Sonntag, 14. April 2024

Klassisches und Rock meets Classic, Regensburg

Ich blick nimmer durch mit meinen Events. Neulich in der Arbeit surfte ich ein bisschen auf Facebook und sah, dass die Carmen am 13.04.24 nach Würzburg kommt um sich dort Munarheim anzuschauen. Was? An einem Samstag? Klasse, das bestell ich mir auch, und so ließ ich mir gleich in der Arbeit das Ticket aus dem Drucker.

Warum bin ich nicht auf die Idee gekommen, dass da vielleicht schon was anderes ist? Als ich nämlich dann daheim war und das Konzert in meinen Terminkalender eintragen wollte, stellte ich fest, dass ich da schon ein Ticket für das Rock-Classic in Regensburg habe. Also hab ich das Munarheim-Ticket wieder verscherbelt.

Heute fuhr ich dann also nach Regensburg. Ich fuhr schon vormittags los, denn ich wollte mir auch endlich mal die Stadt und einige Sachen anschauen. Da fahr ich immer überall in der Landschaft herum und seh im Endeffekt nur dunkle Konzertsäle, das ist doch schade!

Also segelte ich schon mittags in Regensburg ein. Ich fuhr mal gleich direkt zur Donau-Arena, weil zuerst wird ordentlich geparkt.
Alte Metal-Regel: Erst Zelt aufbauen - dann saufen!
Altmetaler-Regel: Erst Wohnmobil ordentlich parken, Bett machen, Zahnputzzeug und Kukident-Becher im Bad aufstellen, Gas zum Kaffeekochen aufdrehen, Bierdose aus dem Kühlschrank holen - dann erst los.

Das hab ich mir schon gedacht ! Dieses wohnmobilfeindliche Parkplatzgesockse mobbt mich schon wieder! Aber für den Fall hatte ich mir schon auf Google-Maps die Gegend angeschaut und einige Fleckchen in der Umgebung gesucht, wohin ich ausweichen könnte. Der erste Fleck ums Eck, der auf Google-Maps von oben so toll ausgesehen hatte, war aber leider ein Privatparkplatz einer Firma, also nein, da stell ich mich nicht hin. Der zweite Fleck war dann eine bessere Wohngegend mit lauter Reihenhäusern, da standen schon ein paar Wohnwagen und andere Wohnmobile und da stellte ich mich dazu. An und für sich war das ein guter Stellplatz, aber doch ein Stück weg und so holte ich das Fahrrad aus dem Laderaum.

Da radelte ich also bei bestem Wetter in die Stadt. I love Klimawandel ! Naja, nicht in jedem Aspekt, also Dürresommer brauch ich keinen, aber sonniger und warmer April mit Frühlingsblüten, Schmetterlingen und Bienchen ist doch was Herrliches! Die Regensburger saßen in ihrem Wiesengrund an der Donau und tankten Lebensfreude. Die Umweltdepris und FFF-Kindergarten saßen wahrscheinlich derweil im Keller und heulten. Tja, selber schuld .

Jetzt gab's aber erst einmal Kultur! Anlaufstelle Nummer 1 ist naturlich der Regensburger Dom, dort stellte ich mein Fahrrad ab, damit ich es später auch wieder find. Leider war der eine Domturm eingerüstet, das machte fotomäßig jetzt nicht sooo was her, aber ging ich halt mal rein.

Der Dom hält sich stilvoll im klassischen Design, da gibts einige sehr schöne Motive, aber außen rum ist alles ziemlich kitschkatholisch. Passend zur depressiven Mentalität des Christoidentums sind die Darstellungen natürlich düster, apokalyptisch, todessehnsüchtig, makaber und traurig. Da muss man schon auf Schmerzen, Leid und Folter stehen, um sich da wohl zu fühlen. Ich blieb drum nicht lange.

Ein Engel grapscht einem Gargoyle in den Schritt, der freut sich offenbar, jaaa, fester! Oder schreit er, weil der Engel zu arg zupackt?

Der Dom ist ein hübsches Gebäude, aber im Grunde schaut er auch nicht viel anders aus als die Lorenzkirche in Nürnberg. Gemma weiter!


