Da ich mich ja in Zukunft wahrscheinlich nun selber krankenversichern muss, mailte ich gestern einige Krankenversicherungen - unter anderem auch "meine" - an und fragte nach deren Tarifen. Meine Krankenkasse mailte mir zurück, dass erwerbslose, "freiwillig" Versicherte einen Beitragssatz von 145 € im Monat zahlen müssen, aber mit sowas in der Art hatte ich schon gerechnet. Dabei ist es so: Es muss sich zwar jeder von Gesetzes wegen krankenversichern lassen, aber manche machen das freiwillig, daher "freiwillig Versicherte", klar, oder
?
Nach einigem Mailwechsel stellte sich allerdings heraus, dass solche freiwillig Versicherten zu diesem Tarif nur bis max. 851,67 € Einkommen haben dürfen. Zum Einkommen zählen auch Mieteinnahmen oder Kapitalerträge, etc. pp. und das war's dann mit dem Mindesttarif für mich. Bei meinen Einkünften aus Erwerbslosigkeit muss ich monatlich also 390 € hinblättern, obwohl davon nach Abzug der Steuern, Gebühren, Versicherungen und Hypthekenraten nur monatlich 450 € übrig bleiben
.
"Das trifft mich ja bitter" mailte ich zurück und bedankte mich für die Auskunft in der Hoffnung, es käme nun keine Mail mehr zurück, denn das dicke Ende kommt jetzt erst noch: Ich bin noch nie auf die Idee gekommen, meine Mieteinnahmen bei der Krankenkasse zu melden! Ich dachte, wenn ich über meinen Arbeitgeber versichert bin, dann reicht das!? Ich hab mir nie Gedanken drüber gemacht und es hat mich auch nie einer danach gefragt. Wenn nun nämlich die Mieteinnahmen zur Krankenkasse dazu gerechnet werden, dann hab ich ja die letzten 10 Jahre viel zu wenig bezahlt! Wenn die mir da jetzt eine Nachberechnung stellen, kommt das ja auf gut 45.000 € - und dann häng ich mich auf!
Immer diese Hiobs-Ideen! Ist das Katastrophendenken? Jedenfalls war ich von einem Moment auf den anderen derartig fertig, dass es mir ganz schlecht geworden ist. Heute Nacht konnte ich kaum schlafen und hatte wüste Alpträume von lauter blöden Krankenkasse-Rechnungen
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Im Hof saßen dann heute ein paar Hausis auf ein Feierabendbierchen und ich setzte mich dazu und fragte, ob wer einen Rat wüsste. Rainer-Mama meinte, ich soll halt einfach irgendeine Krankenkasse anmailen, ob bei der normalen Arbeitnehmer-Versicherung Mieteinkünfte mit einberechnet werden und falls die Antwort "ja" lautet, still und heimlich halt dann die Krankenkasse wechseln in der Hoffnung, dass meiner Krankenkasse das dann nicht auffällt. Nille meinte, ich soll doch mal googeln, aber ich war bisher vor Schreck derartig paralysiert, dass ich mir nicht googeln traute: Wenn sich das bestätigen sollte, dann trifft mich der Schlag!
Ich hätt das Antidepressivum nicht absetzen sollen: Jetzt hätte ich es gebraucht! Ich spürte massiv die Panikattacke in mir aufsteigen... und fasste mir ein Herz, ging rauf und googelte. Da wühlte ich mich mit zitternden Händen nun durch den Versicherungstarifedschungel und fand schrittweise folgende Erleichterungen:
§ 25 SGB IV:
(1) Ansprüche auf Beiträge verjähren in vier Jahren nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem sie fällig geworden sind. (2) Ansprüche auf vorsätzlich vorenthaltene Beiträge verjähren in dreißig Jahren nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem sie fällig geworden sind.
