Sonntag, 4. Januar 2015

Liebe, Freiheit und das, was ICH will

Nachdem am Samstag keiner mit mir in den Atombunker gehen wollte, bin ich halt mit der Renate wieder ins Cafe gegangen zum Tratschen. Wir wollten dann abends zum Essen gehen und so kramte ich mal mein "Gutschein-Buch" raus. Da gab's Gutscheine für eine Pizzeria ganz in der Nähe von der Renate, und da gingen wir dann hin. Als ich das Gutscheinbuch demonstrativ auspackte, erklärte mir aber der Kellner gleich, dass die Gutscheine nur von Montag bis Donnerstag gelten. Ach ja, da stand es ja, hatte meine Brille nicht auf... Na, dann essen wir halt ohne Gutscheine.

Also verdrückte ich eine kalorienfreie Diät-Pizza (guckt ihr Bild), die war echt ganz arg lecker. Da müssen wir nun echt unter der Woche auch nochmal hin, weil wir müssen ja noch die Gutscheine verbraten.

Auf alle Fälle quatschten wir beim Essen mal wieder höchst philosophisches Zeug, und es war ein rundum erkenntnisreicher Abend. Ich habe jetzt endlich eine zufriedenstellende Antwort auf meine Jahrzehnte alte Frage nach der Liebe und erkannte im Gespräch mit der Renate: Ich weiß doch, was Liebe ist, und ich weiß sogar, dass ich tatsächlich liebe ... aber dass das eben "leider" nicht das Wichtigste für mich ist, so dass ich mich stets entgegen der Liebe für die Freiheit entschieden habe. Meine Angelegenheiten frei, unbeeinflusst und ungehindert selbst zu entscheiden und stets zu tun, was ICH will, ist mir einfach entschieden wichtiger als die geliebten Wesen. Ich habe mich deswegen schon als Kind (innerlich) von meiner Mutter losgesagt, meine Eltern verlassen sobald es nur ging, mein Kind gleich nach der Geburt fort gegeben, meine Kerle immer wieder in den Wind geschossen, ich werde mir auch keine Katzen mehr anschaffen, nachdem meine gestorben sind, und es kann mir auch Satan-Ahriman mit seinem Liebeskrimskrams mal auf den Frack steigen! ...es sei denn, es fällt ihm irgendwas Cleveres dazu ein . Na, dann mach mal, mein lieber Teufel!

Das gibt mir nun wieder einige Zeit zu denken .

Bis das Lokal um 23 Uhr schloss, hatte es alles zu-geschneit. Am Anfang war es ja noch Schnee-Regen, aber der ging dann in nur-noch-Schnee über und alles war schon wieder weiß. Zuerst begleitete ich die Renate nach Hause und von dort aus lief ich dann heim. Leider war der Schnee aber derartig nass, es war einfach nur ekelhaft. Als ich heim kam, hatte der nasse, schwere Schnee meine Bäumchen vor dem Haus so schwer gemacht, dass diese fast umknickten. Ich schüttelte den ganzen Schnee runter, meine armen Bäumchen! Na und wenn ich dann schon dabei war, packte ich auch gleich die Schippe und räumte den ganzen Pappschnee vom Weg weg. Es war zwar dann schon nachts um halbzwei, aber das war mir wurscht: Wenn ich schippen will, dann schippe ich!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

wieso meinst Du, dass Du nicht lieben kannst? und meinst Du jetzt die partnerschaftliche Liebe oder Liebe im Allgemeinen?

RAFA hat gesagt…

Ich meine die Liebe im Allgemeinen. Ich dachte, dass ich nicht liebe, weil ich stets nach meinem Vorteil geurteilt habe:
Ich "liebte" meine Oma - ja, weil sie gut zu mir war und mir stets half. Als sie dann alt und senil war, ging sie mir auf die Nerven.
Ich liebte meine Katzen - aber doch nur, weil sie süß und kuschelig waren und ein paar typisch weibliche (mütterliche) Transmitter bei mir bewirkten.
So definierte ich jegliche Liebe aus den Vorgängen. Ich definierte die Liebe schlichtweg fort.
Nun denke ich, das ist schon das, was man "Liebe" nennt, nur steht das halt bei mir nicht an 1. Stelle. Wenn mich die senile Oma nervt, bin ich vielleicht egoistisch und strebe nach meinem Vorteil, aber geliebt hab ich sie trotzdem. Also: Ich KANN schon lieben. Es hat bloß nicht die märchenhaften Auswirkungen, die die Leute immer in die Liebe dichten.