfrüh um 11 Uhr kam noch schnell der DHL und brachte mir das Päckchen mit der Maske, um kurz nach 12 fuhr ich dann ab.

Am nächsten Morgen krabbelte ich erst mal aus dem Zelt. Guckt mal, was für ein schöner Campingplatz! ...und die Sonne schien und es war warm und sah auch gar nicht nach Regen aus. Es war nämlich miesestes Wetter gemeldet und ich hatte mich eingedeckt mit Gummistiefeln und Regenjacke und 2. Schlafsack, falls der 1. nass werden würde. Aber erst mal war die Ausrüstung gar nicht nötig.

Jetzt gab ich "Entenfang" in mein schönes, neues Navi ein und ratzfatz war ich am Gelände. Ja, ich Depp hatte mir gestern im Supermarkt eine Flasche Met gekauft und nicht dran gedacht, dass man ja kein Glas mitnehmen sollte. Also exte ich am Einlass noch schnell eine Plastikflasche Orangensaft und füllte den Met dann dort rein. Jetzt aber auf die Wiese!

Gleich fand ich auch die Freunde und parkte mit auf deren reservierter Fläche. Naja, ein paar Wölkchen zogen dann schon auf, aber richtig nach Regen sah das nun nicht aus.

Das Gelände war umgeben von Naturschutzgebiet und da weideten nebenan gleich eine Herde Schafe, also voll romantisch!

Ich holte mir erst mal ein Bändchen. Mensch, wie geil: tatsächlich heuer noch ein Festival! Ich hatte nicht dran geglaubt. Bis vor ner Woche fürchtete ich vorsichtshalber lieber noch, sie würden es kurzfristig absagen, aber sie hielten durch und es fand tatsächlich statt! Meine Güte, wie toll!!!

Kaum war ich drin, stürmte ich erst mal an die Tränke mit den Kumpeln aus Lauf, die ich schon auf dem Parkplatz getroffen hatte.

Erst mal war es ein schöner warmer Spätsommertag. Ein Schamane war vor Ort und der hielt ein Ritual ab für die Geister des Naturschutzgebiets.

Da hatte der Schamane ein Horn voll mit Met gefüllt und jeder, der wollte, nahm nun das Horn, hob es auf irgendjemanden (auf die Bäume, auf die Freunde, auf die Veranstalter, auf die Gesundheit und auf den Metal) und vergoss dann vom Met ein bisschen was auf den Boden.

Ja, "Met" ist ein gutes Stichwort. Also gleich mal vor an die Tavrne .

Am ersten Tag traten ja noch keine Bands auf. Es war bloß "Disco" - unter freiem Himmel. Aber das war auch lustig, das Wetter hielt und alles in allem war es rundum gut!

In der Nacht wurde ich dann irgendwann wach, denn es fing an zu regnen und der Regen prasselte gegen das Zelt. Es hörte sich ziemlich heftig an und ich fürchtete, ob das Zelt denn stand hielt - aber mein Zelt hielt dicht!

Am nächsten Mittag, als ich aus dem Zelt krabbelte, hatte es aufgehört zu regnen. Aber nun war Dauerregen angesagt und heftig viel davon auch noch und so breitete ich erst mal die Bauplane übers Zelt, die ich eigens zu dem Zweck gekauft hatte: extra mit Ösen, damit man sie auch festzurren konnte.

Alle möglichen alten Bekannten trafen nun ein, z.B. die gute alte Demolition Crew.

Da saßen wir also mal im Infield und frühstückten.

Nun kam die erste Band.
Leute, das ist die erste live-Band seit 7 Monaten, die ich sehe! Ich war ganz erschüttert und besonders bewegt und kaufte mir gleich mal eine CD von ihnen, einfach so zur Feier des Events.

Ab diesem Tag war übrigens auch Maskenzwang. Vom Ordnungsamt liefen ein paar Leute rum und achteten drauf, dass auch alle Corona-Regeln eingehalten wurden. Aber was solls, dann hocken wir halt so einen Lappen auf. Ich find das soooo geil, dass das Wolfszeit überhaupt stattfinden konnte, dass ich auch ein Ganzkörperkondom angezogen hätte.

Mit meiner Skull-Maske fiel ich natürlich wieder geil auf, aber das Ding trug sich blöd. Es rutschte aufgrund der Stoffmaske, die ich ja trotzdem drunter trug, immer mal wieder von der Nase und wenn man was trinken wollte und die Maske lüften wollte, war das auch wieder riesig umständlich, Maske hier nach unten, andere nach oben, bah, fällt wieder runter.... Also trug ich die Skull-Maske halt nur für eine kurze Weile, bissel Show machen und dann lieber wieder normaler Stofffetzen.

Dann kam der Halbgott Tetzel. Ah, das ist schon einfach ein Schneggerle, da gibts gar nix. Also am Bauch hat er ein klein wenig zugenommen seit letztem Jahr, aber er ist trotzdem so ein hübscher Kerl, mei!

Oh, lechz, lecker, schlecker, was für ein Süßer!

Immer wieder dieselben! Da traf ich auch gleich den King Kitty. Leider hatte er gar keine hello-Kitty-Maske auf .

Ja, da gab ich mir den ersten Tag mit Abend tatsächlich bis zur vorletzten Band. Dann wurde ich müd und verzupfte mich mal in mein Zelt.