Da brauch ich jetzt also nur noch meine Nichtvorsätzlichkeit nachweisen und dann käme mir die eventuelle Nachberechnung nur für die letzten 4 Jahre - ein Hoffnungsschimmer! *Blutdruck wieder runter fahr von 180 auf 178 (mei, was mir die Krankenkasse für Nerven kaputt macht! Und dann meckern sie, wenn sie meine Therapeuten zahlen müssen
)*
Zitat von hier:
Die Beiträge richten sich bei Arbeitnehmern nach der Höhe des Bruttomonatseinkommens (genau: des beitragspflichtigen Bruttoarbeitsentgelts)
In der privaten Krankenkasse werden die Mieteinnahmen mit-berechnet. Ab 4162,50 € monatliche Einkünfte KANN man in die private Kasse wechseln, MUSS aber nicht.
BIN ich zum Glück auch nicht!
Und dann - ja ja ja! - der Hoffnungsschimmer (von hier aus dem Jahr 2011, also aktuell):
Sollte es zu einer Zusammenlegung des gesetzlichen und privaten Krankenversicherungssystem kommen und eine Bürgerversicherung in Kraft treten, so fordert die SPD-Linke, auch Krankenkassenbeiträge aus Mieteinnahmen einzuziehen. In einer Umfrage rechneten die Befragten mit der Einführung einer Einheitskasse bis 2020.
...das heißt: so ist es noch nicht. Das wird erst gefordert. Also bin ich draußen aus dem Schlamassel!
von hier:
Für gesetzlich pflichtversicherte Arbeitnehmer (mit Ausnahme der sogenannten Rückkehrer § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V) und gesetzlich pflichtversicherte Rentner bleiben die Einnahmen aus Kapitalerträgen und Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung unberücksichtigt. Für diese Personen ist ausschließlich das Arbeitsentgelt, die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung und Versorgungsbezüge zu berücksichtigen.
Wie unter Frage 3 bis 5 beschrieben, zählen aber diese Einnahmen bei der Feststellung der beitragspflichtigen Einnahmen freiwillig Versicherter mit.
Boah, bin ich jetzt end-fertig! Mei, da denkste an nichts Böses, und plötzlich erfährste, dass du die letzten 10 Jahre halbkriminell vor dich hingelebt hast und jetzt dann so gut wie pleite bist. Aber das hab ich ja jetzt auch wieder überstanden *zerrissene Nervenfetzen aus allen Körperteilen wieder zusammenpfriemel*. Jedenfalls ist mein Tag jetzt gelaufen.
Oh, ich bin so froh, dass ich nur 390 € im Monat Krankenversicherung zahlen muss!
Boah, was für Bagatellbeträge! *juhuu jubel jubel*
Donnerstag, 16. Juni 2011
Krankenversicherung
Dienstag, 14. Juni 2011
Kartoffel-Gratin
Diesmal war ICH mit dem Kochen dran. Wie schon angekündigt, verging ich mich am Kartoffel-Gratin. Ich erinnere mich: früher hab ich das ein paar Mal gekocht, aber da hatte ich noch einen Herd, den ich ja mittlerweile zwecks Durchrostung entsorgen musste (das G'lump hält einfach nix mehr aus, kaum rostet es mal 10 Jahre vor sich hin, schon iss es hie!). Drum hatte ich mir Rainer-Mamas Herd zur Benutzung ausgeliehen.
Als ich die Kartoffeln schneiden wollte, suchte ich erfolglos meinen Gurkenhobel. Ich ging schnell vor zum
Von Rainer-Mama hatte ich mir eine Schüssel geliehen, damit auch genug Futter für alle rein passte. Mitten beim Kartoffeln-Schichten fiel mir ein, dass ich den Schinken vergessen hatte! Also lief ich schnell vor in die Norma und kaufte noch einen Schinken.
Eigentlich war das Abendessen für 18 Uhr angesagt, aber es wurde dann erst 2 Stunden später fertig. Rainer-Mama und Co meinten, für jemanden, der absolut nicht kochen kann, hab ich es ganz gut hingekriegt.
Naja, die Kartoffeln waren schon noch recht knackig und hätten noch ein bisschen gebraucht, aber man konnt's schon essen. Nina kam dann auch von der Arbeit und aß gleich mit.
Sogar der Ino kam raus und wollte mal probieren. Den Rest nahm Nina mit hoch für den Rainer. Leider war Domi nicht da und konnte nicht mitessen, wo ich sogar eine extra Schüssel ohne Schinken für Vegetarier gemacht hatte.