Unweit des Doms in einer kleinen Gasse ist die Niedermünsterkapelle. In ihr steht eine schwarze Madonna.

Schwarze Madonnen gibt es sehr vereinzelt in ganz Europa in bestimmten Kirchen. Eine von ihnen befindet sich auf der Insel Mainau (da will ich auch noch hin!) und eine weitere ist eben hier in Regensburg.

Wenn man Kirchen-Bedienstete fragt, warum denn die Madonna schwarz sei, bekommt man immer dieselben Antworten:

1. Vom Ruß der Kerzen, die für sie angezündet worden waren, sei die Madonna im Lauf der Zeit schwarz geworden. (Dabei fällt auch überhaupt nicht auf, dass Kleider, Krone oder Zepter nicht schwarz geworden sind. Der Ruß schwebte also um diese Teile herum, wahrscheinlich ein Wunder .)

oder:

2. Die Madonna ist aus Gold. Als aber einst ein Kriegsheer anrückte, bemalte man sie schnell schwarz, damit die Feinde sie nicht raubten.

Das sind die beiden gängigsten Ausreden, die einem die Katholiken auftischen.

Tatsächlich aber handelt es sich um eine archetypische Frauengestalt aus vorchristlicher Zeit. Die ursprünglichst schwarze Frau ist die altägyptische Isis (mit dem Horuskind). Sie soll keine Afrikanerin darstellen, sondern die schwarze Farbe symbolisiert das Düstere und Bedrohliche, das mancher archaische Mann in einer Frau fürchtet. Es ist die Urweiblichkeit, die manchem Mann unverständlich ist und auf ihn bedrohlich wirkt. In Indien wurde dies noch göttlich verstanden, dort ist die Kali in göttlichem Blau gehalten, in der römisch-europäischen Welt ist diese Ur-Frau schwarz.

Sie ist trotz allem eins der ersten Wesen im Reich der Götter, nahezu die Oberste - die Königin des Himmels, die Partnerin der obersten Gottheit. So munkelt man, dass die Stadt Regensburg nach dem Fluss Regen benannt ist. Tatsächlich ist die Stadt aber nach der Himmelskönigin benannt, die Burg (der) Königin, lateinisch castra regina (rex, regis). Der Fluss Regen wurde wohl eher nach der Stadt benannt. Wozu sollte man denn eine Stadt, in der so ein gewaltiger Strom wie die Donau fließt, nach einem seiner 3 Bächlein benennen, die da auch noch durchdümpeln?

Ihr seht: logisches Denken ist immer wichtig.

So schwarz wird die Frau verstanden, dass selbst der Schemel vor ihrem Altar mit schwarzem Samt bezogen ist und sogar die Kerzen in der Füllung schwarz sind. Aber für die Christoiden ist es das jüdische Mädchen Mirjam, römisch "Maria", irgendwie soll da der Jesus noch dabei sein und das alles wird der hebräischen Gottheit Jhwh zugeschrieben, irgendso ein vorgeschichtlicher Nomaden-Gott. Ich verstehe nicht, warum man das alles so verfälschen musste?

Ich hatte genug Bilder in der Finsternis der Kirche geschossen und ging wieder an die frische Luft. Was hat denn Regensburg sonst noch Nettes? Ah, hier sehen wir ein mittelalterliches Dickpic!

Da lief ich am Rande der Donau entlang, oh oooh la, trilalalala... da schwimmt die Polizei umeinander, ...damit in dieser schönen Stadt das Laster keine Chance hat .

Ich ging noch ein bisschen shoppen, trank irgendwo nen Kaffee und schließlich am späten Nachmittag lief ich zum Dom zurück, holte mein Fahrrad und radelte zurück zu meinem Schiff, dem Naglfar.

Dabei kam ich an der Donau-Arena in der Walhalla-Allee vorbei. Da war schon einiges los, die Pforte war mit Securities besetzt und ein paar Autos standen schon da, u.a. tatsächlich ein paar Camper! Da radelte ich gleich hin zu den Securities und fragte. Tatsächlich waren heute ausnahmsweise auch Camper erlaubt und so radelte ich doch gleich zum Naglfar, um umzuparken. Ich schmiss das Fahrrad gleich in den Laderaum und fuhr los.