In der Nacht prasselte der Regen gegen das Zelt, aber ich schlief herrlich, weil es hatte ja schon letzte Nacht durchgehalten und diese Nacht hatte es auch noch eine Bauplane drüber, also da konnte gar nix passieren. Es hielt auch diese heftig verregnete Nacht durch und ich schlief bis mittags. Als ich aufwachte, lag ich noch eine Weile im Schlafsack, döste und dachte vor mich hin, aber irgendwann wollte ich dann doch vor auf die Area.

Es regnete.
Jetzt war es Schluss mit lustig und das gemeldete miese Wetter hatte angefangen. Ich dachte zuerst, ich hätte mich optimal dagegen gerüstet. Da hatte ich von der Ranch extra die Garten-Regenjacke mitgenommen. Drunter hatte ich ein Longsleave und ein Hoodie an und über die Regenjacke noch stylischerweise meine Kutte. Über die Jeans hatte ich ne Gummihose gezogen, die ich mal irgendwann zum Fahrrad fahren gekauft hatte. Die hat also auch schon einige Wolkenbrüche überstanden. Dann hatte ich natürlich Gummistiefel an und damit ich keine kalten Füße krieg, hatte ich mir Wollsocken mitgenommen und Lammfelleinlagen in die Gummistiefel.

Aber es half nix.
Es hatte einen Temperatursturz gegeben und nur noch knapp 9 Grad. Also kaufte ich mir noch ein Hoodie an einem Stand und zog das noch drunter an. Das half aber nichts, es fror mich trotzdem wie einen Schneider.

Es goß in Strömen - und es hörte überhaupt nicht mehr auf zu gießen. Weil ich mich auf meine Regenausrüstung verlassen hatte, war ich ungeniert rumgelaufen und deswegen wirklich nass - und mit der Nässe kam die Kälte durch die Gummihaut und es fror mich bald bitterlichst. Ich hüpfte ein bisschen rum, aber das half nicht viel. Die nassen Finger waren eisig und rot; auch ein Kaffee wärmte nicht genug.

Ich überlegte: noch hatte ich nichts Alkoholisches getrunken! Also entweder gab ich mir jetzt einen heißen Met nach dem anderen - aber das hätte nur zur Folge, dass ich alle Piep auf Pipi müsste und Pipi ist wirklich schwierig: Im Dixi oder in den engen Kabinen vom Klowagen dann die ganze Gummijacke und Gummihose ausziehen, drunter noch die Jeans und sich dann mit diesem ganzen Klamottenwust aufs Klo hocken - also das war wirklich überaus umständlich!

...oder ich fahr heim?

Jedesmal, wenn man die Area betrat, sprang ein Sanka auf einen zu und maß Fieber. Ich hatte immer 36,2. Noch nie wurde mir soooo oft Fieber gemessen . Aber ich fragte dann den Sanka: Es ist kalt und nass und ich muss nur drauf warten bis ich mich erkälte und dann ein paar Zehntelgrad mehr hab und was ist denn, wenn meine Messung Fieber ergibt? - Dann muss ich in Quarantäne, meinte der Sanka. Hm, das ist nun aber keine gute Option

Also entschied ich mich dann endlich so gegen 17 Uhr, dass ich abbaue und heim fahre.

Ich lief zum Platz und baute in strömendem Regen mein Zelt ab, stopfte es in einen Plastikmüllsack und schmiss alles so einfach ins Auto. Schließlich war ich fertig und fuhr ab. Irgendwo an einem Eck hielt ich kurz und setzte noch Messages an die Freunde ab, dass ich gefahren war. Dann fuhr ich weiter über die Ost-Käffer bis fast nach Leipzig und dort auf die Autobahn. Das Wetter war so mies, dass sogar das Autofahren keinen Spaß machte. Andauernd gabs Aquaplaning und ich rutschte auf der Autobahn ein paar Mal so arg, dass ich Angst kriegte und nur noch rund 100 fuhr. (Ja, gut, sonst fahr ich mit dem KGA nun auch nicht die Hölle mehr, halt 120 ) Es war wirklich unangenehm: rutschig, finster und man sah vor lauter Fontänen wirklich nichts. Ich kam trotzdem heil an und ließ den ganzen Scheiß dann einfach im Auto, das lad ich alles morgen aus.

Bei uns regnete es genauso, in meiner Wohnung hatte es aufgrund offen gekippter Fenster nur noch 11 Grad, außen 8 . Es würde heute noch die ganze Nacht durchregnen und ich glaube, es war eine gute Entscheidung, dass ich die eiskalte Schlammparty abgebrochen habe, so toll und einzigartig dieses Festival dieses Jahr auch war. Nun hock ich da vor dem Heizlüfter... und spür ein Kratzen im Hals, ich werd krank! ...aber bestimmt nicht Corona

P.S.: Vielleicht kennt ihr ja von Facebook auch dieses Bild mit den ganzen Schimmelpilzen und Keimen, die angeblich aus einer Maske gezogen wurden. Ich fand das bisher immer lächerlich. Aber MEINE Maske, also meinen Stofffetzen da? Also da hängt jetzt eine halbe Currywurst drin, ein paar fetter Rülpser, Gafer, Rotz und Nies .... da sind jetzt mal richtig Keime drin, haha!