Ich bin ganz stolz auf mich: Schlecht geworden ist es bis jetzt keinem!
Natürlich fing's auch gleich wieder zu regnen an, nur weil wir wieder alle draußen hockten. Drum zogen wir die Plane über die Wäscheleine. Da erschien ein Regenbogen über dem Pesthaus.
Arbeitsamt
Heute hatte ich einen Termin beim Arbeitsamt. Dort erfuhr ich dann, dass ich nun zwar noch 66 Tage Anspruch auf ALG I habe, wahrscheinlich aber eine Sperre kriege, da ich fristlos gekündigt worden bin. Die Sperre läuft dann grad so lang wie mein Restanspruch noch gilt, d.h. zu Deutsch: Ich krieg gar nix mehr.
Für Leute, die gar nix kriegen, gibt es die tolle Broschüre "arbeitslos ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld". In der solchen steht, dass ich die wunderherrlich tollen Leistungen des Arbeitsamtes in Anspruch nehmen kann, nämlich Beratung und die Vermittlung von individuellen Jobangeboten. Das individuelle Jobangebot, das mir meine Bearbeiterin aussuchte, wäre ein 16-Stunden-Job in Lauf an der Pegnitz gewesen oder noch ein anderes Ding in Weißenburg, weil Nürnberg scheint nicht groß genug zu sein, um für mich einen Job zu finden. Also sorry: Für 16 Stunden lohnt sich ja nicht einmal die Fahrkarte nach Lauf, und nach Weißenburg sind es einfach sogar 57,3 km, mit dem Auto 51 Minuten Fahrtzeit, mit den Öffis wahrscheinlich 2 Stunden.
Bezüglich meiner allgemeinen finanziellen und sozialen Situation fragte ich dann gleich auch mal nach einer Beratung. Dafür sei eine andere Abteilung zuständig, meinte meine Bearbeiterin und zeigte mir gleich, wo ich mich anstellen musste. Als ich dort endlich aufgerufen wurde, besprach ich mich kurz mit der zuständigen Dame.
"Wie alt sind Sie denn?" fragte die.
"Ich werd jetzt 50." meinte ich.
"Huch, so alt schon?" erschrak die "so alt sehen Sie gar nicht aus."
Na prima, danke, aber BIN ich nun mal und das ist auch vielfach mein Problem, weil ich meistens völlig falsch eingeschätzt werde und besonders die Arbeitgeber dann auch ziemlich überhöhte Anforderungen an mich stellen. Die bring ich aber ganz einfach nicht mehr.
Wegen meinen Finanzen wollte die Frau nun am Sozialamt anrufen, denn die haben da einige Beratungsangebote. Als sie verbunden wurde und in der Leitung hing, fragte sie beiläufig, wieviele Ersparnisse ich denn hätte. Naja, so viel ist das nicht, wenn man bedenkt, dass ich neue Heizungen und ein neues Dach davon finanzieren muss und überhaupt... "Nee, also die lachen mich ja am Sozialamt aus!" sagte sie und legte gleich wieder auf. Ich kann mich höchstens an eine (kostenpflichtige) private Beratungsstelle wenden.
Für derartige Glanzleistungen des Arbeitsamtes bin ich nun meinerseits verpflichtet, alle Termine bei der Jobbörse wahrzunehmen und besonders an den Eingliederungsmaßnahmen des Arbeitsamtes teilzunehmen. Ja, no freilich, sonst noch was? Das IMO einzig wirklich Sinnvolle an all dem ist, dass die Zeit der Arbeitslosigkeit auf meine Rentenzeit angerechnet wird, aber das war's dann schon. Sogar krankenversichern muss ich mich selber!
Naja, also da muss ich mir ganz offensichtlich was anderes überlegen.
Chris und ich beim Griechen
Der Chris ist wieder im Lande! Seit neuestem treibt er sich nämlich gerne in der Schweiz herum, weil er sich dort nun tatsächlich verliebt hat. Mir taugt das prima, denn er wirkt ganz ausgeglichen und entspannt und ist trotzdem noch oft genug hier, um mit mir zum Griechen zu gehen.