Für diesen kurzen Weg brauchte ich auch die Gasflasche nicht extra abdrehen. Leider hatte ich auch sonst nichts eingeräumt und während der kurzen Fahrt hörte ich es hinten ganz schön klappern. Der Obstsaft fiel vom Küchentisch, landete aber weich im Wäschekorb. Nach der Ankunft am Parkplatz stank es im Bad fürchterlich nach Listerine: Die halboffene, noch volle Listerine-Flasche war umgekippt und glücklicherweise ins Waschbecken gefallen. Das ganze Listerine war raus gelaufen und in den Abfluss. Naja, Listerine futsch, aber die Sauerei hätte noch viel größer sein können, wär's auf den Boden gefallen, Glück gehabt .

Ich hatte einen ganzen Wäschekorb voller Gothic-Klamotten dabei, denn ich dachte, ich gehe zu Tarja? Die läuft bei mir unter "Gothic". Als ich aber so die anderen älteren Leute sah, die da vom Parkplatz aus schon in Richtung Arena liefen, stellte ich fest, dass ich damit völlig daneben-gestylt wäre. Die hatten alle einfach nur Jeans, T-Shirt und Turnschuhe an. Da war nicht eine/r irgendwie mords toll angezogen. Ich schaute dumm und beschloss, dass ich halt dann meine 0-8-15-Jeans und mein Ragnarök-T-Shirt an lasse, was ich schon die ganze Woche in der Arbeit trug und jetzt aus Bequemlichkeit für die Fahrt angezogen hatte. Also fiel ich so gar nicht auf.

Der Saal war bestuhlt und ich hatte mir einen teueren Platz im Innenbereich gebucht. Leider waren die vorderen Plätze schon weg gewesen und so hatte ich nur noch in einer relativ hinteren Reihe einen Platz gekriegt. Aber immer noch besser als auf den Rängen, auf denen man sich wieder den Hals verrenkt, wenn man den ganzen Abend zur Seite schauen muss.

Das Ganze war perfekt kommerziell aufgezogen, also vom Ablauf her stimmte alles, und der Merch war ordentlich teuer. Warum kauf ich dann den Mist? Ich hab mir eine Kaffeetasse für 20 € gekauft! Jetzt ärgere ich mich fast drüber.

Members von Quiet Riot, Manfred Mann's Earth Band und Supertramp traten auf, aber ich fand neben Tarja den Midge Ure von Ultravox am besten. Als er "Vienna" sang, hat mich das doch recht eigenartig berührt, was für ein markanter Song, damals!

Nach Ultravox ging ich mal raus zum Klo und holte mir auch ein Bier. Als ich wieder rein kam, blieb ich am Rand stehen, weil das ewige Gehocke auf einem Stuhl regte mich auf. Ich will tanzen und hupfen! So stand ich dann für den Rest der Vorstellung außen am Rand und tanzte. Ist doch mir wurscht, wenn die ganze Spießerschaft auf den Sitzen dann blöd schaut, pft.

Also die Veranstaltung war tatsächlich insgesamt sehr teuer, das Ticket hatte fast 100 € gekostet und der Merch war hoffnungslos überteuert. Aber trotzdem hat es sich für mich gelohnt, denn das hat mich teils echt bewegt, und insgesamt fand ich es sehr schön. Leider war es pünktlich um 22:30 Uhr aus, und nach Tarja kam gleich der Moderator auf die Bühne, also gab's trotz "Zugabe"-Rufe auch keine weitere Show. So machten sich die Leute alle auf den Heimweg zu ihren Autos.

Ich landete schließlich auch in meinem Schiff. Da machte ich mir noch gemütlich ein gute-Nacht-Bier auf, setzte mich auf den Beifahrersitz, legte die Füße hoch und guckte all den nüchternen Menschen zu, die jetzt nach Hause fuhren. Ich nicht. Ich fahr erst morgen: was für ein geiles Leben!

