Sonntag, 12. April 2015

2. GEZ-Infostand

Am Samstagfrüh um halbneun wollte die Jutta kommen mit ihrem Wohnmobil und mich mit den Biertischen, den Bänken, dem Zelt und dem ganzen GEZ-Gepretze abholen. Wir hatten nämlich wieder unseren Info-Stand in der Fußgängerzone. Naja, diesmal standen wir ein bisschen außerhalb der Fußgängerzone, nämlich vor dem Burger King, ganz vorn, fast schon beim Bahnhof.

Allemal luden wir das Auto voll, stiegen ein und fuhren los. Erst als wir schon fast in der Stadt waren, hupte und fuchtelte an einer Ampel einer in dem Auto neben uns: Wir hatten hinten die Tür nicht zugemacht und die Klappe stand weit offen! Boah, hatten wir gar nicht gemerkt, huch! Zum Glück waren aber alle Bierbänke noch im Wagen, wir hatten nix verloren, so machten wir mal die Klappe zu und fuhren weiter.

Am Platz begannen wir, aufzubauen. Es tröpfelte ab und zu, obwohl Sonne gemeldet gewesen war und wir sahen zu, dass das Zelt schnell stand. Dann bauten wir die Tische auf. In der Zwischenzeit war auch schon Hans dazu gekommen und half beim Aufbau. Dann waren wir fertig. Da standen wir nun.

Wir standen keine 10 Minuten, da kam allerdings ein ziemlicher Wind auf. Das Zelt bließ es bald ganz weg und nur mit Mühe konnten wir es noch halten. Das war ja echt kriminell! "Wir müssen die Wände wegmachen!" rief ich und versuchte, auf meiner Seite das sich schwer gegen mich wehrende Zelt festzuhalten und gleichzeitig die Wandplane abzumachen. Ebenso die anderen. Trotz abgebauter Wände fing das Zelt aber immer noch so viel Wind, dass ein Bein, das ich zur Stabilisierung an den Biertisch gebunden hatte, richtig einknickte! Ich bogs wieder gerade.

Wir brauchen ein neues Zelt. Das hier ist pillepalle *ärger ärger*.

Kaum hatten wir das windgebeutelte Zeltdach auf seinen krummen Beinen dann halbwegs unter Kontrolle, kam ein Regenduscher runter. Alle Flyer wurden nass und mein schönes, mit Gouache-Farbe beschriftetes Bettlaken bekam hässliche Flecken: Die Farbe löste sich trotz Plastikfolie drüber an manchen Ecken auf und fing an zu klecksen, oh nein!

Ich hängte dann mal lieber das Bettlaken an die Rückwand zum Trocknen. Die Flecken werde ich mit weißer Plakafarbe übermalen und den ganzen Rotz dann einfach mit Klarlack ordentlich zusprühen, damit es ein bisschen hydrophober wird.

Alsbald kriegten wir Besuch: der Jörg mit Freundin tanzte an.

Wow! Jörg und ich gehen ja grade fast im Reflektorjacken-Partnerlook! Jörg in Gelb und ich geh weiß.

Der Sturm und der Regen hatten sich dann wieder verzupft, auch wenn immer noch ein kräftiger Wind wehte ... und nun kamen die Leute. Ich war ja ganz begeistert, was da an Leuten kam, wow! Es war ja doch mittlerweile deutlich wärmer als im Februar bei der 1. Stand-Aktion und es waren dementsprechend mehr Leute unterwegs. Sie blieben auch eher mal stehen, weils ja nicht mehr so kalt war, und guckten sich den Stand an.

Am Anfang hatten wir erst mal richtig zu tun mit den Unterschriftenlisten. Die Leute standen teilweise an, um unsere Petitionen unterschreiben zu dürfen! "Die zwei Klemmblöcke reichen nicht!" sagte Hans: "Hast du nicht noch mehr?" Ja, ich hatte noch zwei weitere, da klemmten zwar die anderen Listen drauf, aber die brauchen wir ja nicht unbedingt! Also kramte ich die anderen beiden Klemmblöcke raus, teilte die leeren Listenblätter in 2 Hälften und klemmte sie in die neuen Blöcke, so dass wir also 2 Sätze an Petitionslisten hatten.