Also radelte ich nach Fürth. Ich radelte grad durch die Ludwigstraße, als ich beinahe den Chris über den Haufen radelte, der grad aus seinem Haus kam. Der wollte noch schnell Geld holen gehen und so lieh ich ihm dafür mein Rad, latschte derweil vor zum Griechen und bestellte mir ein Bierchen.

Ich haute mir den Bauch voll und leuchtete auch ordentlich in die Ouzos, da rief der Robbi an. 
Er hatte eine Frage, nämlich hat er eine Mail gekriegt von einem Kumpel und da hängen Anlagen mit dran: Wie kann man denn nun die Anlagen abspeichern?
Ja, also man gehe mit der rechten Maustaste über den Dateiname der Anlage und klicke auf "speichern unter".
Hat er nicht, der Robbi. Nein, das kommt bei ihm nicht. Er hat nur: Link in neuem Tab öffnen, Link in neuem Fenster öffnen, Link speichern unter...
Ja ja ja, das ist es doch! Link speichern unter!
Ok, nun waren die Anlagen endlich gespeichert, allerdings ging es nun dran, sie auf der Festplatte wieder zu finden.
"Mach mal den Explorer auf..." fing ich an.
"Wie macht man denn das?" fragte der Robbi.
"Naja, da hast du auf der Tastatur links neben der Leertaste so eine Windowstaste..."
"die mit den Vierecken drauf?"
"Ja genau die und die hältst du jetzt nach unten gedrückt und dann drückst du kurz auf E"
"Nein, da passiert nichts..."
"Gibt's doch nicht!"
Wir kamen einfach nicht weiter und End vom Lied war, dass ich in der Nacht um halbeins von Fürth bis nach Stein radelte, um dem Robbi vor-Ort-Support zu leisten. Ich radelte übers Hinterland, teilweise sogar in Kleinreuth über die Felder und das war gar nicht so einfach nach den Haufen Ouzos! Ich seh ein: In Zukunft werde ich mit der Sauferei wieder ein bisschen langsamer tun.
Montag, 13. Juni 2011
kochen mit Plan
Ich war noch nicht mit dem Frühstück fertig, da rief Dominique schon von oben, dass das Essen dann fertig ist. Ach, stimmt ja: heute gab es ja Schweinebraten mit Klöße!
Wir stellen jetzt einen Koch-Plan auf, der hängt ab sofort im Hausgang unten am Schwarzen Brett. Da trägt sich jeder ein, der wann was kocht und dazu jeder, der dabei mitessen möchte. Das nächste Mal koche ICH (!) und zwar morgen, am Dienstag um ca. 18 Uhr und es gibt Kartoffel-Grätäh. Für gesundheitliche Schäden wird nicht gehaftet. Kotztüten und Eimer muss sich jeder selber mitbringen. Wer in den Hof kotzt, der muss abspülen!
Michi und Sophia hatten schon seit gestern keinen Sex mehr! Leider mochte ihnen keiner sein Bett zur Verfügung stellen. Nein, ich auch nicht! "Aber ihr könnt auf den Dachboden gehen" meinte ich "da kommt garantiert keiner rauf". Naja, auf dem Dachboden ist es halt auch staubig und spinnwebig, das taugte ihnen nicht. Dann stellen wir halt einfach das Zelt in den Hof, dann können die beiden heute Nacht allein zu zweit im Hof übernachten. Aber das taugte ihnen auch nicht, denn nachts kommen ja böse Viecher und graben die Blumentöpfe um, ja vielleicht sind das sogar Ratten, igitt! Tja, dann gibts halt auch keinen Sex, pf.
Dominique verging sich nun an einer Flasche Wodka. Wenn schon alle Welt drüber ablästert, wie sehr die Jugendlichen heutzutage dem Komasaufen verfallen, dann stehen die natürlich schwer in der Pflicht, dieses Negativklischee auch zu erfüllen. Also los!