Montag, 8. April 2024

Ragnarök, Lichtenfels - am Samstag

Ich schlief bis in die Puppen und träumte wunderschönes Zeug. Es war schon 12 durch als ich endlich wach wurde. Ich klappte die Sonnenblenden an den Fenstern hoch und verschaffte mir einen Rundumblick. Der Nachbar links lag wie ein derprellter Frosch in einem Liegestuhl vor seinem Auto in der Sonne und war schon ganz krebsrot, er hatte einen Sonnenbrand. "Guten Morgen" grüßte ich vom Fenster runter. Ja, und rechts raus bei Torsten & Co wurde schon wieder lustig gefeiert, so gehört sich das.

Ich brauchte erst mal einen Kaffee und krabbelte die Leiter hinunter zum Herd, Wasser heiß machen. Da stand schon wieder so ein Pissmännchen vor dem Auto und strullerte ins Gebüsch, Mahlzeit.

Beim Kaffeetrinken versuchte ich, meine vermoshten Haare zu kämmen, au au, das zupft - und ohne Haaröl geht sowieso schon gar nix mehr durch, au au au. Beim Blick in den Spiegel entschied ich, dass es sich nicht lohnte, sich abzuschminken, sondern einfach neue Schminke drüberklatschen passt auch. Dann zog ich mich an, also dieselben verschwitzten und biergetränkten Klamotten wie gestern und vorgestern. Na gut, meine versabberte Kutte hatte ich wenigstens über Nacht an den Fahrersitz gehängt zum Trocknen und Auslüften. An den Stiefeln klebte noch der Schlamm vom verregneten Donnerstag. Klasse, ich seh so stylisch aus!

Dann gleich mal vor und gucken, was auf dem Programm steht: Non ext deus. Sagt mal, muss denn das Kreuz aufrecht stehen, kann man das denn nicht umdrehen?

Naja, gut, also ja, abfackeln kann man es natürlich auch. Diesmal waren wenigsten die seitlichen Tore aufgemacht worden, so dass ein frisches Lüftchen durch die Halle wehte und es trotz Pyroshow nicht so heiß wurde.

Im Foyer war unterdessen Fotoshooting angesagt. Da posten Bands und Fans.

Es war mir noch zu früh, ich ging mal wieder raus. Die Autos wollte ich mir noch anschauen, die so auf dem Campground standen, weil da findet man mitunter auch recht witzige Sachen.

Hier stand ein Bus, der schon 4 Hunde, 7 Rollstuhlfahrer und 6 Fahrräder gesammelt hatte.

Daneben stand der Bus Heimdall. Der hat jetzt einen Blümchenkranz um die Frontscheibe gewickelt. Nur die Demolition-Crew hab ich vermisst, waren die dieses Mal gar nicht da?

Zwischen den Autos fand man allerlei Spuren wüster Gelage. Der Nachbar hatte sich seine Flaschenstöpsel sogar in einer Kette an die Kutte gehängt. Gegenüber unter einem Pavillon saßen welche 24/7: zu welcher Tages- oder Nachtzeit man da vorbei ging, immer saßen sie dort, grölten, soffen und feierten. Habt ihr überhaupt schon ne Band gesehen?

Ich ging mal in die Halle und gab mir Kampfar. Die waren klasse! Allerdings war bei mir etwas die Luft herausen. Mitunter moshte ich noch ein bisschen, aber so richtig ab ging ich nicht mehr, da war ich jetzt insgesamt zu ausgepowert.

Ein Bier wäre jetzt klasse, aber ich war zu faul: Will ich jetzt unbedingt zum Auto zurück laufen? Versuch ich's vielleicht doch noch einmal mit dem Lichtenfelser Stadthallenbier? Auffällig viele Kotzhaufen oder Bierleichen – wie letztes Jahr - hatte ich auch noch gar nicht gesehen. Torsten hatte gemeint, sooo schlecht sei das Bier nun auch wieder nicht: Vielleicht haben sie ja mittlerweile doch die Brauerei gewechselt? Falls nicht, hält sich der Schaden auch in Grenzen, denn es war eh schon spät und wenn ich dann nach zwei Bier gleich wieder müd werd und mich hinlegen muss, wär's auch nicht weiter tragisch, weil es war dann langsam eh Schlafenszeit. Also ging ich an die Tränke und holte mir ein Bier.