Aber auch das reichte nicht, denn bald gingen uns die leeren Listen aus, waren alle voll! Also lief ich schnell vor in den Kaufhof und kopierte dort von jeder Petition noch 20 leere Unterschriftenlisten.

Gegen Nachmittag gings dann erst richtig zu: eine Horde Junggesellen beim Junggesellenabschied kamen vorbei und verkauften uns für nen Euro irgendso Klunker-Krimskrams.

Kaum waren die Jungs weg, kamen auch schon die Bräute. Die Bräute unterschrieben wenigstens die Petitionen und verkauften Schnapsfläschchen. Ich nahm ein Pfläumchen : auf eure Ehe!

Die Leute kamen immer in Schüben. Manchmal standen wir 10 min da und keiner kam. Aber dann kamen sie auf einmal wieder aus allen Ecken im Pulk daher und drängten sich fast vor den Unterschriftenlisten. Leider habe ich grad die größten Anstürme nicht fotografiert, weil ich am Stand alle Hände voll zu tun hatte, die Petitionen und die Sachlage zu erklären.

Die Resonanz der Leute war durchwegs begeisternd! Es ist gradwegs ein Hammer, wie sauer die Bürger sind über dieses ganze GEZ-Geschisse! Man brauchte sie nicht einmal groß anzusprechen oder zu überzeugen, sie kamen ganz von selber an den Stand - wie beim letzten Mal.

Beim letzten Stand hatten wir pro Petition ein bisschen mehr als 120 Unterschriften erhalten und waren ja schon ganz stolz. Aber diesmal waren wir beim Zwischencheck schon auf 300 Unterschriften pro Petition! Wir waren echt völlig begeistert!

Der Tag verging irgendwie rasend schnell. Einer der Bräutigam-Jungs hatten uns noch 2 Bierdosen hier gelassen und so gluckerten "Philosoph" und ich am Stand gegen Abend noch ein gemütliches Feierabendbierchen.

Da kam Jutta vorgefahren. Untrue-er Weise hatte sie lauthals Radio in ihrem Auto aufgedreht. Mei, ich dachte, das sei eine CD! Wie kann man denn Radio hören, also pfui Deiffi!! Da parkte Jutta am Straßenrand vor dem Rest unseres im Abbau befindlichen Standes, drehte den Sound auf und tanzte dann auch noch mit mir. Noch immer kamen unterdessen die Leute, um die Petitionen zu unterschreiben. Einfach der Hammer, ich bin ganz baff, echt.

Aber dann war's endlich 20 Uhr und der Stand musste verschwinden. Also luden wir auch die Tische in Juttas Wagen und lösten den Stand auf. Jutta hockte sich hinters Steuer, "Philosoph" hüpfte auf den Beifahrersitz und ich stieg hinten ein und hockte über dem ganzen Gepäck auf den Biertischen im Heck. Die Klappe war zu (!) und wir fuhren erst mal zu mir, das ganze Zeug ausladen.

Jutta fuhr dann mit ihrem Auto ab und "Philosoph" und ich saßen noch bei mir im Hof. Wir zogen erst einmal Bilanz wegen der Unterschriften: wow, hatten wir einen dicken Stapel! Insgesamt waren es für beide Petitionen zusammen weit über 700 Unterschriften geworden! Das ist ja einfach der Hammer!

Was machen wir denn jetzt noch? Wollen wir was essen gehen? Also u-bahnten Philosoph und ich noch nach Fürth und hockten uns dort zu einem Inder, uns die Bäuche vollzumampfen.

Na, das war ja heut mal wieder der voll erfolgreiche Tag, wow!
Jetzt bin ich aber ganz schön ausgepowert...

1 Kommentar:

Apis hat gesagt…

Neuer Treibstoff für Deine Anti-GEZ-Mühle:
https://www.youtube.com/watch?v=mOZAuHlM8rI

http://www.online-boykott.de/de/component/content/article/18-oeffentlich-rechtlicher-rundfunk/unterschriftenaktion/48-unterschriftenaktion-forderung-unterschreiben

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/01/19/rundfunkgebuehr-zwingt-alle-buerger-zur-einrichtung-eines-girokontos/

http://www.extremnews.com/berichte/vermischtes/21143e55f8280