Ich war's nämlich auch nicht, der dann in der Nacht anfing, im Hof Walzer zu tanzen! ![]()
Sonntag, 12. Juni 2011
Elkes Abschiedsfeier
Heute früh wurde ich von einem seltsamen Gekreische wach: Was treiben denn Nille und Ellen da oben für eine Nummer, sagt mal? Aber nein, das kam nicht von oben... Hinter'm Hof am Leonhardsplatz fand ein türkisches Fest statt, voll das Volksfest mit Dönerbuden, einem Haufen Bierbänken, Trödelmarkt und einer orientalischen Band! Sie hatten auch eine Hüpf-Burg aufgebaut und daneben eine Hüpf-MOSCHEE! Da hüpften nun die ganzen Blagen und schrieen und kreischten. Aaah, ich bind mir einen Nagelgürtel um den Bauch, spring rein und mach ein Selbstplatz-Attentat! Pschhhhht...!
Die erste Himbeere hängt auch schon an einem Strauch im Hof. Ich hab sie schnell fotografiert bevor sie noch die Nachbarskinder oder sonst irgendwelche Fratzen klauen.
Ich hatte heute richtig Stress. Zuerst war Literaturgruppe. Ich hatte nur etwas Autobiographisches, nämlich den schönen Blogeintrag von der Geschichte als ich den Kerzenständer der Chefin zerdepperte. Das nächste Mal werde ich aber mal wieder was Kreativeres schreiben, weil jetzt hab ich ja wieder mehr Zeit und Muse.
Um 17 Uhr war ich bei der Elke eingeladen: Von ihrer Abfindung bei o2 Germany hat sich die Elke an der Ostsee ein Häuschen gekauft. Dort zieht sie nun hin und feierte daher heute ihren Abschied. Na mal sehen, vielleicht find ich noch diesen Spätsommer die Gelegenheit, pack mein Zelt und den Schlafsack, hock mich auf mein Fahrrad und radel die 700 km rauf in den Norden, um Elke in ihrem Häuschen an der Ostsee zu besuchen?
Kurz vor 20 Uhr machte ich mich weg, weil ich noch einkaufen musste. Als ich heim kam, waren die Meiers gerade am Grillen. Rainers Bruder war aus Offenbach gekommen, hatte seine Freundin mitgebracht und so saßen sie im Hof und feierten. Von links seht ihr: Rainer-Schwester, Rainer-Mama, Rainer, Rainer-Freundin, Rainer-Bruder und Rainer-Schwägerin-in-spe.
Samstag, 11. Juni 2011
noch ein Gammel-Tag
Als ich heute den Wasserschlauch im Waschkeller aufdrehte, um die Blumen zu gießen, stellte ich fest, dass die beiden Flaschen Bier, die ich gestern dort runter gestellt hatte, weg waren: Da klaut schon wieder einer alles aus dem Keller, was nicht niet- und nagelfest ist!
Vor der Lorenzkirche hatte ver.di heute unter dem Motto "Sozial-Dschungelcamp: wozu verreisen? Überlebenskampf geht auch hier" ein "Jobopoly" aufgebaut. Eine klasse Idee! Im Ereignisfeld zogen die Spieler Karten wie: "Super - eine Erbschaft! Du erhältst 20.000€! Als HartzIV-Empfänger musst du diese aber leider an die Arge abgeben" oder "Du musst ausziehen, weil deine Miete kostet mehr als 372€, zu teuer für HartzIV-Empfänger" und letztendlich: "Revolution! Das ganze Geld des reichsten Spielers wird an alle anderen Mitspieler verteilt". Tja, wie gesagt: klasse Idee, müsste man jetzt nur noch in die Tat umsetzen.
In der Breiten Gasse ist ein neuer Prediger aufgetaucht! Hei, lustig! Den hab ich sogar ne Weile gefilmt, aber es war recht unspektakulär, was er so von sich ließ.
Weil's recht kalt war, verzupfte ich mich nach Hause und übte auf der Klampfe. Ende Juli ist Bardentreffen und vielleicht bring ich es bis dort hin schon auf 2 oder 3 Songs, dass ich mich einfach auch an irgendein Eck stellen kann und mitjodel. Nun vergewaltige ich zur Zeit den guten, alten Hippie-Song "San Francisco". Die Gummihütchen hab ich nun schon durchgescheuert. Am Mittelfinger hab ich sogar auch die Haut durch: dort blutet meine Fingerspitze! Weil ich auch alles immer bis zum Exzess übertreiben muss.
