Sonntag, 14. April 2019

Metal Franconia Festival

Wir hatten ja nun schon einige relativ warme Tage, und auf der Ranch bin ich schon n paar Mal nur mit T-Shirt rumgelaufen ohne zu frieren, zumindest solange die Sonne schien. Aber nun gab's auf einmal voll die Klimaerkühlung und es war bitterkalt gemeldet, nachts Temperaturen um den Gefrierpunkt. Auf dem Plan für dieses kalte Wochenende stand...:

Metal Franconia - das erste Festival dieses Jahr!

Es war ja zum Glück in der Halle (Frankenhalle, Dettelbach bei Würzburg).

Als ich meinen Zeltkram einpackte, hatte ich die Federdecke in der Hand und dachte noch: "Soll ich das riesige Ding wirklich mit ins Auto stopfen? Das ist ja eigentlich die Winterausrüstung, und es ist ja nimmer Winter...", aber dann entschied ich glücklicherweise: "Naja, nehm ich's mit, schaden kann's nicht."
Was war ich dann später nur froh für diese weise Entscheidung!

"Der Zeltplatz ist scheiße" schrieben sie schon auf den FAQs und dass sie die Wiese nicht mieten hätten können und man deswegen auf einem Schotterplatz campen muss. Dort kann man nicht mal Heringe in den Boden schlagen, aber dafür stünden Bohrmaschinen herum. Also nagelten wir erst mal die Zelte mit den Bohrmaschinen fest - sie standen zwischen ein paar Containern der Fa. Frankenmetalle, äußerst metal.

Eine Wiese gab es ja schon, darauf durfte man auch parken, aber wie gesagt eben nicht zelten. Am Eingang sagten sie uns, auf der Wiese sei Asbest gefunden worden, drum sei sie zum Campen nicht freigegeben worden.

Meine Güte! Jahre und Jahrzehnte lang war in den Häusern in allen möglichen Bereichen Asbest verbaut, jeder Kohleofen hatte eine Asbestschnur als Abdichtung, überall begegnete einem Asbest ... und auf einmal darf man nicht mal mehr auf einer Wiese für 2 Nächte campen? Verbuchen wir das wieder mal im Kapitel "hysterische Neuzeit"!

Wir waren noch viel zu früh dran, nämlich Freitagmittag um 11 und die Area machte erst um 14 Uhr auf. Weils so kalt und ungemütlich war und es nix zu essen gab, schmiss ich mich einfach in mein Zelt und pennte dann noch ne Runde. Als die erste Band auftrat, war ich dann munter am Start und guckte mir alles an:

Ich hatte mir extra mein Sodom-Shirt mitgenommen, weil heute Sodom auftraten. Aber leider war es auch in der Halle so derartig schweinekalt, dass ich mein Hoodie an hatte, drunter ne kleine Weste, mir dazu dann auch noch meinen Schlafpulli holte, weils mich immer noch so fror ... und unter den 3 Lagen von Flauschklamotten hatte ich dann das Sodom-Shirt. Haa-ha, das sah ja keiner!

Im Bar-Zelt baumelte ein dicker, gelber Schlauch unter der Zeltwand durch und da kam warme Luft raus! Es war deswegen im Bar-Zelt ein Ideechen "wärmer" als überall anders. Nur leider strömten ja Massen an Leuten rein und raus und drum war auf der einen Seite die halbe Wand zurück geschoben und da zogs natürlich arschkalt rein: der Heizungsschlauch hatte keine Chance! Also stellte ich mich immer mal wieder davor, um mich ein bisschen zu "wärmen". Also richtig warm war das ja nicht, eher so laumau und mich fror's trotzdem. Außerdem stellten sich dann auch noch alle möglichen anderen Leute davor und nahmen mir das Bisschen Wärme auch noch weg.

Ich ging wieder rüber in die Halle und hupfte ein bisschen rum, dass mir davon wenigstens warm wurde. Das hielt aber nicht lang an und schon fror's mich wieder. Naja, es hatte da drin höchstens 5 Grad und das andauernd den ganzen Abend lang!

Ganz deplaziert zwischen God Dethroned und Sodom traten Feuerschwanz auf. Die mag ich ja total gern, haben aber in so eine Trash-Veranstaltung einfach nicht hingepasst.

Ich freute mich dann nach Sodom richtig auf mein Zelt und meine Federdecke. Am Anfang war das natürlich auch erst mal kalt, aber als ich mit Flauschi-Hose, Socken und Pulli im Schlafsack lag und dann noch die Federdecke drüber hatte, wurde es das erste Mal an diesem Tag so warm, dass ich nicht fror.

Am nächsten Tag hatte ich wider Erwartens KEINE Erkältung! Die Area machte wieder erst um 14 Uhr auf, es war erst kurz nach 12 und ich wollte einen Kaffee! Mei, wir hatten ne ganze Palette Bier dabei - denn seit dem Wolfszeit letztes Jahr, bei dem es vor dem Opening kein Bier gab, decke ich mich da jetzt immer sorgfältig ein ... - und dann gibt es keinen Kaffee! Also hockte ich mich ins Auto und fuhr in den Ort. Dort fand ich dann auch ein Cafe, trank einen heißen Kaffee und futterte gleich mal eine feine Torte.

Zurück an der Frankenhalle war's dann wieder arschkalt.

In der Halle war's ein klein bisschen besser beheizt und es waren auch mehr Leute da, so dass es insgesamt etwas wärmer war. Zum T-Shirt-Herzeigen reichte es nicht, weil immer noch hatte ich ein Hoodie und den Schlafpulli an - und ich hatte mir noch ein Hoodie dazu gekauft, also hatte ich 2 Hoodies an.

Da kam dann mal M.I.God, Brain Damage und Sasquatch.

Danach kam Asenblut.

Da kaufte ich mir gleich die CD, weil Asenblut nach dem Gig Autogramme geben wollten und ich wollt mir den Sänger doch mal aus der Nähe angucken, aber der war dann nicht da, weil er grad die Leute von der Technik in den Boden stampfte (es gab nämlich eine Reihe Stromausfälle). Nur der Bassist unterschrieb auf meiner CD. Boah, jetzt hab ich nur 1 Unterschrift! Aber ich seh Asenblut dieses Jahr noch zweimal und da nehm ich die CD mit, damit ich den Rest der Unterschriften auch noch krieg!

Unter anderem trat auch diese nette Band auf, die GrailKnights, die wohl in ihrer Kindheit zu viel "Masters of the universe" abgekriegt haben. Da kam dann auch gleich der Skeletor auf die Bühne dazu und hupfte da rum.

Dann gabs noch Nothgard und Tankard! Letztere waren ausgesprochen fetzig.

Als Headliner kamen die apokalyptischen Reiter, aber von denen hab ich dann gar kein Foto mehr gemacht.

Am Sonntag bei der Abreise kam dann langsam wieder die Sonne raus und wärmte ein bisschen, dass es wenigstens 8 bis 9 Grad hatte. Aber insgesamt war das alles schon richtig bitterkalt, brrr. Ein supersüßes Festival ist es allerdings gewesen und ich war recht zufrieden: Es ist schön klein, man kommt auch beim Headliner noch vor an die Bühne, es ist am Campground schön familiär, die Leute kennen sich und insgesamt war es klasse: da fahr ich nächstes Jahr wieder hin!

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