Ahh, mir ist langweilig. Konzerte und Festivals sind zwar schön, aber es ist ja immer wieder nur dasselbe. Was könnt man denn sonst so machen (besonders jetzt im Herbst und Winter)? Ja: Museen anschaun, Städte anschaun, in Wald und Wiese die Natur anschaun. Na, das ist doch auch langweilig: immer bloß anschaun? Ich würd mal gern was machen, wo ich auch wirklich was mach. Nur: keine Ahnung, was?
Ideenlos gab ich also im ChatGPT ein: "Ich bin 65: Was könnte ich in meiner Freizeit machen?" Das Alter fand ich wichtig, nicht dass der mir raushaut: Bungeejumping, Tiefseetauchen, Bergsteigen im Himalaja, oder so. Das Ergebnis erschütterte mich dann aber doch zutiefst in meinen persönlichen Grundfesten und lautete in etwa: "Kommt drauf an, wie fit Sie noch sind (!!!), aber es gibt hier einen netten Seniorentreff, notfalls auch mit Betreuung..." Es gibt wohl Leute in meinem Alter, die echt noch viiiel älter sind als ich
?
Ich klickte mich ein wenig durch, gab noch einige Ergänzungen ein, und bekam dann irgendwann durchaus brauchbare Sachen, z.B. "Kurs: Naturseifen selber herstellen", Bier-Tasting oder Pilzwanderung.
Ja, Pilze suchen ist lustig! Als Kind fuhren wir sommers fast jeden Sonntag "in die Pilze" und die ganze Familie sammelte dort Schwarzbeeren, Zitzen (Butzelkü) zum Anschüren für den Kohleofen im Winter und natürlich Pilze. Wir sammelten haufenweise Pilze, Maronenröhrlinge, Butterpilze, mal auch einen Steinpilz, Gelbala (Pfifferlinge) und jede Menge Wiesenchampions. Dann gabs immer lecker Pilzgericht mit Stopfer (Kartoffelbrei). Das ist leider schon echt lange her, und obwohl ich mich damals als Kind mit den Pilzen wirklich gut ausgekannt hatte, schadete es nicht, das Wissen wieder aufzufrischen. Also rief ich mal an bei den Pilzwanderern und meldete mich an für den Sonntag.
Der Treffpunkt war am Tiergarten. Zuerst war noch zeitweise Regen gemeldet, aber es blieb trocken und ein bisschen spitzte sogar die Sonne raus. Ein Grüppchen war es von ungefähr 30 Leuten und so liefen wir nach einem anfänglichen Vortrag alsbald los in den Wald. Jeder sollte Pilze suchen und zur Bestimmung vorlegen.
Ich fand schon welche, aber ich mochte sie nicht abrupfen, denn dass die nicht essbar waren, wusste ich ja. Die Zeit der guten Pilze ist ja auch schon vorbei, wir hatten ab heute schließlich schon November. Ich machte bloß Fotos und lief dann wieder vor auf den Weg, wo der nächste Treffpunkt war. Da wurden die gefundenen Pilze nun bestimmt und allerlei Wissenswertes drüber erzählt.
Durchaus interessante Pilze wurden da gefunden, z.B. ein Ziegenbart. Die Pilze sind nicht einfach einzuteilen in "essbar" oder nicht, sondern manche sind als junge Pilze durchaus essbar, andere sind zwar essbar, schmecken aber bitterlich, manche sind zwar essbar, können aber nach jahrelangem problemlosen Verzehr ganz plötzlich Allergien hervorrufen und sind dann tödlich, und wieder andere schmecken gut, reichern aber Kadmium im Körper an oder sind krebserregend, andere sind lecker, aber bereits nach 1 Tag im Kühlschrank schon giftig, und generell sollte man sie alle mind. 20 min lang gut durchkochen. Also eine Wissenschaft für sich.
Zunderschwämme haben wir gefunden; nur das Innerste ist verwendbar, um Feuer zu machen. Auf der Ranch wachsen auch welche, aber mittlerweile sind sie ziemlich durchlöchert und wohl abgestorben. Bisher dachte ich auch immer, die seien geschützt, scheint aber gar nicht so zu sein.
Das ist ein grüner Knollenblätterpilz. Es gibt auch gelbe Knollenblätterpilze, die kann man essen, aber die grünen sind tödlich. Es gibt auch kein Gegenmittel. Nur mit Mariendistel kann man mal probieren, die Leber wieder zu stabilisieren und dann eventuell zu überleben. Ich find's gruselig, einen Teller in der Hand zu haben mit so einem krassen Gift
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Knapp drei Stunden spazierten wir quer durch den Wald und immer wieder zurück auf den Weg, wo die Expertin stand, die Pilze analysierte und erzählte, was für die Bestimmung wichtig sei. Dann wurde es aber durchaus schon ziemlich kühl, ich bin's noch nicht gewohnt, ticke noch auf "Sommer". Ich hätte mir einen Schal mitnehmen sollen und es begann mich zu frieren. Es wurde auch schon deutlich dunkel, sodass man gar nicht mehr so gut sehen konnte, ob das am Boden jetzt Laub war oder ein Pilz? Da kamen wir zum Ende und lösten die Veranstaltung auf. Interessant war's, müd bin ich von der ganzen frischen Luft und Hunger hab ich jetzt
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