Zum Essen ging ich abends ins Palais Schaumburg. Bald trudelte auch der Joachim ein, den ich auch schon ewig nimmer gesehen hatte. Langsam tauchen meine ganzen Kumpels wieder auf, wie gut das tut, hey!
Die kleinen Mäuse sind nun flügge und wieseln im Käfig umeinander. Hier seht ihr die stillende Mama-Maus. Das ist ja echt zum Mäuse-melken!
Freitag, 10. Juni 2011
die ganze Woche nur gegammelt
Gestern stand die Co vor meiner Tür. Wenn die Co klingelt oder anruft, ist meistens irgendwas Blödes, was sich Ino nur nicht sagen traut. Die Co ist also der kleine Unglücksbote und richtete mir aus: Rainer hat sein Ticket für Metallica verkauft, weil er jetzt doch nicht nach Gelsenkirchen fahren kann und drum fahren Ino & Co jetzt auch nicht und wollen ihre Tickets auch verkaufen - ja, und alleine fahre ich dann natürlich auch nicht!
Wir haben also jetzt 3 Tickets zu verkaufen für "the big 4" in Gelsenkirchen, Veltins Nordkurve, Block N2 (Stehplatz) - Metallica, Slayer, Megadeth und Anthrax - das Stück für 68,90 €: Mag sie wer?
Mei, kaum bin ich arbeitslos, ist das Wetter schlecht. Trotzdem war ich diese Woche jeden Tag in der Stadt, gammelte sinnierend vor der Lorenzkirche rum, hockte mich zum Beck rein und trank einen Kaffee nach dem anderen.
Da rief mich doch heut glatt ne Zeitarbeit an wegen meiner Bewerbung vom Montag. Die suchten wen für eine Spedition! Leider war's dann aber nix für mich bzw. ich nix für das, ja mei.
Um halbsieben gab's dann Essen im Hof. Rainer-Mama hatte Gulasch gekocht mit Semmelknödel, lecker lecker!
Das nächste Mal bin nun ich dran mit Kochen; was wollt ihr denn haben: 5-Minuten-Terrine, Weißwürste aus dem Wasserkocher oder Dosenravioli aus der Mikrowelle?
Bis um 10 saßen wir noch draußen und ratschten. Ach, das Leben ist schön, aber ich muss das erst noch kapieren, weil ich von dem ganzen Arbeitsstress immer noch nicht richtig in der Entspannung gelandet bin. Ich brauch wohl noch bis nächste oder übernächste Woche, bin halt nicht mehr so flexibel wie früher, mei.
Montag, 6. Juni 2011
mein Drucker iss hie
Ich muss mir jetzt einmal eins merken: Ich habe Z-E-I-T! Diese Tatsache ist immer noch nicht bei mir angekommen. Ich hab immer noch die Hektik drin, dass ich bis 14 Uhr - zack zack - mit meinem Krempel fertig sein muss, weil ich um 15 Uhr in der Arbeit sein muss (und der Tag damit komplett gelaufen ist). Nein, muss ich nicht!
Zu dem Thema "Zeit haben" gelang mir heute dieses wunderschön passende Foto einer alten, zeitlosen Bahnhofsuhr: Hallo Klaus und alle Altstadtfreunde der Stadträtsel! Wisst ihr, wo diese Uhr steht? 
Ab sofort ist montags wieder Bewerbungstag: Ich schrieb heute gleich 6 Bewerbungen (per Mail). Wahrscheinlich werden das 6 Absagen, aber deswegen erschieß ich mich dann auch nicht.
Was zu schreiben mir viel dringender am Herzen lag, war der ultimative Rausschmiss wegen einer Räumungsklage, die ich seit geraumer Zeit führe. Das Urteil ist nun gefällt, der Antragsgegner wurde "verurteilt", die Wohnung zu räumen ... und ich muss ihm das jetzt irgendwie schriftlich mitteilen, bevor ich den Gerichtsvollzieher anruf und die Bullen antanzen lass.