Ja, leider wurde die Brauerei nicht gewechselt, es war dieselbe eklige Plörre wie das letzte Mal. Nach einem halben Becher beschloss ich, dass dieses grauenhaft schlechte Bier sich nicht einmal verdient hat, getrunken zu werden, ging zurück an die Tränke, gab den halbvollen Becher ab und sagte: "Pfand zurück und weg damit, das kannste nicht trinken!" Dass die Thekenfrau meine konstruktive Kritik an den verantwortlichen Biermanager weitergab, wage ich zu bezweifeln. Allemal ging ich dann doch zum Auto und trank dort noch ein Bier aus meinem eigenen Vorrat.

Das mach ich normalerweise nicht, sondern ich geb eigentlich immer gut Geld aus, allein, um die Festivals und Veranstalter zu unterstützen. Aber das Stadthallenbier dort, also echt, nein, das vertrag ich einfach nicht, und seitdem ich vor Jahren dort nach 3 Bier bereits um 19 Uhr den Kreislaufflash bekommen hab, mich plötzlich total müde auf die Tribüne setzen musste, mich schließlich dort hingelegt hab und dann dort allen Ernstes trotz allen Lärms eingeschlafen bin und den ganzen Freitag verschlafen hab, trink ich das nie mehr!

Nun waren eigentlich Primordial auf dem Plan gestanden, aber die hatten irgendwie Verspätung, drum wurden sie mit Origin getauscht. Die hätten doch ganz zum Schluss spielen sollen?

Ich ging nochmal rüber ins Merch-Zelt, wollte noch ein bisschen rumgucken. Aber dort waren schon alle heftig am Zusammenpacken. Ach, ich mag diese Stimmung immer überhaupt nicht. Der letzte Tag ist immer so traurig!

Dann war es Zeit für Marduk. Marduk waren für die linke Bühne eingeplant. Torsten und seine Töchter standen bereits eineinhalb Stunden lang dort und warteten, damit sie dann in der 1. Reihe stehen konnten. Kurz vor dem Gig wurde dann aber bekannt gegeben, dass Marduk nun aber auf der rechten Bühne spielten, und alle Leute liefen von links nach rechts. Torsten war stocksauer: wofür war er da jetzt ewig angestanden? Ja, ich weiß nicht. Augenblicklich stand ich noch weiter vorn als er und war gerade erst zur Tür rein gekommen. Wie auch immer standen wir nun eben alle ziemlich weit vorn. Ich wunderte mich, denn mir schien, dass höchstens nur noch die Hälfte der Leute in der Halle waren. Die Menschenmenge vor der Bühne war recht lüftig und man kam gut noch durch bis vor - und das beim Headliner?!

Da habt ihr was verpasst, denn Marduk waren nochmal richtig gut. Nur ich war tot. Ich schlurchte schließlich müde zum Auto und ließ Primordial ausfallen. Ich hab nicht mal zu den anderen "ade" gesagt, war einfach nur alle, ab in die Falle! Also falls ihr das vielleicht mal lest, dann noch im Nachhinein: tschüßi, meine Freunde, kommt gut heim!

Gegen Morgen klopfte es bei mir am Auto. Das war bestimmt der Nachbar mit dem Sonnenbrand, der sich nur verabschieden wollte. Ich regte mich nicht und schlief weiter. Oh, ich brauchte diesmal wirklich lang, bis ich meinen Kopf hochgefahren hatte. Das lag auch daran, dass ich eigentlich nicht heim wollte, es war hier so schön! Also, es war wirklich schön, und ich komme auf jeden Fall nächstes Jahr wieder.

Sonntag, 7. April 2024

Ragnarök, Lichtenfels - am Freitag

Ich schlief wirklich sehr gut. Als ich gegen Mittag wach wurde, war das Wetter wie ausgewechselt. Es hatte 25 Grad und die Sonne schien. Das war auch gemeldet worden und ich wusste es eigentlich, aber bis jetzt war es ja so kalt und verregnet gewesen, dass ich es mir gar nicht vorstellen konnte, vielleicht eine kurze Hose mit einzupacken.

Ich machte mir erst mal meinen geliebten Chili-Kaffee, schmierte mir ein Mettbrötchen mit Zwiebeln drauf und zog die Bilder von gestern vom Handy auf dem Laptop. Da frühstückte ich und sortierte meine Bilder aus. Dann warf ich die WLAN-Box an. Ich find's immer wieder witzig, wie die WLANs auf Metal-Festivals alle heißen und fand, das war doch einen Screenshot wert.

Nach dem Kaffee holte ich mal das kleine Fahrrad aus dem Kofferraum und radelte vor ins Lichtenfelser Einkaufszentrum. Die Sonne schien wunderbar, es war richtig warm, ach, so dieses gehypte Weltuntergangsprogramm namens Klimawandel™ find ich manchmal gar nicht schlecht, das hat doch auch seine schönen Seiten . Ich kaufte mir ein paar Vitamine, Obst, Salat, Schokolade und radelte wieder zurück zum Festival-Parkplatz. Da startete ich dann mein 2. Frühstück.

Schon am Nachmittag lief der Auftritt von Vanaheim, die wollte ich unbedingt sehen. Also ging ich dann mal vor aufs Infield und in die Halle. Vanaheim legte einen super Gig hin, sie brachten sogar eine Wall of death.

Die Show gefiel mir außerordentlich gut und so kaufte ich mir gleich mal ne CD von Vanaheim. Die hör ich jetzt gerade beim Schreiben, und die gefällt mir auch richtig gut. Ach, schön, das alles!

Ansonsten hatten Vanaheim etwas seltsamen Merch im Gepäck: Käse. Das fand ich echt voll witzig und gern hätt ich mir einen gekauft, aber 12 € für ein bisschen Käse, nur weil "Vanaheim" drauf steht? Also nö, da bin ich wieder mal zu geizig. Ich hab genug Käse noch im Auto-Kühlschrank.


Ich lief dann mal wieder zum Naglfar zurück und guckte, was denn die Leute auf dem Parkplatz so machten. Was heißt, was sie machten? Na, sie feierten, natürlich! Da traf ich den Harald und so saßen wir da und freuten uns des Lebens.

Beim Spaziergang über den Parkplatz kamen mir dann die Nachbarn vom letzten Wolfszeit entgegen, wisst ihr noch: saufa saufa saufa - saufa und voi raucha....!

So langsam startete das Abendprogramm und ich ging in die Halle. Metsatöll gefielen mir auch sehr, sehr gut. Ich kaufte mir eine CD.

Das Naglfar stand gar nicht weit weg vom Eingang und so war's auch kein Problem, immer wieder hinzulaufen und ein Bier zu trinken. Hab ich schon geschrieben, dass ich das Bier in der Lichtenfelser Stadthalle einfach zum Reihern finde?

Aber dann gleich wieder rein in die Halle, weil nun kamen Kanonenfieber. Warum die sich jetzt schwarze Tücher über's Gesicht gezogen haben? Ist es jetzt schon so weit, dass man mal lieber den Quoten-N*ger markieren muss, nur um nicht ins Gerede zu kommen, eventuell "rechts" zu sein? Das find ich ein bisschen sonderbar, aber musikalisch hat es mir recht gut gefallen.

"Leider" wurde bei Kanonenfieber auch heftig Pyrotechnik eingesetzt und so wurde es in der Halle bald ordentlich heiß und stickig. Ich war oben auf der Tribüne, aber dort war bald eine derartige Hitze... als ich runter ging, war's aber auch nicht viel besser und so begab ich mich doch besser mal etwas an die frische Luft. Es wurde aber auch nicht gelüftet! Die hinteren Türen blieben zu, und es regte sich kein Lüftchen in dieser Halle. Das hältste ja kaum aus!

Es hätte mich nicht gewundert, wenn die anschließend auftretenden Finntroll auf der Bühne umkippten, aber die hielten durch. Ich stellte mich mal lieber außen hin und guckte dann von fern zu.