Nur leider ist mein Drucker verreckt! Ich hatte mir erst neue Patronen für das Mistding gekauft, so richtig teuere Original-Patronen, das Stück für 27 € - und auf einmal lief da nix mehr. Er motzte, es seien die falschen Patronen eingelegt. Dabei hab ich mit den neuen Patronen schon einiges gedruckt und auch die alte, leere Patrone (gleicher Seriennummer) frisst er nicht mehr und bringt dieselbe Meldung. Drum hab ich mich mal auf eBay umgesehen, ob ich diesen Drucker nicht noch billig nachkaufen kann und tatsächlich: Da bot jemand "meinen" Drucker an, auch noch mit Artikelstandort "Stein bei Nürnberg". Also hab ich gleich den Verkäufer kontaktiert, einen Preis von 15€ verhandelt und bin da heute hingeradelt, um den Drucker zu holen. Erst mal hockte ich beim Beck in Stein und trank gemütlich einen Kaffee.
Man sollte nicht glauben, wie schwer und sperrig so ein kleiner Drucker ist: Schon beim Aufladen fiel mir der Drucker vom Fahrrad. Einhändig radelte ich heim, denn mit der anderen Hand hielt ich den Drucker hinten fest. Absteigen bzw. anhalten durfte ich nicht, sonst würde das ganze Fahrrad mitsamt mir und dem Drucker umfallen. Die Gewitterfront über Nürnberg, die im Steiner Sonnenschein höchst gruselig zur Geltung kam, ignorierte ich hartnäckig. Es hat dann auch tatsächlich nicht geregnet bis ich mit dem Drucker zuhause angekommen war. Ich habe den Drucker angeschlossen und ... er lief einwandfrei, juhu! Da druckte ich gleich meine Giftbriefchen: "...zur Vermeidung der Zwangsvollstreckung ist die Wohnung sofort zu räumen!"
Sonntag, 5. Juni 2011
Prüfungskochen
Als ich vom Einkaufen kam, saßen Ino und Rainer im Hof und bauten ihre Rechner auf für eine open-air-LAN-Party. Grad noch war der Himmel klar, die Sonne schien und es war herrlich warm, aber kaum stand der Aufbau, fing es an zu donnern. Da spannten Ino und Rainer die Plane über die Wäscheleine: Wenn's nur ein wenig tröpfelt, dann sollte das schon gehen.
Es tröpfelte aber dann doch mehr als die Plane hielt und so bauten die beiden fluchtartig ihre Geräte ab. Das war wohl nix!
Dominique hat am Mittwoch Prüfung in Hauswirtschaft. Sie weiß jetzt auch schon, was sie kochen muss, nämlich Spagetti in Paprika, Auberginen mit Käse und Schnitzelröllchen mit Champignons. Da übt sie schon mal fleißig und wir waren alle eingeladen, die Übungsobjekte zu essen und zu beurteilen.
Also es war sehr lecker! Auf die Auberginen geb ich ihr einen 1er. Die Paprika muss sie noch ein bisschen besser putzen und die Schnitzel etwas länger klopfen, damit sie weicher werden, aber alles andere hat gestimmt.
Nach dem Essen blieben wir natürlich noch sitzen und ratschten und tratschten, da kamen auf einmal Sue und Knuddel daher. Leider hatten sie noch einen Kumpel, den Ostler, im Schlepptau, der bereits so dicht war, dass er ordentlich zu laut herumgrölte, da machten sie sich wieder fort. 
Je später der Abend, desto schöner die Gäste: David hatte mich vor ein paar Tagen angerufen, ob er am Samstag bei mir pennen könnte. Sie hätten eine Ex-Marktkaufler-Party in Fürth, da wollte er hin und danach - sowas um eins in der Nacht - kam er dann angetrapst.
Ich hatte keinem gesagt, dass David kommt, nicht dass sich Ino wieder aufregt, weil er ihn ja nicht riechen kann. Aber Ino roch ihn offensichtlich trotzdem sofort, denn schon gingen in seiner Küche die Lichter an und Co erwischte uns im Hof. Keine Panik: David ist heute um halbelf gleich wieder verschwunden und nach Leipzig zurück gefahren.