Tatsächlich erlebte ich am Freitag also auch noch den Headliner und war eigentlich rundum zufrieden. Glücklich lief ich zum Auto. Nun war aber morgen ja noch ein Tag?! Eigentlich fand ich das momentan ganz gut so, aber jetzt nochmal ein Tag? Oh weh, ich bin festivalmäßig ordentlich aus der Übung, was ist denn los? Bis zum Breeze muss sich das fei noch ändern!

Ragnarök, Lichtenfels - am Donnerstag

Ich hatte ja eigentlich am Freitag und am Donnerstag Urlaub eingetragen, um auf das Ragnarök zu fahren. Aber - verpeilt wie ich bezüglich meiner Termine in letzter Zeit bin (es sind halt einfach zu viele) - stellte ich dann fest, dass ich zum 01.04.24 in der Arbeit mein 10-jähriges Jubiläum habe. Weil donnerstags vom Team die meisten Leute in der Verwaltung präsent sind, hatte ich für den Donnerstag was zu essen mitbringen wollen, um mit den Kolleginnen in der Arbeit zu feiern. Na, da beißen sich die Feiern gegenseitig, aber mein 10-Jähriges lief einfach schlecht ohne mich. Also disponierte ich um und strich meinen Urlaubstag am Donnerstag wieder raus, Urlaub nur am Freitag muss reichen.

Nun bin ich auch zu blöd, meine Tickets ordentlich zu bestellen, weil irgendwie hatte ich beim Bestellvorgang kein Camping-Ticket gefunden. Und was habe ich mir dann dabei gedacht? Dass mir das Camping-Ticket dann im Nachhinein noch so irgendwie von selber zufliegen würde, oder was? Jetzt hatte ich den Salat: Ich hatte kein Camping-Ticket.

Drum wollte ich eigentlich schon am Mittwoch hinfahren und mich einfach auf den Platz stellen, aber wenn ich nun erst am Donnerstag fahren kann? Eine Weile überlegte ich, am Mittwochnachmittag nach Lichtenfels zu fahren, das Naglfar dort einfach hinzustellen und mit dem Zug wieder heim zu fahren. Am Donnerstag wollte ich dann mit dem Zug wieder nach Lichtenfels fahren. Aber so eine einfache Zugfahrt kostete bereits 20 €, hin und zurück verplempere ich damit also 40 €, nö, also dazu war ich dann auch zu geizig.

Dann hatte ich das Glück, dass in meiner einen Metalgruppe jemand sein Ticket verkaufte und ebenfalls ein Caravan-Ticket anbot und da meldete ich mich gleich: will ich haben!

Ich blieb am Donnerstag also nur bis mittags in der Arbeit und fuhr dann direkt zum Naglfar, ohne erst auf der Ranch vorbei zu schauen, damit ich rechtzeitig in Lichtenfels ankam. Da hatte mich nun in Nürnberg auf dem Parkplatz ein anderes Wohnmobil wirklich superknapp eingeparkt, so ne Sau! Also das find ich ja echt unverschämt. Wär's ein PKW gewesen, wär er vielleicht einfach bloß doof gewesen, aber von einem anderen Wohnmobil erwart ich doch, dass der weiß, dass er Rangierabstand lassen sollte. Aber zum Glück war vorne noch genug Platz und ich konnte mich aus dem Parkplatz hinaus-rangieren.

Als ich in Lichtenfels eintraf, hatte Greimi mit den Securities am Eingang schon abgemacht, dass sie mich auch ohne Ticket einfahren lassen, weil die Frau, die mir das Ticket verkaufen wollte, kam erst um 17 Uhr. So kam ich also auf den Platz und kurvte umeinander, als ich doch gleich den Torsten (ohne H!) fand. Die übernächste Lücke war auch noch frei, und da war ich auch schon drin *schwupps*.

Zuerst mal erkundigte ich die nähere Umgebung des Parkplatzes, wer da noch alles rumstand. Ah, da traf ich den Frowald mit seiner Clique. Frowald hat das gleiche Wohnmobil wie ich, nur in silbern. Das hat er einem Hamburger abgekauft. Also ich möchert nicht so ein Fischkopfmotiv am Heck haben .

Es war erst nachmittags um drei und Torsten mitsamt den Nachbarn am Parkplatz waren schon gut am Feiern. Naja, also drei Uhr nachmittags ist bei mir eigentlich noch keine "Bierzeit", aber eines zum Aufwärmen trank ich schon mit. Und so ging das auf dem Platz dann weiter "prost, prost" und "hey, noch eins!". Was mach ich bloß: Da muss ich aussteigen, sonst bin ich ja um fünf schon platt!? So holte ich aus meinem Auto ganz einfach kein neues Bier, sondern die alte Dose, die ich immer schön mit Fanta auffüllte: "Prost, juhuu!" Fiel gar keinem auf, hr hr . Hoffnungslos hatte ich mich dann mit eineinhalb Litern Fanta betrunken

Gegen 17 Uhr tauchte dann tatsächlich meine Ticket-Frau auf, bzw. ihr abgesandter Kumpel. Also war das mit dem Camping-Deal auch gut gelaufen. Ich begab mich dann mal los in die Halle.

Ich weiß: Die Hoodies und Shirts sind ratzfatz ausverkauft, die hatten noch nie genug hergestellt gehabt, da muss man schnell sein, weil nach kurzer Zeit sind dann nur noch irgendwelche bescheuerten Größen zu haben wie 5XL oder XXS. Also lief ich erst mal zum Merch und kaufte ein.

Dann lief ich gleich wieder zurück ins Auto, Merch bunkern, und wieder vor, weil da trat schon die erste Band auf: Boötes Void. Die hörten sich sehr gut an, aber die 1. Band hört sich für mich immer gut an, einfach weil ich mich freu und mich da gleich ins Getümmel schmeiß.

Draußen im Foyer waren die Autogrammstunden. Aber ich ließ mir keine Autogramme geben, mei, was soll ich damit?

Da trat eine Band auf, von der ich noch nie was gehörte hatte. Sie hießen "Robse". Ich ließ mir sagen, das sei die neue Band vom ehemaligen Sänger von Equilibrium. Oh, das find ich aber geil, denn von Equilibrium bin ich ja seit der Renegade-Tour recht enttäuscht. Robse gefielen mir auch auf Anhieb richtig gut! Leider gab's am Merch keine CDs von ihnen zu kaufen, nur LPs. Was für eine bescheuerte Mode, sich wieder LPs anzuhören, versteh ich nicht. Allemal hab ich keinen Plattenspieler (mehr) und auch nicht vor, mir einen anzuschaffen. Ja, schade: dann gibt's halt nix von Robse, pft.

Den Greimi gab's dafür. Er saß die ganze Zeit am Eingang und verteilte die Bändchen, aber dann hatte er wohl Feierabend und war endlich auch unterwegs.

Der Headliner am Donnerstag waren Varg. Weil ich Varg ja noch nicht mind. 10 x gesehen hab, nä, und sie dieses Jahr auch noch weitere dreimal sehen werde - aber immer wieder schön. Ich mag Varg.

Danach käm noch eine Band, meinte der Torsten. Da hatte er sich aber getäuscht, da stand nur "Mosher's Night", d.h. das ist Disco. Torsten war überzeugt, da käme jetzt noch ne Band und vor allem kam da noch ein Bier... aber nein, bei mir nicht, vergiss es! Erstens trink ich das grottenschlechte Stadthallen-Bier nicht und zweitens mag ich jetzt überhaupt kein Bier mehr! Das Gebemse und Gedränge nervte mich, ich will keins, fertig - und so machte ich mich zum Auto.

Die Standheizung geht ja grad wieder nicht, aber zum Glück war es nicht recht kalt, man konnt es auch ohne Heizung aushalten. Ich schlief trotzdem ganz selig, weil ich liebe mein Naglfar, und das ist immer so ne besondere Heimeligkeit, mein rollendes Schneckenhaus, überall zuhause sein, es ist einfach total schön!